Chalong Bay: Phukets Tor zu den südlichen Inseln
Die Chalong Bay (Ao Chalong) ist Phukots größter und aktivster Bootsankerplatz und der wichtigste Ausgangspunkt für Inselausflüge, Tauchboote und Yachtcharter. Hier wird nicht gebadet – aber wer weiß, was ihn erwartet, kann die Bucht für jedes Südphuket-Programm sinnvoll einplanen.
Fakten im Überblick
- Lage
- Südostküste Phukots, ca. 12 km südlich von Phuket Town, Gebiet Rawai-Chalong
- Anfahrt
- Mit Auto oder Roller über die Chao Fah West Road südwärts, dann am Kreisverkehr Chalong Circle ostwärts auf die Sunrise Road; Grab-Taxis ab Phuket Town verfügbar
- Zeitbedarf
- 30–60 Minuten zum Erkunden des Pierbereichs; mehr Zeit einplanen, wenn du eine Bootstour machst
- Kosten
- Kostenlos zugänglich; Bootstouren und Tauchausflüge werden separat berechnet
- Am besten für
- Reisende, die Inselausflüge starten, Segelbegeisterte und alle, die die Gegend rund um Rawai und Chalong erkunden

Was die Chalong Bay wirklich ist – und was nicht
Die Chalong Bay, auf Thai Ao Chalong (อ่าวฉลอง) genannt, ist Phukots größte Bucht und wichtigster Bootshafen. Sie liegt an der Südostküste der Insel, etwa 12 Kilometer südlich von Phuket Town – und sieht überhaupt nicht so aus wie die Bilderbuchstrände weiter nördlich. Das Ufer ist bei Ebbe flach und schlammig, das Wasser eher bräunlich als türkisfarben, und zum Schwimmen ist der Strand schlicht nicht geeignet. Wer einen entspannten Strandtag erwartet, wird enttäuscht sein.
Dafür bekommst du hier etwas, das praktisch viel wertvoller ist: den wichtigsten Ankerplatz für Hunderte von Privatyachten, Schnellbooten und Tauchschiffen, die den Süden Phukots als Ausgangspunkt nutzen. Die Chalong Bay ist der Durchgangspunkt zu den wirklich schönen Zielen. Coral Island, Racha Yai, Racha Noi, die Phi-Phi-Inseln und sogar längere Liveaboard-Routen zu den Similan-Inseln – all das beginnt oder endet hier.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Chalong Bay ist rund um die Uhr geöffnet und als öffentliche Bucht frei zugänglich. Es gibt keine Eintrittsgebühren oder Schranken. Der Pierbereich ist zwischen 7 und 10 Uhr am belebtesten, wenn Bootstouren ihre Passagiere einladen und ablegen.
Am Pier: Was dich wann erwartet
Der frühe Morgen am Chalong-Pier ist die lebhafteste Zeit des Tages. Gegen 7 Uhr laden Longtail-Boote und Schnellboote bereits ihr Gepäck, und der Geruch von Schiffsdiesel mischt sich mit der Salzluft. Tourveranstalter haken Passagierlisten ab, Tauchlehrer stapeln Tanks, und Catererdienste bringen Eisboxen auf die Tagesausflug-Katamarane. Es herrscht das organisierte Chaos eines kleinen Arbeitshafens – und das ist ehrlich gesagt ziemlich faszinierend, auch wenn du selbst nicht mitfährst.
Am späteren Vormittag wird es deutlich ruhiger. Die meisten Tourenboote sind ausgelaufen, und der Ankerplatz verfällt in den gemächlicheren Rhythmus liegender Schiffe. Yachten auf Dauermooring schaukeln leise vor sich hin, hin und wieder tuckert ein Longtail vorbei. Jetzt lässt sich die Gegend entspannt erkunden – mit Blick auf Koh Lon, die Insel direkt vor der Buchtmündung, die das ganze Jahr über Schutz vor Ozeanwellen bietet, und mit einem guten Gefühl für die Größe des Ankerplatzes.
Am späten Nachmittag kehren die Boote zurück. Sonnenverbrannte Passagiere mit Sand an den Füßen gehen von Bord. Die Restaurants und Bars entlang der Zufahrtsstraße füllen sich. Der Sonnenuntergang vom Pier aus ist ganz nett, aber nicht spektakulär – die Bucht liegt nach Süden und Osten ausgerichtet, nicht nach Westen, sodass die Sonne nicht direkt vor dir ins Meer sinkt. Für einen richtigen Phuket-Sonnenuntergang sind die Klippen am Promthep Cape, ein paar Kilometer weiter südlich, die bessere Wahl.
Einen umfassenden Überblick über alles, was es rund um Phukots Südspitze zu tun gibt, findest du im Gebietsführer Rawai und Chalong – dort findest du alles über die Strände, Meeresfrüchtelokale und die Verbindung zum Rest der Insel.
Die Bucht als Ausgangspunkt für Ausflüge
Die Lage der Chalong Bay macht sie zum Herzstück des Meerestourismus in Phuket. Die flache, nach Süden ausgerichtete Bucht hat eine Halbmondform, und zusammen mit dem natürlichen Schutz durch Koh Lon vor der Buchtmündung entsteht ein geschützter Ankerplatz, der auch bei rauem Wetter anderswo auf der Insel standhält. Für Segler und Tauchveranstalter bedeutet das: zuverlässige Abfahrten das ganze Jahr über.
Das beliebteste Tagesziel von hier ist Coral Island (Koh Hae), etwa 20 Minuten vom Ufer entfernt – mit ruhigem Schnorchelwasser und einem ordentlichen Sandstrand. Was dich bei einem Tagesausflug zur Coral Island ab Phuket erwartet, erfährst du am besten vor der Buchung.
Längere Routen führen nach Racha Yai und Racha Noi zum ernsthaften Tauchen in klarerem Wasser, oder zum Phi-Phi-Archipel für einen Ganztagesausflug. Die Route zu den Phi-Phi-Inseln startet ebenfalls von Chalong, obwohl manche Anbieter je nach Schiffstyp auch den Rassada- oder Ao-Po-Pier nutzen.
Yachtcharter – sowohl bareboat als auch mit Crew – werden ebenfalls von der Bucht aus angeboten. Mehrere Marinas und Ankerplätze betreuen Langzeitlieger, und rund um Chalong hat sich eine kleine, aber gut etablierte Segelgemeinschaft gebildet, die die Bucht als Heimatbasis für Törns durch die Andamanensee nutzt. Wer mit der eigenen Yacht in Phuket ankommt, wird hier höchstwahrscheinlich den Zoll abfertigen und Proviant bunkern, bevor es weitergeht.
Anreise und praktische Hinweise
Von Phuket Town aus fährt man am direktesten die Chao Fah West Road südwärts. Am Kreisverkehr Chalong Circle dann auf die Sunrise Road ostwärts abbiegen – weniger als einen Kilometer, und schon ist man am Pierbereich. Mit Auto oder Roller dauert die Fahrt vom Stadtzentrum etwa 20 bis 25 Minuten.
Grab ist die zuverlässigste App-Option, wenn du kein eigenes Fahrzeug hast. Songthaews (gemeinsam genutzte Pickup-Trucks, die als Stadtbusse fungieren) fahren zwar durch Chalong, aber sie haben feste Routen und unregelmäßige Abfahrtszeiten – keine gute Wahl, wenn du ein Boot erwischen musst. Bei frühen Morgentouren lieber am Vorabend einen Privattransfer oder Grab buchen, anstatt um 6:30 Uhr auf eine Mitfahrgelegenheit zu hoffen.
💡 Lokaler Tipp
Bei gebuchten Bootstouren gibt dir der Anbieter fast immer genau an, an welchem Pier du dich einfinden sollst. Die Chalong Bay hat mehrere Zugangspunkte. Lass dir beim Buchen den genauen Treffpunkt bestätigen – am besten als Google-Maps-Pin.
In der Nähe des Piers gibt es Parkplätze, was die Anreise mit einem Leihroller unkompliziert macht. Die Straßenverhältnisse sind für Phuket typisch: meist glatt, aber auf den Nebenstraßen näher am Wasser vereinzelt mit Schlaglöchern. Der Pier selbst hat keine barrierefreie Infrastruktur, und die Oberflächen sind stellenweise uneben.
Essen und Zeit verbringen rund um die Bucht
Die Straße Richtung Pier ist gesäumt von kleinen Restaurants, Meeresfrüchtelokalen und Einkaufsstopps – hauptsächlich für Einheimische und Bootsbesucher, nicht für Pauschalreisende. Die Preise sind hier spürbar niedriger als in Patong oder Kata. Eine Schüssel Bootsnudeln oder ein Teller Pad Krapao an einem der Straßenrestaurants kostet nur einen Bruchteil dessen, was du an einem touristisch geprägten Restaurant an der Westküste zahlen würdest.
Am Wasser gibt es außerdem einige entspannte Bars, die vor allem die Segelcommunity ansprechen – Orte, an denen Gespräche in Ruhe bei einem kühlen Singha entstehen und niemand es eilig hat. Sie öffnen am späten Nachmittag und bleiben bis in den Abend geöffnet. Das ist ein Phuket, das sich deutlich weniger inszeniert anfühlt als die Partygassen anderswo auf der Insel.
Im Gebiet Chalong-Rawai liegt auch der Wat Chalong, Phukots meistbesuchter buddhistischer Tempel, ein paar Kilometer nordwestlich. Er lässt sich gut mit einem Morgen am Pier kombinieren: früh zur Bucht, um das Ablegen der Boote zu beobachten, und danach den Wat Chalong besuchen, wenn es wärmer geworden ist.
Wetter, Jahreszeiten und der beste Reisezeitpunkt
Als aktiver Hafen ist die Chalong Bay das ganze Jahr über in Betrieb. Die Anzahl der Touren und verfügbaren Boote hängt jedoch stark von der Saison ab. In der Trockenzeit von ungefähr November bis April sind die Meere ruhiger, das Wasser klarer und der Bootsverkehr deutlich lebhafter. In dieser Zeit sind Tauch-Liveaboards oft wochenlang im Voraus ausgebucht, und die Bucht wirkt als Ausgangspunkt am lebendigsten.
Die Regenzeit von Mai bis Oktober bringt stärkere Winde und höhere Wellen an Phukots Westküste – doch die Chalong Bay bleibt dank ihrer geschützten, südwärts ausgerichteten Lage vergleichsweise ruhig. Viele Tauchbetriebe fahren auch in den Zwischensaisons, aber einige Routen zu den Außeninseln und nach Phi Phi werden in den stärksten Monsunwochen eingeschränkt oder ausgesetzt. Wer eine bestimmte Bootstour plant, sollte die Verfügbarkeit direkt beim Anbieter anfragen, statt einfach davon auszugehen, dass die Tour läuft.
⚠️ Besser meiden
Der Schutz der Bucht bedeutet nicht, dass alle Touren das ganze Jahr über stattfinden. Frag deinen Anbieter konkret, ob deine gewünschte Route auch in den regenreichen Monaten Juni bis September angeboten wird.
Einen umfassenden Überblick darüber, wann der beste Zeitpunkt für einen Phuket-Urlaub ist, gibt der Reisezeitführer für Phuket – mit monatlichen Wettermustern und deren Auswirkungen auf verschiedene Teile der Insel.
Für wen die Chalong Bay nichts ist
Wer einen Strandtag mit klarem Wasser und weichem Sand sucht, ist hier falsch. Die Schlickflächen bei Ebbe, die Hafenkulisse und das Fehlen von Liegestühlen oder Schwimmzonen machen die Chalong Bay zur falschen Wahl für einen entspannten Nachmittag am Meer. Wer sich sonnen möchte, fährt besser zum Rawai Beach für das lokale Flair – oder weiter nördlich nach Kata oder Karon für das komplette Strandresort-Erlebnis.
Erstbesucher Phukots mit wenig Zeit und ohne konkrete Bootstour werden hier möglicherweise wenig Begeisterung entwickeln – die Bucht kann mit den Stränden, Tempeln und Aussichtspunkten der Insel nicht mithalten. Ihren Platz im Reiseplan verdient sie vor allem als Durchgangspunkt oder als Teil einer bewussten Erkundung des arbeitenden Küstenlebens rund um Rawai und Chalong.
Insider-Tipps
- Tauch- und Schnorcheltouren am besten direkt bei den Anbietern am Chalong-Pier buchen – nicht über den Hotelservice. So zahlst du oft 15 bis 30 Prozent weniger und hast direkten Kontakt zur Bootsbesatzung.
- Das morgendliche Beladen der Boote zwischen ca. 7 und 9 Uhr ist auch dann sehenswert, wenn du selbst nicht mitfährst. Tauchboote, Katamarane und traditionelle Longtails zeigen anschaulich, wie viel Bootsverkehr durch den Süden Phukots läuft.
- Die Meeresfrüchterestaurants direkt am Pier sind in der Regel frischer und günstiger als die Lokale an der Hauptstraße von Chalong. Frag lieber nach dem Tagesfang, anstatt von einer laminierten Touristenkarte zu bestellen.
- Wer mit dem eigenen Segelboot in Phuket ankommt: Zoll am Hauptpier abfertigen und gleich hier einkaufen, bevor es weitergeht. Chalong hat bessere Ausrüstungsläden für Boote als die meisten anderen Teile der Insel.
- Kombinier einen Besuch am Pier am Nachmittag mit dem Promthep Cape. Das Kap liegt etwa 8 Kilometer weiter südlich und bietet einen der schönsten Sonnenuntergangsblicke ganz Phukots – ein perfekter Abschluss für einen Nachmittag in der Rawai-Chalong-Gegend.
Für wen ist Chalong Bay geeignet?
- Reisende, die von Chalong aus Tagesausflüge zu Coral Island, Racha oder Phi Phi starten
- Segler und Yachttouristen, die die Bucht als Heimathafen nutzen
- Taucher, die mehrtägige Liveaboard-Touren in die Andamanensee buchen
- Unabhängige Reisende, die den echten, wenig touristischen Teil von Phukots Küste erleben wollen
- Alle, die die Gegend mit einem Besuch des Wat Chalong oder des Promthep Cape an einem Tag verbinden
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Rawai & Chalong:
- Black Rock Viewpoint
Auf rund 290 Metern Höhe im Süden Phuketsbietet der Black Rock Viewpoint – auf Thailändisch Pa Hin Dam, also „Schwarzer Felsenkliff” – einen weiten Rundblick über den Nai Harn Beach, den Nui Beach und das offene Andamanensee. Der Eintritt ist kostenlos, es ist selten überlaufen, und der Weg dorthin verlangt echten Einsatz: Dschungelpfade oder steile Schotterpisten. Genau das macht ihn lohnenswert.
- Coral Island (Koh Hae)
Koh Hae, den meisten Besuchern als Coral Island bekannt, ist eine kleine Insel etwa 3 km südöstlich von Phuket, die vom Chalong Pier oder Rawai Beach in unter 20 Minuten mit dem Schnellboot erreichbar ist. Sie bietet zwei Sandstrände, zugängliches Schnorcheln über Korallenriffen und eine Reihe von Wassersportmöglichkeiten – ohne den ganztägigen Aufwand von Phi Phi oder Racha Island.
- Nai Harn Beach
An der südlichen Spitze Phukets gelegen, bietet der Nai Harn Beach eine seltene Kombination aus klarem Wasser, echter Ruhe und beeindruckender Naturkulisse. Mit rund 700 Metern Länge bleibt er auch in der Hochsaison überschaubar und zieht Langzeitexpats, Familien und Reisende an, die wissen: lauter ist nicht besser.
- Promthep Cape
Laem Promthep liegt an der südlichsten Spitze Phuket Islands, wo Kalksteinfelsen in die Andamanensee abfallen und der Horizont in der Abenddämmerung ungebrochen in die Ferne reicht. Der Eintritt ist kostenlos, rund um die Uhr geöffnet – und es ist der ikonischste Ort der Insel, um die Sonne untergehen zu sehen. Wenn du den richtigen Zeitpunkt triffst und mit dem Trubel umgehen kannst.