Bakken (Dyrehavsbakken): Der älteste Vergnügungspark der Welt
Dyrehavsbakken, kurz Bakken genannt, zieht seit 1583 Besucher in die Wälder nördlich von Kopenhagen – und ist damit der älteste noch betriebene Vergnügungspark der Erde. Anders als glatt polierte Freizeitparks verbindet er klappernde Achterbahnen, Schießbuden und Freiluftrestaurants inmitten eines UNESCO-anerkannten Wildgehege-Parks, mit freiem Eintritt zum Gelände.
Fakten im Überblick
- Lage
- Dyrehavsbakken 207, 2930 Klampenborg, Dänemark – ca. 15 km nördlich der Kopenhagener Innenstadt
- Anfahrt
- S-Bahn Linie C bis Bahnhof Klampenborg, dann ca. 10 Minuten Fußweg durch den Dyrehaven
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden für einen entspannten Besuch; ein ganzer Tag, wenn man ihn mit einem Spaziergang durch den Dyrehaven verbindet
- Kosten
- Eintritt frei; Fahrband für unbegrenzte Fahrten ab ca. 329 DKK (aktuelle Preise auf bakken.dk prüfen)
- Am besten für
- Familien, Geschichtsinteressierte, budgetbewusste Reisende und alle, die einen Jahrmarkt abseits von Disney-Ästhetik erleben möchten
- Offizielle Website
- www.bakken.dk

Was ist Bakken – und warum ist er besonders?
Dyrehavsbakken, von allen nur Bakken genannt, ist nicht nur Dänemarks meistbesuchter Vergnügungspark. Er ist der älteste noch in Betrieb befindliche Freizeitpark der Welt – ununterbrochen in Betrieb seit 1583, als Straßenkünstler und Händler begannen, sich um eine natürliche Quelle im königlichen Jagdrevier nördlich von Kopenhagen zu versammeln. Allein das unterscheidet Bakken von jedem anderen Jahrmarkt auf dem Planeten.
Vier Jahrhunderte später hat sich am Grundprinzip überraschend wenig geändert. Es gibt noch immer Essenstände, Spielbuden, Live-Auftritte und Fahrgeschäfte, die auf rund 75.000 Quadratmetern Waldlichtungen gedrängt sind. Was das Erlebnis besonders macht, ist alles um den Park herum: hohe Buchenwälder, streunende Hirsche und das leise Rauschen der S-Bahn, das im Vogelgesang versinkt. Man kommt durch den Wald an – nicht über einen Parkplatz –, und heute warten insgesamt 33 Fahrgeschäfte.
Bakken liegt im Jægersborg Dyrehave, einem königlichen Wildgehege, das 1670 angelegt und heute als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist. Der Park ist auch für sich allein einen Besuch wert; einen vollständigen Überblick über das Gebiet bietet der Reiseführer zum Jægersborg Dyrehave.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Eintritt zum Bakken-Gelände ist kostenlos. Du zahlst nur für einzelne Fahrgeschäfte oder kaufst ein Tagesarmband für unbegrenzte Fahrten. Das macht Bakken zu einem der zugänglichsten Vergnügungsparks in Nordeuropa für Familien mit kleinem Budget.
Die Atmosphäre: Wie es sich wirklich anfühlt
An einem Sommernachmittag trifft einen zuerst der Geruch: frittiertes Essen, gebrannte Mandeln und etwas leicht Rauchiges von den Freiluftgrills. Die Wege sind breit, aber ungezwungen – kein durchgeplanter Besucherstrom wie in einem großen Freizeitpark. Familien schieben Kinderwagen über festgestampften Kies, Teenager stehen in Grüppchen um Spielbuden. Die Geräusche überlagern sich: das mechanische Rumpeln der Achterbahn, Akkordeonmusik aus einer Bierhalle, das Lachen von Kindern.
Die Fahrgeschäfte selbst sind eine bunte Mischung. Insgesamt 33 gibt es, von einer historischen Holzachterbahn bis zu Drehkarusells und familientauglichen Geisterbahnen. Technisch kommt hier nichts an den Tivoli Gardens heran – aber genau das ist der Punkt. Bakken hat eine eingespielte Patina, die sich verdient anfühlt, nicht vernachlässigt. Der Lack ist bunt, aber nicht neu. Die Mitarbeiter sind entspannt. Die Schlangen bewegen sich in menschlichem Tempo.
Wer sich zwischen Bakken und den Tivoli Gardens entscheiden muss: Tivoli ist gepflegter, zentraler und teurer. Bakken ist lockerer, grüner und kostenlos. Beide sprechen wirklich unterschiedliche Stimmungen an.
Abends verändert sich die Stimmung spürbar. Ab 19 Uhr an einem Freitag oder Samstag im Sommer gehört Bakken eher den Erwachsenen: Die Bierhallen füllen sich, die Livemusik wird lauter, und der Rückweg durch den Wildgehege zur Bahn bekommt im langen nordischen Dämmerlicht einen ganz eigenen Charakter. Familien sind noch willkommen, aber die Energie gehört einem älteren Publikum.
Geschichte: 440 Jahre in einem Wald
Die Geschichte beginnt 1583 mit der Entdeckung einer Süßwasserquelle, der heilende Kräfte zugeschrieben wurden. Händler, Akrobaten und Wahrsager folgten den Menschenmassen, und im königlichen Waldgebiet Dyrehave entstand ein informeller Jahrmarkt. Die dänische Krone tolerierte und formalisierte schließlich das Treiben – das seitdem ununterbrochen stattfindet und Kriege, politische Umbrüche und den Aufstieg moderner Unterhaltung überlebt hat.
Bakken ist damit um mehr als 250 Jahre älter als der Tivoli – und älter als jeder andere namentlich bekannte Vergnügungspark der Welt. Die ursprüngliche Holzachterbahn, die Rutschebanen, stammt von 1932 und ist noch immer in Betrieb; sie gehört damit zu den ältesten funktionierenden Achterbahnen Europas. Ein Besuch hier ist genauso ein Gang durch die Geschichte der Volksunterhaltung wie ein Jahrmarktausflug.
Der Pierrot, eine Theaterfigur, die seit Generationen im Bakken auftritt, ist bis heute ein kulturelles Symbol des Parks. Vorstellungen finden noch immer auf der Freiluftbühne statt – und verbinden heutige Besucher mit einer Tradition der Commedia-Unterhaltung, die älter ist als das Kino.
Anreise: Der Weg durch den Dyrehaven ist Teil des Erlebnisses
Nimm die S-Bahn Linie C von zentralen Kopenhagener Bahnhöfen wie Nørreport oder Østerport bis zur Endstation Klampenborg. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Vom Bahnhof Klampenborg aus folgt man dem Weg durch das Tor in den Dyrehaven und läuft rund 10 Minuten durch offenes Parkland und Buchenwald bis zum Parkeingang. Hirsche sind auf diesem Abschnitt häufig zu sehen – besonders am frühen Morgen und am frühen Abend.
Diese Anreise ist wichtig: Der Fußweg ist kein lästiger Transfer, sondern ein echter Übergang vom Stadtleben in die Natur – und genau das hebt Bakken von jedem städtischen Freizeitpark ab. Mit dem Auto ist die Anfahrt möglich, mit kostenpflichtigem Parkplatz am Eingang, aber dann verpasst man den besten Teil der Reise und die Stimmung, die er erzeugt.
💡 Lokaler Tipp
Die S-Bahn nach Klampenborg ist mit Standardtickets des Kopenhagener Zonentarifs abgedeckt. Wer die Copenhagen Card hat, ist damit bereits unterwegs. Aktuelle Zonenpreise am besten vor der Reise auf rejseplanen.dk prüfen.
Wann besuchen: Saison, Tageszeit und Wetter
Bakken ist ein Saisonpark, der typischerweise von Ende März bis Anfang September geöffnet ist, mit eingeschränktem Betrieb während der Herbstschulferien und ausgewählten Wochenenden zur Weihnachtszeit. Das Kernsommerhalbjahr von Juni bis August bietet das vollständigste Programm aus Fahrgeschäften, Entertainment und Essensständen. Im Juli sind die Sommeröffnungszeiten oft 11 bis 21 Uhr, sie variieren aber im Laufe der Saison. Immer auf bakken.dk nachschauen, bevor man aufbricht.
Werktägliche Vormittage im Juni oder Anfang September sind die ruhigsten Besuchszeiten. Die Warteschlangen sind kürzer, die Bierhallen stiller, und der umliegende Wildgehege-Park ist idyllisch. Wochenendnachmittage im Juli sind am belebtesten, wenn Familien aus dem gesamten Großraum Kopenhagen anreisen. Der Park bewältigt das ohne weiteres, aber das Erlebnis ist dann ein anderes.
Das Wetter spielt bei Bakken eine größere Rolle als bei einer Innenatttraktion. Die Wege sind draußen, teilweise von Bäumen beschattet. Leichter Regen ist kein Problem und lichtet sogar die Menschenmassen. Starker Regen macht unbefestigte Bereiche schlammig und zwingt manche Fahrgeschäfte zur Pause. Bequeme Schuhe sind unabhängig vom Wetter Pflicht – das Waldgelände ist nichts für Absätze oder dünne Sandalen.
⚠️ Besser meiden
Bakken ist im Winter die meiste Zeit geschlossen. Wer Kopenhagen außerhalb des Zeitraums von Ende März bis Anfang September besucht, sollte die genauen Öffnungstage auf bakken.dk prüfen, bevor er den Weg nach Klampenborg auf sich nimmt.
Praktische Tipps: So holst du das Beste aus dem Besuch raus
Wer vor allem Fahrgeschäfte will, ist mit einem Tagesarmband gut beraten (zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung ab ca. 329 DKK, aktuelle Preise prüfen): unbegrenzter Zugang für den ganzen Tag, ohne jedes Mal zu überlegen. Wer die Atmosphäre genießen möchte, ohne viele Fahrgeschäfte zu nutzen, kann dank kostenlosem Eintritt zwei Stunden durch Essenstände schlendern, Freiluftauftritte schauen und das Gelände erkunden – ohne viel auszugeben.
Das Essensangebot ist reichhaltig und typisch für einen dänischen Jahrmarkt: Hot Dogs, gebratener Fisch, Eis und Bier. Die Preise entsprechen dem, was man von einem Freizeitpark erwartet – kein Straßenmarkt. Snacks aus Kopenhagen mitzubringen ist erlaubt und praktisch, wenn das Budget knapp ist.
Fotografieren gelingt am besten am Morgen, wenn das Licht flach durch die Bäume fällt und der Park noch den ruhigen, frischen Charme des Erwachens hat. Die Holzachterbahn ist aus mehreren Blickwinkeln fotogen. Abendaufnahmen des erleuchteten Parks vor dem sich verdunkelnden Buchenwald sind das Warten wert.
Bakken lässt sich gut mit einem längeren Ausflug verbinden. Der Wildgehege-Park selbst lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein, und die Küstenstadt Klampenborg hat Cafés am Wasser. Wer mehr über Kopenhagens Parks und Freiluftkultur erfahren möchte, findet im Kopenhagen mit Kindern – Reiseführer weitere grüne Ausflugsziele rund um die Stadt.
Für wen Bakken vielleicht nichts ist
Wer hochmoderne Nervenkitzel-Fahrgeschäfte oder einen schicken, zeitgemäßen Freizeitpark sucht, wird enttäuscht sein. Das Fahrtenangebot im Bakken ist überschaubar – in Umfang und Alter. Wer in Kopenhagen nur wenig Zeit hat, ist mit einem Nachmittag im Tivoli wahrscheinlich besser bedient: konzentrierter und näher am Stadtzentrum.
Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass Bakken auf Außenwegen in einem Waldpark liegt, mit unebenem Untergrund und keinem durchgehend flachen, befestigten Rundweg. Genaue Informationen zur Barrierefreiheit sollten direkt beim Park angefragt werden, bevor man aufbricht.
Wer seinen Kopenhagen-Aufenthalt eher auf Design und Architektur ausgerichtet hat als auf Grünflächen und Nostalgie, ist mit den kulturellen Innenattraktionen der Stadt vermutlich besser dran. Der Die besten Museen in Kopenhagen – Reiseführer ist ein guter Ausgangspunkt dafür.
Insider-Tipps
- Nimm dir auf dem Weg rein und raus Zeit, den Dyrehaven in Ruhe zu durchqueren. Rothirsche leben hier das ganze Jahr und sind häufig auf dem Weg zwischen Bahnhof Klampenborg und dem Park zu sehen – besonders morgens und abends.
- Die hölzerne Achterbahn Rutschebanen von 1932 wird noch immer von einem Bremser begleitet, der mitfährt und die Geschwindigkeit beim Abstieg manuell kontrolliert. Sie gehört zu den letzten Bahnen weltweit, die noch so betrieben werden. Einsteigen lohnt sich wegen der Geschichte, nicht wegen des Adrenalins.
- Werktags zwischen etwa 15 und 17 Uhr gibt es oft eine ruhige Phase: Familien mit kleinen Kindern sind schon zum Abendessen gegangen, das Abendpublikum noch nicht da. Die Warteschlangen werden deutlich kürzer.
- Die Bierhallen des Parks sind echte gesellschaftliche Institutionen, keine Touristenfallen. Eine Stunde mit einem Bier dasitzen und das Treiben beobachten – das ist ein vollkommen angemessener Zeitvertreib auf dem Bakken, und günstiger als die meisten Kopenhagener Bars.
- Wenn du Bakken und den Jægersborg Dyrehave am selben Tag kombinieren möchtest, pack ein Picknick ein. Im Wildgehege selbst gibt es keine Cafés – nur auf dem Bakken. Die offenen Wiesenflächen sind ideal für eine Mahlzeit im Freien unter Rehen.
Für wen ist Bakken geeignet?
- Familien mit Kindern verschiedener Altersgruppen – dank freiem Eintritt und einem breiten Angebot an Fahrgeschäften
- Geschichtsbewusste Reisende, die mehr wollen als Museen – Bakken ist ein lebendiges Stück europäischer Volkskultur
- Budgetreisende: kostenloser Eintritt und eine S-Bahn-Fahrt aus der Stadt machen es zu einem günstigen Halbtagesausflug
- Besucher, die einen Freizeitpark mit einem echten Naturerlebnis im Dyrehaven verbinden möchten
- Erwachsene, die einen entspannten, unkomplizierten Abend mit Bier, Live-Musik und frischer Luft suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Amager Strandpark
Der Amager Strandpark ist Kopenhagens größter Strand mit insgesamt 4,6 km Sandstrand an der südöstlichen Küste der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos, die Anlage per Metro gut erreichbar – und sie kombiniert natürlichen Küstenstreifen mit einer 2 km langen künstlichen Insel samt geschützter Lagune, die 2005 eröffnet wurde. Für Einheimische ist er ein echtes Sommerziel, für Besucher, die in einer skandinavischen Hauptstadt keinen Strand erwarten, eine angenehme Überraschung.
- Arken Museum für Moderne Kunst
Das ARKEN Museum für Moderne Kunst liegt an der Küste von Ishøj südlich von Kopenhagen und verbindet ein architektonisch spektakuläres Gebäude mit einem ernsthaften Programm für zeitgenössische Kunst. Der Weg aus der Stadt gehört zum Erlebnis – und die Landschaft verändert alles daran, wie du die Kunst wahrnimmst.
- Den Blå Planet – Nationalt Akvarium Danmark
Den Blå Planet, Dänemarks Nationales Aquarium, liegt in Kastrup an der Øresundküste – mit 7 Millionen Litern Wasser, 450 Arten und einem beeindruckenden Spiralbau, den man sich schon von außen genauer ansehen sollte. Dieser Guide erklärt, was dich in den Ausstellungen erwartet, wann der Besuch am lohnendsten ist und wie du problemlos hinkommst.
- Dragør Altstadt
Zwölf Kilometer südlich von Kopenhagen bewahrt Dragørs Altstadt Dänemarks dichteste Ansammlung denkmalgeschützter historischer Gebäude. Ockergelbe Häuser mit roten Ziegeldächern säumen schmale Kopfsteinpflastergassen neben einem lebendigen Hafen – ein echter Gegenpol zum Tempo der Hauptstadt. Der Eintritt ist frei, die Straßen sind jederzeit zugänglich.