Islands Brygge Harbour Bath: Kopenhagens beliebtestes Freibad

Das Havnebadet Islands Brygge ist Kopenhagens beliebtestes Freibad – direkt im Hafen gelegen, mit vier Becken einschließlich Kinderbecken und kostenlosem Eintritt. Es zieht Einheimische jeden Alters an und bietet eines der authentischsten Sommererlebnisse, die die Stadt zu bieten hat.

Fakten im Überblick

Lage
Islands Brygge 14, 2300 Kopenhagen S, Dänemark
Anfahrt
U-Bahnstation Islands Brygge (~9 Minuten zu Fuß)
Zeitbedarf
1–3 Stunden
Kosten
Kostenlos
Am besten für
Einheimische, Familien, Sommerurlauber, Budgetreisende
Blick auf das Islands Brygge Harbour Bath in Kopenhagen mit Menschen, die an einem sonnigen Tag die Pools, den Fluss und die angrenzenden Stadtgebäude genießen.
Photo Jacob Friis Saxberg (CC BY 2.0) (wikimedia)

Was ist das Islands Brygge Harbour Bath?

Das Havnebadet Islands Brygge ist ein schwimmendes Freibad, das direkt in Kopenhagens innerem Hafen gebaut wurde. Es liegt entlang des Islands Brygge Ufers auf der Südseite des Hafenkanals – und an einem warmen Julitag gehört es zu den authentischsten Orten der Stadt. Das hier ist keine Touristenattraktion im klassischen Sinne. Keine Schlangen, kein Eintritt, kein Souvenirshop. Du kommst an, suchst dir ein Stück Holzsteg und schwimmst in demselben Hafenwasser, durch das vor einigen Jahrzehnten noch Frachtschiffe fuhren.

Die Anlage umfasst insgesamt vier Becken: zwei Kinderbecken, ein Hauptschwimmbecken und ein Sprungbecken mit einer maximalen Tiefe von 5 Metern. Die Anlage hat eine Kapazität von rund 600 Personen – wobei es an heißen Tagen schnell voll wird und die Holzstege sich vom ruhigen Morgenort in einen lebhaften Treffpunkt verwandeln.

ℹ️ Gut zu wissen

Die Badesaison läuft ganzjährig, täglich von 06:00 bis 22:00 Uhr. Bademeister sind vom 1. Juni bis 31. August von 10:00 bis 18:00 Uhr im Einsatz. Außerhalb dieser Zeiten ist Schwimmen weiterhin erlaubt, aber auf eigene Gefahr.

Wie es sich dort anfühlt

Wer morgens ankommt – etwa eine Stunde nachdem die Bademeister ihren Posten übernommen haben – erlebt diesen Ort von seiner besten Seite. Die Holzstege sind noch kühl unter den Füßen, das Wasser klar genug, um die Plattformstruktur darunter zu sehen, und der Hafen riecht leicht nach Salz und Holz. Bis zum Mittag im Juni oder Juli hat sich die Szene komplett verändert: Handtücher bedecken jeden freien Zentimeter, Kinder kreischen in den Flachwasserbecken, Teenager stehen an den hohen Plattformen an, und der Geruch von Sonnencreme mischt sich mit der Hafenbrise.

Was die meisten Erstbesucher am meisten überrascht, ist die völlige Selbstverständlichkeit des Ganzen. Kopenhagener nutzen das Bad wie eine öffentliche Einrichtung – genauso wie eine Parkbank oder einen Radweg. Großeltern lesen Zeitung in der Sonne, während Kleinkinder im 30-cm-Becken planschen. Teenager springen von den Plattformen. Büroangestellte essen ihre Lunchsandwiches auf den Geländern. Niemand posiert für die Kamera. Genau diese Qualität – das vollständige Fehlen jeglicher Inszenierung – macht den Besuch lohnenswert.

Am Abend, nachdem die Bademeister um 18:00 Uhr gegangen sind, bekommt das Freibad einen anderen Charakter. Die Menge lichtet sich, das Licht wird bernsteinfarben auf dem Wasser, und die Lautstärke fällt auf Gesprächsniveau. Schwimmen ist nach den offiziellen Stunden noch erlaubt, aber unbeaufsichtigt – ideal für erfahrene Schwimmer, die Ruhe suchen.

Geschichte und Hintergrund: Warum Kopenhagen im Hafen schwimmt

Einen Großteil des 20. Jahrhunderts war der innere Hafen zu verschmutzt zum Schwimmen. Industriebetrieb und eine mangelhafte Abwasserinfrastruktur machten das Wasser tatsächlich gefährlich. Die Sanierung des Kopenhagener Hafens – über mehrere Jahrzehnte mit erheblichen kommunalen Investitionen vorangetrieben – verwandelte das Gewässer in eines der saubersten städtischen Häfen Europas. Das erste Hafenbad entstand 2002 an Islands Brygge als direktes Ergebnis dieser Bemühungen und wurde zum Symbol des ökologischen Wandels der Stadt.

Die Anlage wurde von der Bjarke Ingels Group (BIG) entworfen, die das Konzept später mit weiteren Hafenbadprojekten ausbaute. Sie wurde mit internationalen Designpreisen ausgezeichnet und diente anderen Städten als Vorbild. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Architektur das öffentliche Leben in Kopenhagen prägt, findet im Kopenhagen Design- und Architekturguide nützliche Hintergrundinformationen.

Islands Brygge ist das bekannteste von mehreren Hafenbädern, die inzwischen über die ganze Stadt verteilt sind, und zieht konstant die größten Menschenmassen an. Die Uferpromenade entlang Islands Brygge erstreckt sich in beide Richtungen vom Bad und ist Teil eines breiteren Rad- und Fußwegkorridors am Hafenrand.

Anreise und praktische Infos

Das Hafenbad befindet sich an der Islands Brygge 14, auf der Südseite des Hafens im Stadtteil Kopenhagen S. Die nächste U-Bahnstation ist Islands Brygge auf der Linie M1/M2, von dort sind es etwa 9 Minuten zu Fuß durch ein Wohnviertel bis ans Wasser. Der Weg ist flach und unkompliziert. Auch Busse erschließen die Gegend, und die Uferpromenade ist eine gut genutzte Fahrradroute – mit dem Rad anzukommen ist also absolut praktikabel.

Wer das Hafenbad mit Sehenswürdigkeiten auf der anderen Hafenseite kombinieren möchte: die Erlöserkirche im nahe gelegenen Christianshavn ist etwa 15 Minuten zu Fuß über die Hafenbrücke entfernt und lässt sich gut am selben Nachmittag einplanen. Einen umfassenderen Überblick, wie man sich in der Stadt fortbewegt, bietet der Fortbewegungsguide für Kopenhagen.

💡 Lokaler Tipp

Es gibt Umkleidekabinen und Duschen vor Ort, die sich an belebten Sommertagen jedoch schnell füllen. Wer vor 11:00 Uhr oder nach 16:00 Uhr kommt, wartet deutlich kürzer.

Was du mitbringen solltest, Kleidung und Fotografieren

Normale Badekleidung ist völlig in Ordnung. Es gibt keine Kleiderordnung, keine Schließfächer vor Ort (bring so wenig wie möglich mit oder nimm das Risiko in Kauf, Sachen unbeaufsichtigt auf dem Steg zu lassen) und keine Essensstände direkt am Bad. Die umliegenden Straßen haben Cafés und kleine Supermärkte in wenigen Minuten Entfernung – am praktischsten ist es, eigene Snacks und eine Wasserflasche mitzubringen.

Das Holzdeck wird in der direkten Sonne heiß und nach ein paar Stunden unangenehm für nackte Füße – Sandalen oder Flip-Flops sind also sinnvoll. Ein Handtuch ist selbstverständlich, aber die Größe spielt eine Rolle: An vollen Tagen ist der Platz wirklich begrenzt, ein kleineres Handtuch macht das Leben leichter. Sonnencreme ist ab Mai unverzichtbar, da es auf den Hauptplattformen kaum Schatten gibt.

Fotografieren ist vom Hafenrand und den Holzstegen aus unkompliziert. Das beste Licht für Weitwinkelaufnahmen der Badanlage gibt es morgens, wenn die Sonne vom Nordufer hinter dir steht. Beim Fotografieren von Kindern in den Flachwasserbecken solltest du rücksichtsvoll vorgehen – das hier ist ein öffentlicher Familienbereich.

Wetter und saisonale Realität

Kopenhagener Sommer sind angenehm, aber kein Selbstläufer. Die durchschnittlichen Julitemperaturen liegen zwischen 15 °C und 22 °C – ein grauer, windiger Tag kann das Schwimmen im Freien selbst in der Hochsaison wenig verlockend machen. Das Hafenbad ist ganzjährig geöffnet, aber außerhalb von Juni bis August ist das Wasser kalt und die Stege meist leer. Im September gibt es noch warme Tage, aber die Wassertemperatur fällt merklich und die Bademeister sind nicht mehr im Einsatz.

Wer seine Reise nach Wetter und Veranstaltungen planen möchte, findet im besten Reisezeit für Kopenhagen nützliche Informationen zu den saisonalen Mustern. Für ein Sommeritinerar, das das Hafenbad mit anderen Uferzielen kombiniert, bietet der Kopenhagen im Sommer Guide gute Planungshilfen.

⚠️ Besser meiden

Die Wasserqualität wird regelmäßig von der Gemeinde überwacht. Nach starken Regenfällen kann das Schwimmen vorübergehend gesperrt werden, da das Kanalisationssystem überlaufen kann. Prüfe die aktuellen Bedingungen vor deinem Besuch – besonders an warmen Tagen nach Regen.

Für wen es möglicherweise nichts ist

Wer ein Stranderlebnis mit Liegen, Personal oder Serviceleistungen erwartet, wird enttäuscht sein. Das hier ist kommunale Infrastruktur – gut gepflegt, aber spartanisch. Es gibt keine Essensstände, keine Leihausrüstung und kaum Schatten. An den beliebtesten Sommertagen ist jede waagerechte Fläche mit Handtüchern bedeckt, der Lärmpegel ist hoch und persönlicher Raum so gut wie nicht vorhanden.

Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass der Zugang einige Stufen und unebenes Holzdeck erfordert. Die Becken sind über Leitern zugänglich. Die Kinderbecken sind der zugänglichste Bereich, aber die gesamte Anlage ist nicht vollständig rollstuhlgerecht. Informiere dich vor deinem Besuch direkt bei der Gemeinde über die aktuellen Zugangsmöglichkeiten.

Insider-Tipps

  • Wochentags zwischen 09:00 und 11:00 Uhr ist es deutlich ruhiger als an Wochenendnachmittagen. Wer das Erlebnis ohne Gedränge genießen möchte, ist dienstags oder mittwochs vor Mittag gut aufgehoben.
  • Das 5-Meter-Sprungbecken zieht die längsten Schlangen an. Wer in Ruhe seine Bahnen schwimmen möchte, ist im Hauptschwimmbecken auf der anderen Seite der Anlage besser aufgehoben.
  • Der Supermarkt an der Promenade von Islands Brygge ist etwa 5 Minuten zu Fuß entfernt und hat alles von kalten Getränken bis Sonnencreme – deutlich günstiger als in den touristisch geprägten Hafenbereichen.
  • Wenn das Freibad überfüllt ist, führt die Hafenpromenade nach Norden zur Langebro-Brücke, wo man oft ruhigere Plätze am Wasser findet – auch wenn Schwimmen dort nicht möglich ist.
  • Das Freibad gehört zum übergeordneten System der Kopenhagener Hafenbäder. Wenn Islands Brygge zu voll ist, ist das Sluseholmen Harbour Bath im Südwesten eine weniger besuchte Alternative – ebenfalls kostenlos.

Für wen ist Islands Brygge Harbour Bath geeignet?

  • Reisende, die im Juni, Juli oder August ein authentisches lokales Sommererlebnis suchen
  • Familien mit kleinen Kindern, die ein flaches, beaufsichtigtes Becken im Freien ohne Eintritt brauchen
  • Budgetreisende, die einen ganzen Nachmittag ohne Kosten verbringen möchten
  • Architektur- und Designinteressierte, die preisgekrönte öffentliche Infrastruktur erkunden wollen
  • Alle, die Kopenhagens Verhältnis zu seinem Hafen jenseits der Postkartenmotive verstehen wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Kombiniere deinen Besuch mit:

  • Amager Strandpark

    Der Amager Strandpark ist Kopenhagens größter Strand mit insgesamt 4,6 km Sandstrand an der südöstlichen Küste der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos, die Anlage per Metro gut erreichbar – und sie kombiniert natürlichen Küstenstreifen mit einer 2 km langen künstlichen Insel samt geschützter Lagune, die 2005 eröffnet wurde. Für Einheimische ist er ein echtes Sommerziel, für Besucher, die in einer skandinavischen Hauptstadt keinen Strand erwarten, eine angenehme Überraschung.

  • Arken Museum für Moderne Kunst

    Das ARKEN Museum für Moderne Kunst liegt an der Küste von Ishøj südlich von Kopenhagen und verbindet ein architektonisch spektakuläres Gebäude mit einem ernsthaften Programm für zeitgenössische Kunst. Der Weg aus der Stadt gehört zum Erlebnis – und die Landschaft verändert alles daran, wie du die Kunst wahrnimmst.

  • Bakken

    Dyrehavsbakken, kurz Bakken genannt, zieht seit 1583 Besucher in die Wälder nördlich von Kopenhagen – und ist damit der älteste noch betriebene Vergnügungspark der Erde. Anders als glatt polierte Freizeitparks verbindet er klappernde Achterbahnen, Schießbuden und Freiluftrestaurants inmitten eines UNESCO-anerkannten Wildgehege-Parks, mit freiem Eintritt zum Gelände.

  • Den Blå Planet – Nationalt Akvarium Danmark

    Den Blå Planet, Dänemarks Nationales Aquarium, liegt in Kastrup an der Øresundküste – mit 7 Millionen Litern Wasser, 450 Arten und einem beeindruckenden Spiralbau, den man sich schon von außen genauer ansehen sollte. Dieser Guide erklärt, was dich in den Ausstellungen erwartet, wann der Besuch am lohnendsten ist und wie du problemlos hinkommst.

Zugehöriges Reiseziel:Kopenhagen

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