Santa Marija Bay, Comino: Ein versteckter Strand abseits des Trubels
Santa Marija Bay ist der größte Strand auf Comino – mit flachem türkisfarbenem Wasser, natürlichem Schatten unter Tamarisken und einer Kapelle aus dem 17. Jahrhundert oberhalb des Ufers. Weniger besucht als die Blaue Lagune, belohnt er alle, die zu Fuß oder per Boot anreisen, mit einer ruhigeren und geräumigeren Alternative auf dieser kleinen autofreien Insel.
Fakten im Überblick
- Lage
- Insel Comino, Malta
- Anfahrt
- Boot oder Fähre ab Cirkewwa (Malta) oder Mgarr (Gozo); 25 Minuten zu Fuß von der Blauen Lagune oder kurzer Fußweg vom San Niklaw Bay
- Zeitbedarf
- Mindestens 2–4 Stunden; ganztägig, wenn du weitere Sehenswürdigkeiten auf Comino kombinieren möchtest
- Kosten
- Freier Eintritt; Fähr- und Bootsgebühren fallen separat an
- Am besten für
- Schwimmer, Schnorchler, Paare und alle, die ruhigeres Wasser als an der Blauen Lagune suchen

Was die Santa Marija Bay eigentlich ist
Die Santa Marija Bay (maltesisch: Ramla ta' Santa Marija) ist der größte Strand auf Comino, der kleinen autofreien Insel zwischen Malta und Gozo im zentralen Mittelmeer. Der Strand ist öffentlich, zu jeder Zeit kostenlos zugänglich und liegt an der Nordküste der Insel – weit weg vom Gedränge der Tagesausflugboote, die sich auf der anderen Seite um die berühmtere Blaue Lagune tummeln. Das Wasser ist auf weiter Strecke flach, klar genug, um den Sandgrund zu sehen, und an den meisten Tagen ruhig genug, dass auch Nichtschwimmer sorglos darin waten können.
Was ihn von den meisten Inselstränden im Mittelmeer unterscheidet, ist die Reihe von Tamarisken, die echten Schatten auf dem Sand spendet. An einem Juli-Nachmittag, wenn die Kalksteinfelsen rund um die Blaue Lagune die Hitze zurückstrahlen, macht das Tamarisken-Blätterdach hier einen spürbaren Unterschied. Zur Ausstattung gehören Duschen und öffentliche Toiletten unter den Tamarisken – mehr als viele andere Strände auf Comino zu bieten haben.
💡 Lokaler Tipp
Nimm die erste Morgenfähre, wenn du die Bucht für dich haben willst. Ab Vormittag im Sommer legen Tourenboote an und der Strand wird merklich voller. Nach 15:30 Uhr lichtet sich das Gedränge, wenn die Tagestouristen zu ihren Fähren zurückkehren.
Anreise zur Santa Marija Bay
Comino hat keine Straßen für private Fahrzeuge und keine Brücke nach Malta oder Gozo. Die Anreise zur Santa Marija Bay führt zwingend über das Wasser. Die häufigsten Routen sind die kurzen Fährüberfahrten ab Cirkewwa an der Nordwestspitze Maltas oder ab Mgarr Harbour auf Gozo. Mehrere Fährbetreiber bieten saisonale Verbindungen an, und organisierte Bootstouren von verschiedenen maltesischen Häfen legen auch auf Comino an.
Von der Blauen Lagune aus ist die Santa Marija Bay ungefähr 20 Minuten zu Fuß quer über die Insel entfernt; vom Hauptanleger auf San Niklaw Bay ist es ein kürzerer Fußweg. Der Weg ist größtenteils flach, führt aber über freiliegendes Kalksteingelände – Schuhe mit gutem Profil sind daher besser als Flip-Flops. Manche Bootstouren setzen Passagiere direkt an der Santa Marija Bay ab statt am Hauptanleger der Blauen Lagune. Wer einen ausgedehnten Inseltag plant, für den ist die Blaue Lagune auf Comino der naheliegende zweite Stopp – wobei es sich lohnt, den atmosphärischen Unterschied zwischen beiden Orten zu kennen, bevor man losfährt.
Comino liegt im weiteren Kontext von Maltas Insel-Hopping-Möglichkeiten. Wer effizient zwischen den Inseln wechseln möchte, findet im Malta-Reiseführer für die Fortbewegung alle wichtigen Informationen zu Fährfahrplänen, Kosten und den zentralen Abfahrtspunkten.
Tickets & Führungen
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Ab 15 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungBlue Lagoon and Comino snorkeling cruise
Ab 30 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungMalta two islands cruise to Comino and Gozo
Ab 30 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungRoundtrip ferry to Comino Blue Lagoon with Gozo option from Cirkewwa
Ab 15 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Der Strand: Wasser, Schatten und Geschichte
Die Bucht öffnet sich allmählich, wenn man sich über den Fußweg vom Inselinneren nähert. Der Sand ist hell und grob statt fein und liegt zwischen flachen Kalksteinausläufern, die auf beiden Seiten ins Wasser ragen. Schnorchler erkunden gerne diese felsigen Ränder, wo Seegraswiesen kleine Fische anziehen. Der zentrale Sandboden der Bucht bleibt auf 15–25 Meter Tiefe flach – das macht ihn zu einem der zugänglichsten Einstiegspunkte für Familien mit kleinen Kindern oder weniger geübten Schwimmern.
Auf dem niedrigen Hügel südlich des Strandes steht die Kapelle der Heiligen Familie (Santa Marija), die dem Besuch eine echte historische Dimension verleiht. Ursprünglich der Verkündigung geweiht, reichen die Kapellenaufzeichnungen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das heutige Gebäude wurde 1618 errichtet und 1667 sowie erneut 1716 erweitert. Noch heute wird hier sonntags eine Messe gefeiert – eine bemerkenswerte Tatsache, wenn man bedenkt, dass Cominos ständige Bevölkerung auf eine Handvoll Menschen geschrumpft ist. Von außen ist die Kapelle klein und unscheinbar, doch ihre Position über der Bucht sorgt dafür, dass sie auf fast jedem Foto vom Wasser aus zu sehen ist.
Ein kurzes Stück landeinwärts steht der St. Mary's Tower, ein Küstenwachturm, der 1618 von den Johannitern errichtet wurde. Die Ritter bauten ein Netz solcher Türme über die maltesischen Inseln, um frühzeitig vor osmanischen oder Piraten-Angriffen aus dem Meer warnen zu können. Der Turm bei der Santa Marija Bay ist eines der besser erhaltenen Exemplare und vom Strand aus gut sichtbar. Er ist derzeit nicht als reguläre Sehenswürdigkeit zugänglich, aber der kurze Umweg lohnt sich, um ihn aus der Nähe zu sehen.
Wer mehr über die Johanniter und ihren Einfluss auf Maltas Landschaft erfahren möchte, findet im Geschichtsführer der Malteserritter nützliches Hintergrundwissen, das einen Besuch von Orten wie dem Santa Maria Tower bereichert.
Wie sich die Bucht im Tagesverlauf verändert
Der frühe Morgen an der Santa Marija Bay ist so ruhig, wie ein mediterraner Strand im Sommer nur sein kann. Das Wasser liegt spiegelglatt da, das Licht ist kühl und weich, und man hört nur kleine Wellen, die an die Kalksteinränder schlagen, und gelegentliche Vogelrufe aus dem Gestrüpp hinter dem Ufer. Das ist auch die beste Zeit für die Unterwassersicht: Bevor Boote ankommen und den Sandboden aufwühlen, reicht die Sicht im klaren Wasser mehrere Meter weit.
Um 10 Uhr ändert sich das Bild im Hochsommer. Fährpassagiere der ersten Morgenüberfahrten laufen vom Hauptanleger herüber, und Tourenboote beginnen in der Bucht zu ankern. Der Strand erreicht nie die Dichte der Blauen Lagune an Spitzentagen, aber es wird voll. Liegestühle, die bei saisonalen Anbietern am Ufer gemietet werden können, füllen sich. Sonnencreme-Geruch und das Dröhnen von Speedboat-Motoren gehören nun dazu.
Der späte Nachmittag – ab etwa 15:30 Uhr – ist die zweite ruhige Phase. Die meisten Tagestouristen steigen dann auf die Rückfahrtfähren. Das Licht wechselt vom gleißenden Weiß des Mittags zu einem tiefen Goldton, der den Kalkstein in anderem Licht erscheinen lässt. Wer in der Nähe der Insel übernachtet (es gibt Ferienbungalows in der Umgebung), erlebt am Abend eine Bucht, die kaum noch Bootsverkehr kennt – eine Stunde, die die meisten Besucher nie zu sehen bekommen.
⚠️ Besser meiden
Im Winter und bei starkem Nordostwind (dem Gregale) können Comino-Fähren ausfallen oder seltener fahren. Die Santa Marija Bay selbst kann unter diesen Bedingungen rauhe Wellen haben. Überprüfe die Fährfahrpläne am Vorabend und hab einen Plan B.
Praktischer Überblick: Was du mitbringen solltest und was dich erwartet
Comino hat nur sehr wenig gastronomische Infrastruktur. In der Hochsaison gibt es einen Kiosk nahe der Santa Marija Bay, aber Angebot und Öffnungszeiten sind nicht garantiert. Bring mehr Wasser mit, als du zu brauchen glaubst. Im Juli und August werden regelmäßig 27–28 °C erreicht, die Insel besteht fast vollständig aus freiliegendem Kalkstein mit kaum Schatten außer den Tamarisken am Strand, und der Weg zwischen den Sehenswürdigkeiten ist länger als er auf der Karte wirkt.
- Schuhe mit gutem Profil: Der Weg vom San Niklaw Bay zur Santa Marija Bay führt über raues Kalksteingelände
- Mindestens 2 Liter Wasser pro Person für einen halben Tag im Sommer
- Schnorchelausrüstung: Verleih auf Comino ist nicht zuverlässig verfügbar – bring deine eigene mit
- Bargeld: Kartenzahlung ist auf Comino kaum möglich
- Sonnenschutz: Der Tamarisken-Schatten ist hilfreich, aber der Weg ins Wasser ist vollständig der Sonne ausgesetzt
- Eine wasserdichte Tasche oder ein Dry Sack, wenn du mit einem Wassertaxi oder kleineren Boot ankommst
Fotografisch am schönsten sind Aufnahmen vom Wasser aus in Richtung Kapelle und Turm. Eine wasserdichte Kamera oder Handyhülle ist dabei praktisch. Morgenlicht trifft die Kapellenfassade direkt; nachmittags fällt das Licht von Westen über die Bucht und verleiht dem Wasser ein tiefes Blau. Der Betrieb von Drohnen über Comino unterliegt den maltesischen Zivilluftfahrtvorschriften; je nach Flugplan können Genehmigungen erforderlich sein.
ℹ️ Gut zu wissen
Hinweis zur Barrierefreiheit: Der Strand hat keinen gepflasterten oder rollstuhlgerechten Weg. Der Fußweg vom Fähranleger am San Niklaw Bay führt über unebenes Steingelände. Für Schwimmer mit eingeschränkter Mobilität ist der Einstieg ins Wasser vom zentralen Sandbereich aus einfacher als von den felsigen Seiten.
Für wen dieser Strand ideal ist – und für wen nicht
Die Santa Marija Bay eignet sich gut für Schwimmer und Schnorchler, die klares, geschütztes Wasser ohne den Bootsverkehr der Blauen Lagune suchen. Familien mit älteren Kindern, die sicher schwimmen können, profitieren vom flachen Einstieg. Paare, die einen ganzen Tag auf Comino verbringen und eine entspanntere, weniger kommerzielle Atmosphäre als am Hauptanziehungspunkt der Insel suchen, werden den Weg hierher nicht bereuen.
Wer feinen weißen Sand, Strandbars und umfangreiche Einrichtungen erwartet, wird enttäuscht sein. Das hier ist ein natürlicher Strand auf einer nahezu unbewohnten Insel. Wer Strandkomfort über Natur und Wasserqualität stellt, ist an den organisierten Stränden auf der Hauptinsel besser aufgehoben – etwa an der Golden Bay oder der Mellieha Bay – mit deutlich mehr Infrastruktur und wesentlich weniger Aufwand bei der Anreise.
Der Besuch setzt außerdem eine gewisse körperliche Fitness für den Fußweg voraus, und das Gesamterlebnis hängt stark von Wetter und Fährverfügbarkeit ab. Wer Malta nur zwei oder drei Tage besucht, sollte abwägen, ob ein ganzer Comino-Ausflug die beste Nutzung der Zeit ist. Der Malta 3-Tage-Reiseplan hilft dabei, Prioritäten für einen kurzen Aufenthalt zu setzen.
Insider-Tipps
- Nimm die erste Morgenfähre ab Cirkewwa statt eines Mittags-Tourenboots. Der Unterschied beim Strandandrang zwischen einer Ankunft um 8 und 11 Uhr ist im Hochsommer enorm.
- Besuche den St. Mary's Tower, bevor du es dir am Strand bequem machst. Der Weg dauert vom Ufer aus etwa 10 Minuten und bietet einen erhöhten Blick über die Bucht, den die meisten Besucher verpassen.
- Sonntags wird in der Kapelle eine Messe gefeiert. Das ist eine seltene Gelegenheit, religiöses und gemeinschaftliches Leben auf einer nahezu unbewohnten Insel mitzuerleben.
- Zum Schnorcheln eignen sich die felsigen Seiten der Bucht besser als der zentrale Sandbereich. In den Seegraswiesen entlang der Kalksteinränder tummeln sich Lippfische, Meerbrassen und gelegentlich ein Oktopus.
- Wer mit einem privaten Wassertaxi statt der Linienfähre zurück nach Malta fährt, kann eine spätere Abholzeit aushandeln und den ruhigeren späten Nachmittag genießen – die Atmosphäre verändert sich dann völlig.
Für wen ist Santa Marija Bay geeignet?
- Schnorchler und Schwimmer, die klares, geschütztes Wasser mit weniger Bootsverkehr als an der Blauen Lagune suchen
- Paare auf einem ganztägigen Comino-Ausflug, die eine ruhigere Alternative zum Haupttouristenziel wollen
- Geschichtsinteressierte Besucher, die Strand und Kultur verbinden möchten: Kapelle und Turm verleihen dem Besuch echte Tiefe
- Fotografen, die im Morgen- oder späten Nachmittagslicht arbeiten, wenn der Andrang nachlässt
- Maltareisende, die zum wiederholten Mal vor Ort sind und etwas abseits des üblichen Programms suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Comino:
- Blue Lagoon
Die Blue Lagoon liegt zwischen der kleinen Insel Comino und dem unbewohnten Felseneiland Cominotto und bietet einiges des klarsten und meistfotografierten Wassers im gesamten Mittelmeer. An einem ruhigen Morgen rechtfertigt sie den Hype – doch an Sommernachmittagen können hunderte Tagesausflügler die Idylle empfindlich stören. Wer weiß, wann man fahren sollte, wie man hinkommt und was realistisch zu erwarten ist, hat eindeutig die Nase vorn.
- Crystal Lagoon
Die Crystal Lagoon liegt auf der Westseite der Insel Comino und bietet einige der klarsten Gewässer des maltesischen Archipels. Mit einem 30 Meter langen Felsentunnel, Meereshöhlen und idealen Tiefen zum Schnorcheln und Tauchen zieht sie weit weniger Besucher an als ihre berühmte Nachbarin – doch die Anreise erfordert etwas Planung.