Coral Island (Koh Hae): Phukets nächstgelegenes Riff-Ausflugsziel
Koh Hae, den meisten Besuchern als Coral Island bekannt, ist eine kleine Insel etwa 3 km südöstlich von Phuket, die vom Chalong Pier oder Rawai Beach in unter 20 Minuten mit dem Schnellboot erreichbar ist. Sie bietet zwei Sandstrände, zugängliches Schnorcheln über Korallenriffen und eine Reihe von Wassersportmöglichkeiten – ohne den ganztägigen Aufwand von Phi Phi oder Racha Island.
Fakten im Überblick
- Lage
- etwa 3 km südöstlich von Phuket, vor Rawai/Chalong – Rawai-Chalong-Gebiet
- Anfahrt
- Schnellboot (15–20 Min.) oder Longtailboot vom Chalong Pier oder Rawai Beach; viele Touren inkl. Hotelabholung
- Zeitbedarf
- 3–6 Stunden (halber oder ganzer Tag)
- Kosten
- Kein Inseleintrittspreis; Bootstouren ca. 1.000–2.000 THB/Person (vor der Buchung beim Anbieter nachfragen)
- Am besten für
- Schnorcheln, Strandentspannung, Wassersport, Familien, kurze Tagesausflüge

Was Coral Island wirklich ist
Coral Island – auf Thai offiziell Koh Hae (เกาะเฮ) – ist eine kleine Insel etwa 3 km südöstlich der Südküste Phukets. Der Name ist nach heutigen Maßstäben nicht ganz korrekt: Die Riffsysteme rund um die Insel haben unter jahrzehntelangem Tourismustruck gelitten, wie weite Teile der Andamanküste. Doch es gibt noch intakte Korallenbereiche, das Wasser ist in der Trockenzeit wirklich klar, und die Strände sind im Verhältnis zum Aufwand gut gepflegt.
Der eigentliche Reiz liegt in der Erreichbarkeit. Anders als die Phi Phi Islands oder Racha Island, die 45 Minuten bis über eine Stunde Bootsfahrt entfernt liegen, ist Koh Hae vom Chalong Pier oder Rawai Beach in 15–20 Minuten mit dem Schnellboot erreichbar. Das macht sie zu einem echten Halbtagsausflug, lässt Spielraum für den Nachmittag auf Phuket und minimiert das Seekrankheitsrisiko für alle, denen längere Überfahrten zu schaffen machen.
ℹ️ Gut zu wissen
Für Koh Hae gibt es keinen allgemeinen Inseleintrittspreis. Was du zahlst, deckt den Bootstransfer ab – je nach Paket auch Schnorchelausrüstung, Mittagessen und Wassersport. Klär vor der Buchung unbedingt, was im Preis enthalten ist: Die Angebote der einzelnen Anbieter unterscheiden sich erheblich.
Die zwei Strände: Was dich erwartet
Koh Hae hat zwei Hauptstrände. Der Long Beach (auch Hat Yao genannt) ist der größere der beiden und das Ziel der meisten Tagesausflugboote. Er ist lang genug, dass selbst an belebten Tagen noch Platz zwischen den Gruppen bleibt. Der Sand ist fein und hell, das Wasser wird schnell tiefer, und Liegestühle sind mietbar. Hier legen organisierte Touren an, hier gibt es Strandrestaurants, und hier findet sich das größte Angebot an Wassersportverleih.
Der Banana Beach (Hat Kluay Mai) liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Insel und ist kleiner, ruhiger und besser zum Schnorcheln direkt vom Ufer aus. Die Korallen in der Nähe der Felskaps an beiden Enden des Banana Beach sind in besserem Zustand als am Long Beach, und das Wasser ist an den meisten Morgen spürbar ruhiger. Wenn dir Schnorcheln wichtiger ist als Sonnenbaden, lohnt sich der kurze Fußweg über die Insel.
Am Long Beach tummeln sich die Touren; der Banana Beach belohnt alle, die auf eigene Faust erkunden. Für einen Vergleich mit anderen Stränden im Süden Phukets, die von denselben Abfahrtspunkten aus erreichbar sind, lohnt sich ein Blick auf den Guide zum Rawai Beach und den Nai Harn Beach, beide von denselben Abfahrtspunkten aus erreichbar.
Schnorcheln und Meeresleben: Eine ehrliche Einschätzung
Das Riff rund um Koh Hae ist nicht unberührt. Wer die spektakulären Korallengärten abgelegener Andaman-Ziele erwartet, wird enttäuscht sein. Die Insel verzeichnet hohen Bootsverkehr, und Teile des Riffs nahe dem Long Beach zeigen deutliche Spuren von Ankerschäden und Bleiche. Die Sichtweite variiert je nach Jahreszeit und aktuellem Wetter: An ruhigen Morgen in der Trockenzeit (November bis April) kann sie 8–12 Meter erreichen; nach starkem Regen oder während des Südwestmonsuns (Mai–Oktober) sinkt sie deutlich.
Trotzdem bietet das Riff noch eine respektable Vielfalt an Rifffischen – Papageifische, Sergent-Major-Fische, Clownfische in vereinzelten Anemonen und verschiedene Lippfischarten sind in der Nähe der Felsufer beider Strände regelmäßig zu sehen. Für Schnorchelanfänger oder Familien mit Kindern machen die zugängliche Wassertiefe und die ruhigen Bedingungen es zu einem der gutmütigsten Spots in Phukets Umgebung. Erfahrene Taucher oder Schnorchler sollten stattdessen Racha Island ins Auge fassen, wo das Meeresleben deutlich reichhaltiger ist.
💡 Lokaler Tipp
Bring wenn möglich deine eigene Schnorchelmaske mit. Leihausrüstung ist auf der Insel verfügbar, die Qualität schwankt jedoch stark – und eine gut sitzende Maske macht einen erheblichen Unterschied. Flossen lohnt sich dagegen meist vor Ort zu mieten, der Aufpreis ist gering.
Anreise: Abfahrtsorte und Logistik
Die zwei wichtigsten Abfahrtsorte sind der Chalong Pier und Rawai Beach, beide im Süden Phukets. Der Chalong Pier ist besser organisiert, mit festen Schnellbootanbietern, Reiseschaltern und klarer Beschilderung. Am Rawai Beach gibt es Longtailboote für kleinere Gruppen oder alle, die direkt mit einem Bootskapitän verhandeln – das kann bei einer Privatmiete günstiger sein, erfordert aber mehr Flexibilität beim Timing.
Die meisten Resorts und Hotels im Rawai-Chalong-Gebiet können Touren direkt organisieren, oft inklusive Abholung. Wer weiter nördlich in der Nähe von Patong oder Karon übernachtet, muss mit zusätzlichen 30–45 Minuten Fahrt zum Pier rechnen – das verändert die Halbtagskalkulation erheblich.
Organisierte Schnellboottouren starten in der Regel am Morgen, Abfahrt zwischen 8 und 10 Uhr. Halbtagstouren kehren bis zum frühen Nachmittag zurück; ganztägige Ausflüge (seltener) bieten mehr Zeit für Wassersport und ein Mittagessen am Strand. Private Schnellbootcharter kosten pro Person deutlich mehr, erlauben aber volle Kontrolle über das Timing und ersparen einem das Teilen des Boots mit großen Gruppen.
⚠️ Besser meiden
Koh Hae lässt sich am besten von November bis April besuchen. Während des Südwestmonsuns (Mai–Oktober) kann die See rau sein, die Sichtweite sinkt, und einige Anbieter schränken ihre Fahrten ein oder setzen sie aus. Die Insel ist zwar das ganze Jahr über zugänglich, aber ein Besuch in der Nebensaison fühlt sich anders an – ruhiger, nicht unbedingt schlechter, aber sei dir über die Wasserbedingungen im Klaren.
Auf der Insel: Timing, Trubel und Tagesrhythmus
Der Takt der Insel folgt den Booten. Vor 9 Uhr ist der Long Beach noch ruhig, dann kommen die ersten Schnellboote. Zwischen 10:30 und 13 Uhr ist Hochbetrieb: Mehrere Reisegruppen belegen den Strand gleichzeitig, das Wasser ist voll mit Schnorchlern, Jetskis düsen umher, und die Strandrestaurants laufen auf Hochtouren. Am Strand ist noch Platz, aber das Gefühl einer abgeschiedenen Insel ist um die Mittagszeit weitgehend verflogen.
Gegen 14–15 Uhr fahren die Tagesausflugboote zurück nach Phuket. Der Strand wird schnell ruhiger. Wer auf einem Privatcharterboot unterwegs ist oder die Flexibilität hat, länger zu bleiben, erlebt Koh Hae von seiner schönsten Seite: Das Licht wird weicher, das Wasser ruhiger, und die Insel wirkt deutlich kleiner und persönlicher. Auch der frühe Morgen kurz nach Sonnenaufgang ist traumhaft – wenn man eine sehr frühe Abfahrt arrangieren kann.
Der Banana Beach ist den ganzen Tag über ruhiger, schlicht weil er einen kurzen Fußweg erfordert. Er erreicht kaum die Menschendichte des Long Beach und ist während der Stoßzeiten einen Umweg wert, wenn du das Wasser für dich haben möchtest.
Wassersport, Verpflegung und praktische Einrichtungen
Am Long Beach gibt es ein vollständiges Angebot an motorisierten Wassersportverleih: Bananenboot, Jetski, Parasailing und Seekajak. Die Preise werden von den einzelnen Anbietern am Strand festgelegt – frag vorher nach, bevor du dich entscheidest. Die Einrichtungen sind zweckmäßig, nicht luxuriös – das hier ist eine Tagesausfluginsel, kein Resorthotel. Es gibt Umkleidekabinen und einfache Toiletten, aber erwarte einen Standard wie auf einem Longtailboot.
Am Long Beach gibt es mehrere Strandrestaurants und Imbissstände, die Thai-Gerichte, Meeresfrüchte und kalte Getränke anbieten. Die Preise liegen über dem Festlandniveau, sind für eine Touristeninsel aber nicht übertrieben. Wer auf sein Budget achtet, kann auch Proviant aus Rawai oder Chalong mitbringen.
Koh Hae lässt sich gut mit anderen Aktivitäten im Rawai-Chalong-Gebiet kombinieren. Chalong Bay und Wat Chalong liegen beide in der Nähe des Piers und eignen sich gut als Nachmittagsstopps nach der Rückkehr von der Insel.
Barrierefreiheit und wer den Ausflug lieber auslassen sollte
Koh Hae ist für Besucher mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen nicht geeignet. Das Anlanden an beiden Stränden erfordert, aus einem Schnellboot auf den Sand zu steigen oder durch flaches Wasser zu waten. Es gibt keine Anlegestege, Gangways oder barrierefreie Einrichtungen. Auf dem Strand selbst ist das Gelände eben, aber die Anreise erfordert körperliche Anstrengung.
Erfahrene Schnorchler und Taucher, die bereits entwickeltere Riffsysteme erkundet haben, werden Koh Hae wahrscheinlich enttäuschend finden. Das Meeresleben ist vorhanden, aber begrenzt. Wer schon in den Similan Islands, bei Racha Island oder rund um die Phi Phi Gruppe geschnorchelt hat, wird das Riff von Koh Hae als einen deutlichen Rückschritt empfinden. Am meisten Sinn macht es als Einstieg ins Andaman-Schnorcheln, als Familienstrandtag oder als kurze Auszeit für Reisende, die keinen ganztägigen Ausflug einplanen können.
Wer bereit ist, eine längere Bootsfahrt in Kauf zu nehmen, sollte den Tagesausflug nach Racha Island für besseres Tauchen und Schnorcheln in Betracht ziehen, oder die Phi Phi Islands für beeindruckendere Landschaften und ein volleres Tagesausflugserlebnis.
Insider-Tipps
- Buche lieber ein Schnellboot als ein Longtailboot, wenn die See nicht spiegelglatt ist. Longtailboote sind langsamer und liegen tiefer im Wasser – eine 30-minütige Fahrt bei Wellengang ist deutlich unangenehmer als 15 Minuten im Schnellboot.
- Geh direkt nach der Ankunft zum Banana Beach, bevor sich die Hauptgruppe am Long Beach niederlässt. Das Schnorcheln ist besonders gut bei den Felsen am nördlichen Ende des Banana Beach, und in der ersten Stunde hast du das Wasser meist fast für dich allein.
- Wenn du über den Reiseschalter deines Hotels buchst, frag nach, ob die Tour Koh Hae mit einem weiteren Stopp kombiniert. Manche Anbieter machen einen Zwischenstopp auf einer zweiten Insel oder in den Mangroven der Chalong Bay – das bringt mehr Abwechslung, oft ohne großen Aufpreis.
- Bring riffverträglichen Sonnenschutz mit. Herkömmliche Sonnencreme schädigt die Korallenriffe, die die Insel überhaupt erst sehenswert machen. Einige Anbieter verlangen das bereits, und es ist schlicht rücksichtsvoll gegenüber dem Meeresökosystem.
- Das Nachmittagslicht (gegen 14–16 Uhr) eignet sich besser für Unterwasserfotografie als das Mittagslicht. Wer auf einem privaten Charter flexibel ist: Schnorcheln am späten Nachmittag bedeutet oft ruhigeres Wasser, besseren Lichteinfall und deutlich weniger Menschen im Bild.
Für wen ist Coral Island (Koh Hae) geeignet?
- Schnorchelanfänger, die ruhige und zugängliche Riffbedingungen suchen
- Familien mit kleinen Kindern, die eine kurze, entspannte Bootsfahrt bevorzugen
- Reisende im Süden Phukets, die einen Strandtag ohne lange Anreise wollen
- Alle, die einen Halbtagsausflug planen und den Nachmittag noch für Phuket freihalten möchten
- Paare oder kleine Gruppen, die ein privates Boot chartern und flexibel unterwegs sein wollen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Rawai & Chalong:
- Black Rock Viewpoint
Auf rund 290 Metern Höhe im Süden Phuketsbietet der Black Rock Viewpoint – auf Thailändisch Pa Hin Dam, also „Schwarzer Felsenkliff” – einen weiten Rundblick über den Nai Harn Beach, den Nui Beach und das offene Andamanensee. Der Eintritt ist kostenlos, es ist selten überlaufen, und der Weg dorthin verlangt echten Einsatz: Dschungelpfade oder steile Schotterpisten. Genau das macht ihn lohnenswert.
- Chalong Bay
Die Chalong Bay (Ao Chalong) ist Phukots größter und aktivster Bootsankerplatz und der wichtigste Ausgangspunkt für Inselausflüge, Tauchboote und Yachtcharter. Hier wird nicht gebadet – aber wer weiß, was ihn erwartet, kann die Bucht für jedes Südphuket-Programm sinnvoll einplanen.
- Nai Harn Beach
An der südlichen Spitze Phukets gelegen, bietet der Nai Harn Beach eine seltene Kombination aus klarem Wasser, echter Ruhe und beeindruckender Naturkulisse. Mit rund 700 Metern Länge bleibt er auch in der Hochsaison überschaubar und zieht Langzeitexpats, Familien und Reisende an, die wissen: lauter ist nicht besser.
- Promthep Cape
Laem Promthep liegt an der südlichsten Spitze Phuket Islands, wo Kalksteinfelsen in die Andamanensee abfallen und der Horizont in der Abenddämmerung ungebrochen in die Ferne reicht. Der Eintritt ist kostenlos, rund um die Uhr geöffnet – und es ist der ikonischste Ort der Insel, um die Sonne untergehen zu sehen. Wenn du den richtigen Zeitpunkt triffst und mit dem Trubel umgehen kannst.