Belvedere Garten: Wiens barocke Gartenanlage – kostenlos erkunden
Die Belvedere Gärten erstrecken sich zwischen zwei Schlössern, die für Prinz Eugen von Savoyen erbaut wurden, und zählen zu den schönsten Barockgartenanlagen Mitteleuropas. Der Eintritt in die Hauptgärten ist kostenlos – und je nach Tageszeit erlebt man die Anlage völlig anders.
Fakten im Überblick
- Lage
- Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien (3. Bezirk, Landstraße)
- Anfahrt
- Straßenbahn D bis Schloss Belvedere (Oberes) oder U1 bis Südtiroler Platz, dann weiter mit der Straßenbahn; Linie 71 bis Unteres Belvedere
- Zeitbedarf
- 45–90 Minuten für die Gärten allein; plant einen halben Tag ein, wenn ihr auch eines der Schlösser besucht
- Kosten
- Barocker Hauptgarten: kostenlos. Geheimer Garten (Seite Unteres Belvedere): Erwachsene 4 €, unter 19 Jahren 3 €. Aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen.
- Am besten für
- Barocke Gartenliebhaber, Fotografen, Paare, Architekturbegeisterte und alle, die eine grüne Oase im Stadtzentrum suchen
- Offizielle Website
- www.belvedere.at/en/belvedere/gardens

Was die Belvedere Gärten eigentlich sind
Die Belvedere Gärten sind die formale Barocklandschaft zwischen dem Oberen und dem Unteren Belvedere im 3. Wiener Gemeindebezirk. Als integraler Bestandteil des Schlosskomplexes für Prinz Eugen von Savoyen im frühen 18. Jahrhundert konzipiert, sind die Gärten kein Park im lockeren englischen Sinne. Es handelt sich um ein komponiertes, symmetrisches Freiluftzimmer mit terrassierten Ebenen, zentralen Wasserelementen, beschnittenen Heckenrabatten und axialen Sichtachsen, die von beiden Enden her beeindrucken sollen.
Das Untere Belvedere wurde 1716 fertiggestellt, das Obere 1723. Der Garten dazwischen wurde als ein einziges architektonisches Statement angelegt, das vom Oberen Schloss sanft zum Unteren hin abfällt. Wenn man an der Rückfassade des Oberen Belvedere steht und nach Norden blickt, sieht man die gesamte Geometrie des Entwurfs: das Hauptparterre, eine zentrale Kaskade mit Spiegelbecken und das Untere Belvedere als Abschluss am anderen Ende. Dieser Blick hat sich in 300 Jahren kaum verändert.
ℹ️ Gut zu wissen
Der gesamte Belvedere-Komplex, einschließlich der Gärten, ist Teil des UNESCO-Welterbes Historisches Zentrum von Wien. Dieser Status schränkt wesentliche Veränderungen an der Anlage ein – was erklärt, warum der Charakter des Gartens aus dem 18. Jahrhundert so vollständig erhalten geblieben ist.
Die Gärten sind eingebettet in Wiens imperiales Erbe. Wer verstehen möchte, wie sich das in die Wiener Palastkultur insgesamt einfügt, findet im Leitfaden zu Wiens Schlössern das vollständige Bild – inklusive Vergleichen mit Schönbrunn und der Hofburg.
Der Gartenaufbau: Was einen erwartet
Die barocken Hauptgärten gliedern sich in drei Terrassenabschnitte, die vom Oberen Belvedere hinabführen. Der oberste Bereich direkt hinter dem Schloss ist der formal strenge: symmetrische Parterres mit niedrigen Hecken und geometrischen Beeten. Im Frühling und Sommer sind diese Beete mit Saisonblumen bepflanzt; im Winter liegt die Geometrie blank – als eine Art gärtnerischer Bauplan, der auf diese Weise sogar noch besser ablesbar ist.
Der mittlere Abschnitt enthält die Kaskade, ein gestuftes Wasserelement entlang der zentralen Achse, sowie große Spiegelbecken, die den Himmel und die Schlossfassade reflektieren. An stillen Morgen ohne Wind ist der Spiegelblick des Oberen Belvedere im unteren Becken eine der meistfotografierten Ansichten Wiens. Zur Mittagszeit im Sommer drängen sich Reisegruppen in diesem Bereich, und ein sauberes Spiegelbild ist kaum noch zu bekommen. Die Schotterwege neben der Kaskade sind die wichtigsten Fußwege durch die Gärten.
Der untere Bereich verbindet sich mit der Umgebung des Unteren Belvedere und der Orangerie. Dieser Teil des Gartens ist an einem typischen Tag etwas weniger besucht, besonders von Leuten, die vom Oberen Belvedere einsteigen und nicht die gesamte Länge abgehen. Der Geheime Garten, ein abgetrennter Bereich beim Unteren Belvedere, ist kostenpflichtig (Erwachsene 4 €, unter 19 Jahren 3 €, Stand bei Redaktionsschluss; vor dem Besuch prüfen). Er ist ein intimerer, umschlossener Raum im Vergleich zur weitläufigen Geometrie des Hauptgartens.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Belvedere Palace and Garden Skip-the-Line Ticket and Guided Tour
Ab 49 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Entrance with Guide to Schonbrunn Palace and Gardens
Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSchonbrunn Palace and gardens guided tour
Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Sisi Museum, Hofburg and Gardens Tour Vienna in French
Ab 52 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wie sich die Gärten im Tagesverlauf verändern
Der frühe Morgen ist die lohnendste Besuchszeit – der Unterschied zur Mittagszeit ist erheblich. Je nach Saison öffnen die Gärten um 6:30 oder 7:00 Uhr, und in der ersten ein bis zwei Stunden sind fast ausschließlich Jogger und Hundebesitzer aus der Nachbarschaft anzutreffen. Das Licht ist schräg und kontrastreich, ideal für Fotos. Die Fontänenbecken sind still, die Schotterwege frisch geharkt, und die Hecken werfen tiefe Schatten, die im Laufe des Tages verschwinden.
Zwischen etwa 10:00 und 16:00 Uhr, vor allem im Sommer, füllen sich die Gärten spürbar. Gruppen, die ins Museum des Oberen Belvedere wollen, strömen durch das hintere Tor ins obere Parterre, bevor sie sich anstellen. In dieser Zeit wirken die Gärten eher wie ein Durchgangsbereich als ein Ziel für sich. Wer primär wegen des Gartens kommt und nicht wegen der Schlösser, sollte dieses Zeitfenster wenn möglich meiden.
Am späten Nachmittag wird das Licht wieder interessant. Die tiefstehende Westsonne trifft die vergoldeten Details an der Fassade des Oberen Belvedere, und die Steinfiguren entlang der Terrassen bekommen scharfe Konturen. Gegen frühen Abend lichten sich die Menschenmengen deutlich. Im Sommer (Mai bis Juli) sind die Gärten bis 21:00 Uhr geöffnet – ein echtes zweistündiges Fenster abendlicher Ruhe, das die meisten Besucher völlig verpassen.
💡 Lokaler Tipp
Wer die beste Spiegelaufnahme des Oberen Belvedere im zentralen Becken möchte, sollte an einem Werktag vor 8:30 Uhr da sein. Mit der Tageshitze setzt Wind ein und zerstört das Spiegelbild. Reisegruppen treffen ab etwa 9:30–10:00 Uhr ein.
Jahreszeiten: Was einen das ganze Jahr über erwartet
Im Frühling, vor allem im April und Mai, erblühen die formalen Parterres in voller Pracht. Die geometrischen Beete sind in Mustern bepflanzt, die am besten von den darüber liegenden Schlossterrassen aus zu lesen sind. Das barocke Design war schon immer darauf ausgelegt, aus erhöhter Perspektive wahrgenommen zu werden – auf den Stufen des Oberen Belvedere stehen und hinabschauen ist die eigentlich gemeinte Sichtweise. Unten im Garten bewegt man sich innerhalb der Komposition; von oben kann man sie als Ganzes lesen.
Im Sommer sorgen die voll belaubten Hecken für grüne Korridore und halb umschlossene Räume im formalen Grundriss. Die Fontänen sind in der Regel in Betrieb. Im Hauptparterre staut sich die Hitze schon am frühen Nachmittag, da es in den zentralen Bereichen kaum Schatten gibt. Wer Schatten sucht, sollte die Waldwege an den Gartenrändern erkunden.
Der Herbst wird hier unterschätzt. Die Bäume am Rand färben sich im Oktober und bilden einen schönen Kontrast zu den immergrünen Hecken des Parterres. Die Besucherzahlen sinken merklich, nachdem im September die Schulzeit in Europa wieder beginnt. Die Gärten sind den ganzen Oktober über bis 19:00 Uhr geöffnet – genug Tageslicht für einen entspannten Besuch.
Der Winter ist der ehrlichste Test für die architektonische Qualität des Gartens. Ohne Blumen und Laub liegt die barocke Geometrie unverhüllt da: Schotter, Heckengerippe, Stein und Wasser. An Schneetagen hat der Garten eine Stille und formale Strenge, die kein noch so üppiges Sommergrün ersetzen kann. Von November bis Februar gelten verkürzte Öffnungszeiten von 7:00 bis 17:30 Uhr – das sollte man einplanen.
⚠️ Besser meiden
Das Wetter hat erheblichen Einfluss auf das Erlebnis. Im Hauptparterre gibt es kaum Schatten. An heißen Sommernachmittagen kann es in den offenen Mittelbereichen deutlich heißer sein als auf den schattigen Seitenwegen. In warmen Monaten unbedingt Wasser mitnehmen.
Gärten und Schlösser kombinieren
Die Gärten sind das verbindende Element zwischen zwei sehr unterschiedlichen Museumserlebnissen. Das Obere Belvedere beherbergt die Dauersammlung mit Klimts „Der Kuss" und bedeutenden Werken des österreichischen Symbolismus und Expressionismus – es ist eines der meistbesuchten Museen der Stadt. Das Untere Belvedere konzentriert sich auf Barock- und mittelalterliche Kunst und ist an den meisten Tagen ruhiger.
Wer Gärten und Museum kombinieren möchte, geht am besten beim Oberen Belvedere rein, besucht die Sammlung und spaziert dann die gesamte Länge des Gartens hinunter zum Unteren Belvedere und zur Orangerie. So geht man mit dem Gefälle, nicht dagegen. Vom Unteren Belvedere aus kann man zur Straßenbahnhaltestelle am Rennweg weitergehen oder die umliegende Nachbarschaft erkunden.
Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass die Gärten auf ihrer gesamten Nord-Süd-Länge abfallen. Die Schotterwege sind für die meisten Mobilitätshilfen befahrbar, aber das Gefälle ist durchgehend, und die Oberfläche ist stellenweise locker. An mehreren Terrassenübergängen gibt es außerdem Stufen. Für die Schlösser selbst hat der Belvedere-Komplex dokumentierte Barrierefreiheitsangebote; Besucher mit spezifischen Mobilitätsbedürfnissen sollten die offizielle Website vorab prüfen.
Anreise und Öffnungszeiten
Der häufigste Einstieg ist der Eingang des Oberen Belvedere in der Prinz-Eugen-Straße 27 im 3. Bezirk. Die Straßenbahn D fährt direkt bis zur Haltestelle Schloss Belvedere. Vom Stadtzentrum aus erreicht die Linie 71 die Haltestelle Unteres Belvedere in der Nähe des Unteren Belvedere und der Orangerie – das ist der weniger besuchte Zugang. Die U-Bahn-Linie U1 am Bahnhof Südtiroler Platz-Hauptbahnhof verbindet mit Straßenbahnlinien zu beiden Eingängen.
Der 3. Bezirk liegt südöstlich der historischen Innenstadt. Wer in der Inneren Stadt übernachtet und wissen möchte, wie man zwischen diesen Gebieten am besten navigiert, findet im Leitfaden zur Fortbewegung in Wien alle Infos zu Straßenbahn, U-Bahn und Fußwegen zwischen den Bezirken.
Die Öffnungszeiten der barocken Hauptgärten variieren je nach Monat: März 7:00–19:00 Uhr; April 6:30–20:00 Uhr; Mai bis Juli 6:30–21:00 Uhr; August und September 6:30–20:00 Uhr; Oktober 6:30–19:00 Uhr; November bis Februar 7:00–17:30 Uhr. Diese Zeiten gelten nur für die Gärten, nicht für die Schlösser oder Museen. Der Eintritt in die Hauptgärten ist kostenlos. Aktuelle Öffnungszeiten bitte vor dem Besuch auf der offiziellen Belvedere-Website prüfen, da sich die Saisonzeiten verschieben können.
Fotografieren: Die praktische Realität
Die Spiegelaufnahme am zentralen Becken ist das klassische Bild dieser Gärten – und erfordert etwas Geduld und das richtige Timing, um andere Besucher aus dem Bild zu halten. Ein Weitwinkelobjektiv vom Rand des unteren Beckens, auf das Obere Belvedere gerichtet, erfasst die gesamte Achse. Polfilter reduzieren bei hellem Wetter Reflexionen auf der Wasseroberfläche.
Die Steinsphinxen und mythologischen Figuren entlang der Terrassen lohnen eine genauere Betrachtung. Viele sind originale Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert und zeigen bemerkenswerte Verwitterungsdetails. Im Nachmittagslicht werfen diese Figuren lange Schatten über den Schotter und bilden starke kompositorische Anker für Detailaufnahmen.
Der barocke Architekturkontext des Gartens ist auch Teil einer breiteren Auseinandersetzung mit Wiens gebautem Erbe. Wiens Architekturführer erklärt, wie das Belvedere-Ensemble mit der habsburgischen Bautradition und den späteren Stadtbauprojekten entlang der Ringstraße zusammenhängt.
Insider-Tipps
- Der Blick aus den hinteren Fenstern des Oberen Belvedere – die gesamte Gartenachse hinunter – lohnt sich, bevor man nach draußen geht. Man versteht sofort, wie der Garten von oben gelesen werden sollte, und das verändert die Wahrnehmung beim anschließenden Spaziergang auf Bodenniveau.
- An den Rändern des Gartens gibt es bewaldete Wege, die die meisten Besucher völlig ignorieren, weil sie sich auf das zentrale Parterre konzentrieren. Diese Randwege sind schattig, ruhiger und vermitteln ein Gefühl für die Gesamtgröße der Anlage, das man in den geometrischen Hauptbereichen leicht verliert.
- Wer vom Unteren Belvedere aus dem Rennweg betritt, umgeht die Hauptschlange der Museumsbesucher des Oberen Belvedere und nähert sich dem Garten von seiner ruhigeren, weniger fotografierten Seite. Den Anstieg Richtung Oberes Belvedere zu gehen bietet eine ganz andere Perspektive auf die Kaskade.
- Die Orangerie neben dem Unteren Belvedere zeigt Wechselausstellungen, die oft weniger besucht sind als die Dauersammlung im Oberen Belvedere. Lohnt sich, vorab zu schauen, was läuft – das Gebäude selbst ist ein bedeutendes Barockbauwerk und einen Blick wert, auch wenn die Ausstellung nicht die Hauptprioriät ist.
- Wintermorgen nach leichtem Schneefall verwandeln den Garten in etwas wirklich Besonderes für eine europäische Großstadt. Die Kombination aus barocker Geometrie, verschneiten Hecken und fast leeren Wegen ist das frühe Schließen um 17:30 Uhr und die kurzen Wintertage durchaus wert.
Für wen ist Belvedere Gardens geeignet?
- Barock- und Gartengeschichtsbegeisterte, die ein nahezu unverändert erhaltenes Design des 18. Jahrhunderts erleben möchten
- Fotografen, die den klassischen Spiegelungsblick auf das Obere Belvedere einfangen oder historische Steinskulpturen im Detail festhalten wollen
- Reisende, die eine großzügige Grünfläche nahe dem Stadtzentrum suchen, ohne Museumseintritt zu zahlen
- Paare, die einen eleganten, aber entspannten Spaziergang vor oder nach dem Besuch der Klimt-Sammlung genießen möchten
- Besucher, die einen halben Tag Galerie mit Außenzeit im selben Komplex verbinden
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Belvedere & Landstraße (3. Bezirk):
- Albertina Modern
2020 im historischen Künstlerhaus am Karlsplatz eröffnet, ist die Albertina Modern Wiens Haus für moderne und zeitgenössische Kunst. Auf 2.500 Quadratmetern bietet sie ein Gegengewicht zur Habsburg-und-Alte-Meister-Erzählung, die so viele Museen der Stadt prägt.
- Heeresgeschichtliches Museum
Das Heeresgeschichtliches Museum ist in einem beeindruckenden maurisch-byzantinischen Arsenalgebäude aus den 1850er Jahren untergebracht und zählt zu den ältesten Militärmuseen der Welt. Für nur 3,50 € Eintritt bietet es einen überraschend tiefen Einblick in Österreichs Militär- und Politikgeschichte – darunter das Original-Fahrzeug, in dem Erzherzog Franz Ferdinand 1914 erschossen wurde.
- Hundertwasserhaus
Das Hundertwasserhaus ist ein Gemeindewohnbau im 3. Wiener Bezirk – es wirkt, als hätte es ein Kind bemalt und ein Wald entworfen. Die Fassade ist jederzeit kostenlos zu besichtigen, und das benachbarte Hundertwasser Village lädt zum Verweilen ein. Was dich bei einem Besuch wirklich erwartet.
- Karlskirche (St. Karl Borromäus)
Die Karlskirche am Karlsplatz zählt zu den architektonisch kühnsten Kirchenbauten Mitteleuropas. Entstanden nach einem verheerenden Pestausbruch, erwartet dich hier ein außergewöhnliches Deckenbild, zwei triumphale Säulen und eine Panoramafahrt mit dem Lift bis zum Fuß der 70 Meter hohen Kuppel. Dieser Guide sagt dir, was dich erwartet, wann du am besten kommst und wie du das Beste aus deinem Besuch machst.