Wiener Konzerthaus: Wiens bedeutendste Konzerthalle
Das Wiener Konzerthaus wurde zwischen 1911 und 1913 erbaut und gehört zu den großen Konzertadressen Europas. Mit vier Sälen und einem Programm, das von klassischen Orchestern über Kammermusik und zeitgenössische Werke bis hin zu Jazz reicht, bietet es eine echte Alternative zur Staatsoper – persönlicher, weniger touristisch und mit einem bewusst vielseitigen künstlerischen Profil.
Fakten im Überblick
- Lage
- Lothringerstraße 20, 1030 Wien (3. Bezirk, nahe Schwarzenbergplatz)
- Anfahrt
- U4 Stadtpark oder U1/U2/U4 Karlsplatz; mehrere Straßenbahnlinien fahren Schwarzenbergplatz und Am Heumarkt an
- Zeitbedarf
- 2–3 Stunden für ein Konzert; plane 30 Minuten vor Einlass ein, um das Foyer in Ruhe zu erkunden
- Kosten
- Je nach Veranstaltung unterschiedlich; aktuelle Ticketpreise auf konzerthaus.at. Ticket & Service Center geöffnet Mo–Fr 10:00–14:00 Uhr
- Am besten für
- Klassikfans, Architekturliebhaber und Paare, die einen stilvollen Abend suchen
- Offizielle Website
- konzerthaus.at

Was das Konzerthaus eigentlich ist
Das Wiener Konzerthaus ist ein eigens errichteter Konzertkomplex im 3. Wiener Gemeindebezirk, eröffnet am 19. Oktober 1913. Entworfen wurde es im späthistoristischen, von der Wiener Secession beeinflussten Stil von den Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, die im gesamten Habsburgerreich Theater bauten. Das Gebäude erstreckt sich über einen Grundriss von etwa 70 mal 40 Metern. Die Fassade aus hellem Stein mit dekorativem Eisenwerk gibt sich selbstbewusst als Kulturinstitution zu erkennen – ohne die aufgesetzte Prachtentfaltung mancher Ringstraßennachbarn.
Im Inneren befinden sich vier Säle: der Großer Saal (1.865 Plätze), der Mozart-Saal (704 Plätze), der Schubert-Saal (366 Plätze) und der Berio-Saal (rund 400 Plätze, 340 m²). Diese Vielfalt ist es, die das Konzerthaus von Einzel-Saal-Häusern unterscheidet. An einem beliebigen Abend kann im Großen Saal ein Sinfonieorchester spielen, während im Mozart-Saal ein Streichquartett und im Berio-Saal ein Ensemble für zeitgenössische Musik auf der Bühne steht. Die Programmierung ist bewusst breit angelegt – das Publikum besteht entsprechend aus Abonnentinnen und Abonnenten, neugierigen Touristinnen und Touristen sowie ernsthaften Musikstudierenden.
Zwischen 1998 und 2000 wurde das Gebäude umfassend renoviert: Akustik, Barrierefreiheit und Bühneninfrastruktur wurden modernisiert, der ursprüngliche Innenraumcharakter aber erhalten. Das Konzerthaus ist klar von der Wiener Staatsoper zu unterscheiden, die sich auf Oper und Ballett konzentriert. Das Konzerthaus ist in erster Linie ein Konzertsaal – auch wenn das Programm weit über den klassischen Kanon hinausreicht.
💡 Lokaler Tipp
Ticketpreise und Verfügbarkeit variieren je nach Veranstaltung erheblich. Das Ticket & Service Center ist Montag bis Freitag von 10:00 bis 14:00 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Für beliebte Konzerte – besonders in der Hochsaison – am besten im Voraus über konzerthaus.at buchen.
Ankunft: Das Gebäude vor der Musik
Wer sich dem Konzerthaus vom Schwarzenbergplatz nähert, bekommt den schönsten Blick auf die Fassade. Am frühen Abend, wenn das Licht im Inneren die hohen Bogenfenster zum Leuchten bringt, hat das Gebäude eine ganz eigene Wärme, die schon von der anderen Straßenseite aus auffällt. Konzertbesucherinnen und -besucher sammeln sich meist ab etwa 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn draußen – in einem breiten Stilmix von festlich bis smart-casual. Das sagt etwas Wichtiges: Es gibt hier keine strenge Kleiderordnung, auch wenn viele Stammpublikum den Konzertabend zum Anlass nehmen, sich schick zu machen.
Das Hauptfoyer ist einen frühen Besuch wert. Marmorboden, hohe Decken und das leise Gemurmel von Gesprächen in verschiedenen Sprachen erzeugen eine ganz bestimmte Vorkonzert-Stimmung. Die Garderobe füllt sich im Winter schnell – das sollte man zeitlich einplanen. An den Bars gibt es Wein und Softdrinks vor dem Konzert und in der Pause. Die Pause selbst ist in Wien ein soziales Ereignis: Viele Besucherinnen und Besucher steuern sofort auf ein Glas Grüner Veltliner zu und setzen Gespräche mit offenbar gut bekannten Konzertbekannten nahtlos fort.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Vienna Mozart and Strauss concert with ballet at Konzerthaus
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungImperial Vienna 72-hour hop-on hop-off bus
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Entrance with Guide to Schonbrunn Palace and Gardens
Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLuggage Storage in Vienna
Ab 6 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Die Säle: Vier verschiedene Erlebnisse
Großer Saal
Der Große Saal ist das Herzstück des Hauses: eine klassische Hufeisen-Konzertsaal-Form mit drei Balkonrängen, warmen Holztönen und ornamentalen Details, die nie aufdringlich wirken. Die Akustik im Parkett ist bemerkenswert klar, mit guter Trennung der Instrumentengruppen. Auf den oberen Balkonplätzen klingt es etwas halliger und atmosphärischer. Wer ein großes Orchesterkonzert hören möchte, findet im Großen Saal einen der klanglich besten Orte Europas für dieses Repertoire.
Mozart-Saal und Schubert-Saal
Der Mozart-Saal ist die mittlere Größe im Haus – genutzt vor allem für Kammerorchester, Rezitals und kleinere Ensemblekonzerte. Mit 704 Plätzen wirkt er deutlich intimer als der Große Saal, und die Nähe zwischen Publikum und Bühne verändert die Konzertatmosphäre spürbar. Im Schubert-Saal mit 366 Plätzen findet das konzentrierteste Zuhören statt: Soloklavier-Abende, Liedzyklen und Kammermusik profitieren von der überschaubaren Größe. Die Sichtlinien sind in beiden Sälen von den meisten Plätzen aus gut.
Berio-Saal
Benannt nach dem italienischen Komponisten Luciano Berio, bietet dieser flexible 340 m² große Saal Platz für rund 400 Personen und wird für zeitgenössische Musik, experimentelle Aufführungen und interdisziplinäre Veranstaltungen genutzt. Die Bestuhlung ändert sich je nach Programm. Wer sich für Musik des 20. oder 21. Jahrhunderts interessiert, sollte das Berio-Saal-Programm gesondert von den Hauptveranstaltungen im Blick behalten.
Programm und was dich erwartet
Das Konzerthaus gestaltet seinen Spielplan eigenständig und ist zugleich Hauptspielstätte der Wiener Symphoniker. Die Saison läuft in der Regel von September bis Juni; in den Sommermonaten gibt es ein reduziertes, aber weiterhin aktives Programm. Neben dem klassischen Orchester- und Kammermusik-Repertoire hat das Konzerthaus einen stärkeren Schwerpunkt auf zeitgenössische und Musik des 20. Jahrhunderts als viele vergleichbare europäische Häuser. Wer einen besseren Überblick über Wiens Klassikszene insgesamt möchte, findet im Wien-Klassikführer einen nützlichen Überblick darüber, wie das Konzerthaus neben der Staatsoper, dem Musikverein und der Volksoper einzuordnen ist.
Viele ernsthafte Musikliebhaber besuchen auch das Musikverein zum Vergleich – die beiden Häuser unterscheiden sich deutlich im Charakter. Der Goldene Saal des Musikvereins ist barocker in seiner Ausstattung und vor allem mit den Wiener Philharmonikern verbunden. Das Konzerthaus hat eine offenere kuratorische Haltung, die manche Besucherinnen und Besucher interessanter finden.
ℹ️ Gut zu wissen
Das Konzerthaus bietet für viele Veranstaltungen ermäßigte Tickets für Studierende und junge Leute an. Diese werden in der Regel kurz vor dem Konzerttermin freigegeben. Auf der offiziellen Website nachschauen oder direkt am Ticket & Service Center nachfragen.
Anreise und praktische Hinweise
Das Konzerthaus befindet sich in der Lothringerstraße 20 im 3. Bezirk. Am einfachsten kommt man mit der U4 bis Stadtpark – von dort sind es etwa fünf Minuten Fußweg entlang des südlichen Parkrands. Alternativ funktioniert U1, U2 oder U4 bis Karlsplatz gut; von dort geht man ein paar Minuten länger, am Schwarzenbergplatz vorbei. Mehrere Straßenbahnlinien halten am Schwarzenbergplatz und Am Heumarkt, beide fußläufig vom Konzerthaus.
Das Konzerthaus liegt zwischen dem Stadtpark und dem Schwarzenbergplatz – ein Abendkonzert lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang durch eine der schönsten Grünanlagen Wiens verbinden, besonders reizvoll im Frühling und Frühherbst, wenn das Licht noch lange hält.
Barrierefreiheit: Der Wiener Tourismusverband führt spezifische Informationen zur Barrierefreiheit im Konzerthaus, unter anderem zu Rollstuhlzugang. Die Renovierung von 1998 bis 2000 hat zahlreiche Anforderungen in diesem Bereich erfüllt; das Gebäude verfügt über Aufzugszugang zu den verschiedenen Saalbereichen. Bei besonderen Bedürfnissen direkt an der Abendkasse nachfragen, da Rollstuhlplätze und Begleitpersonensitzplätze je nach Saalkonfiguration variieren.
⚠️ Besser meiden
Zu spät kommende Besucherinnen und Besucher werden in der Regel erst bei einer geeigneten Pause im Programm eingelassen – bei manchen Konzerten kann das 30 bis 45 Minuten bedeuten. Mindestens 20 Minuten vor dem angegebenen Beginn da sein, damit Garderobe und Platzsuche ohne Stress klappen.
Fotografie und die Umgebung
Fotografieren in den Sälen während der Vorstellungen ist im Konzerthaus – wie in praktisch allen professionellen Konzerthäusern – nicht gestattet. Im Foyer und außen darf man in der Regel fotografieren, solange man den Besucherstrom nicht behindert. Die Fassade kommt am besten am späten Nachmittag oder frühen Abend zur Geltung, wenn warmes Licht aus dem Westen darauf fällt. Die Umgebung – Schwarzenbergplatz, Stadtpark und der Rand der Ringstraße alles fußläufig erreichbar – lädt zu einem architektonisch ergiebigen Spaziergang ein.
Das weitere Viertel gehört zur Belvedere-Gegend, in der sich auch das Obere Belvedere mit seinen Gärten befindet, ein kurzes Stück weiter südöstlich. Wer für ein Abendkonzert anreist, kann am späten Nachmittag ankommen und die Gegend noch in Ruhe erkunden.
Lohnt sich ein Besuch?
Wer echtes Interesse an klassischer oder zeitgenössischer Konzertmusik mitbringt, findet im Wiener Konzerthaus einen der befriedigendsten Abende, die Wien zu bieten hat. Das Programm ist durchgehend auf hohem Niveau, die Säle akustisch stark, und der Konzertbesuch fühlt sich wie ein Teil einer lebendigen Wiener Musikkultur an – nicht wie eine Touristenattraktion.
Wer Live-Klassik wenig abgewinnen kann und das Gebäude vor allem als architektonische Sehenswürdigkeit betrachtet: Das Konzerthaus ist interessant, aber kein außergewöhnlicher Bau im Vergleich zu Wiens dramatischeren Architekturmarksteinen. In dem Fall lohnt trotzdem ein Konzertbesuch mehr als ein bloßes Vorbeigehen. Ein kürzeres, günstigeres Rezital in einem der kleineren Säle kann für etwa den Preis eines Restaurantabends eine echte Einführung ins Haus und in diese Form von Livemusik sein.
Wer länger in Wien bleibt und verstehen möchte, wie das Konzerthaus in die kulturelle Geographie der Stadt eingebettet ist, findet im 3-Tage-Wien-Reiseplan hilfreiche Hinweise, wie sich die großen Kulturerlebnisse sinnvoll über den Aufenthalt verteilen lassen.
Insider-Tipps
- Die Klavierabende im Schubert-Saal präsentieren oft jüngere oder weniger international bekannte Künstlerinnen und Künstler – zu deutlich günstigeren Preisen als im Großen Saal. Die Akustik ist hervorragend, und häufig bleiben diese Abende länger in Erinnerung als ein vollbesetztes Orchesterkonzert.
- Für manche Vorstellungen im Großen Saal gibt es Stehplätze zu reduzierten Preisen. Wer 90 bis 120 Minuten stehen kann, bekommt hier ein großes Konzert zum kleinen Preis – lohnt sich definitiv.
- Die Bar in der Pause füllt sich rasend schnell. Wer ein Glas möchte, sollte sich beim ersten Applaus auf den Weg machen, anstatt darauf zu warten, dass sich der Saal leert.
- Im Großen Saal bevorzugen Stammgäste das mittlere Parkett (Parkett Mitte) für den besten Orchesterklang. Balkonplätze in der ersten Reihe bieten eine tolle Übersicht, können sich akustisch aber etwas vom tiefen Streicherklang lösen.
- Das Konzerthaus veröffentlicht sein Saisonprogramm weit im Voraus – in der Regel ab Spätfrühling für die folgende Herbst-Sommer-Saison. Frühzeitig buchen lohnt sich, besonders bei Gastdirigenten oder gefragten Solistinnen und Solisten.
Für wen ist Konzerthaus geeignet?
- Klassik- und Gegenwartsmusik-Fans, die ein ernsthaftes Konzerterlebnis fernab von Touristenprogrammen suchen
- Paare, die einen echten Wiener Abend erleben möchten – jenseits der obligatorischen Opernvisite
- Architektur- und Innenrauminteressierte, die Wiener Design des frühen 20. Jahrhunderts schätzen
- Besucherinnen und Besucher, die mehrere Tage bleiben und nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern in Wiens lebendiges Kulturleben eintauchen wollen
- Studierende und junge Reisende, die bereit sind, günstiger Tickets für Konzerte in den kleineren Sälen zu suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Belvedere & Landstraße (3. Bezirk):
- Albertina Modern
2020 im historischen Künstlerhaus am Karlsplatz eröffnet, ist die Albertina Modern Wiens Haus für moderne und zeitgenössische Kunst. Auf 2.500 Quadratmetern bietet sie ein Gegengewicht zur Habsburg-und-Alte-Meister-Erzählung, die so viele Museen der Stadt prägt.
- Belvedere Gardens
Die Belvedere Gärten erstrecken sich zwischen zwei Schlössern, die für Prinz Eugen von Savoyen erbaut wurden, und zählen zu den schönsten Barockgartenanlagen Mitteleuropas. Der Eintritt in die Hauptgärten ist kostenlos – und je nach Tageszeit erlebt man die Anlage völlig anders.
- Heeresgeschichtliches Museum
Das Heeresgeschichtliches Museum ist in einem beeindruckenden maurisch-byzantinischen Arsenalgebäude aus den 1850er Jahren untergebracht und zählt zu den ältesten Militärmuseen der Welt. Für nur 3,50 € Eintritt bietet es einen überraschend tiefen Einblick in Österreichs Militär- und Politikgeschichte – darunter das Original-Fahrzeug, in dem Erzherzog Franz Ferdinand 1914 erschossen wurde.
- Hundertwasserhaus
Das Hundertwasserhaus ist ein Gemeindewohnbau im 3. Wiener Bezirk – es wirkt, als hätte es ein Kind bemalt und ein Wald entworfen. Die Fassade ist jederzeit kostenlos zu besichtigen, und das benachbarte Hundertwasser Village lädt zum Verweilen ein. Was dich bei einem Besuch wirklich erwartet.