Schloss Schönbrunn: Wiens imperiales Barockjuwel
Schloss Schönbrunn ist Wiens meistbesuchtes historisches Wahrzeichen und eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas. Mit 1.441 Räumen, 120 Hektar kostenlosem Parkgelände und Jahrhunderten habsburgischer Geschichte lohnt sich ein Besuch – ob für einen kurzen Morgenspaziergang oder einen ganzen Tag.
Fakten im Überblick
- Lage
- Schönbrunner Schloßstraße 47, 1130 Wien (Schönbrunn, 13. Bezirk)
- Anfahrt
- U4 bis Schönbrunn (ca. 7 Minuten zu Fuß zum Haupteingang); U4/U6 bis Hietzing ebenfalls in der Nähe
- Zeitbedarf
- 2–5 Stunden, je nach Führungsart und Gartenbesichtigung
- Kosten
- Schlossführungen ab 18 € (Imperial Tour) bis 26 € und mehr (Grand Tour); Schlosspark kostenlos. Preise können variieren – aktuelle Infos auf schoenbrunn.at.
- Am besten für
- Geschichtsbegeisterte, Architekturliebhaber, Familien und Wien-Erstbesucher
- Offizielle Website
- www.schoenbrunn.at/en

Was Schloss Schönbrunn wirklich ist
Schloss Schönbrunn war die Sommerresidenz der Habsburger und ist der größte Palast Österreichs. Er liegt im 13. Bezirk Wiens, etwa 4 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums, umgeben von 120 Hektar formal gestalteten Barockgärten, die das ganze Jahr über kostenlos zugänglich sind. Das Schloss selbst umfasst 1.441 Räume, von denen rund 45 im Rahmen von geführten oder audiogeführten Touren besichtigt werden können.
Hier handelt es sich nicht um ein abgesperrtes Relikt hinter Glas. Schönbrunn ist eine lebendige Kultureinrichtung mit einem aktiven Konzertprogramm, einem weltbekannten Zoo auf dem Gelände, einem Palmenhaus, einem Irrgarten, einem Wagenburg-Museum und einem der schönsten Aussichtspunkte Wiens an der Gloriette. Der Besuch des Schlossgebäudes ist nur eine von vielen Möglichkeiten in diesem weitaus größeren Komplex.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Schlosspark ist täglich ab etwa 06:30 Uhr geöffnet und kostenlos zugänglich. Wer nur die Gärten und den Ausblick von der Gloriette genießen möchte, braucht gar kein Ticket zu kaufen. Viele Wiener machen genau das an Wochenendmorgen.
Kurze Geschichte – was du vor dem Besuch wissen solltest
Die Geschichte des Geländes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als es noch Katterburg hieß. Der Name Schönbrunn, der auf einen schönen Brunnen zurückgeht, tauchte erstmals 1642 in Aufzeichnungen auf, damals noch als Bezeichnung für ein Lustschloss von Eleonore von Gonzaga. Der Barockbau, den man heute sieht, entstand ab 1696, nahm seine heutige Form jedoch vor allem nach 1743 unter Kaiserin Maria Theresia an, die ihn zum politischen und kulturellen Mittelpunkt des Habsburgerreichs machte.
Maria Theresias Handschrift ist überall sichtbar: die charakteristische ockerfarbene Fassade, die formale Gartenanlage im französischen Stil und die Innenräume, die zwischen Rokoko-Pracht und habsburgischer Nüchternheit wechseln. Napoleon nutzte das Schloss zweimal als militärisches Hauptquartier, und der sechsjährige Mozart spielte hier 1762 vor Maria Theresia. Kaiser Franz Joseph I., der Österreich 68 Jahre lang regierte, wurde hier 1830 geboren und starb hier 1916. Das Ende der Habsburgerdynastie wurde im November 1918 in Schönbrunn besiegelt, als Kaiser Karl I. auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften verzichtete und damit über 600 Jahre habsburgische Herrschaft beendete.
Für die übergreifende Geschichte der Habsburger in Wien liefert der Wien-Reiseführer zur Habsburger Kaisergeschichte den nötigen Kontext, der einen Schönbrunn-Besuch deutlich bereichert.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Skip-the-Line Entrance with Guide to Schonbrunn Palace and Gardens
Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSchonbrunn Palace and gardens guided tour
Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungClassic Vienna guided bike tour
Ab 47 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSelf-guided grand tour of Schonbrunn Palace entrance ticket
Ab 45 €Sofortige Bestätigung
Im Schloss: Was du wirklich zu sehen bekommst
Tickets gibt es als Imperial Tour (22 Räume) oder Grand Tour (45 Räume), jeweils inklusive Audioguide. Die Räume zeigen ein breites Stilspektrum: der Spiegelsaal, in dem Mozart spielte, die Chinesischen Kabinette mit lackierten Paneelen und Porzellan, die Große Galerie für kaiserliche Bankette und das vergleichsweise schlichte Schlafzimmer und Arbeitszimmer von Franz Joseph I. – ein stiller Kommentar zu den bekannt spartanischen Gewohnheiten eines Kaisers, der in einem der prächtigsten Paläste Europas residierte.
Das Tempo der Tour ist angenehm. Die Räume sind nummeriert, und der Audioguide orientiert sich an deinem Standort. In den bekanntesten Räumen – vor allem im Spiegelsaal und der Großen Galerie – kann es eng werden, da Reisegruppen dort am längsten verweilen. Morgens zwischen 08:30 und 10:00 Uhr ist es spürbar ruhiger. Ab 11:00 Uhr, besonders an Sommerwochenenden, füllen sich Eingangsbereich und Korridore deutlich.
💡 Lokaler Tipp
Tickets am besten online vorab auf schoenbrunn.at buchen. An der Kasse können in den Sommermonaten 30–45 Minuten Wartezeit anfallen. Mit vorgebuchten Tickets geht es direkt zu den Eingangstoren.
Die Öffnungszeiten des Schlosses sind in der Regel täglich von 08:30 bis 18:00 Uhr, variieren jedoch je nach Saison. Die aktuellen Zeiten solltest du vor deinem Besuch auf der offiziellen Website prüfen, da sie im Winter kürzer sind.
Die Gärten: Der Teil, den die meisten unterschätzen
Der 120 Hektar große Park hinter dem Schloss ist die eigentliche Überraschung für Erstbesucher, die die Gärten als Nebensache behandeln. Das formale Parterre direkt hinter dem Schloss ist ein Teppich aus geometrischen Hecken und saisonalen Blumenbeeten, der sich bis zum zentralen Brunnen erstreckt – mit der Gloriette-Kolonnade auf dem Hügel dahinter. Vor 09:00 Uhr früh ist der Park fast still. Jogger ziehen ihre Runden auf den Kieswegen. Man hört hauptsächlich Vögel und knirschenden Kies. Ein Sommernachmittag hingegen fühlt sich hier an wie ein gut besuchter Stadtpark – Familien, Schulklassen und Touristen teilen sich den Raum.
Die Schlosspark Schönbrunn verdienen eine eigene Planung. Die Gloriette, die auf dem Hügel hinter dem Schloss thront, bietet einen der klarsten Panoramablicke über die Wiener Dachlandschaft – und im Inneren gibt es ein Café, falls du die Aussicht beim Kaffee genießen möchtest. Der Neptunbrunnen, der Obeliskbrunnen und die Römische Ruine sind alle einen Umweg wert, statt nur auf der Hauptachse zu bleiben.
Der Kronprinzengarten und der Orangeriegarten verlangen gesonderten Eintritt. Der Irrgarten ist ein echter Publikumsmagnet für Familien mit Kindern. Der Park öffnet täglich ab etwa 06:30 Uhr und schließt in der Hochsaison gegen 21:00 Uhr – im Winter früher.
Wie sich der Besuch je nach Tageszeit und Jahreszeit verändert
Morgens vor 10:00 Uhr ist eindeutig die beste Zeit für den Schlossbesuch. Das Licht fällt durch die hohen Fenster schräg auf die Parkettböden, der Audioguide ist ohne Lärm gut zu hören, und Räume wie die Große Galerie wirken noch weitläufig und eindrucksvoll. Nach dem Mittag – vor allem von Juni bis August – wird es im Schloss richtig voll, und das Erlebnis wechselt von kontemplativ zu organisatorisch.
Im Winter verändert sich die Atmosphäre völlig. Die Gärten sind kahl, aber dennoch von formaler Schönheit, und das Schlossinnere wirkt mit weniger Besuchern deutlich intimer. Von Mitte November bis Ende Dezember findet auf dem Schlosshof ein beliebter Weihnachtsmarkt statt – mit Glühwein, gebrannten Mandeln und Kunsthandwerkständen vor der angestrahlten gelben Fassade. Er gehört zu den stimmungsvollsten Saisonmärkten Wiens.
Frühling und früher Herbst bieten die angenehmsten Besuchsbedingungen: moderate Temperaturen, die Gärten in saisonalen Farben und kürzere Warteschlangen. Wann sich ein Wien-Besuch insgesamt am meisten lohnt, erklärt der Wien-Reiseführer zur besten Reisezeit mit allen saisonalen Vor- und Nachteilen im Überblick.
⚠️ Besser meiden
Im Sommer kann es im Schloss warm und stickig werden, besonders in Räumen ohne direkte Belüftung. Wer hitzeempfindlich ist, sollte morgens kommen oder einen kühleren Tag wählen. Schatten findet sich im Park vor allem in den bewaldeten oberen Bereichen rund um den Gloriette-Hügel.
Weitere Attraktionen auf dem Schönbrunn-Gelände
Der Tiergarten Schönbrunn, gegründet 1752, ist der älteste kontinuierlich betriebene Zoo der Welt und befindet sich am westlichen Ende des Geländes. Er erfordert ein gesondertes Ticket, lässt sich aber gut in einen ganztägigen Besuch integrieren. Das Palmenhaus ist ein beeindruckendes Eisen-Glas-Gewächshaus aus dem Jahr 1882 mit tropischen Pflanzen; das angrenzende Wüstenhaus zeigt aride Ökosysteme. Beide verlangen gesonderten Eintritt und werden von derselben Schlossverwaltung betrieben.
Die Kaiserliche Wagenburg (Kaiserliche Wagenburg) am östlichen Ende des Geländes beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Hofwagen Europas, darunter den Krönungswagen Karls VI. Sie ist eine ruhigere Alternative, wenn der Hauptpalast im Hochbetrieb ist.
Die Gloriette Schönbrunn auf dem Gartenhügel ist von außen kostenlos einsehbar. Wer für die Dachterrasse zahlt, bekommt einen etwas besseren Blickwinkel – aber die Aussicht vom Fuß der Kolonnade ist bereits ausgezeichnet und völlig gratis.
Praktische Infos und Anreise
Die U4 hält an der Station Schönbrunn, von der man in etwa 7 Minuten zu Fuß zum Haupteingang gelangt. Alternativ liegt die Station Hietzing (U4 und U6) am Seiteneingang des Parks, was je nach Reiseroute praktischer sein kann. Straßenbahnen und Busse bedienen auch die umliegenden Straßen. Das Gelände ist so weitläufig, dass der gewählte Eingang das Erlebnis beeinflusst – es lohnt sich, vorher einen Blick auf den Plan zu werfen.
Zur Barrierefreiheit: Teile des Schlosses sind mit Aufzügen erreichbar, und einige Wege durch die Gärten sind barrierefrei. Auf der offiziellen Website gibt es einen eigenen Bereich dazu. Das Schloss empfiehlt Besuchern mit besonderen Mobilitätsanforderungen, sich vorab zu melden, da sich nicht alle Bereiche eines historischen Gebäudes dieser Größe vollständig barrierefrei gestalten lassen.
Wer Schönbrunn im Rahmen eines längeren Wien-Aufenthalts besucht, kann es gut mit dem Oberen Belvedere am selben oder am nächsten Tag kombinieren – beide sind kaiserliche Anlagen mit bedeutenden Kunstsammlungen und formalen Gärten. Für Familien, die den ganzen Tag planen, gibt der Wien-Reiseführer für Familien mit Kindern konkrete Tipps für Schönbrunn mit Zoo und Irrgarten.
Für wen es sich vielleicht nicht lohnt – ein ehrlicher Blick
Schönbrunn ist zweifellos beeindruckend, kann aber enttäuschen, wenn man ein intimes oder wenig bekanntes Erlebnis erwartet. An einem Sommernachmittag fühlen sich Vorplatz und Haupthof an wie ein großer Flughafen während des Boardings: geordnet, aber sehr belebt. Die Audioguide-Tour durch 22 oder 45 Räume ist gut gemacht, richtet sich aber nach dem Tempo der langsamsten Gruppe im Korridor. Wer bereits mehrere große europäische Paläste besucht hat – allen voran Versailles oder Peterhof – wird das Format vertraut finden, auch wenn sich die Details unterscheiden.
Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass die Gärten erhebliche unebene Kieswege und Steigungen aufweisen, besonders Richtung Gloriette. Im Schlossinneren helfen die vorhandenen Aufzüge, doch allein schon die Größe des Geländes bedeutet viel Laufen – egal welche Bereiche man auswählt.
Insider-Tipps
- Das Schlossgelände ist in der Stunde nach der Öffnung um 06:30 Uhr am stimmungsvollsten. Jogger, Hundebesitzer und so gut wie keine Touristen. Die Hauptwege sind gut begehbar, und das Licht auf der Fassade eignet sich zu dieser Tageszeit hervorragend für Fotos.
- Der Neptunbrunnen und die Römische Ruine im oberen Park sind selbst zur Hochsaison kaum überfüllt. Die meisten Besucher halten sich auf der zentralen Gartenachse und verpassen diese Highlights völlig.
- Wer Zoo, Palmenhaus und Schloss an einem Tag besuchen möchte, sollte vorab eine Kombikarte kaufen. Die Einzeltickets summieren sich schnell, und die Kombikarte ist deutlich günstiger. Aktuelle Angebote gibt es auf schoenbrunn.at.
- Das Café in der Gloriette-Kolonnade ist deutlich weniger überlaufen als die Cafés am Schlosseingang. Außerdem ist es der einzige Ort auf dem Gelände, von dem aus man beim Kaffee einen unverstellten Blick über die Wiener Skyline genießen kann.
- Der Weihnachtsmarkt auf dem Schlosshof (in der Regel Mitte November bis Ende Dezember) ist auch abends geöffnet – wenn die gelbe Schlossfassade angestrahlt wird und die Atmosphäre deutlich angenehmer ist als tagsüber im Trubel.
Für wen ist Schloss Schönbrunn geeignet?
- Wien-Erstbesucher, die an einem einzigen Ort die Tiefe der habsburgischen Kaisergeschichte erleben möchten
- Familien mit Kindern – dank Zoo, Irrgarten und weitläufigem Gelände zwischen den einzelnen Attraktionen
- Architektur- und Gartenliebhaber, die ein vollständiges Barockensemble suchen und nicht nur ein einzelnes Gebäude
- Wien-Besucher zur Weihnachtszeit, die einen Markt mit echter visueller Wirkung erleben möchten
- Frühaufsteher, die eines der großen europäischen Schlösser ohne die üblichen Menschenmassen erleben wollen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Schönbrunn & Hietzing (13. Bezirk):
- Kaiserliche Wagenburg Wien
Im Westteil des Schlosses Schönbrunn bewahrt die Kaiserliche Wagenburg rund 170 Fahrzeuge, die einst von habsburgischen Kaisern und Kaiserinnen genutzt wurden. Von vergoldeten Krönungskutschen bis zu schlichten Kinderschlitten bietet die Sammlung einen konkreten, oft überraschenden Einblick in das Hofleben über vier Jahrhunderte österreichischer Kaisergeschichte.
- Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten erstreckt sich über 24,5 Quadratkilometer am westlichen Stadtrand Wiens. Hinter der historischen Steinmauer streifen Wildschweine durch uralte Eichenwälder, und die Hermesvilla taucht unvermittelt zwischen den Bäumen auf. Eintritt frei, kaum Touristen, echte Stille.
- Palmenhaus Schönbrunn
Das Palmenhaus Schönbrunn wurde 1882 für Kaiser Franz Joseph erbaut und gehört zu den größten und architektonisch beeindruckendsten Gewächshäusern Europas. Es erstreckt sich über 111 Meter im Schlosspark Schönbrunn und beherbergt tropische und subtropische Pflanzen unter knapp 5.000 Quadratmetern Glas. Egal ob du im Hochsommer oder im Winterfrost kommst – das Innere fühlt sich wie eine völlig andere Welt an.
- Schönbrunn Gloriette
Hoch oben auf dem Kamm hinter dem Schloss Schönbrunn thront die Gloriette – eine triumphbogenartige Kolonnade aus dem Jahr 1775, die das weiteste und unverstellteste Panorama über das Zentrum Wiens bietet. 76 Stufen trennen dich vom Aussichtsdeck, das sich über die gesamte Breite des Bauwerks erstreckt. Die Gloriette ist der visuelle Mittelpunkt des gesamten Schönbrunner Ensembles.