Blue Lagoon, Comino: Alles, was du vor dem Besuch wissen solltest
Die Blue Lagoon liegt zwischen der kleinen Insel Comino und dem unbewohnten Felseneiland Cominotto und bietet einiges des klarsten und meistfotografierten Wassers im gesamten Mittelmeer. An einem ruhigen Morgen rechtfertigt sie den Hype – doch an Sommernachmittagen können hunderte Tagesausflügler die Idylle empfindlich stören. Wer weiß, wann man fahren sollte, wie man hinkommt und was realistisch zu erwarten ist, hat eindeutig die Nase vorn.
Fakten im Überblick
- Lage
- Zwischen Comino und dem Felseneiland Cominotto, maltesischer Archipel
- Anfahrt
- Fähre ab Cirkewwa (15–20 Min., ca. 10–15 € Hin- und Rückfahrt); Tageskreuzfahrten ab Sliema ebenfalls möglich
- Zeitbedarf
- Mindestens ein halber Tag; ein ganzer Tag, wenn du auch einen Rundgang über Comino planst
- Kosten
- Eintritt kostenlos; Fähre 10–15 € Hin- und Rückfahrt. Vorabbuchung für Stoßzeiten empfohlen
- Am besten für
- Schwimmer, Schnorchler, Fotografen und alle, die Maltas klarste Gewässer erleben wollen

Was die Blue Lagoon wirklich ist
Die Blue Lagoon – auf Maltesisch Bejn il-Kmiemen, was so viel wie „zwischen den Cominos" bedeutet – ist ein geschütztes Naturbecken im schmalen Kanal zwischen Comino und dem unbewohnten Eiland Cominotto. Comino selbst ist gerade einmal 3 Quadratkilometer groß, hat keine befestigten Straßen, keine Autos und nur einen einzigen Hotelkomplex. Die Lagune ist im Grunde eine Meeresbucht mit einem ungewöhnlich flachen Sandboden und so klarem Wasser, dass man an ruhigen Tagen vom Boot aus seinen eigenen Schatten auf dem Meeresgrund sehen kann.
Das Wasser ist das Besondere. Es wechselt von hellem Aquamarin in Ufernähe zu einem satten, elektrischen Türkis weiter draußen – die genaue Farbe hängt vom Sonnenstand, der Tageszeit und der Bewölkung ab. Die im Netz kursierenden Fotos – fast immer am Vormittag aufgenommen, bevor die Massen eintreffen – übertreiben die Farbe nicht. Was sie weglassen, ist der Kontext: Das hier ist keine einsame Bucht. In der Hochsaison (Juli und August) kann die Lagune dutzende Charterboote beherbergen, die Seite an Seite liegen, dazu Jetskis, Gummireifen und hunderte Schwimmer im Wasser.
ℹ️ Gut zu wissen
Für Besuche auf Comino in der Hochsaison kann eine Vorabbuchung erforderlich sein. Informiere dich vor der Reise bei Fährenanbietern wie ferrytocomino.com oder auf visitmalta.com – besonders im Sommer.
Anreise: Fähren, Kreuzfahrten und was du wissen musst
Comino ist nur per Boot erreichbar. Die einfachste Option ist die reguläre Passagierfähre ab Cirkewwa an Maltas Nordspitze oder ab dem Hafen Mgarr auf Gozo. Die Überfahrt dauert 15 bis 20 Minuten und kostet etwa 10–15 € für Hin- und Rückfahrt. In der Hochsaison fahren Fähren ungefähr alle 30 Minuten, außerhalb des Sommers seltener. Eine Straßenadresse gibt es nicht – du steigst in ein Boot, und die Lagune ist dein Ziel.
Tageskreuzfahrten ab Sliema und anderen maltesischen Häfen sind eine beliebte Alternative; sie schließen die Blue Lagoon oft als Teil einer längeren Küstenrundfahrt ein. Diese kosten in der Regel mehr als die Fähre, bieten aber den Komfort eines festen Abholpunkts. Wer im Norden Maltas untergebracht ist, fährt mit der Cirkewwa-Fähre günstiger und direkter. Für einen Überblick über die Fortbewegung zwischen den Inseln deckt der Malta-Reiseführer zur Fortbewegung alle wichtigen Verbindungen zwischen den Inseln im Detail ab.
⚠️ Besser meiden
Der Einstieg ins Wasser erfolgt über Felsen von Bootsanlegestellen oder vom Ufer aus. Trag Wasserschuhe oder griffige Sandalen – Flip-Flops sind auf nassem Kalkstein schlicht ungeeignet.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Roundtrip ferry to Comino Blue Lagoon with Gozo option from Marfa
Ab 15 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungBlue Lagoon and Comino snorkeling cruise
Ab 30 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungRoundtrip ferry to Comino Blue Lagoon with Gozo option from Cirkewwa
Ab 15 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungJet ski safari tour in Northern Island with Blue Lagoon
Ab 200 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wie sich die Lagune im Tagesverlauf verändert
Die ersten Boote kommen gegen 9 Uhr an. In der ersten Stunde ist die Lagune noch verhältnismäßig ruhig – das Wasser unberührt, das Licht weich und von Osten flach einfallend, und der Farbkontrast zwischen dem türkisfarbenen Flachwasser und dem dunklen Blau des offenen Mittelmeers jenseits des Kanals ist am stärksten. Das ist die Stunde der Fotos. Auch das Schnorcheln ist zu diesem Zeitpunkt wirklich gut: Die Sicht geht in Meter, nicht in Zentimeter, und man entdeckt Seeigel, kleine Fische und Seesterne an den felsigen Rändern.
Am späten Vormittag fahren die Fähren bereits auf Hochtouren, und bis Mittag ist die Lagune kaum wiederzuerkennen. Charterboote liegen zwei- und dreireihig an den Felswänden. Die Wasseroberfläche wird durch den Motorbootverkehr unruhig, und das Brummen der Motoren ersetzt die Stille, die den frühen Morgen so besonders macht. Das Wasser selbst bleibt klar – das hier ist ein Gezeitenkanal, kein geschlossenes Becken – aber das Erlebnis ist ein völlig anderes. Die Nachmittagshitze lässt die Sonne direkt auf das felsige Ufer prallen, wo es so gut wie keinen Schatten gibt.
In der Nebensaison (April bis Anfang Juni und September bis Oktober) präsentiert sich die Lagune merklich ruhiger. Im September ist das Wasser nach Monaten sommerlicher Wärme noch angenehm temperiert, die Menschenmassen lichten sich nach Ende der Schulferien deutlich, und das Licht bekommt jene goldene Qualität, die mediterrane Herbstnachmittage auszeichnet. Das ist wohl der beste Zeitpunkt für einen Besuch, wenn du flexibel bist.
Schwimmen, Schnorcheln und das Wasser selbst
Der Lagunengrund wechselt von Sand im zentralen Kanal zu blankem Kalkstein an den Rändern. Im Hauptschwimmbereich ist das Wasser flach genug, dass auch Nichtschwimmer stehen können, fällt aber recht schnell in Richtung offenes Meer ab. Der Sandboden erleichtert den Einstieg in der Mitte, aber die meisten Boote setzen einen auf Felsvorsprüngen ab, wo der Untergrund uneben ist. Im Sommer sind Rettungsschwimmer vor Ort, und ein Flaggensystem zeigt die Schwimmbedingungen an – halte dich daran.
Wer geduldig ist und an den Felsen auf der Cominotto-Seite schnorchelt, wird mit kleinen Rifffischen, Seeigeln und gelegentlich einem Oktopus belohnt, der sich in einem Spalt versteckt. Für ernsthafteres Tauchen jenseits der Lagune ist Maltas Tauchszene weltklasse – mit Tauchplätzen wie dem Blue Hole bei Dwejra auf Gozo, die gut als Tagesausflug erreichbar sind.
Quallen tauchen gelegentlich auf, vor allem vom Spätsommer bis in den Herbst. Es lohnt sich, das vor Ort zu erfragen, bevor du schwimmen gehst, da die Verhältnisse von Jahr zu Jahr variieren. Die Wassertemperatur liegt typischerweise zwischen etwa 18–19 °C im April und 27 °C im August und bleibt bis weit in den Oktober hinein über 22 °C.
Historischer und ökologischer Hintergrund
Comino ist mehr als nur eine Kulisse für ein Strandfoto. Die Insel diente im 16. und 17. Jahrhundert als Quarantänestation während Pestwellen und wurde später von den Johannitern befestigt – jenem katholischen Ritterorden, der Malta von 1530 bis 1798 regierte. Ein Wachturm, der 1618 im Rahmen des hospitallensischen Befestigungsprogramms errichtet wurde, steht noch heute an der Südküste Cominos und ist von der Lagune aus gut zu sehen. Er gehört zu mehreren solcher Türme, die vor osmanischen Flottenangriffen warnen sollten – Teil eines Küstenverteidigungsnetzes, das bis heute über die maltesischen Inseln verteilt erhalten ist.
Die Insel hat heute kaum noch eine feste Zivilbevölkerung und ist weitgehend unerschlossen geblieben – was die Wasserqualität schützt. Es gibt keine Entwässerungssysteme, keine Landwirtschaft und kaum Infrastruktur. Wer die Wanderwege im Inselinneren abseits der Lagune erkundet, trifft auf mediterrane Garrigue – Thymian, wilden Rosmarin und Johannisbrotbäume – und eine Stille, die mit dem Lärm der Lagune kaum zu vergleichen ist. Wer sich für die Geschichte der maltesischen Befestigungen und die Ritter, die sie erbauten, interessiert, findet im Geschichtsführer zu den Malteserrittern den nötigen Hintergrund.
Fototipps und ehrliche Erwartungen
Das Wasser fotografiert sich am besten in den zwei Stunden nach Sonnenaufgang und den zwei Stunden vor Sonnenuntergang, wenn das Licht schräg und warm einfällt. Das Mittagssonnenlicht ist zwar hell, erzeugt aber in Weitwinkelaufnahmen einen flacheren, leicht ausgewaschenen Ton. Ein Polfilter – oder die Polarisationsfunktion in der Bildbearbeitung am Handy – reduziert die Oberflächenreflexionen deutlich und lässt den Sandboden durch das Wasser schimmern. Die besten Aussichtspunkte findet man auf der felsigen Anhöhe der Cominotto-Seite, von der man einen erhöhten Blick über den Kanal hat. Der Weg dorthin erfordert etwas Klettern und sicheres Gleichgewicht.
Sei ehrlich zu dir selbst: Wer eine einsame tropische Bucht erwartet, wird im Juli und August enttäuscht sein. Wer es richtig angeht – mit der ersten Fähre, unter der Woche, im Juni oder September – wird verstehen, warum die Blue Lagoon ihren Ruf verdient. Das Wasser ist wirklich außergewöhnlich, die Kalksteinlandschaft dramatisch, und das Gefühl, auf einer kleinen Mittelmeerinsel ohne nennenswerte Infrastruktur zu sein, ist real – auch wenn es kurz von hundert anderen Menschen gestört wird, die dieselbe Idee hatten.
💡 Lokaler Tipp
Nimm die erste Fähre des Tages ab Cirkewwa. Wer vor 9:30 Uhr ankommt, hat bis zu zwei Stunden, bevor der Bootsverkehr deutlich zunimmt. Pack dir eigenes Essen und Wasser ein – das Angebot auf der Insel ist in der Hochsaison begrenzt und teuer.
Praktisches und Barrierefreiheit
Es gibt kein offizielles Eingangstor, keine Ticketkasse und keine zeitlich gebundenen Einlassslots – du kommst per Boot an und das Wasser ist kostenlos. Was du bezahlst, ist der Transport: Die Fähre ab Cirkewwa oder Mgarr kostet etwa 10–15 € für Hin- und Rückfahrt. Tageskreuzfahrten variieren je nach Anbieter und umfassen in der Regel weitere Stopps entlang der maltesischen Küste. Eine Vorabbuchung über die offizielle Blue-Lagoon-Website ist erforderlich – also lieber frühzeitig planen, statt darauf zu hoffen, einfach auftauchen zu können.
Rollstuhlzugang ist nicht vorhanden. Das Gelände besteht aus felsigem Kalkstein ohne Rampen oder barrierefreie Einrichtungen, und der Transfer vom Boot ans Ufer erfordert körperliche Gewandtheit. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das eine ernsthafte Hürde. Das felsige Ufer macht die Lagune auch für Kinderwagen ungeeignet. Familien mit Kleinkindern können sie zwar besuchen, müssen aber am scharfkantigen Kalkstein rund ums Wasser besonders aufpassen.
Wer die Blue Lagoon zu voll findet, kann auf Cominos Nordküste die Santa Marija Bay ausweichen – eine ruhigere, weniger besuchte Bucht, die nur einen kurzen Fußweg von der Lagune entfernt liegt. Alternativ ist die Crystal Lagoon auf Comino eine kleinere, weniger frequentierte Bucht, die dem großen Ansturm oft vollständig entgeht.
Für wen sich der Besuch vielleicht nicht lohnt
Wer im Juli oder August eine ruhige, private Strandatmosphäre erwartet, wird von der Blue Lagoon wahrscheinlich überwältigt sein. Die Menschendichte zu Stoßzeiten ist vergleichbar mit einem belebten Stadtbad. Menschen mit eingeschränkter Mobilität stoßen auf echte Zugangshindernisse. Wer schnell einen Sonnenbrand bekommt, sollte wissen, dass es am felsigen Ufer praktisch keinen Schatten gibt und die Mittagssonne im Sommer brutal ist. Wer viel in einen kurzen Malta-Urlaub packen will, sollte bedenken, dass Fährüberfahrt, Wartezeit und Rückfahrt leicht den Großteil eines Tages in Anspruch nehmen können. Der Malta-3-Tage-Reiseplan gibt praktische Tipps dazu, ob Comino angesichts deines individuellen Zeitplans wirklich die richtige Priorität ist.
Insider-Tipps
- Nimm die erste Fähre des Tages ab Cirkewwa. Wenn du vor 9:30 Uhr an der Lagune bist, hast du mindestens 90 Minuten echter Ruhe, bevor der Bootsverkehr zunimmt. Das Licht streift dann noch flach übers Wasser – die Farbe ist zu dieser Stunde deutlich beeindruckender als mittags.
- Pack dir ein eigenes Mittagessen, Sonnencreme und mindestens zwei Liter Wasser pro Person ein. Das Angebot vor Ort ist begrenzt und teuer. Am felsigen Ufer gibt es so gut wie keinen Schatten – ein Hut und ein UV-Schutz-Shirt sind wichtiger, als man denkt.
- Geh auf die Cominotto-Seite des Kanals für den besten Fotowinkel von oben. Von der Hauptanlegestelle dauert es etwa 10 Minuten, und die meisten Besucher lassen das bleiben. Von der felsigen Anhöhe hat man einen freien Blick über die Lagune und sieht den vollen Farbverlauf des Wassers.
- Überlege, im September statt im Juli zu kommen. Die Wassertemperatur liegt noch bei etwa 25 °C, die Menschenmassen lichten sich nach den europäischen Schulferien spürbar, und das Nachmittagslicht hat eine Wärme, die der grelle Mittagssommer nicht bieten kann.
- Buche deine Fähre über Anbieter wie ferrytocomino.com am besten noch vor der Abreise. In der Hochsaison können Überfahrten ausgebucht sein – also lieber früh planen.
Für wen ist Blue Lagoon geeignet?
- Schwimmer und Schnorchler, die das klarste Meerwasser des maltesischen Archipels suchen
- Fotografen, die das türkisfarbene Mittelmeerblau einfangen wollen, für das Malta bekannt ist
- Familien mit älteren Kindern, die sicher auf felsigem Untergrund und im offenen Wasser unterwegs sind
- Tagesausflügler aus Malta oder Gozo, die die Lagune mit einem Rundgang durch Cominos Landesinneres verbinden
- Paare in der Nebensaison (April–Juni oder September–Oktober), die diesen Ort in ruhigerer Atmosphäre erleben möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Comino:
- Crystal Lagoon
Die Crystal Lagoon liegt auf der Westseite der Insel Comino und bietet einige der klarsten Gewässer des maltesischen Archipels. Mit einem 30 Meter langen Felsentunnel, Meereshöhlen und idealen Tiefen zum Schnorcheln und Tauchen zieht sie weit weniger Besucher an als ihre berühmte Nachbarin – doch die Anreise erfordert etwas Planung.
- Santa Marija Bay
Santa Marija Bay ist der größte Strand auf Comino – mit flachem türkisfarbenem Wasser, natürlichem Schatten unter Tamarisken und einer Kapelle aus dem 17. Jahrhundert oberhalb des Ufers. Weniger besucht als die Blaue Lagune, belohnt er alle, die zu Fuß oder per Boot anreisen, mit einer ruhigeren und geräumigeren Alternative auf dieser kleinen autofreien Insel.