Pelham Bay Park: 2.772 Acres Natur in der Bronx, die kaum jemand kennt
Der Pelham Bay Park ist New Yorks größter öffentlicher Park mit 2.772 Acres Salzwiesen, Küstenwald, Feuchtgebieten und 13 Meilen Küstenlinie am Long Island Sound. Dreimal so groß wie der Central Park liegt er an der nordöstlichen Spitze der Bronx – und ist den meisten Touristen völlig unbekannt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Bruckner Blvd, Eastchester, Hutchinson, Bronx, NY
- Anfahrt
- Linie 6 bis Pelham Bay Park (Endstation); Busse Bx5, Bx12, Bx23, Bx29
- Zeitbedarf
- 2 Stunden für einen Bereich; ganzer Tag für eine umfassende Erkundung
- Kosten
- Eintritt frei; Parkgebühr am Orchard Beach im Sommer
- Am besten für
- Naturwanderungen, Vogelbeobachtung, Strandtage, Familienausflüge, Stadtflucht
- Offizielle Website
- www.nycgovparks.org/parks/pelham-bay-park

Was der Pelham Bay Park wirklich ist
Der Pelham Bay Park ist New Yorks größter öffentlicher Park – und das mit deutlichem Abstand. Mit rund 2.772 Acres ist er mehr als dreimal so groß wie der Central Park, zieht aber nur einen Bruchteil der Besucher an. Der Park wurde 1888 gegründet und liegt in der nordöstlichen Ecke der Bronx, wo das Land in Salzwiesen, Lagunen, Sekundärwälder, felsige Vorsprünge und eine durchgehende 13 Meilen lange Salzwasserküste am Long Island Sound übergeht.
Der Park ist kein einheitlich gepflegter Ort. Er ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Ökosystemen und Nutzungszonen: ein öffentlicher Strand, ein Golfplatz, Feuchtgebietswege, Picknickbereiche, ein historisches Herrenhaus, Sportfelder und Abschnitte echter Küstenwildnis. Diese Vielfalt ist zugleich seine Stärke und das, was Erstbesucher verwirrt. Wer ohne Plan kommt, kann leicht zwei Stunden damit verbringen, zwischen den Zielen durch Parkplätze zu irren. Wer mit einer groben Route kommt, erlebt etwas, das sich völlig anders anfühlt als der Rest von New York City.
💡 Lokaler Tipp
Die Linie 6 endet am Bahnhof Pelham Bay Park – das macht dieses weitläufige Naturgebiet zu einem der am besten mit dem ÖPNV erreichbaren Orte der Stadt. Aus Midtown Manhattan dauert die Fahrt etwa 45 Minuten.
Orchard Beach: Das soziale Herz des Parks
Der Orchard Beach ist der meistbesuchte Bereich des Parks und spiegelt einen Großteil des Jahres das soziale Leben der Bronx wider. Der kilometerlong geschwungene Sandstrand, der in den 1930er Jahren von Parks-Kommissar Robert Moses durch Aufschüttung zwischen zwei Inseln angelegt wurde, liegt an einem ruhigen Abschnitt des Long Island Sound. Das Wasser ist in der Regel ruhiger als an Ozeanstränden, was ihn bei Familien und älteren Schwimmern beliebt macht.
An Sommerwochenenden ist der Strand voller Leben: Musik aus Lautsprechern, der Geruch von Holzkohle aus den Picknickbereichen hinter der Promenade, Kinder im flachen Wasser, Volleyballspiele im Sand. Das Kolonnadengebäude mit Umkleiden an der Rückseite des Strands, ebenfalls unter Moses entstanden, ist ein zurückhaltendes Art-Déco-Bauwerk aus cremefarbenem Ziegelstein, das noch heute als Umkleideraum und für Imbissstände genutzt wird. Glamourös ist es nicht – aber es hat seine Würde bewahrt.
Außerhalb des Sommers ist der Orchard Beach ein völlig anderer Ort. An Wochentagen im Frühling oder Herbst ist die Promenade nahezu leer. Das Knirschen des Sandes unter den Füßen, der Geruch von Salz und Seetang bei Ebbe und der Blick über den Sound zu City Island und Hunter Island geben dem Strand eine Qualität, die kein noch so belebter Sommertag replizieren kann. Das ist wohl die bessere Version dieses Ortes.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Orchard Beach hat saisonale Öffnungszeiten, und der Parkplatz ist im Sommer kostenpflichtig. Wer mit U-Bahn und Bus anreist, spart die Parkgebühr komplett. Aktuelle Saisonzeiten findest du auf der Website von NYC Parks.
Die Wanderwege: Salzwiesen, Wälder und Küstenpfade
Jenseits des Strands bietet der Pelham Bay Park mehrere Meilen Wander- und Naturpfade durch Ökosysteme, die man innerhalb einer Stadt kaum erwartet. Das Hunter Island and Lagoon Loop-Wegesystem ist der zugänglichste Ausgangspunkt. Hunter Island ist trotz seines Namens mit dem Festland verbunden und lässt sich komplett zu Fuß erkunden. Der Pfad folgt der felsigen Küste mit Blick auf den Sound und führt dann ins Landesinnere durch einen Wald aus Eichen, Tulpenbäumen und Schwarzkirschen, der sich erstaunlich weit weg anfühlt.
Die Salzwiesen entlang Twin Island und im Bereich der North Lagoon gehören zu den ökologisch bedeutendsten Teilen des Parks. Im Frühling und Spätsommer ziehen diese Feuchtgebiete Zugvögel, Reiher und Silberreiher in einer Zahl an, die selbst erfahrene Vogelbeobachter überrascht. Der Schlamm riecht nach Ebbe und organischer Materie – das heißt, er riecht nach einem gesunden Ästuar. Fernglas nicht vergessen.
Die Wegbeschaffenheit variiert erheblich. Einige Abschnitte sind gepflastert oder haben verdichteten Schotter. Andere sind unbefestigte Erdpfade mit freiliegenden Wurzeln und unebenem Untergrund. Das richtige Schuhwerk ist wichtig: Sandalen sind am Orchard Beach prima, für die Waldwege aber eine schlechte Wahl. Nach Regen können die Forstpfade ein bis zwei Tage lang matschig sein.
Wer einen Tagesausflug rund ums Draußensein plant, kann den Park gut mit einem Besuch im dem Bronx Zoo oder im dem New York Botanical Garden kombinieren – beide liegen nur eine kurze Auto- oder Busfahrt westlich in der Bronx.
Das Bartow-Pell Mansion Museum
Im südlichen Teil des Parks liegt das Bartow-Pell Mansion Museum, ein griechisch-neoklassizistisches Landhaus aus den 1840er Jahren auf einem Gelände, das seit dem 17. Jahrhundert ununterbrochen europäisch besiedelt war. Das Herrenhaus steht am Ende einer langen Auffahrt, gesäumt von alten Bäumen – der Wechsel vom öffentlichen Park zur formellen historischen Anlage ist abrupt und atmosphärisch zugleich.
Das Innere ist im Stil eines Kaufmannshauses aus der Antebellum-Zeit eingerichtet, mit Möbeln aus der Epoche und restaurierten Stuckarbeiten. Der formelle Garten hinter dem Haus mit seinen geometrischen Beeten und der Steinbalustrade ist frei zugänglich und ein überraschend ruhiger Ort – auch wenn man kein Interesse an einer Innenführung hat. Eintrittspreise und Öffnungszeiten des Museums werden von dessen Betreibern festgelegt und sollten vor dem Besuch direkt dort geprüft werden, da sie von den allgemeinen Parkzeiten abweichen.
💡 Lokaler Tipp
Das Herrenhaus wird nicht von denselben Buslinien wie der Orchard Beach angefahren. Wer beides an einem Tag besuchen möchte, spart mit einem Auto oder Fahrdienst zwischen den Parkbereichen deutlich Zeit.
Wie sich der Park je nach Jahreszeit und Tageszeit verändert
Der Sommer ist die lauteste und geselligste Jahreszeit im Park. Der Orchard Beach zieht an Wochenenden von Ende Juni bis August große Menschenmengen an, vor allem aus der Bronx und Upper Manhattan. An heißen Tagen sind die Parkplätze früh voll. Wer den Strand mit etwas mehr Platz erleben möchte, sollte vor 10 Uhr ankommen oder an einem Wochentagnachmittag kommen – das verändert das Erlebnis erheblich.
Frühling und Herbst bieten die besten Bedingungen für Wanderungen und Vogelbeobachtung. Im April und Mai ziehen Warblers und Watvögel durch die Feuchtgebiete. Im Oktober färbt sich das Blätterdach in Bernstein- und Rosttöne, und das Licht über dem Sound am späten Nachmittag nimmt ein warmes Gold an, das den Park aussehen lässt, als läge er an einem ganz anderen Breitengrad. Abseits der Wochenenden ist es ruhig.
Winterbesuche sind nahezu einsam. Der Strand ist leer, die Wege gehören dir allein, und an klaren Tagen ist der Blick über den Long Island Sound ohne Laub unverbaut. Wandern im Winter erfordert Schichten und winddichte Kleidung, da die Küste nordöstlichen Winden vom Wasser her ausgesetzt ist. Der Park ist täglich von 6:00 bis 1:00 Uhr geöffnet, wobei einige Einrichtungen im Winter eingeschränkt oder gar nicht in Betrieb sind.
Wer einen Besuch rund um bestimmte saisonale Bedingungen plant, findet im Reiseführer zur besten Reisezeit für New York City ausführliche Informationen zu den klimatischen Bedingungen der Stadt.
Anreise und Orientierung im Park
Die Linie 6 fährt bis zur Endstation Pelham Bay Park. Von dort verbindet der Bx29-Bus in der Sommersaison den Bahnhof mit dem Orchard Beach. Die Busse Bx5 und Bx12 erschließen den Park aus verschiedenen Teilen der Bronx, während der BxM8-Expressbus eine Verbindung aus Manhattan bietet. Der Q50 und der Westchester Bee-Line 45 stellen Verbindungen aus Queens bzw. dem Westchester County über die Station Pelham Bay Park her. Den aktuellen Fahrplan des Bx29 solltest du prüfen, da er nur saisonal fährt.
Mit dem Auto ist der Park über den Bruckner Expressway/New England Thruway und den Hutchinson River Parkway erreichbar. Mehrere Parkplätze erschließen verschiedene Bereiche des Parks, darunter Lots an der Middletown Road, Rodman's Neck, dem Pelham/Split Rock Golf Course und dem Orchard Beach. Der Parkplatz am Orchard Beach ist der belebteste und an Sommerwochenenden am ehesten voll.
Einen umfassenderen Überblick über die Nutzung des städtischen Nahverkehrs bietet der Ratgeber zur Fortbewegung in New York City mit Infos zu U-Bahn, Bus und Fähre in allen fünf Stadtbezirken.
Ein praktischer Hinweis zur Größe des Parks: Die verschiedenen Bereiche sind nicht immer bequem zu Fuß voneinander erreichbar. Die Strecke vom Orchard Beach zum Bartow-Pell Mansion beträgt zum Beispiel über anderthalb Kilometer auf der Straße, und es gibt keinen bequemen Rundweg, der beides verbindet. Am besten legst du deinen Schwerpunktbereich fest, bevor du ankommst.
Fotografieren: Was dich an verschiedenen Punkten erwartet
Der Park belohnt Fotografen, die bereit sind, verschiedene Zonen zu erkunden. Am Orchard Beach sind die Kolonnaden und das Badegebäude am besten am frühen Morgen, wenn die tiefstehende Sonne den hellen Ziegelstein schräg trifft und der Strand noch leer ist. An Sommernachmittagen hat der Strand selbst eine authentische soziale Energie, die sich für Straßenfotografie eignet – das Licht aus dem Westen kann mittags aber hart sein.
Die Hunter Island-Pfade bieten starke Landschaftsaufnahmen entlang der felsigen Küste, wo flechtenbedeckter Granit auf das Wasser trifft. Im Herbst leuchtet der Waldabschnitt in satten Farben. Die Salzwiesenbereiche erfordern etwas Geduld: Das Licht wechselt in offenem Feuchtland schnell, und ein Teleobjektiv hilft bei der Vogelfotografie, ohne den Lebensraum zu stören.
⚠️ Besser meiden
In den bewaldeten Wegabschnitten kann das Mobilfunksignal schwach sein. Lade dir eine Offline-Karte herunter, bevor du die Waldwege betrittst – besonders wenn du das Parklayout nicht kennst.
Für wen der Park vielleicht nichts ist
Der Pelham Bay Park ist nichts für Besucher, die eine übersichtliche, leicht navigierbare Touristenattraktion suchen. An den meisten Wegeingängen gibt es keine Informationsstellen, die Beschilderung ist in weniger frequentierten Bereichen lückenhaft, und die schiere Größe des Parks kann ohne Vorbereitung schnell zur Orientierungslosigkeit führen. Wer ein kompaktes Erlebnis im Stil des Central Parks erwartet, wird hier deutlich rauerem Gelände begegnen.
Auch gibt es außerhalb des Konzessionsbereichs am Orchard Beach – der nur saisonal geöffnet ist – keine nennenswerte Gastronomie oder Infrastruktur. Wer lieber einen gepflegten Stadttag verbringen möchte, findet im Aktivitäten-Guide für New York City eine breitere Auswahl an Möglichkeiten für alle Stadtteile und Budgets.
Insider-Tipps
- Der Bx29-Bus vom U-Bahnhof Pelham Bay Park zum Orchard Beach fährt nur saisonal und hauptsächlich im Sommer. Außerhalb der Saison solltest du den aktuellen Fahrplan bei der MTA prüfen, bevor du dich darauf verlässt – oder die rund 3 Kilometer vom Bahnhof zum Strand einfach zu Fuß einplanen.
- Der felsige Küstenpfad auf der Ostseite von Hunter Island, wo der Weg nah ans Wasser führt, bietet einige der unerwartetsten Küstenlandschaften ganz New Yorks. Die meisten Besucher bleiben auf der asphaltierten Promenade und entdecken ihn nie.
- Wenn du den Orchard Beach an einem Sommerwochenende besuchen und den Parkplatz nutzen willst, solltest du vor 9:30 Uhr ankommen. An heißen Tagen ist der Platz bis zum Vormittag oft voll, und Wartezeit summiert sich.
- Der formelle Garten des Bartow-Pell Mansion ist einer der am meisten übersehenen ruhigen Orte im gesamten Park. Selbst wenn das Mansion-Innere geschlossen ist, lohnt sich ein kurzer Umweg für alle, die in diesen Teil des Parks gelangen.
- Mücken sind in der Nähe der Salzwiesen und Lagunen von Spätsommer bis Frühherbst besonders aktiv – vor allem in der Stunde nach Sonnenaufgang und vor der Dämmerung. Insektenschutz ist kein Luxus, sondern Pflicht, wenn du Zeit in den Feuchtgebieten verbringen willst.
Für wen ist Pelham Bay Park geeignet?
- New Yorker und Langzeitbesucher, die echte Natur statt einer Touristenattraktion suchen
- Vogelbeobachter, besonders während der Frühlings- und Spätsommerzugzeiten an den Salzwiesen
- Familien, die einen kostenlosen Strandtag innerhalb der Stadt suchen, ohne die lange Fahrt nach Rockaway oder Coney Island
- Spaziergänger und Wanderer, die Küsten- und Waldgelände wollen, ohne die fünf Stadtbezirke zu verlassen
- Geschichts- und Architekturbegeisterte, die sich für das Bartow-Pell Mansion und seine Greek-Revival-Anlage interessieren
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in The Bronx:
- Arthur Avenue — Das echte Little Italy
Die Arthur Avenue im Belmont-Viertel der Bronx ist die authentischste italienisch-amerikanische Einkaufsmeile, die New York City noch zu bieten hat. Anders als ihr Pendant in Manhattan ist dies ein lebendiges Alltagsviertel, in dem Metzger in dritter Generation, handgerollte Zigarren und frisch vor Ort hergestellte Pasta noch immer zum normalen Alltag gehören – und nicht zur Touristenshow.
- Bronx Zoo
Der Bronx Zoo gehört zu den größten Stadtzoos der Welt und erstreckt sich über mehr als 265 Acres Laubwald in der Bronx. Er beherbergt über 11.000 Tiere aus mehr als 640 Arten. Ob du drei Stunden oder einen ganzen Tag hast – wer das Gelände kennt, bevor er ankommt, ist klar im Vorteil.
- New York Botanical Garden
Der New York Botanical Garden erstreckt sich über 100 Hektar in der Bronx und vereint weltklasse Pflanzensammlungen, ein viktorianisches Glashaus und einen der letzten Urwälder New York Citys. Alles, was du für einen lohnenswerten Besuch wissen musst.
- Wave Hill
Hoch über dem Hudson River in Riverdale gelegen, ist Wave Hill ein 28 Hektar großer öffentlicher Garten und Kulturort, der gärtnerische Kunst mit atemberaubenden Blicken auf die Palisades verbindet. Das ganze Jahr geöffnet – donnerstags bis 12 Uhr sogar kostenlos.