City Park, New Orleans: Uralte Eichen, weite Grünflächen und überraschende Tiefe
Mit über 500 Hektar ist der City Park in New Orleans größer als der Central Park und beherbergt eine der größten Sammlungen alter Lebenseichen in den USA – manche davon 600 bis 800 Jahre alt. Der Eintritt ist kostenlos, und wer über die Hauptwiese hinausgeht, wird reichlich belohnt.
Fakten im Überblick
- Lage
- 1 Palm Drive, New Orleans, LA 70124 (Mid-City)
- Anfahrt
- RTA-Buslinien bedienen die Umgebung; mit dem Auto oder Rideshare vom French Quarter am praktischsten (~10 Min.)
- Zeitbedarf
- 2–5 Stunden, je nachdem welche Attraktionen du besuchst
- Kosten
- Parkeintritt kostenlos; einzelne Attraktionen (NOMA, Botanischer Garten) erheben gesonderte Eintrittspreise
- Am besten für
- Familien, Naturliebhaber, Läufer, Kunstbegeisterte und alle, die einfach mal durchatmen wollen
- Offizielle Website
- neworleanscitypark.org

Was der City Park wirklich ist
Der City Park ist ein öffentlicher Park mit über 500 Hektar im Stadtteil Mid-City von New Orleans, verwaltet von der gemeinnützigen City Park Conservancy. Er gilt als der 87. größte Stadtpark der USA und der 20. meistbesuchte – mit rund 16 Millionen Besuchen pro Jahr. Diese Zahlen klingen abstrakt, bis man selbst unter einer Lebenseiche steht, deren Stamm breiter ist als die eigene Armspanne, während in fünfzig Metern Entfernung eine Familie Fußball spielt und ein Silberreiher am Rand einer Lagune entlangstakst.
Der Park liegt entlang des Bayou St. John, ist etwa eine Meile breit und drei Meilen lang und belegt das Gelände der ehemaligen Allard Plantation. Gegründet wurde er 1854 mit 100 Acres, die der Philanthrop John McDonogh vermacht hatte; 1891 erhielt er offiziell den Namen City Park – im selben Jahr, in dem die City Park Improvement Association die Verwaltung übernahm. Heute beherbergt er Tennisplätze, einen Golfplatz, einen botanischen Garten, einen weltklasse Skulpturengarten, das New Orleans Museum of Art, mehrere Lagunen, ein historisches Karussell und einen Freizeitbereich für Kinder. Ihn schlicht als Park zu bezeichnen, wird ihm bei Weitem nicht gerecht.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Parkeintritt ist jederzeit kostenlos. Einzelne Attraktionen innerhalb des Parks – darunter das New Orleans Museum of Art und der Botanische Garten – erheben eigene Eintrittspreise. Aktuelle Preise bitte direkt bei den jeweiligen Einrichtungen erfragen.
Die Lebenseichen: Der wichtigste Grund zu kommen
Der City Park beherbergt eine der größten Sammlungen ausgewachsener Lebenseichen (Quercus virginiana) in den USA. Viele der ältesten Bäume im Bereich der Dueling Oaks nahe dem Museum werden auf 600 bis 800 Jahre geschätzt – sie standen also bereits, bevor Europäer Amerika erreichten. Es handelt sich nicht um Zierpflanzungen. Das sind gewaltige, weitverzweigte Lebewesen mit Kronen, die bis zu 45 Meter überspannen können, deren untere Äste so tief hängen, dass Kinder problemlos hinaufklettern.
Die Gegend rund um die Dueling Oaks verdankt ihren Namen der Praxis des 19. Jahrhunderts, Streitigkeiten im Morgengrauen unter den Bäumen auszutragen – ein Brauch, der noch jahrzehntelang nach der Parkgründung fortbestand. An einem nebligen Morgen, wenn das spanische Moos tief hängt und das Licht in schmalen Streifen durch das Blätterdach fällt, spürt man hier echte historische Schwere. Es ist einer der wenigen Orte in New Orleans, an dem die vielschichtige Vergangenheit der Stadt greifbar wirkt – ganz ohne Erklärtafeln.
Fotografisch ist hier die beste Zeit in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang: Das weiche Seitenlicht schneidet durch das Moos, und der Park ist noch kaum bevölkert. Mittags flacht die Stimmung spürbar ab. Wer ein Weitwinkelobjektiv hat, sollte es mitbringen – die Baumkronen sind schlicht zu groß, um sie sonst einzufangen.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Spooky kid-friendly family ghost tour
Ab 32 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungWalking the Devil's Empire tour with HELLVISION™ in New Orleans
Ab 32 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungThe New Orleans haunted cemetery city bus tour
Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungWhitney Plantation Tour
Ab 72 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wie sich der Park im Tagesverlauf verändert
Die frühen Morgenstunden – ungefähr von 6 bis 9 Uhr – gehören den Einheimischen. Läufer ziehen ihre Runden um die Lagunen, Hundebesitzer spazieren auf den Wegen nahe dem Eingang an der Marconi Drive, und die Vogelaktivität am Wasser ist am lebhaftesten. Graureiher und Schneereiher sind das ganze Jahr über zu sehen; im Winter zieht es auch Zugvögel an die Lagunen.
Ab Mitte des Vormittags an Wochenenden treffen Familien mit Kinderwagen ein, Storyland und der Karussell-Bereich öffnen, und der Lärmpegel steigt stetig. Wer das New Orleans Museum of Art oder den Sydney and Walda Besthoff Sculpture Garden besuchen möchte, erlebt bei der Öffnung (in der Regel 10 Uhr für das Museum; aktuelle Zeiten prüfen) eine deutlich ruhigere Atmosphäre. Der Skulpturengarten hat einen eigenen Eingang, ist kostenlos und öffnet nach eigenem Zeitplan – eine Stunde dort, bevor die Museumsbesucher eintreffen, ist angenehm entspannt.
Sommernachmittage von Juni bis August können es in sich haben: Temperaturen von über 33 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit. Der Schatten der Lebenseichen bringt echte Erleichterung, aber längere Wegstrecken in der Mittagssonne zu gehen ist zermürbend. Frühling (März bis Mai) und Herbst (Oktober bis November) sind die angenehmen Jahreszeiten, mit Temperaturen zwischen 15 und 28 °C und niedrigerer Luftfeuchtigkeit. Der Oktober verwandelt den Park besonders in eine Bühne für Halloween-Events.
⚠️ Besser meiden
Sommernachmittage können hier wirklich brutal sein. Unbedingt Wasser mitbringen, Sonnencreme auftragen und zwischen 12 und 15 Uhr Schatten bei den Lagunen oder unter den Bäumen suchen. Von Juni bis September sind nachmittägliche Gewitter ebenfalls häufig.
Kunst und Architektur im Park
Das New Orleans Museum of Art (NOMA) besetzt die nordöstliche Ecke des Parks und befindet sich seit 1911 in seinem heutigen Beaux-Arts-Gebäude. Die ständige Sammlung umfasst über 40.000 Objekte aus 5.000 Jahren Kunstgeschichte. Es ist eines der ältesten Kunstmuseen im amerikanischen Süden und allein schon mindestens zwei Stunden wert. Eintritt wird erhoben; aktuelle Preise und kostenlose Eintrittswochenenden auf der Website des Museums prüfen.
Direkt hinter dem Museum befindet sich der Sydney and Walda Besthoff Skulpturengarten, der kostenlos zugänglich ist und über 90 Werke auf zwei Hektar gepflegten Geländes mit Fußgängerbrücken, Lagunen und natürlich Lebenseichen zeigt. Die Sammlung umfasst Werke von Henry Moore, Louise Bourgeois und Yoko Ono, unter anderem. Es ist einer der bedeutendsten und gleichzeitig am wenigsten besuchten Kunstraum im amerikanischen Süden – und anders als die meisten Skulpturenparks entsteht durch die Kombination aus Wasser, Moos und Baumkronen eine fast theatralische Atmosphäre. Für viele Besucher rechtfertigt allein das den Ausflug in den Park.
Der Garten ist über einen separaten Eingang zugänglich und erfordert keine Museumskarte. An den meisten Tagen öffnet er früher als das Museumsgebäude selbst. Genaue Öffnungszeiten am besten auf der NOMA-Website nachprüfen, da sie saisonal variieren können.
Familienattraktionen und praktischer Rundgang
Der Botanische Garten von New Orleans nimmt den südlichen Teil des Parks ein und ist dank des lokalen Klimas besonders reich an tropischen und subtropischen Pflanzen. Die Art-déco-Bauten im Garten, in den 1930er-Jahren von der Works Progress Administration errichtet, sind architektonisch sehenswert – auch wenn Gartenbau nicht das eigene Hauptinteresse ist. Eintritt wird separat erhoben; aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen.
Storyland ist ein Kinderspielbereich mit märchenhaft gestalteten Spielstrukturen, der seit 1955 im Park betrieben wird. Der angrenzende Carousel Gardens Amusement Park beherbergt ein hölzernes Karussell von 1906, das im National Register of Historic Places eingetragen ist. Beide Attraktionen erheben separate Eintrittspreise und haben saisonale Öffnungszeiten – wer gezielt dafür anreist, sollte vorher nachfragen.
Das Lagunen-System des Parks bietet Tretbootverleih, und es gibt mehrere Angelplätze. Ein Disc-Golf-Platz, Tennis- und Fußballanlagen sowie ein öffentlicher Golfplatz ergänzen das Freizeitangebot. Für die meisten Besucher, die nur einen Tag haben, ist der Versuch, alles zu sehen, ein Fehler. Besser: eine Hauptattraktion wählen und den Rest der Zeit den Eichen und Lagunen-Wegen überlassen.
💡 Lokaler Tipp
Fahrräder sind im gesamten Park erlaubt und tatsächlich der beste Weg, um die volle Länge von fast fünf Kilometern ohne Erschöpfung zu erkunden. Am Parkeingang gibt es mehrere Verleihoptionen; aktuelle Anbieter am besten vor Ort erfragen.
Anreise, Barrierefreiheit und wer den Park überspringen kann
Der City Park liegt in Mid-City, ungefähr auf halbem Weg zwischen dem French Quarter und dem Lake Pontchartrain. Die Anreise mit dem Auto ist am bequemsten; Parkplätze gibt es an mehreren Stellen im Park. Ein Rideshare vom French Quarter dauert rund 10 Minuten und kostet etwa 10 bis 15 US-Dollar (aktuelle Preise prüfen). RTA-Buslinien bedienen die Umgebung, aber aufgrund der parkinternen Distanzen muss man ohnehin noch laufen oder ein Fahrrad leihen.
Die Barrierefreiheit ist je nach Bereich unterschiedlich. Die Hauptwege und Platzflächen rund um das Museum und den Skulpturengarten sind gepflastert und für Kinderwagen und Rollstühle gut befahrbar. Abgelegenere Bereiche – insbesondere die Naturflächen nahe dem Bayou – haben unebenes und unbefestigtes Gelände. Die Parkverwaltung engagiert sich für barrierefreie Angebote, aber Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten ihren Besuch auf den gepflasterten Kernbereich rund um den Museumseingang konzentrieren.
Dieser Park ist nichts für Reisende, die nur einen Tag in der Stadt haben und möglichst viele Sehenswürdigkeiten im Eiltempo abhaken möchten. Er belohnt langsames, ungeplantes Schlendern. Wer sich in New Orleans ausschließlich auf Essen, Musik und das French-Quarter-Erlebnis konzentriert, für den kann der City Park wie ein Umweg wirken. Aber wer ein Gegengewicht zur Dichte des Quarters sucht oder verstehen möchte, wie die Einwohner von New Orleans ihre Stadt wirklich leben, findet hier die Antwort.
Insider-Tipps
- Der Skulpturengarten hinter dem NOMA hat einen eigenen Eingang; die Eintrittsregelungen haben sich schon öfter geändert – am besten vor dem Besuch die aktuellen Preise auf der NOMA-Website prüfen. Dort kann man gut eine Stunde verbringen, ohne das Museum selbst zu betreten.
- Der Bereich der Dueling Oaks nahe dem Museumseingang ist deutlich weniger besucht als die zentralen Rasenflächen. Wer das Erlebnis der Lebenseichen ohne das Wochenendgedränge genießen möchte, sollte zuerst dorthin gehen.
- Von Oktober bis November finden im Park große Saisonevents statt, darunter Celebration in the Oaks und Halloween-Programme. An diesen Wochenenden ist es deutlich voller – wer den Trubel meiden oder gezielt dabei sein möchte, sollte vorab den Veranstaltungskalender checken.
- Die Parkplätze nahe dem NOMA-Eingang sind an Wochenenden am schnellsten belegt. Die Parkflächen an der Marconi Drive am westlichen Parkrand sind fast immer leichter zugänglich und erfordern nur einen kurzen Fußweg.
- Die Lagunen im Park sind beliebte Angelspots und ziehen regelmäßig Vögel an. Wer früh morgens den Rundweg um den Park läuft, sollte Fernglas mitbringen – es ist einer der besseren urbanen Vogelbeobachtungsplätze der Stadt.
Für wen ist City Park geeignet?
- Familien mit Kindern, besonders wegen des historischen Karussells und des Storyland-Bereichs
- Kunst- und Skulpturenbegeisterte, die NOMA und den Besthoff Sculpture Garden besuchen möchten
- Läufer, Radfahrer und alle, die eine echte Outdoor-Sportstrecke in der Stadt suchen
- Reisende, die New Orleans abseits der Touristenmeilen kennenlernen und den Alltag der Einheimischen beobachten möchten
- Naturfotografen – besonders wegen der Eichenkronen im Morgenlicht
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Mid-City:
- New Orleans Botanical Garden
Der New Orleans Botanical Garden erstreckt sich über 10 bis 12 Acres im City Park und ist einer der wenigen erhaltenen öffentlichen Gärten aus der WPA-Ära im amerikanischen Süden. Mit Art-Deco-Skulpturen, einem Glasgewächshaus und über 2.000 Pflanzenarten lohnt sich ein ausgiebiger Bummel hier weit mehr als ein flüchtiger Blick.
- New Orleans Museum of Art (NOMA)
Das New Orleans Museum of Art ist die älteste Kunstinstitution der Stadt, gegründet 1910 und am 16. Dezember 1911 für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Sammlung umfasst mehr als 40.000 Werke aus 5.000 Jahren Kunstgeschichte. Mitten im City Park gelegen, verbindet das Museum eine beeindruckende Dauersammlung mit einem der schönsten Skulpturengärten des amerikanischen Südens – und der Garten ist immer kostenlos.
- Sydney and Walda Besthoff Sculpture Garden
Verteilt über 11 Acres im City Park, vereint der Sydney and Walda Besthoff Sculpture Garden mehr als 90 Skulpturen inmitten jahrhundertealter Eichen, stiller Lagunen und Magnolienhainen. Der Eintritt ist frei, an Wochentagen morgens kaum etwas los – und das Ergebnis ist eines der eindrucksvollsten Outdoor-Kunsterlebnisse im amerikanischen Süden.