Schönbrunn Gloriette: Die Kolonnade auf dem Hügel mit Wien zu deinen Füßen
Hoch oben auf dem Kamm hinter dem Schloss Schönbrunn thront die Gloriette – eine triumphbogenartige Kolonnade aus dem Jahr 1775, die das weiteste und unverstellteste Panorama über das Zentrum Wiens bietet. 76 Stufen trennen dich vom Aussichtsdeck, das sich über die gesamte Breite des Bauwerks erstreckt. Die Gloriette ist der visuelle Mittelpunkt des gesamten Schönbrunner Ensembles.
Fakten im Überblick
- Lage
- Schönbrunner Schlossstraße, 1130 Wien, Österreich – auf dem Hügelkamm hinter Schloss Schönbrunn
- Anfahrt
- U4 Schloss Schönbrunn; Straßenbahnlinien 10 und 60; Bus 10A – alle halten bei Schloss Schönbrunn
- Zeitbedarf
- 45–90 Minuten, einschließlich des Aufstiegs vom Schloss
- Kosten
- Aussichtsdeck: ca. 15 € für Erwachsene, 10 € für Kinder (aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen)
- Am besten für
- Panoramafotografie, Habsburger Geschichte, Spaziergänge im Freien, Paare, Architekturbegeisterte
- Offizielle Website
- www.schoenbrunn.at/en

Was die Gloriette eigentlich ist
Die Gloriette ist eine repräsentative Kolonnade, die 1775 als krönender Abschluss der neu gestalteten Schönbrunner Schlossanlage fertiggestellt wurde. Sie steht auf dem Kamm des Hügels direkt hinter dem Schloss – so positioniert, dass sie vom Schloss aus als formale Kulisse wirkt. In klassizistischer Tradition funktioniert sie als sogenannter Eye-Catcher: ein Bauwerk, das der Gartenkomposition ihren Mittelpunkt verleiht.
Der Name stammt aus der französischen und italienischen Gartenbautradition, in der eine „Gloriette" einen kleinen dekorativen Pavillon oder eine offene Struktur in formalen Anlagen bezeichnet. Das Wiener Exemplar ist deutlich imposanter als die meisten: Die vollständige Arkade erstreckt sich über den gesamten Hügelkamm, mit einem zentralen Bogensaal, der von symmetrischen Kolonnadenflügeln flankiert wird. Der Mittelteil diente der Kaiserfamilie ursprünglich als Frühstückszimmer und Empfangsraum. Steinerne Adler schmücken die Balustrade, und das gesamte Bauwerk ist aus hellem Stein gefertigt, der im Nachmittagslicht einen warmen Goldton annimmt.
Die Gloriette gehört zum Schönbrunner Gesamtensemble, das als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen ist. Wer das Schloss selbst besichtigt, sollte wissen, dass für das Aussichtsdeck der Gloriette ein separates Ticket erforderlich ist. Wer beides kombinieren möchte, sollte für das Schloss Schönbrunn und die Gloriette lieber einen halben Tag einplanen als nur eine Stunde – mehr dazu beim Schloss Schönbrunn.
Der Aufstieg und was du unterwegs siehst
Der Weg zur Gloriette ist bereits Teil des Erlebnisses. Vom Hauptvorplatz des Schlosses aus erstreckt sich der formale Garten geradlinig den Hang hinauf: beschnittene Hecken, Brunnen, Kieswege und der Neptunbrunnen am Fuß der Anhöhe. Der Aufstieg vom Schloss bis zur Gloriette dauert bei gemächlichem Tempo etwa 10 bis 15 Minuten. Die Steigung ist gleichmäßig, aber nicht steil, und die Kieswege sind gut gepflegt.
Während du nach oben gehst, entfernt sich die Schlossfassade hinter dir und das Ausmaß der formalen Gartenanlage wird erst richtig deutlich. An klaren Tagen ist die Turmspitze des Stephansdoms bereits über den Dächern sichtbar, bevor du oben ankommst. Die Schönbrunner Schlossgärten sind kostenlos zugänglich, der Spaziergang selbst kostet also nichts. Das Ticket für das Aussichtsdeck wird direkt an der Kasse der Gloriette gekauft, die 25 Stufen vom Boden entfernt liegt.
⚠️ Besser meiden
Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Kasse ist über 25 Stufen vom Boden erreichbar, das Aussichtsdeck insgesamt über 76 Stufen. Die Terrassentür ist 101 cm breit. Es gibt keinen Aufzug. Eine rollstuhlgerechte Toilette befindet sich etwa 50 Meter westlich im Park. Besucher mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen sollten abwägen, ob die Gärten selbst – vom unteren Parkbereich aus betrachtet – eine zufriedenstellende Alternative darstellen.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungClassic Vienna guided bike tour
Ab 47 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSelf-guided grand tour of Schonbrunn Palace entrance ticket
Ab 45 €Sofortige Bestätigung
Das Aussichtsdeck: Was der Blick bietet
Das Aussichtsdeck zieht sich über die gesamte Breite des Gloriette-Dachs und bietet ein 180-Grad-Panorama nach Norden über das Zentrum Wiens. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Wienerwald am westlichen Horizont und in die entgegengesetzte Richtung bis in die Niederungen in Richtung Donau. Das Schloss liegt direkt darunter, eingerahmt von seinem symmetrischen Gartenparterre, und dahinter breitet sich die Stadt aus – kompakt und überwiegend niedrig bebaut, wie Wien nun einmal ist.
Der Terrassenboden ist aus Stein, und die Balustrade ist niedrig genug, um ein offenes Gefühl zu vermitteln, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Morgens und am späten Nachmittag ist das Licht ideal für Fotos. Zur Mittagszeit reflektiert der nach Süden ausgerichtete Stein die Wärme, und das Licht ist flach für die Fotografie – der Ausblick bleibt jedoch ungetrübt. An Sommernachmittagen kann es auf dem Deck warm werden, da kaum Schatten vorhanden ist. Wasser mitzunehmen lohnt sich.
Im zentralen Saal der Gloriette gibt es ein Café, das während der Terrassensaison geöffnet ist. Nach dem Aufstieg bietet es eine Möglichkeit, kurz zu verschnaufen und durch die Bogenöffnungen auf die Stadt zu blicken. Das Interieur ist weniger fotogen als das Außendeck, aber als praktische Pause – besonders mit Kindern – ist es gut geeignet.
💡 Lokaler Tipp
Timing-Tipp: Kurz nach der Öffnung (09:30 Uhr) ist das Licht auf der Schlossfassade am schönsten und das Aussichtsdeck am wenigsten überfüllt. An Sommerwochenenden füllt sich die Terrasse ab 11:00 Uhr schnell mit Reisegruppen, die vom oberen Park kommen.
Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit und Jahreszeit verändert
Morgenbesuche zwischen 09:30 und 10:30 Uhr bieten die beste Kombination aus Licht und Ruhe. Die tiefstehende Morgensonne trifft die Schlossfassade schräg und lässt die ockergelbe Farbe besonders leuchtend erscheinen, die Gärten darunter wirken klar und still. Der Stadtlärm ist zu dieser Stunde gedämpft; auf dem Aussichtsdeck hört man vor allem den Wind durch die Kolonnade und das leise Rauschen der Brunnen unten.
Im Juli und August füllt sich der obere Park rund um die Mittagszeit stark, und das Aussichtsdeck wird entsprechend belebt. Gruppen bewegen sich zügig, die Atmosphäre wechselt von beschaulich zu geschäftig. Ab etwa 16:00 Uhr kehrt das Licht in einen günstigeren Winkel zurück, und die Menschenmenge lichtet sich wieder, da die Reisegruppen ihre Tagesplanung abschließen. Im September hat der Garten eine besondere Qualität – warmes Nachmittagslicht bei deutlich weniger Besuchern als im Hochsommer.
Das Aussichtsdeck ist saisonal geöffnet: 2024 vom 2. April bis 26. Oktober, mit Schließzeiten zwischen 16:00 Uhr Ende Oktober und 18:30 Uhr im Juli und August. Im Winter bleibt die Gloriette geschlossen, und die oberen Parkwege können zwischen November und März vereist und weniger gepflegt sein. Die genauen Öffnungszeiten vor dem Besuch immer aktuell prüfen, da sie sich von Jahr zu Jahr verschieben können.
Historischer und architektonischer Hintergrund
Die Gloriette wurde 1775 unter Kaiserin Maria Theresia als Teil einer umfassenden Neugestaltung der Schönbrunner Gartenanlagen fertiggestellt. Die Wahl des Hügelkamms war bewusst: Indem das Bauwerk an der höchsten Stelle der zentralen Parkachse platziert wurde, verstärkten die Architekten die visuelle Hierarchie des gesamten Ensembles – das Schloss an der Basis, die Gloriette als Abschluss. Eine Aussage geordneter imperialer Macht, ausgedrückt durch Landschaftsgestaltung.
Das Bauwerk enthält architektonische Elemente und Steinmaterial aus dem abgerissenen Schloss Neugebäude, einem früheren habsburgischen Jagdschloss. Diese Wiederverwendung verlieh der Gloriette bereits bei ihrer Entstehung einen historisierenden Charakter. Die breitere habsburgische Geschichte – einschließlich der Persönlichkeiten, die Schönbrunn über Generationen hinweg prägten – wird ausführlich im Reiseführer zur habsburgischen Kaisergeschichte behandelt – eine nützliche Lektüre vor dem Besuch.
Wer sich für Wiens breiteres Erbe imperialer Architektur interessiert, findet in der Gloriette einen natürlichen Ausgangspunkt für ein größeres Muster monumentalen Bauens in der Stadt. Der Wien-Architekturführer zeigt, wie das habsburgische Bauprogramm das Stadtbild von Schönbrunn bis zur Ringstraße geprägt hat.
Praktischer Überblick: Anreise und Besuchsplanung
Am einfachsten gelangt man mit der U4 bis zur Station Schloss Schönbrunn, von wo man das Haupttor des Schlosses in zwei Gehminuten erreicht. Auch die Straßenbahnlinien 10 und 60 sowie der Bus 10A halten an der gleichnamigen Haltestelle. Vom Tor aus einfach der zentralen Gartenachse bergauf folgen: die Beschilderung im Park ist gut. Der Hop On Hop Off Yellow Line hält ebenfalls hier für Besucher, die dieses Format nutzen.
Bequeme Schuhe mit guter Sohle sind empfehlenswert. Die Kieswege sind stellenweise uneben, und die Stufen im Inneren der Gloriette sind aus Stein und teils schmal. Bei Regen können sowohl der Aufstiegsweg als auch der Terrassenboden rutschig werden. Auch an warmen Tagen lohnt sich eine leichte Jacke: Das Aussichtsdeck ist exponiert, und der Wind kann es dort spürbar kühler machen als in den Gärten unten.
Fotografieren auf dem Aussichtsdeck ist uneingeschränkt erlaubt. Ein Weitwinkelobjektiv oder die Weitwinkeleinstellung eines Smartphones erfasst die gesamte Weite des Panoramas – inklusive Schloss und Stadtsilhouette. Die Bogenöffnungen der Kolonnade bieten natürliche Rahmen für Porträtaufnahmen. Es gibt keine ausgewiesenen Fotopositionen; die gesamte Terrasse kann genutzt werden.
Wer mehr Zeit hat, kann die Gloriette mit einem Spaziergang durch den weitläufigen oberen Park verbinden, der die Römische Ruine und den Obeliskbrunnen einschließt. Familien mit Kindern sollten auch den Tiergarten Schönbrunn in Betracht ziehen, Europas ältesten Zoo, der sich am westlichen Rand des Schlossgeländes befindet.
Für wen lohnt es sich – und für wen eher nicht
Die Gloriette ist ideal für alle, die vor allem den Blick über Wien suchen und nicht auf ein bestimmtes Museumsangebot aus sind. Sie belohnt Menschen, die bereit sind, vom Schloss aus zu Fuß aufzusteigen und sich auf dem Aussichtsdeck Zeit zu lassen. Architekturbegeisterte werden die Kolonnade selbst eingehend zu würdigen wissen. Fotografen bekommen hier Ergebnisse, die in der Stadt kaum zu wiederholen sind – denn dieser Aussichtspunkt liegt über dem Stadtgefüge, nicht mittendrin.
Für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen gibt es echte Hindernisse: Die Stufen sind nicht zu umgehen, und es gibt keinen Aufzug. Das sollte man klar benennen und nicht kleinreden. Die Gartenwege unterhalb der Gloriette sind zugänglich, und der Blick auf das Bauwerk vom Gartenniveau aus ist ebenfalls sehenswert – aber das Terrassenerlebnis selbst bleibt nicht für jeden zugänglich.
Wer in erster Linie an habsburgischen Innenräumen, kaiserlichen Einrichtungsgegenständen oder detaillierten historischen Ausstellungen interessiert ist, findet im Schloss selbst oder im Sisi Museum in der Hofburg mehr zu entdecken. Die Gloriette ist Architektur und Aussicht – keine Sammlung. Sie eignet sich nicht für Besucher, die eine Sehenswürdigkeit möglichst schnell abhaken möchten: Der Auf- und Abstieg macht den größten Teil des Besuchs aus, und das Aussichtsdeck belohnt das Verweilen mehr als die Eile.
Insider-Tipps
- Die Gärten rund um die Gloriette sind kostenlos zugänglich – auch wenn das Aussichtsdeck geschlossen ist oder außerhalb der Saison. Der Aufstieg lohnt sich trotzdem: Der Blick vom Boden aus ist bereits beeindruckend, und das Bauwerk selbst ist ohne Ticket vollständig zu sehen.
- An bedeckten Tagen mit tief hängenden Wolken kann der Blick vom Aussichtsdeck besonders stimmungsvoll sein: Die Dachsilhouette des Schlosses und die geometrischen Gartenanlagen zeichnen sich ohne hartes Sonnenlicht klar ab, und die Stadt dahinter bekommt eine silbrig-melancholische Qualität, die auf Fotos sehr gut wirkt.
- Wer früh am Fuß des Gartenhangs ankommt und den westlichen Seitenpfad statt der zentralen Hauptachse nimmt, kommt an der Römischen Ruine vorbei – einem Ort, den die meisten Besucher völlig übersehen. Der Umweg dauert nur wenige Minuten und lohnt sich wirklich: eine absichtlich als Ruine gestaltete Anlage mit einem Spiegelteich, erbaut als romantisches Gartenelement.
- Das Café im Inneren der Gloriette öffnet gleichzeitig mit dem Aussichtsdeck. Früh morgens ist es oft noch leer – ein ruhiger Ort für einen Kaffee mit Blick durch die Arkaden auf die Stadt, bevor die Reisegruppen eintreffen.
- Kinder, die bereits geduldig durch die Schlossräume gegangen sind, reagieren auf das offene Aussichtsdeck meist begeistert: die Weite, der Wind und die Möglichkeit, bekannte Wahrzeichen in der Stadt unten zu entdecken, machen es zu einer echten Belohnung. Am besten am Ende eines Schönbrunn-Besuchs einplanen, nicht am Anfang.
Für wen ist Schönbrunn Gloriette geeignet?
- Fotografen, die das weiteste und unverstellteste Stadtpanorama Wiens suchen
- Architektur- und Gartendesign-Begeisterte mit Interesse an habsburgischer Landschaftsplanung
- Paare, die ein stimmungsvolles Ziel im Freien abseits von Innenräumen suchen
- Besucher, die das gesamte Schönbrunner Ensemble erkunden und einen befriedigenden Abschluss für den Gartenspaziergang wollen
- Erstbesucher Wiens, die sich einen geografischen Überblick über die Stadt verschaffen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Schönbrunn & Hietzing (13. Bezirk):
- Kaiserliche Wagenburg Wien
Im Westteil des Schlosses Schönbrunn bewahrt die Kaiserliche Wagenburg rund 170 Fahrzeuge, die einst von habsburgischen Kaisern und Kaiserinnen genutzt wurden. Von vergoldeten Krönungskutschen bis zu schlichten Kinderschlitten bietet die Sammlung einen konkreten, oft überraschenden Einblick in das Hofleben über vier Jahrhunderte österreichischer Kaisergeschichte.
- Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten erstreckt sich über 24,5 Quadratkilometer am westlichen Stadtrand Wiens. Hinter der historischen Steinmauer streifen Wildschweine durch uralte Eichenwälder, und die Hermesvilla taucht unvermittelt zwischen den Bäumen auf. Eintritt frei, kaum Touristen, echte Stille.
- Palmenhaus Schönbrunn
Das Palmenhaus Schönbrunn wurde 1882 für Kaiser Franz Joseph erbaut und gehört zu den größten und architektonisch beeindruckendsten Gewächshäusern Europas. Es erstreckt sich über 111 Meter im Schlosspark Schönbrunn und beherbergt tropische und subtropische Pflanzen unter knapp 5.000 Quadratmetern Glas. Egal ob du im Hochsommer oder im Winterfrost kommst – das Innere fühlt sich wie eine völlig andere Welt an.
- Schloss Schönbrunn
Schloss Schönbrunn ist Wiens meistbesuchtes historisches Wahrzeichen und eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas. Mit 1.441 Räumen, 120 Hektar kostenlosem Parkgelände und Jahrhunderten habsburgischer Geschichte lohnt sich ein Besuch – ob für einen kurzen Morgenspaziergang oder einen ganzen Tag.