Edinburgh Zoo: Was dich erwartet – der Besucherguide
Der Edinburgh Zoo erstreckt sich über 82 Acres bewaldeter Hügel im Westen der Stadt und ist Schottlands größte Wildtieranlage mit über 2.500 Tieren. Er nimmt einen besonderen Platz in der Zoogeschichte ein: Hier wurden weltweit erstmals Pinguine in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet – und er ist bis heute der einzige Zoo im Vereinigten Königreich mit königlicher Charta.
Fakten im Überblick
- Lage
- 134 Corstorphine Road, Corstorphine, Edinburgh EH12 6TS
- Anfahrt
- Mehrere Lothian-Bus-Linien fahren entlang der Corstorphine Road; der Zoo ist vom Stadtzentrum aus gut ausgeschildert
- Zeitbedarf
- 3 bis 5 Stunden für einen ausführlichen Besuch; mindestens ein halber Tag empfohlen
- Kosten
- Erwachsene ab ca. 30 £, Kinder (3–15 Jahre) ab ca. 22,50 £, unter 3 Jahren kostenlos, Senioren/Studierende ab ca. 27 £, Familien ab ca. 62 £ (Onlinepreise, vor dem Besuch prüfen)
- Am besten für
- Familien mit Kindern, Tierliebhaber und alle, die auch an Regentagen an die frische Luft möchten
- Offizielle Website
- www.edinburghzoo.org.uk

Was der Edinburgh Zoo ist – und was ihn besonders macht
Der Edinburgh Zoo öffnete am 22. Juli 1913 an den südlich ausgerichteten Hängen des Corstorphine Hill, etwa fünf Kilometer westlich des Stadtzentrums. Offiziell als Scottish National Zoological Park bekannt, wurde er von der Royal Zoological Society of Scotland gegründet, die ihn bis heute leitet. Die königliche Charta, die ihm vom Monarchen verliehen wurde, macht ihn zum einzigen Zoo im Vereinigten Königreich mit diesem Status.
Das Gelände umfasst 82 Acres bewaldetes, hügeliges Terrain. Diese Topografie prägt jeden Besuch: Der Zoo ist nicht flach, nicht kompakt und lässt sich nicht hetzen. Wege schlängeln sich durch die Gehege bergauf, und die Höhenunterschiede bieten an bestimmten Punkten einen überraschend weiten Blick über den Westen Edinburghs. An klaren Tagen versteht man vom oberen Teil des Zoos aus sofort, warum man diesen Standort gewählt hat.
Der Zoo hat einen festen Platz in der Naturschutzgeschichte. Er war weltweit der erste Zoo, in dem Pinguine in Gefangenschaft gehalten und gezüchtet wurden – ein Rekord aus den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, der seine Identität bis heute prägt. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Edinburghs Attraktionen als Reiseziel zusammenpassen, findet im Guide zu den besten Museen und Sehenswürdigkeiten in Edinburgh nützliche Orientierung für einen mehrtägigen Aufenthalt.
Die Pinguine: Immer noch das Herzstück des Zoos
Das Penguin Rock-Gehege ist das Wahrzeichen des Zoos und der Hauptgrund, warum so viele Familien den Weg nach Corstorphine auf sich nehmen. Die Kolonie umfasst Eselspinguine, Felsenpinguine und Makaronipinguine – das Gehege ist groß genug, um echtes Naturverhalten zu zeigen. Zu beobachten, wie Felsenpinguine ihr felsiges Terrain erklimmen oder Eselspinguine durch das Wasserbecken schießen, vermittelt ein Gefühl für den Charakter jeder Art auf eine Weise, die ein kleines Gehege nie könnte.
Die legendäre Pinguin-Parade – eine Tradition seit 1951, als ein Pfleger versehentlich ein Tor offen ließ und die Pinguine einfach herausspaziert sind – findet nur an ausgewählten Tagen statt, wenn Tierwohl und Personal es erlauben (aktuelle Infos auf der Zoo-Website). Wenn sie angesetzt ist, lohnt es sich, fünfzehn Minuten früher da zu sein: die Strecke füllt sich schnell auf beiden Seiten mit Familien, und wer zu spät kommt, schaut oft nur noch auf Hinterkörper. Selbst Erwachsene, die skeptisch ankommen, sind danach meistens begeistert.
💡 Lokaler Tipp
Den aktuellen Zeitplan der Pinguin-Parade am Haupteingang checken – die Zeiten variieren je nach Saison und können kurzfristig angepasst werden. Wer sich einen Platz direkt am Absperrseil sichert, erlebt die Pinguine auf Kniehöhe vorbeiwatscheln – das ist die Mühe wert.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
West Highland Lochs, mountains and castles tour from Edinburgh
Ab 61 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLoch Ness, Glen Coe and the Highlands tour from Edinburgh
Ab 66 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungDay Trip to Holy Island, Alnwick Castle and Northumbria from Edinburgh
Ab 60 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLoch Ness Explorer Day Trip from Edinburgh
Ab 60 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Was es sonst zu sehen gibt: Gehege, die sich lohnen
Das Koala-Gehege gehört zu den ungewöhnlichsten Angeboten des Edinburgh Zoo. Die Royal Zoological Society of Scotland betreibt eines der etabliertesten Koala-Programme in Europa, und die Tiere leben in speziell konzipierten Anlagen, die australische Eukalyptuswälder nachbilden. Koalas schlafen bis zu zwanzig Stunden am Tag – wann man aktive Tiere sieht, hängt also vom Timing ab. Morgens, bevor die Mittagsträgheit einsetzt, sind die Chancen am besten.
Das Gehege der schottischen Wildkatze verdient mehr Aufmerksamkeit, als es gewöhnlich bekommt. Die Wildkatze – lokal auch „Highland Tiger" genannt – zählt zu den am stärksten bedrohten Säugetieren Großbritanniens, von der noch eine Handvoll reinrassiger Tiere in der Wildnis vermutet wird. Der Zoo ist aktiv an Zuchtprogrammen für die Art beteiligt. Sie aus der Nähe zu sehen verändert die Sichtweise auf den schottischen Naturschutz: Das sind keine großen, exotischen Tiere – sie sehen aus wie eine verwilderte Hauskatze, nur der Blick ist ein völlig anderer.
Weitere Highlights sind das Schimpansen-Gehege, die Erdmännchen (bei Kindern verlässlich beliebt), Malaienbären und die Roten Pandas, die hier leichter zu entdecken sind als in vielen anderen Zoos, weil ihr Gehege geschickt angelegt ist. Der Afrika-Abschnitt ist einer der weitläufigeren Bereiche des Zoos und einen Spaziergang wert, auch wenn die Tiere gerade weniger aktiv sind.
Das Gelände: Was der Hügel für deinen Besuch bedeutet
Die Hanglage des Corstorphine Hill ist das wichtigste praktische Detail vor dem Besuch. Der Zoo ist kein flacher Park. Der Haupteingang liegt unten, viele der wichtigsten Gehege verteilen sich über mehrere Ebenen, verbunden durch Wege, die stetig ansteigen. Wenn man die oberen Bereiche erreicht, hat man spürbar Höhe gewonnen – und der Rückweg führt entweder zu Fuß bergab oder mit dem Hilltrekker, einem gleislosen Zug zwischen dem oberen und unteren Zoobereich.
Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, mit Kinderwagen oder alle, die anhaltende Anstiege schwierig finden, ist das relevant. Der Zoo stellt Barrierefreiheitsinformationen und Karten auf seiner Website bereit – die sollte man sich wirklich vor dem Besuch ansehen, statt erst vor Ort festzustellen, dass der Bereich, den man unbedingt sehen wollte, einen kräftigen Aufstieg erfordert. Die Hauptwege sind breit, manche Nebenwege jedoch enger und steiler.
⚠️ Besser meiden
Festes Schuhwerk mit gutem Profil mitnehmen. Die Wege sind gepflegt, aber das Gefälle ist real – dünne Sohlen oder Absätze machen die oberen Bereiche wirklich unangenehm, besonders nach Regen, wenn die Holzstege an manchen Gehegen rutschig werden.
Die Hügellage hat aber auch echte Vorteile. Die bewaldeten Bereiche bieten Schutz vor Regenschauern, und das Blätterdach hält die Temperaturen an warmen Tagen angenehm kühl. Edinburgher Sommer werden selten unerträglich heiß, aber der Schatten macht den Zoo zu einem schönen Ort für einen sonnigen Nachmittag ohne Überhitzung.
Wann lohnt sich ein Besuch – und wie ändert sich das Erlebnis?
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Von April bis September öffnet der Zoo um 10:00 Uhr und schließt um 18:00 Uhr, letzter Einlass um 17:00 Uhr. Im Oktober und März gelten reduzierte Zeiten: 10:00 bis 17:00 Uhr, letzter Einlass um 16:00 Uhr. Von November bis Februar schließt der Zoo um 16:00 Uhr, letzter Einlass um 15:00 Uhr. Geöffnet ist an jedem Tag des Jahres, außer am 25. Dezember.
Wochentag-Vormittage im Frühling und frühen Herbst sind die ruhigsten Zeiten. In den Schulferien – besonders während Edinburghs Festivalmonat August – ist deutlich mehr los, und an beliebten Gehegen bilden sich längere Schlangen. Wer im August kommt, fährt am besten direkt zur Öffnungszeit hin.
Winterbesuche haben einen unterschätzten Reiz. Weniger Betrieb, kahle Bäume, durch die man Tiere in manchen Gehegen leichter erspäht, und eine besondere Atmosphäre auf dem bewaldeten Hügel im Winterlicht. Die kürzeren Öffnungszeiten schränken allerdings ein, wie viel man sich anschauen kann. Wer mehr über Edinburghs saisonale Eigenheiten wissen möchte, findet im Guide zur besten Reisezeit für Edinburgh alles Wichtige zu Festivals, Wetter und Besucherzahlen im Jahresverlauf.
Anreise und praktische Infos
Der Zoo befindet sich in der 134 Corstorphine Road im Stadtteil Corstorphine im Westen Edinburghs. Lothian Bus fährt regelmäßig entlang der Corstorphine Road vom Stadtzentrum aus – damit ist der Zoo eine der unkomplizierter erreichbaren Attraktionen außerhalb des Zentrums. Von der Princes Street dauert die Fahrt je nach Verkehr etwa 15 bis 30 Minuten. Aktuelle Liniennummern und Abfahrzeiten gibt es auf der Website von Lothian Buses oder beim Routenplaner Traveline Scotland.
Ein Parkplatz vor Ort ist für ca. 4–5 £ pro Besuch verfügbar (kostenlos für Zoo-Mitglieder). Die Einfahrt liegt direkt an der Corstorphine Road. An stark besuchten Tagen, besonders in den Schulferien, ist der Parkplatz am frühen Nachmittag oft voll, und auf der Corstorphine Road kann es zu erheblichem Stau kommen.
Online-Tickets sind günstiger als an der Kasse – und man spart sich außerdem die Warteschlange am Eingang. Die offizielle Website edinburghzoo.org.uk ist die einzige verlässliche Quelle für aktuelle Preise, da sich die Eintrittspreise gelegentlich ändern. Wer einen ganzen Tag in diesem Teil der Stadt plant, findet im Guide zur Fortbewegung in Edinburgh alle Infos zum Busnetz und wie man die Sehenswürdigkeiten im Westen Edinburghs sinnvoll kombiniert.
Für wen lohnt sich der Besuch – und für wen eher nicht
Der Edinburgh Zoo ist eine wirklich gute Wahl für Familien mit Kindern zwischen etwa drei und zwölf Jahren. Die Kombination aus Pinguin-Parade, interaktiven Entdeckungsbereichen und der Vielfalt an Tierarten hält Kinder über einen langen Besuch bei der Stange. Der Hügel kann jüngere Beine ermüden, aber der Hilltrekker hilft dabei.
Tier- und Naturschutzbegeisterte werden die Zuchtprogramme und artspezifischen Gehege als den Eintritt wert empfinden. Das Programm für schottische Wildkatzen hat eine Bedeutung, die weit über seinen Unterhaltungswert hinausgeht. Wer sich generell für Edinburghs Naturerbe interessiert, sollte den Zoobesuch auch mit einem Ausflug in den Königlichen Botanischen Garten verbinden, der auf der anderen Seite der Stadt liegt und ein kontrastierendes, aber ergänzendes Erlebnis bietet.
Reisende mit nur ein oder zwei Tagen in Edinburgh, die vor allem Geschichte, Architektur und Stadtkultur suchen, werden den Zoo wahrscheinlich als niedrigere Priorität einstufen als die dichte Konzentration großer Attraktionen in der Old Town. Eintrittspreis und Anfahrt nach Corstorphine fressen einen spürbaren Teil des Zeit- und Geldbudgets eines kurzen Trips. Der Zoo ist kein Schnellstopp – er lohnt sich mit mehreren Stunden oder gar nicht.
Besucher mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen sollten das Gelände vor der Buchung sorgfältig prüfen. Die oberen Bereiche sind per Hilltrekker erreichbar, aber manche Gehege haben Wege, die nicht vollständig eben sind. Der Barrierefreiheits-Guide auf der offiziellen Zoo-Website ist die aktuellste und zuverlässigste Quelle dafür, welche Routen geeignet sind.
ℹ️ Gut zu wissen
Innerhalb des Zoos gibt es ein Hauptrestaurant und mehrere Kioske. Qualität und Preise sind typisch für eine große Attraktion. Snacks und Wasser mitzubringen ist praktisch – vor allem bei einem langen Tag mit Kindern. Mitgebrachtes Essen ist im Zoo erlaubt.
Insider-Tipps
- Tickets am besten vorab online kaufen. Online ist es günstiger als an der Kasse – und du sparst dir die Warteschlange, die an vollen Sommermorgen mit Familien und Kinderwagen lang werden kann.
- Die oberen Zoobereiche sind selbst zur Stoßzeit deutlich ruhiger, weil viele Besucher vor dem Anstieg umkehren. Wer in Ruhe Tiere beobachten möchte, sollte weiterlaufen – die Roten Pandas und einige kleinere Gehege belohnen die Mühe.
- Tiere sind meist zwischen 10:00 und 12:00 Uhr am aktivsten, wenn Fütterungen und Pflegervorführungen stattfinden. Wer zur Öffnung kommt, erlebt die Tiere auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität – bevor der Andrang zunimmt.
- Der Hilltrekker, ein gleisloser Zug, pendelt zwischen dem oberen und unteren Zoobereich. Aktuelle Infos zu Kosten und Zeiten gibt es beim Eingang. Am sinnvollsten nutzt du ihn für die Rückfahrt bergab – den Aufstieg zu Beginn des Besuchs mit frischen Beinen zu schaffen ist deutlich einfacher.
- Bei Besuchen in der Schulzeit unter der Woche sind vormittags oft Schulklassen vor Ort. Die meisten Gruppen sind bis Mittag wieder weg, sodass der frühe Nachmittag überraschend ruhig sein kann.
Für wen ist Edinburgh Zoo geeignet?
- Familien mit Kindern zwischen 3 und 12 Jahren, die einen strukturierten Ausflug abseits des Stadtzentrums suchen
- Tier- und Naturschutzbegeisterte, die sich für Zuchtprogramme interessieren – darunter schottische Wildkatzen und Koalas
- Besucher, die auch an kühlen oder bewölkten Tagen an die Luft möchten – der bewaldete Hügel bietet Schutz und eine angenehme Wanderatmosphäre
- Reisende, die mehr als drei Tage in Edinburgh verbringen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Old und New Town bereits gesehen haben
- Alle, die im Sommer die Pinguin-Parade als besonderes Erlebnis auf ihrer Liste haben
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Colinton Tunnel
Der Colinton Tunnel ist ein 137 Meter langer viktorianischer Eisenbahntunnel am Water of Leith Walkway, der in Schottlands größtes Kulturwandbild verwandelt wurde. Inspiriert von Robert Louis Stevensons Gedicht „From a Railway Carriage" ist er kostenlos zugänglich, barrierefrei und rund um die Uhr geöffnet.
- Craigmillar Castle
Craigmillar Castle ist eine bemerkenswert gut erhaltene mittelalterliche Ruine auf einem flachen Hügel, gut 5 km südöstlich vom Stadtzentrum Edinburghs. Einst Rückzugsort von Maria Stuart, bietet sie echte Geschichte, weite Stadtblicke – und einen Bruchteil der Besucher des Edinburgh Castle.
- Cramond Beach & Island
Mit dem Bus oder Auto nur kurz vom Stadtzentrum entfernt, führt der Cramond Beach zu einer der ungewöhnlichsten kostenlosen Attraktionen Edinburghs: einer Gezeiteninsel im Firth of Forth, die nur in einem kurzen Zeitfenster bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Sandige Strände, Betonpylone aus dem Zweiten Weltkrieg und stille Waldwege – das ist eine andere Welt als der Royal Mile.
- Forth Bridge
Die Forth Bridge ist eines der bekanntesten Bauwerke Schottlands – eine Eisenbahnbrücke in viktorianischer Auslegertechnik, die den Firth of Forth nahe South Queensferry überspannt. Seit 2015 UNESCO-Welterbe, ist sie bis heute eine aktive Bahnverbindung und ein Wahrzeichen, das einen halben Tag Ausflug von Edinburgh aus absolut lohnt.