Malta mit Kindern: Der komplette Familienreiseführer

Malta ist für seine Größe ein überraschend starkes Familienziel. Englisch wird überall gesprochen, das Land ist wirklich sicher, die Wege sind kurz, und die Mischung aus Stränden, Geschichte und interaktiven Attraktionen begeistert Kinder jeden Alters. Dieser Leitfaden behandelt die besten kinderfreundlichen Orte, Saisonempfehlungen, Transportmittel und eine ehrliche Einschätzung, was gut funktioniert und was nicht.

Bunte traditionelle maltesische Fischerboote in einem lebhaften Hafen mit Familien und Kindern neben einem Straßencafé, historische Kirchkuppeln im Hintergrund, strahlend sonniger Tag.

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Kurzfassung

  • Malta ist eines der unkompliziertesten Familienziele Europas: klein (316 km²), englischsprachig und sicher.
  • Die Kinderhighlights schlechthin: Popeye Village, die Bootstour zur Blauen Grotte, die Blaue Lagune auf Comino und Mdinas mittelalterliche Gassen.
  • April bis Juni und September bis Oktober bieten das beste Verhältnis aus Wetter, erträglichen Temperaturen und weniger Trubel.
  • Ein Auto ist nicht nötig. Busse, Fähren und Fahrdienste (Bolt, Uber) verbinden alle wichtigen familienfreundlichen Ziele.
  • Plane etwa 10–15 € pro Erwachsenen und 5–8 € pro Kind für die meisten kostenpflichtigen Attraktionen ein; Spartipps findest du in unserem Malta-Budgetreiseführer.

Warum Malta so gut für Familien funktioniert

Blick auf eine sonnige maltesische Straße, gesäumt von historischen Gebäuden, belebt von Fußgängern und einer Person mit Sonnenhut im Vordergrund.
Photo Michael Pointner

Maltas größter Vorteil für Familienreisen ist seine überschaubare Größe. Die Hauptinsel ist etwa 27 km lang und 14 km breit – keine Fahrt zwischen zwei Sehenswürdigkeiten dauert länger als 45 Minuten. Kinder müssen keine langen Autofahrten durchstehen, und wenn ein Mittagsschläfchen nötig ist, ist man immer nah an der Unterkunft. Englisch ist eine der beiden Amtssprachen Maltas (neben Maltesisch), was öffentliche Verkehrsmittel, Restaurantbesuche und das Fragen nach dem Weg für englischsprachige Familien unkompliziert macht.

Auch die Sicherheit ist ein echtes Plus. Malta gehört konstant zu den Ländern mit der niedrigsten Kriminalitätsrate in Europa, und die Kultur ist familienorientiert. Kinder sind in Restaurants, Cafés und fast allen Sehenswürdigkeiten herzlich willkommen – die lokale Einstellung gegenüber Kindern ist warmherzig, nicht bloß tolerant. Für einen umfassenderen Überblick darüber, was Malta als Reiseziel ausmacht, diese ehrliche Einschätzung beleuchtet das Gesamtbild – einschließlich der Nachteile.

ℹ️ Gut zu wissen

Malta verwendet Steckdosen vom Typ G (britischer Standard) mit 230 V. Pack einen Universal-Adapter ein. Leitungswasser ist trinkbar, auch wenn viele Einheimische und Besucher aus Geschmacksgründen lieber Flaschenwasser trinken. Die Notrufnummer ist 112.

Die besten kinderfreundlichen Attraktionen auf Malta

Weitblick auf Popeye Village mit bunten Holzhäusern an der türkisfarbenen Anchor Bay auf Malta unter blauem Himmel.
Photo Pho Tomass

Das Popeye Village in der Anchor Bay ist die mit Abstand beliebteste Attraktion für jüngere Kinder. Das ehemalige Filmset des Popeye-Films von 1980 wurde zu einem Familienfreizeitpark umgebaut – mit Bootsfahrten, einem kleinen Pool, Minigolf, einer Seilrutsche und einem nachgebauten Fischerdorf zum Erkunden. Der Eintritt schließt die meisten Aktivitäten ein, und die Kulisse vor der felsigen Bucht ist wirklich fotogen. Das Ganze ist fröhlich-kitschig; ältere Teenager werden es wahrscheinlich langweilig finden, aber für Kinder zwischen 3 und 11 Jahren ist es zuverlässig zwei bis drei Stunden lang unterhaltsam.

Die Blaue Grotte Bootstour lohnt sich mit Kindern, die ruhig in einem kleinen Holzboot sitzen können – grob ab etwa 4 Jahren. Die 20–25-minütige Fahrt führt durch sieben Meereshöhlen mit beeindruckenden Lichteffekten und leuchtendem blauem Wasser. Erwachsene zahlen etwa 10 €, Kinder etwa 5 €, Kinder unter 3 Jahren sind gratis. Am besten früh dran sein: Im Sommer enden die Touren gegen 13 Uhr wegen nachmittäglicher Winde und Wellengang. Vor 9 Uhr ankommen, um Warteschlangen zu vermeiden.

Die stille Stadt Mdina ist überraschend kinderfreundlich. Die autofreien mittelalterlichen Gassen, die Pferdekutschen (Karozzin) und die kerkerartigen Gänge in den alten Bastionen regen die Fantasie junger Besucher enorm an. Mdinas Verbindung zu Game-of-Thrones-Drehorte ist ein zusätzlicher Anreiz für ältere Kinder und Teenager. Plane 1,5 bis 2 Stunden ein – es gibt kaum Schatten und nur wenige speziell auf Kinder ausgerichtete Aktivitäten innerhalb der Stadtmauern.

  • Popeye Village (Anchor Bay) Freizeitpark mit Booten, Pool, Minigolf und Seilrutsche. Ideal für Kinder von 3–11 Jahren. Einplanen: 2–3 Stunden.
  • Bootstour zur Blauen Grotte 20–25 Min. Höhlentour. Erwachsene ~10 €, Kinder ~5 €, unter 3 Jahren gratis. Im Sommer vor 9 Uhr da sein.
  • Blaue Lagune, Comino Flaches, kristallklares türkisfarbenes Wasser. Am besten unter der Woche oder außerhalb der Hochsaison Juli–August. Fähre ab Cirkewwa (Nordmalta).
  • Splash Water Park (Bahar ic-Caghaq) Maltas größter Wasserpark mit Rutschen und einem Lazy River. Ein toller Tagesausflug im Sommer.
  • Malta National Aquarium (Qawra) Ideal an heißen Nachmittagen oder Regentagen. Begehbarer Tunnel mit Haien und Rochen.
  • Mdinas mittelalterliche Gassen Autofreie Stadt, Pferdekutschen, atmosphärische Gänge. Am schönsten am Vormittag, bevor die Hitze zunimmt.

⚠️ Besser meiden

Gozos Azure Window, der ikonische Kalksteinbogen, ist im März 2017 eingestürzt und existiert nicht mehr. Plant keine Reise nach Gozo nur seinetwegen. Die Insel hat nach wie vor tolle Familienziele, aber aktualisiert unbedingt veraltete Reisepläne, die das Azure Window noch aufführen.

Die besten Strände für Familien

Ein breiter Sandstrand in Malta mit Familien und spielenden Kindern, Sonnenbadenden und flachem blauem Wasser. Im Hintergrund sind Felsenklippen und ein Aussichtsturm zu sehen.
Photo Efrem Efre

Maltas Strände unterscheiden sich stark in Charakter und Eignung für Familien. Die Mellieha Bay ist der Familienstrand schlechthin: Maltas längster Sandstrand, mit flachem Wasser weit ins Meer hinaus und gut ausgebauter Infrastruktur (Liegestühle, Cafés, Duschen, Rettungsschwimmer im Sommer). Die Bucht liegt nach Nordosten, sodass nachmittags früher Schatten einfällt als an südwestlich ausgerichteten Stränden. Mit kleinen Kindern oder Nichtschwimmern ist dies die erste Wahl.

Golden Bay und die Ghajn Tuffieha Bay sind beide sandig, landschaftlich reizvoll und für Familien mit älteren Kindern geeignet, die einen steilen Abstieg bewältigen können. Keiner der beiden bietet das gleichmäßig flache Wasser wie Mellieha. Golden Bay hat mehr Einrichtungen; Ghajn Tuffieha erfordert den Abstieg über rund 200 Stufen. Auf Gozo überzeugt die Ramla Bay mit ihrem breiten Rotssandstrand – flacherer Einstieg als bei den meisten Stränden auf der maltesischen Hauptinsel und ideal für Familien.

💡 Lokaler Tipp

Felsige Buchten wie St. Peter's Pool und Ghar Lapsi sind wunderschön, aber ohne Aufsicht für kleine Kinder nicht geeignet. Mit Kleinkindern oder Anfängern im Wasser lieber an Sandstränden bleiben. Vor dem Schwimmen immer prüfen, ob im Sommer ein Rettungsschwimmer vor Ort ist.

Mit Kindern auf Malta unterwegs

Ein öffentlicher Bus und mehrere Autos an einer Kreuzung auf einer städtischen Straße in Malta mit sichtbaren Fahrbahnmarkierungen.
Photo Marc Kleen

Viele Familien glauben, auf Malta ein Auto mieten zu müssen. Das stimmt nicht. Das Busnetz (Malta Public Transport) umfasst über 100 Linien und erreicht alle wichtigen Familienattraktionen. Eine Einzelfahrkarte für Erwachsene kostet etwa 2 €, Kinder unter fünf Jahren fahren in der Regel kostenlos. Der einzige echte Nachteil: Im Juli und August können Busse voll und heiß sein, und einige Linien fahren sonntags seltener. Für kurze Fahrten bei großer Hitze mit kleinen Kindern sind Bolt oder Uber praktischer – die meisten Verbindungen zwischen Orten kosten etwa 8–15 €.

Die Anreise vom Malta International Airport (MLA, etwa 8 km von Valletta entfernt) zur Unterkunft ist unkompliziert. Der Expressbus X1/X4 kostet etwa 2 € pro Erwachsenem und braucht 40–60 Minuten. Taxis kosten 20–30 € und sind je nach Verkehr in 20–30 Minuten da. Mit kleinen Kindern und viel Gepäck lohnt sich ein vorgebuchtes Taxi oder Shuttle (10–15 €) allemal. Wer Gozo erkunden möchte: Die Fähre ab Cirkewwa im Norden dauert etwa 25 Minuten und fährt den ganzen Tag über häufig. Mehr dazu in unserem vollständigen Leitfaden zur Fortbewegung auf Malta.

Wann reisen: Der beste Zeitpunkt für den Familienurlaub

Belebte Strandszene auf Malta mit Familien und Kindern, die im klaren blauen Wasser schwimmen, verankerten Booten und einem strahlend sonnigen Himmel darüber.
Photo Spruce

Ehrliche Einschätzung: Mit sehr kleinen Kindern wenn möglich Juli und August meiden. Die Temperaturen erreichen regelmäßig 32–35 °C, die Blaue Lagune und beliebte Strände sind dann wirklich überfüllt, und die Warteschlangen im Popeye Village sowie an der Blauen Grotte sind deutlich länger. Für eine ausführliche Übersicht zu den saisonalen Vor- und Nachteilen, lies unseren Ratgeber zur besten Reisezeit für Malta.

April bis Juni ist der ideale Zeitraum für Familien. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 27 °C, das Meer ist ab Ende Mai warm genug zum Schwimmen, die Menschenmassen sind überschaubar, und die Unterkunftspreise liegen unter dem Hochsaisonniveau. September und Oktober sind genauso gut: Das Meer ist am wärmsten (etwa 26 °C), die Sommermassen haben sich gelichtet, und das Licht ist herrlich. Das maltesische Feuerwerksfestival (typischerweise Ende April bis Juni) ist für Kinder ein spektakuläres Erlebnis.

Winterreisen (Dezember bis Februar) eignen sich für Familien mit älteren Kindern, die sich für Geschichte und Kultur interessieren. Es ist mild (12–16 °C), kann aber regnerisch sein – Strandtage sind unwahrscheinlich, und einige kleinere Attraktionen haben eingeschränkte Öffnungszeiten oder schließen ganz. Der Vorteil: Valletta und Mdina sind deutlich weniger überlaufen, und man bekommt einen viel authentischeren Eindruck vom maltesischen Alltag.

  • April bis Juni: Insgesamt am besten. Warm, aber nicht extrem. Meer ab Ende Mai zum Schwimmen geeignet. Feuerwerksfestival möglich.
  • Juli bis August: Hochsommer. Heiß, überfüllt, teuer. Sinnvoll, wenn Wasseraktivitäten das Hauptziel sind.
  • September bis Oktober: Ausgezeichnet. Wärmstes Meer, weniger Trubel, günstigere Preise.
  • November bis März: Kühler und potenziell regnerisch. Gut für geschichtsorientierte Reisen mit älteren Kindern.

Praktische Tipps für den Familienurlaub auf Malta

Prunkvolles Inneres einer maltesischen Kirche in Valletta, mit goldenen Bögen, detaillierten Fresken und Besuchern, die drinnen sitzen und stehen.
Photo David Payne

In Maltas Kirchen und historischen Stätten gilt Kleidungsvorschrift (bedeckte Schultern und Knie) – das sollte man Kindern vor dem Besuch erklären. Die St.-Johannes-Kathedrale in Valletta ist wohl das beeindruckendste Kircheninnere des Landes und macht selbst auf Kinder, die sich normalerweise nicht für Geschichte interessieren, echten Eindruck. Der Eintritt beträgt etwa 15 € für Erwachsene und beinhaltet einen Audioguide. Kinder unter 12 Jahren zahlen oft gar nichts oder einen ermäßigten Preis.

Essen ist mit Kindern selten ein Problem. Die maltesische Küche setzt auf einfache, vertraute mediterrane Aromen: Pasta, Brot, gegrillter Fisch und Pastizzi (blätterteigige Teigtaschen mit Ricotta- oder Erbsenfüllung) sind überall erhältlich und erschwinglich. Pastizzi vom lokalen Bäcker kosten etwa 0,50 € das Stück und kommen bei Kindern ausnahmslos gut an. Pizza- und Pastarestaurants sind in Touristengebieten weit verbreitet. Der Sonntagsfischmarkt in Marsaxlokk ist ein lohnenswerter Familienausflug: bunte Boote, frische Meeresfrüchtestände und eine entspannte Atmosphäre, die allen Altersgruppen gefällt.

Familien, die die Reise verlängern möchten, sollten unbedingt einen Tages- oder Übernachtungsausflug nach Gozo in Betracht ziehen – empfehlenswert für Kinder ab 5 Jahren. Die Insel ist ruhiger, die Strände sind schöner, und die beeindruckende Zitadelle in Victoria bietet Panoramablicke und eine begehbare Festungsstadt, die Kinder wirklich begeistert. Den vollständigen Gozo-Reiseführer lesen, um einen Tagesausflug oder Übernachtungsaufenthalt zu planen.

✨ Profi-Tipp

Tickets für das Hal-Saflieni-Hypogäum unbedingt weit im Voraus buchen – am besten Monate vorher. Diese 5.000 Jahre alte unterirdische Begräbnisstätte ist eine der außergewöhnlichsten UNESCO-Stätten Maltas, aber die tägliche Besucherzahl ist streng begrenzt. Geeignet für Kinder ab 6 Jahren, die in einem kleinen, geschlossenen Raum Anweisungen einer Führung folgen können.

Häufige Fragen

Ist Malta ein gutes Urlaubsziel für Familien mit kleinen Kindern?

Ja, Malta ist eines der praktischsten europäischen Familienziele. Es ist klein, englischsprachig und sicher. Die wichtigsten Punkte für kleine Kinder: die Sommerhitze (Sonnenschutz einpacken und mittags Pausen einplanen) und die Tatsache, dass viele historische Stätten unebene Steinoberflächen und Treppen haben, was mit Kinderwagen schwierig sein kann.

In welcher Gegend auf Malta sollten Familien am besten wohnen?

Mellieha ist die erste Empfehlung für Familien mit kleinen Kindern: Es liegt am nächsten zu Maltas bestem Sandstrand, ist nah am Popeye Village und ruhiger als St. Julian's oder Sliema. Sliema eignet sich für Familien, die urbanen Komfort und einfachen Zugang nach Valletta wollen. St. Julian's hat die meisten Unterkunftsmöglichkeiten, ist aber nachts am lebhaftesten – was störend sein kann.

Brauchen Kinder ein Visum für Malta?

Malta ist Teil des Schengen-Raums. Kinder aus EU/EWR-Ländern reisen visumfrei ein. Bürger der USA, Kanadas, Australiens und vieler anderer Länder können unter den Schengen-Kurzaufenthaltsregeln visumfrei für bis zu 90 Tage einreisen. Vor der Buchung die aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt oder der zuständigen Behörde prüfen.

Ist die Blaue Lagune auf Comino sicher für Kinder?

Die Blaue Lagune hat Bereiche, die sehr flach und ruhig sind – ideal für Kinder, die schwimmen können oder Schwimmhilfen tragen. Im Juli und August ist sie jedoch extrem voll, was mit kleinen Kindern stressig werden kann. An einem Wochentag im Juni oder September ist das Erlebnis am schönsten. Es gibt keine Rettungsschwimmer, also Kinder immer im Auge behalten.

Wie viele Tage braucht man für Malta mit Kindern?

Mit mindestens fünf bis sechs Tagen schafft man die wichtigsten Familienhighlights auf der Hauptinsel: Valletta, Mdina, Mellieha Bay, die Blaue Grotte und Popeye Village. Zwei bis drei weitere Tage sollte man einplanen, wenn man auch Gozo und Comino besuchen möchte. Eine ganze Woche ist die häufigste und komfortabelste Wahl für Familien.

Zugehöriges Reiseziel:malta

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