Schlosspark Schönbrunn: Wiens kaiserliches Gartenreich
Der Schlosspark Schönbrunn erstreckt sich über 120 Hektar im 13. Wiener Gemeindebezirk und zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Barockgärten Europas. Der Eintritt ist das ganze Jahr über frei – der Park bietet Brunnen, geschnittene Hecken, Denkmäler auf Anhöhen und eine UNESCO-Kulisse, die sich sowohl für einen kurzen Spaziergang als auch für einen halben Tag lohnt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Schönbrunner Schloßstraße 47, 1130 Wien (13. Bezirk)
- Anfahrt
- U4 bis Station Schönbrunn, dann 5 Minuten zu Fuß
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 3 Stunden nur für den Park; ein halber Tag wenn du auch das Schlossinnere besichtigst
- Kosten
- Parkeintritt kostenlos; kostenpflichtig sind u. a. Irrgarten, Zoo, Palmenhaus und Kronprinzengarten
- Am besten für
- Frühaufsteher, Architekturliebhaber, Familien, Fotografie
- Offizielle Website
- www.schoenbrunn.at

Was der Park eigentlich ist
Der Schönbrunner Schlosspark, so der offizielle Name, ist ein 120 Hektar großer Barockgarten, der sich hinter dem Schloss Schönbrunn über etwa 1,2 Kilometer von Ost nach West und rund einen Kilometer von Nord nach Süd erstreckt. Um 1779 unter Kaiser Joseph II. für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ist er seit fast zweieinhalb Jahrhunderten Wiens vornehmster Grünraum. 1996 wurden Schloss und Park gemeinsam als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen – als Anerkennung sowohl für die architektonische Komposition als auch für den außergewöhnlichen Erhaltungszustand der Gartenanlage.
Verwaltet werden die Gärten von den Bundesgärten, der Bundesbehörde für Österreichs kaiserliche Parks. Der Eintritt in den Hauptpark ist zu allen Öffnungszeiten kostenlos – damit zählt er zu den bedeutendsten kostenlosen Attraktionen Wiens. Für mehrere umschlossene Gartenbereiche und Einrichtungen innerhalb des Parks, darunter Irrgarten und Labyrinth, Kronprinzengarten, Orangeriegarten, Palmenhaus und Zoo, werden separate Eintrittskarten verlangt.
ℹ️ Gut zu wissen
Freier Eintritt gilt nur für den Hauptpark. Für Irrgarten, Zoo, Palmenhaus, Kronprinzengarten und Wüstenhaus wird jeweils eine eigene Eintrittskarte benötigt. Aktuelle Preise findest du auf schoenbrunn.at – sie werden saisonal angepasst.
Die Anlage: Wie der Park aufgebaut ist
Der Park ist um eine klare Mittelachse organisiert, die von der Schlossfassade bergauf zur Gloriette führt – dem Triumphbogen, der den Kamm oberhalb des Parks krönt. Diese Achse wird von symmetrisch bepflanzten Parterrebeeten, niedrig geschnittenen Hecken und Kieswegen flankiert. Die Wirkung ist bewusst theatralisch: Von der Schlossterrasse aus scheint die Gloriette über dem Grün des Hangs zu schweben und rahmt den Blick auf eine Weise, die kalkuliert wirkt. Sie war es auch.
Der Weg zur Gloriette dauert vom Schloss aus etwa 15 bis 20 Minuten zügigen Bergaufgehens. Oben angekommen, öffnet sich ein Panorama über den gesamten Park mit dem Schloss im Vordergrund und Wiens Dächern, die sich nach Osten erstrecken. An klaren Tagen ist der Turm des Stephansdoms zu sehen. Der Weg führt am Neptunbrunnen vorbei, einem der größten Skulpturenensembles des Parks, der am Fuß des Hanges liegt.
Beiderseits der Hauptachse öffnet sich der Park in ruhigere Bereiche. Der westliche Teil beherbergt den Tiergarten Schönbrunn, einen der ältesten Zoos der Welt, gegründet 1752. Auf der Ostseite liegt der Kronprinzengarten, ein intimerer, ummuerter Garten, der historisch der Kaiserfamilie vorbehalten war. Die Orangerie und das Palmenhaus – ein Glas-Eisen-Bau aus dem 19. Jahrhundert mit tropischen Pflanzen – befinden sich näher am Schlosskomplex selbst.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Schonbrunn Palace and Gardens with Guide in Italian
Ab 53 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Schonbrunn Palace and Gardens with Guide in French
Ab 53 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wie sich der Park im Tagesverlauf verändert
Am frühen Morgen, etwa zwischen 6:30 und 8:30 Uhr, gehört der Park seinen Stammgästen: Wienerinnen und Wienern beim Morgenlauf, Hundebesitzern, älteren Besuchern auf ihrem täglichen Spaziergang über die Kieswege. Im Frühling und Sommer fällt das Licht zu dieser Stunde flach und schräg ein, fängt den Tau auf den Formhecken auf und taucht die Kieswege in warmes Bernsteinlicht. Reisegruppen sind noch nicht da. Die Brunnen laufen oft noch nicht. Es ist die stillste und stimmungsvollste Version des Parks.
Ab dem späten Vormittag, besonders zwischen 10:00 und 13:00 Uhr, verändert sich der Charakter spürbar. Schulklassen marschieren in geordneten Reihen an. Die zentrale Achse wird zur Hauptverkehrsader für Reisegruppen auf dem Weg zur Gloriette, und die Wege auf der Schlossseite füllen sich schnell. An Wochenenden zwischen Mai und September ist auf der zentralen Promenade mit erheblichem Gedränge zu rechnen. Das Erlebnis lohnt sich trotzdem, aber die Stille ist weg.
Am späten Nachmittag, etwa zwischen 16:00 und 18:00 Uhr, gibt es ein zweites ruhigeres Zeitfenster – besonders unter der Woche. Das Licht fällt von Westen über die Hecken, und die Schlossfassade leuchtet wärmer. Zu dieser Zeit wirkt der Park am meisten wie ein normaler Stadtpark: Familien mit Kindern, Paare, Menschen auf Bänken mit einem Buch. Im Winter schließt der Park saisonal früher, das Nachmittagsfenster ist dann sehr kurz – die Tore schließen um 17:30 Uhr.
💡 Lokaler Tipp
Wer im Sommer den Parterregarten und die Mittelachse ohne Menschenmassen fotografieren möchte, sollte vor 8:30 Uhr da sein. Der Park öffnet täglich um 06:30 Uhr.
Saisonale Öffnungszeiten
- November bis Februar: 06:30 bis 17:30 Uhr
- März: 06:30 bis 19:00 Uhr
- April: 06:30 bis 20:00 Uhr
- Mai bis Juli: 06:30 bis 21:00 Uhr
- August bis September: 06:30 bis 20:00 Uhr
- Oktober: 06:30 bis 19:00 Uhr
Das sind die Schließzeiten der Tore für den Hauptpark. Die einzelnen Einrichtungen im Park (Zoo, Palmenhaus, Irrgarten) haben eigene, kürzere Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren. Das Hietzinger Tor an der Maxingstraße ist ein alternativer Eingang auf der Westseite des Parks – praktisch, wenn du den Zoo besuchst oder von der U4-Station Hietzing kommst.
Was es im Park zu sehen gibt
Das zentrale Parterre, der flache, geometrische Garten direkt hinter dem Schloss, ist die meistfotografierte Zone. Die Blumenbeete werden mit saisonalen Bepflanzungen gepflegt und sind im Spätfrühling und Frühsommer am farbenprächtigsten. Flankiert wird das Parterre von langen Heckengängen, die hoch genug sind, um schattige Alleen zu bilden – selbst an heißen Tagen angenehm kühl. Wiens Sommer erreichen regelmäßig über 30 °C, und diese Gänge bieten echte Erholung. Für die Planung rund um die Wiener Sommerhitze empfiehlt sich der Ratgeber zum Wien im Sommer.
Der Tiergarten Schönbrunn, 1752 als kaiserliche Menagerie gegründet, gilt als ältester durchgehend betriebener Zoo der Welt. Er liegt im westlichen Teil des Parks und benötigt eine eigene Eintrittskarte. Familien mit Kindern verbringen hier meist zwei bis drei Stunden. Der historische Barockpavillon im Zentrum des Zoos ist auch architektonisch sehenswert – selbst wenn man gar nicht zu den Tieren will.
Das Palmenhaus ist ein großes viktorianisches Glashaus, das zwischen 1880 und 1882 erbaut wurde und über 4.000 tropische und subtropische Pflanzenarten beherbergt. Der separate Eintrittspreis lohnt sich besonders an Regentagen oder im Winter, wenn der Kontrast zwischen dem kalten Park und dem warmen, feuchten Inneren besonders eindrucksvoll ist. Das benachbarte Wüstenhaus widmet sich trockenklimagerechten Pflanzen – kleiner, aber ähnlich atmosphärisch.
Der Irrgarten und das Labyrinth, nördlich der Hauptachse nahe dem Hietzinger Tor, richtet sich vor allem an Kinder und Familien. Für jüngere Besucher ist er wirklich unterhaltsam, für Erwachsene keine große Herausforderung – aber der umliegende Heckengarten mit Spielbereichen ist gepflegt und gut angelegt.
Anreise und Orientierung im Park
Die direkteste Verbindung aus der Wiener Innenstadt ist die U4 bis zur Station Schönbrunn. Vom Ausgang sind es etwa fünf Minuten zu Fuß bis zum Haupttor des Schlosses. Die U4 hält auch in Hietzing, eine Station weiter westlich, was näher am Hietzinger Tor und am Zoo liegt. Wer den Park mit anderen Zielen im 13. Bezirk oder dem Belvedere kombinieren möchte, findet im Wiener Öffi-Guide die besten Routenvorschläge.
Im Park sind die Kieswege im unteren Bereich nahe dem Schloss breit und eben. Der Aufstieg zur Gloriette ist moderat, nicht steil, aber der Untergrund ist lockerer Kies – in Absatzschuhen oder Sandalen ohne Knöchelstütze unangenehm. Der komplette Aufstieg dauert im normalen Gehtempo 15 bis 20 Minuten. Gepflasterte Wege und Rampen sind für Besucher mit eingeschränkter Mobilität vorhanden; aktuelle Informationen zur Barrierefreiheit gibt es auf der Website der Bundesgärten.
⚠️ Besser meiden
Die Wege zur Gloriette sind unbefestigter Kies auf einem Hang. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität oder mit Kinderwagen ist der Aufstieg schwierig. Der untere Parterrebereich ist flach und weitgehend barrierefrei zugänglich.
Historischer und kultureller Hintergrund
Der Schönbrunner Park entwickelte sich über etwa ein Jahrhundert, wobei er seine entscheidende Prägung unter Kaiserin Maria Theresia in der Mitte des 18. Jahrhunderts und ihrem Sohn Joseph II. erhielt, der den Park 1779 für die Öffentlichkeit öffnete. Die Anlage folgt den Prinzipien des französischen Barocks mit strenger Geometrie und axialer Symmetrie, wenngleich spätere romantische Ergänzungen manche Bereiche weicher gestaltet haben. Schloss und Park sind untrennbar mit der Geschichte der Habsburger verbunden, die das Österreichische Kaiserreich bis 1918 regierten. Den größeren Zusammenhang dieser Dynastiegeschichte und ihren Einfluss auf das Stadtbild Wiens beleuchtet der Ratgeber zur habsburgischen Kaisergeschichte.
Das Schloss Schönbrunn selbst ist vom Park getrennt und kostenpflichtig. Die Prunkräume, Staatsgemächer und das Sisi Museum, das der Kaiserin Elisabeth gewidmet ist, sind bedeutende Sehenswürdigkeiten für sich. Die Seite zu Schloss Schönbrunn informiert über Tickets, Führungsoptionen und die wichtigsten Highlights im Inneren.
Die UNESCO-Eintragung von 1996 erkannte das Ensemble als herausragendes Beispiel des barocken Gesamtkunstwerks an – jenes Konzepts, bei dem Architektur, Gartengestaltung, Skulptur und Landschaft zu einer einzigen Komposition vereint werden. Den Park mit diesem Blick zu erleben, statt nur den Gloriette-Aussichtspunkt abzuhaken, macht den Besuch deutlich lohnender.
Hinweise zur Fotografie
Die klassische Aufnahme – Schlossfassade vom zentralen Parterre aus – gelingt am besten im Morgenlicht, wenn die Sonne hinter dem Fotografen steht und von Osten einfällt. Ab dem späten Vormittag liegt die Fassade aus diesem Winkel im Schatten. Die umgekehrte Perspektive von der Gloriette hinunter über Park und Schloss funktioniert am Nachmittag gut, wenn das westliche Licht die Fassade anstrahlt. Im Winter, wenn die Bäume kahl sind, tritt die geometrische Struktur des Parks klarer hervor, und die Gloriette hebt sich markanter vom Himmel ab.
Drohnenflüge im Park sind ohne vorherige Genehmigung der Bundesgärten nicht erlaubt. Normales Fotografieren für den privaten Gebrauch ist in den offenen Gartenbereichen uneingeschränkt möglich. In Innenbereichen wie dem Palmenhaus gelten eigene Fotoregeln – am Eingang nachfragen.
Insider-Tipps
- Der Kronprinzengarten auf der Ostseite des Parks, hinter einer Mauer versteckt, taucht in den meisten Reiseführern gar nicht auf. Er ist kleiner und intimer als das große Parterre – und meistens deutlich weniger überlaufen. Die aktuelle Ticketverfügbarkeit findest du auf der offiziellen Website.
- Wer im Sommer zur Gloriette hochgeht, sollte Wasser mitnehmen. Am Aufstieg gibt es keine Trinkbrunnen, und der Kiosk oben hat nur in der Saison mit eingeschränkten Öffnungszeiten geöffnet.
- Der Eingang Hietzinger Tor an der Maxingstraße ist deutlich ruhiger als der Haupteingang auf der Schlossseite und bringt dich näher an Irrgarten, Zoo und Palmenhaus. Wenn das deine Ziele sind, steig lieber an der U4-Station Hietzing aus statt an Schönbrunn.
- Im Winter liegt im unteren Teil des Parks oft Reif oder leichter Schnee, und vor 9 Uhr ist er fast menschenleer. Das verschneite Parterre vor den Barockhecken ist eines der unterschätztesten Bilder Wiens. Zieh dich warm an – der offene Park ist kalt und windiger als die umliegenden Straßen.
- Der Park ist auch ein echter Lauftreffpunkt für Einheimische. Der äußere Rundweg misst etwa 3,5 Kilometer und ist weitgehend flach. Vor 8 Uhr ist er gut besucht, aber nicht überfüllt.
Für wen ist Schlosspark Schönbrunn geeignet?
- Frühaufsteher und Fotografen, die barocke Kulissen ohne Reisegruppen erleben wollen
- Familien, die den kostenlosen Park mit Zoo oder Irrgarten zu einem halben Ausflugstag kombinieren
- Architektur- und Geschichtsinteressierte, die das Habsburger Erbe direkt vor Ort erkunden
- Besucher, die kostenlose Grünfläche auf hohem Niveau suchen – in einer Stadt, wo fast jede Sehenswürdigkeit Eintritt kostet
- Winterreisende, die eine stille, frostbedeckte Landschaft suchen, die in der Reisefotografie kaum zu sehen ist
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Schönbrunn & Hietzing (13. Bezirk):
- Kaiserliche Wagenburg Wien
Im Westteil des Schlosses Schönbrunn bewahrt die Kaiserliche Wagenburg rund 170 Fahrzeuge, die einst von habsburgischen Kaisern und Kaiserinnen genutzt wurden. Von vergoldeten Krönungskutschen bis zu schlichten Kinderschlitten bietet die Sammlung einen konkreten, oft überraschenden Einblick in das Hofleben über vier Jahrhunderte österreichischer Kaisergeschichte.
- Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten erstreckt sich über 24,5 Quadratkilometer am westlichen Stadtrand Wiens. Hinter der historischen Steinmauer streifen Wildschweine durch uralte Eichenwälder, und die Hermesvilla taucht unvermittelt zwischen den Bäumen auf. Eintritt frei, kaum Touristen, echte Stille.
- Palmenhaus Schönbrunn
Das Palmenhaus Schönbrunn wurde 1882 für Kaiser Franz Joseph erbaut und gehört zu den größten und architektonisch beeindruckendsten Gewächshäusern Europas. Es erstreckt sich über 111 Meter im Schlosspark Schönbrunn und beherbergt tropische und subtropische Pflanzen unter knapp 5.000 Quadratmetern Glas. Egal ob du im Hochsommer oder im Winterfrost kommst – das Innere fühlt sich wie eine völlig andere Welt an.
- Schönbrunn Gloriette
Hoch oben auf dem Kamm hinter dem Schloss Schönbrunn thront die Gloriette – eine triumphbogenartige Kolonnade aus dem Jahr 1775, die das weiteste und unverstellteste Panorama über das Zentrum Wiens bietet. 76 Stufen trennen dich vom Aussichtsdeck, das sich über die gesamte Breite des Bauwerks erstreckt. Die Gloriette ist der visuelle Mittelpunkt des gesamten Schönbrunner Ensembles.