John Forrest National Park: Wanderwege, Wasserfälle und ein historischer Bahntunnel in den Perth Hills
Der 1900 ausgerufene John Forrest National Park ist Westaustraliens ältester Nationalpark und das zugänglichste Naturerlebnis der Perth Hills. Jarrah- und Marri-Wälder, saisonale Wasserfälle und der atmosphärische Swan View Tunnel liegen nur 26 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Park Road, Hovea WA 6056 – ca. 26 km östlich des Perth CBD über den Great Eastern Highway
- Anfahrt
- Mit der Bahn bis Midland Station (Transperth Midland Line), dann mit dem Bus Richtung Hovea; aktuelle Transperth-Verbindungen vor der Fahrt prüfen
- Zeitbedarf
- 2–5 Stunden, je nach gewählten Wanderwegen
- Kosten
- Es gilt Eintrittsgebühr; aktuelle Parkgebühren vor dem Besuch beim DBCA erfragen.
- Am besten für
- Tageswanderer, Familien mit Kindern, Wasserfall-Fans, Geschichtsinteressierte

Warum der John Forrest National Park einen Besuch verdient
Die meisten Perth-Besucher verbringen ihre Tage am Strand oder in Fremantle und ahnen nicht, dass weniger als eine halbe Stunde östlich echte Wildnis wartet. Der John Forrest National Park wurde 1898 ausgewiesen und 1900 offiziell proklamiert – er ist damit Westaustraliens erster Nationalpark. Seinen heutigen Namen erhielt er 1947, zu Ehren von Sir John Forrest, dem ersten Premierminister des Bundesstaates. Dieses Erbe ist nicht nur verwaltungsgeschichtlich bedeutsam: Der Park bewahrt eine Landschaft aus Jarrah- und Marri-Wäldern, die einst durchgehend den Darling Scarp bedeckten – den Rücken aus uraltem Granit, der den östlichen Rand der Swan Coastal Plain markiert.
Das Parkgebiet ist kompakt, bietet aber echte geologische Vielfalt: freiliegende Granitfelsen, ein ganzjährig fließender Bach durch ein schmales Tal und saisonale Kaskaden nach den Winterregen. Eine Wildnisexpedition ist das hier nicht – aber echte Natur schon: Kängurus grasen in der Abenddämmerung am Rand des Picknickbereichs, schwarze Kakadus ziehen lärmend durch die Baumkronen, und der Waldboden trägt den scharfen Geruch von Eukalyptus und feuchter Erde, der die Perth Hills im Winter ausmacht.
💡 Lokaler Tipp
Der Eingang gegenüber dem Bilgoman Pool schließt täglich um 16 Uhr. Ein zweiter Eingang weiter östlich am Great Eastern Highway bleibt länger geöffnet. Plane deine Ausfahrt entsprechend – besonders an kurzen Wintertagen.
Das Gelände: Was dich dort erwartet
Das Herzstück des Parks ist das Jane-Brook-Tal. Der Bach fließt in seinen unteren Abschnitten das ganze Jahr über, und im Winter und Frühling füllen sich die oberen Bereiche mit Schmelzwasser vom Scarp, das eine Reihe von Kaskaden speist. Der Hauptpicknickbereich liegt nahe dem Talboden, im Schatten großer Marri-Bäume. Von hier aus führen mehrere ausgeschilderte Wege: Einige folgen dem Bach flussaufwärts, andere führen hinauf zu freiliegenden Granitkämmen mit Blick zurück über die Küstenebene Richtung Stadt.
Das markanteste Einzelelement ist der Swan View Tunnel – ein 340 Meter langer Eisenbahntunnel, der in den 1890er Jahren als Teil der ursprünglichen Eastern Goldfields Railway durch massiven Granit getrieben wurde. Der Tunnel war bis 1945 in Betrieb, als eine Umgehungsstrecke gebaut wurde; die gesamte Strecke wurde 1966 stillgelegt. Heute ist er das Herzstück des Heritage Trail, eines längeren Linienwegs entlang des alten Bahnkorridors. Das Durchqueren des Tunnels ist ein besonderes Sinneserlebnis: Die Temperatur fällt spürbar, Wasser tropft von der gewölbten Granitdecke, und in der Mitte verschwindet der Eingang hinter dir im Dunkel, während der Ausgang noch als kleiner heller Kreis vorausleuchtet. Bring eine Taschenlampe mit.
Die Vegetation des Parks besteht überwiegend aus Jarrah-Marri-Wald, dem vorherrschenden Waldtyp der Darling Range. Im Frühling blüht das Unterholz mit Banksien, Grevilleen und verschiedenen Erdorchideen auf. Wer seinen Besuch rund um Westaustraliens berühmte Wildblumensaison plant, findet im Reiseführer zur Wildblumensaison in Perth alle Infos dazu, was dich in der Region erwartet und wann die verschiedenen Arten ihren Höhepunkt erreichen.
Tickets & Führungen
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The Bell Tower chiming experience
Ab 11 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungPinnacles and Swan Valley Full-day Guided Tour
Ab 201 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungPerth and Fremantle Guided Tour and Swan River Cruise
Ab 110 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungPerth and Fremantle Tour in German with Hotel Pickup
Ab 84 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wanderwege: Den richtigen Walk auswählen
Das Wegenetz reicht von einem flachen, kinderwagentauglichen Promenadenweg entlang des Jane Brook bis hin zu mehrstündigen Rundwegen mit mäßigem Höhenunterschied. Die Jane Brook Promenade ist die barrierefreie Option: ein gepflasterter 300-Meter-Rundweg um das Jane Brook Weir, geeignet für Kinderwagen und Rollstühle mit Begleitung. Sie vermittelt ein echtes Waldgefühl, ohne nennenswerte körperliche Anforderungen zu stellen.
Wer mehr möchte, kann den Railway Reserves Heritage Trail gehen – einen 41 Kilometer langen Rundweg, von dem 6 Kilometer durch den Park und bis zum Swan View Tunnel führen. Der Weg ist gut ausgeschildert und meist schattig, aber einige Abschnitte haben losen Schotter und unebenes Gelände. Festes Schuhwerk mit geschlossener Zehenpartie ist das Minimum; leichte Trailrunner oder Wanderschuhe sind besser. Im Sommer werfen die freiliegenden Granitbereiche oberhalb des Talbodens intensive Hitze zurück: Früh starten, mindestens einen Liter Wasser pro Person mitbringen und die Rückwegdistanz einkalkulieren.
Die oberen Kammwege bieten die schönsten Aussichten im Park. An einem klaren Wintermorgen dehnt sich die Küstenebene vom Scharprand nach Westen aus, und die Silhouette der Stadt ist 26 Kilometer entfernt zu erkennen. Die Mittagshitze im Sommer macht diese exponierten Abschnitte unangenehm, aber dieselben Wege in den kühleren Monaten – mit dem tief stehenden Winterlicht auf dem Granit – gehören zu den besten Fotobedingungen in Reichweite von Perth.
⚠️ Besser meiden
Die Temperaturen in den Perth Hills übersteigen im Sommer regelmäßig 35 °C. An heißen Tagen gilt im Park oft ein absolutes Feuerverbot, das die Nutzung von Grillplätzen einschränken und den Zugang beeinflussen kann. Prüfe die Warnmeldungen des Department of Fire and Emergency Services (DFES), bevor du zwischen Dezember und März einen Besuch planst.
Wann besuchen: Die Jahreszeiten im Überblick
Der Winter (Juni bis August) ist die Zeit, in der der Park bei denen, die ihn gut kennen, am meisten punktet. Die Wasserfälle fließen, die Luft riecht nach nassem Granit und Eukalyptus, der Wald leuchtet in seinem sattesten Grün, und die Wege sind kaum besucht. Die Temperaturen liegen meist zwischen 8 °C und 18 °C – ideales Wanderwetter. Der Haken: Nach starkem Regen kann der Picknickbereich schlammig sein, und einige der oberen Wege werden rutschig.
Der Frühling (September bis November) ist die zweite Hochsaison. Im September und Oktober können die Kaskaden noch fließen, Wildblumen blühen im Unterholz, und das Wetter ist warm, ohne zu belasten. Das ist die Zeit, in der der Park am meisten besucht wird – vor allem an Wochenenden. Wer vor 9 Uhr morgens an einem Frühlingswochenende kommt, hat den Bachlaufweg oft fast für sich allein; wer um 11 Uhr ankommt, kämpft um Picknickplätze.
Der Sommer ist eine echte Herausforderung. Der Bach reduziert sich bis Januar auf ein Rinnsal, die Wasserfälle versiegen, und die exponierten Wegabschnitte können am späten Vormittag bedrückend heiß sein. Trotzdem: Der frühe Morgen im Sommer, so gegen 6 bis 7 Uhr, ist wirklich schön – das Licht fällt flach durch die Jarrah-Kronen, die Luft ist noch kühl, bevor die Hitze einsetzt, und die Vögel sind besonders aktiv. Im Sommer solltest du den Besuch als Morgenausflug planen, nicht als Nachmittagstrip.
Einen umfassenderen Überblick über die besten Reisezeiten für Outdoor-Aktivitäten rund um Perth bietet der Reiseführer zur besten Reisezeit in Perth, der die saisonalen Besonderheiten der Stadt und der umliegenden Region behandelt.
Anreise und Orientierung vor Ort
Am schnellsten geht es mit dem Auto über den Great Eastern Highway, dann auf die Park Road in Hovea abbiegen. Die Fahrt aus dem Zentrum von Perth dauert außerhalb der Stoßzeiten etwa 30 bis 35 Minuten. Der Park hat zwei Fahrzeugeinfahrten: den Haupteingang gegenüber dem Bilgoman Pool, der um 16 Uhr schließt, und einen zweiten Eingang 2,3 Kilometer weiter östlich am Great Eastern Highway, gegenüber dem Glen Forrest Shopping Centre.
Wer kein Auto hat, nimmt die Transperth Midland Line bis Midland Station und steigt dort in den Bus Richtung Hovea um. Der Fußweg von der Bushaltestelle zum Hauptpicknickbereich verlängert die Anreise noch etwas. Aktuelle Verbindungsdetails findest du im Transperth-Routenplaner, da die Taktung auf dieser Strecke variiert. Das öffentliche Verkehrsnetz von Perth wird im Ratgeber zur Fortbewegung in Perth erklärt.
Im Park selbst bewegt man sich ausschließlich zu Fuß. Es gibt keinen Shuttlebus, keinen Fahrradverleih und kein Café oder Geschäft. Der Picknickbereich verfügt über Grillplätze, barrierefreie Grillmöglichkeiten, Toiletten und fließendes Wasser. Bring eigenes Essen und ausreichend Wasser für die gesamte Besuchsdauer mit: Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten gibt es erst wieder Richtung Midland.
Barrierefreiheit und praktische Hinweise für Familien
Der Picknickbereich und die Jane Brook Promenade sind die zugänglichsten Bereiche des Parks. Der Weg vom Parkplatz zu den Toiletten ist weitgehend flach und eben, im Grillbereich gibt es eine barrierefreie Einheit, und die Promenadeoberfläche ist für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Jenseits der Promenade wird das Gelände zunehmend unebener, und die offiziellen Unterlagen beschreiben die Wege nicht als barrierefrei.
Für Familien eignet sich der Park gut als Halbtagsausflug. Der Bach bietet natürliche Unterhaltung für jüngere Kinder, die Picknickeinrichtungen sind ordentlich, und die Wanderung zum Swan View Tunnel gibt dem Ausflug ein klares Ziel. Familien mit sehr kleinen Kindern können den Hills-Besuch auch mit anderen familienfreundlichen Attraktionen in der Nähe verbinden. Der Perth mit Kindern – Reiseführer gibt einen breiteren Überblick über kinderfreundliche Angebote in der gesamten Metropolregion.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Park wird vom Department of Biodiversity, Conservation and Attractions (DBCA) Westaustraliens verwaltet. Für aktuelle Informationen über die Parkbedingungen – besonders nach starkem Regen oder bei erhöhter Brandgefahr – erreichst du den Park direkt unter (08) 9298 8344.
Für wen dieser Besuch vielleicht nichts ist
Wer Café-Kultur, ein Besucherzentrum mit Ausstellungen oder gepflegte Wege durchgehend erwartet, wird den John Forrest National Park im internationalen Vergleich als wenig ausgebaut empfinden. Es gibt keine Gastronomie vor Ort, keinen Audioguide und keinen überdachten Innenbereich abseits der Toilettengebäude. Erstbesucher des australischen Bushlandes, die sich in Gebieten mit schlechtem Handyempfang nicht wohlfühlen, sollten ihre Route im Voraus planen und jemanden über ihre Pläne informieren.
Wer in erster Linie Panoramablicke auf die Stadt sucht und weniger am Waldwandern interessiert ist, findet im Perth Aussichtspunkte – Reiseführer zentrumsnähere Aussichtspunkte, die weniger Anfahrtszeit erfordern.
Insider-Tipps
- Im Swan View Tunnel ist es das ganze Jahr über kühl – auch im Sommer. Pack eine leichte Jacke ein und bring eine Stirnlampe oder ein aufgeladenes Handy mit: In der Mitte des Tunnels ist es wirklich stockdunkel.
- Kängurus sind am besten im Picknickbereich bei Sonnenaufgang und am späten Nachmittag vor der Torschließung um 16 Uhr zu sehen. Wer sie ohne Menschenmassen erleben möchte, kommt an einem Wochentag früh morgens im Herbst oder Winter am besten auf seine Kosten.
- Die Fahrzeuggebühr gilt für das gesamte Auto, nicht pro Person. Wer zu viert oder mehr kommt, zahlt pro Kopf deutlich weniger als bei den meisten Attraktionen in Perth.
- Nach anhaltenden Winterregen können die oberen Kaskaden oberhalb des Hauptpicknickbereichs wirklich beeindruckend sein. Wenn Wasserfälle dein Hauptziel sind, lohnt es sich, vorher einen Blick auf die aktuellen Niederschlagsdaten beim Bureau of Meteorology zu werfen.
- Das Handynetz ist in den unteren Talabschnitten unzuverlässig. Lad dir eine Offline-Karte des Wegenetzes herunter, bevor du den Parkplatz verlässt, und mach einen Screenshot des Wanderführers aus der DBCA-Broschüre, falls du weiter als den Hauptpicknickbereich erkunden möchtest.
Für wen ist John Forrest National Park geeignet?
- Tageswanderer, die das Perth-Hills-Gelände ohne lange Anfahrt erkunden möchten
- Familien mit älteren Kindern, die einen halbtägigen Ausflug mit klarem Ziel suchen – dem Tunnel
- Wildblumen- und Vogelbeobachter, besonders im Frühling
- Reisende, die die vorkoloniale und koloniale Landschaft rund um Perth kennenlernen möchten, ohne die Metropolregion zu verlassen
- Fotografen, die an Wintermorgen das goldene Licht nutzen wollen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Perth Hills:
- Kalamunda
Kalamunda liegt auf dem Darling Scarp, etwa 24 Kilometer östlich von Perth. Das Zentrum ist zu Fuß erkundbar, das History Village befindet sich auf dem Gelände des alten Bahnhofs, und der Bibbulmun Track beginnt hier. Die Zig Zag Scenic Drive ist ein kurzer Abstecher in Gooseberry Hill.
- Lesmurdie Falls
Die Lesmurdie Falls stürzen die Steilküste des Darling Range im Mundy Regional Park hinunter, etwa 20 Kilometer östlich der Innenstadt von Perth. Der Eintritt ist frei, und am schönsten ist es zwischen Juni und Oktober, wenn die Winter- und Frühlingsregen den Wasserfall in voller Stärke fließen lassen.
- Mundaring Weir
Mundaring Weir ist ein über hundert Jahre altes Ingenieurbauwerk tief im bewaldeten Perth Hills, etwa 45 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Stausee, Wanderwege und historische Infrastruktur machen es zu einem lohnenden Halbtagesausflug für Naturliebhaber, Geschichtsinteressierte und Familien.
- Perth Observatory
Hoch oben im Bickley Valley der Perth Hills liegt das Perth Observatory – eine der ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen Westaustraliens. Ob du an einem Sonntagnachmittag die historischen Kuppeln erkundest oder eine Nachthimmels-Tour buchst, um das Südliche Kreuz durch ein echtes Teleskop zu sehen: Hier bekommst du beides – Geschichte und Kosmos – ganz ohne den weiten Weg in die Outback-Einöde.
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