Den Blå Planet: Kopenhagens Nationales Aquarium im Überblick

Den Blå Planet, Dänemarks Nationales Aquarium, liegt in Kastrup an der Øresundküste – mit 7 Millionen Litern Wasser, 450 Arten und einem beeindruckenden Spiralbau, den man sich schon von außen genauer ansehen sollte. Dieser Guide erklärt, was dich in den Ausstellungen erwartet, wann der Besuch am lohnendsten ist und wie du problemlos hinkommst.

Fakten im Überblick

Lage
Jacob Fortlingsvej 1, 2770 Kastrup, Kopenhagen, Dänemark
Anfahrt
U-Bahnstation Kastrup (ca. 8 Minuten Fußweg)
Zeitbedarf
2–3 Stunden
Kosten
Eintritt kostenpflichtig; Preise nach Altersgruppen gestaffelt. Aktuelle Preise in DKK auf denblaaplanet.dk.
Am besten für
Familien, Meeresliebhaber, Regentage, Architekturbegeisterte
Offizielle Website
denblaaplanet.dk/en
Besucher bewundern das Meeresleben durch das riesige Aquariumfenster im The Blue Planet, Dänemarks Nationalaquarium in Kopenhagen, mit Haien, Fischen und Korallenriffen.
Photo Villy Fink Isaksen (CC BY-SA 4.0) (wikimedia)

Was ist Den Blå Planet?

Den Blå Planet, offiziell das Nationale Akvarium Danmark, ist Skandinaviens größtes Aquarium. Es wurde im März 2013 in Kastrup eröffnet. Das Gebäude umfasst rund 12.000 Quadratmeter und fasst ungefähr 7 Millionen Liter Wasser, verteilt auf 53 einzelne Ausstellungsbereiche. Rund 20.000 Tiere aus etwa 450 Arten sind hier zu sehen – von kleinen Süßwasserfischen bis hin zu großen Haien, die in einem gewaltigen Ozeanbecken ihre Runden drehen.

Das Aquarium liegt am Westufer des Øresunds in Kastrup, dem gleichen Stadtteil, in dem auch der Kopenhagener Flughafen liegt. Der Standort ist bewusst gewählt: Die Architekten und Kuratoren wollten den Besuchern vermitteln, dass das Meer rund um Dänemark kein abstraktes Konzept ist, sondern ein lebendiger, sichtbarer Nachbar.

Die Architektur: Unbedingt ansehen, bevor du reingehst

Das Gebäude, entworfen vom dänischen Büro 3XN, wurde 2013 fertiggestellt und ist seitdem ein fester Referenzpunkt in skandinavischen Architekturkreisen. Seine Form ist einem Strudel oder Wirbel nachempfunden: Fünf geschwungene Flügel winden sich spiralförmig von einem zentralen Kern nach außen. Die Fassade ist mit Aluminiumschindeln verkleidet, die sich wie Fischschuppen überlappen und je nach Licht und Bewölkung zwischen Silbergrau und fast reinem Weiß wechseln. An einem bedeckten Morgen wirkt sie beinahe monochrom – in der tiefen Nachmittagssonne bricht das Licht in vielen kleinen Fragmenten.

Wer vom Uferweg der Metro-Station Kastrup aus ankommt, nähert sich dem Gebäude von seiner eindrucksvollsten Seite. Nimm dir ein paar Minuten, um außen herumzugehen, bevor du reingehst. Mehr zur Architektur gibt es in unserem Guide zu Design und Architektur in Kopenhagen, der das Gebäude in den größeren Kontext der gebauten Stadt einordnet.

💡 Lokaler Tipp

Öffnungszeiten: Die aktuellen Zeiten findest du auf der offiziellen Website, da sie je nach Saison variieren. Das Aquarium ist das ganze Jahr geöffnet, auch an Feiertagen – am 24. und 31. Dezember gelten jedoch verkürzte Öffnungszeiten.

Im Aquarium: Durch die Ausstellungen bewegen

Die Wegeführung im Inneren folgt der spiralförmigen Logik des Gebäudes. Du bewegst dich von kleineren Süßwasserwelten hin zu immer größeren Meereshabitaten, wobei das riesige Ozeanbecken den Höhepunkt bildet. Diese Abfolge funktioniert gut: Wenn du schließlich am Hauptbecken ankommst, haben sich deine Augen bereits an das gedämpfte Licht gewöhnt, das die meisten Ausstellungsbereiche erfordern – und der räumliche Wechsel von der engen Tunnelperspektive zu den offenen, zwei Stockwerke hohen Panoramascheiben wirkt wirklich beeindruckend.

Die Süßwasserbereiche umfassen tropische Flüsse, kühle nordische Bäche und Regenwaldabschnitte, in denen kleine Fische und Amphibien in sorgfältig kontrollierten Mikroklimata leben. Die Luftfeuchtigkeit im Regenwaldbereich ist deutlich spürbar. An den Schaufensterscheiben bildet sich Kondenswasser. Und der Geruch wechselt zwischen den Zonen auf eine Weise, die die meisten Aquarien vermeiden: erdig und warm in den tropischen Süßwassergebieten, kühler und leicht salzig in der Nähe der Meeresbecken.

Die Korallenriffbereiche gehören zu den visuell dichtesten Abschnitten – die Farbkontraste sind bei dem gedämpften Licht schwer zu fotografieren. Das Ozeanbecken hingegen ist groß genug für gute Aufnahmen: Haie, Rochen und große Schwärme ziehen durch einen Raum mit genug Tiefe, um ein Gefühl von offenem Wasser zu erzeugen – nicht von Enge. Ein Tunnel führt durch den Boden des Beckens, auf dem Laufband gleiten die Besucher langsam hindurch. Kinder hören hier meist auf zu laufen, was zu leichten Staus in den Stoßzeiten führen kann.

Was Priorität hat, wenn die Zeit knapp ist

  • Das Hauptozeanbecken und sein Tunnel: Das ist das Herzstück – nimm dir hier wirklich Zeit.
  • Die Fütterungspläne am Eingang: Timed Feedings in bestimmten Becken ziehen Menschenmengen an, ermöglichen aber ungewöhnlich nah Einblicke.
  • Den Süßwasserbereich, wenn du mit Kindern da bist: Die interaktiven Zonen sind hier besser auf jüngere Besucher abgestimmt als die großen Meereshallen.
  • Die Außenterrasse am Wasser: oft übersehen, bietet sie einen freien Blick über den Øresund und eine gute Möglichkeit, zwischendurch kurz durchzuatmen.

Wann besuchen und was zu verschiedenen Zeiten erwarten

Wochentage zwischen 10:00 und 12:00 Uhr sind durchgehend ruhiger. Von Herbst bis Frühling kommen häufig Schulklassen an Wochentagen am Vormittag – der späte Vormittag kann dann rund um die Bildungsbereiche überraschend voll werden. Wer dienstags oder mittwochs direkt zur Öffnung da ist, hat die besten Chancen, den Ozeantunnel ohne Wartezeit zu erleben.

Samstag- und Sonntagnachmittage zwischen 13:00 und 16:00 Uhr sind am vollsten. Das zentrale Atrium füllt sich schnell, und am Tunnellaufband bilden sich Warteschlangen. Wenn ein Wochenendbesuch unvermeidlich ist, komm zur Öffnung und geh sofort zum Ozeanbecken, bevor die Menge nachzieht.

Montagabende sind eine besondere Gelegenheit. In bestimmten Zeiträumen hat das Aquarium montags länger geöffnet, während die Zeiten an anderen Tagen je nach Saison variieren. Ab 18:00 Uhr montags können die Besucherzahlen deutlich sinken. Die Beleuchtung in den großen Becken wirkt abends anders: Die Dunkelheit außerhalb des Gebäudes verstärkt den Kontrast zum illuminierten Wasser, und die Atmosphäre insgesamt ist ruhiger.

⚠️ Besser meiden

Das Aquarium ist während der dänischen Schulferien und an verregneten Wochenenden das ganze Jahr über beliebt. Wer Kopenhagen zwischen Mitte Oktober und Mitte November (Herbstferien) oder im Februar (Winterferien) besucht, sollte auch an Wochentagen mit mehr Besuchern als üblich rechnen.

Anreise: Öffentliche Verkehrsmittel und praktische Hinweise

Der einfachste Weg ist die Metro bis zur Station Kastrup, gefolgt von einem kurzen Fußweg zum Aquarium. Die Linie M2 verbindet das Stadtzentrum direkt mit Kastrup und führt dabei durch den Kopenhagener Flughafen. Ab Kongens Nytorv dauert die Fahrt etwa 20 Minuten. Die Ticketpreise für die Metro sind zonenbasiert und sollten vor der Fahrt geprüft werden.

Wenn du an einem Tag mehrere Attraktionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ansteuern möchtest, deckt die Copenhagen Card die Metro-Tickets ab und schließt den freien Eintritt ins Aquarium ein – das rechnet sich, wenn du mehrere kostenpflichtige Attraktionen planst. Für alle Details rund um den Nahverkehr in Kopenhagen gibt es unseren Nahverkehrsguide mit Infos zu Linien, Zonen und Ticketoptionen.

Mit dem Auto ist das Aquarium über die Autobahn E20 erreichbar, Parkplätze sind vor Ort vorhanden. Die Fahrt aus dem Kopenhagener Stadtzentrum dauert ohne Stau etwa 15 Minuten. Parkgebühren fallen an, und an stark besuchten Tagen ist der Parkplatz schnell voll.

Fotografieren, Barrierefreiheit und was du mitbringen solltest

Fotografieren ist im Inneren ohne Blitz erlaubt. Die meisten Ausstellungsbereiche sind bewusst dämmrig gehalten, um die Tiere nicht zu stressen und natürliche Lichtzyklen zu wahren. Ein Smartphone mit einer guten Nachtfotokamera kommt in den meisten Situationen gut zurecht, aber eine Kamera mit großer Blendenöffnung liefert im Tunnel und in den Korallenbereichen spürbar bessere Ergebnisse. Videoaufnahmen sind hier sehr beliebt: Die langsamen Bewegungen großer Hochseefische durch das Ozeanbecken kommen auf kurzen Clips besonders gut rüber.

Das Gebäude ist modern und entspricht zeitgemäßen Standards für öffentliche Zugänglichkeit. Für spezifische Informationen zur Barrierefreiheit – darunter Rollstuhlrouten, Aufzugszugang, Begleitpersonenregelungen und Behindertenparkplätze – empfiehlt sich ein Blick in den Besucherbereich der offiziellen Website vor dem Besuch.

Im Inneren gibt es ein Café und ein Restaurant, außerdem Schließfächer für Gepäck. An belebten Tagen bilden sich am Café bereits zur Mittagszeit lange Schlangen. Eine eigene Wasserflasche mitzunehmen ist praktisch. Das Gebäude hält das ganze Jahr über eine gleichmäßige Innentemperatur, daher sind im Sommer ablegbare Kleidungsschichten sinnvoll.

Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Weg nach Kastrup?

Den Blå Planet liegt weiter vom Stadtzentrum entfernt als die meisten großen Sehenswürdigkeiten Kopenhagens, und der Eintrittspreis ist nicht zu unterschätzen. Ob sich der Ausflug lohnt, hängt für Reisende mit wenig Zeit davon ab, womit man ihn vergleicht. Mit Kindern ist die Kombination aus Größe, Vielfalt und Tempo der Ausstellungen eine der besten Halbtagsoptionen im Großraum Kopenhagen – besser auf jüngere Besucher zugeschnitten als etwa die Sammlungen im Nationalmuseum oder der SMK Nationalgalerie.

Wer ohne Kinder reist, für den lohnt sich das Aquarium dann, wenn Meeresbiologie oder nordische Architektur zum eigenen Interesse gehören – oder wenn ein Montagabend frei ist. Wer nur ein oder zwei Tage in Kopenhagen hat und sich auf die Altstadt konzentriert, wird es wahrscheinlich nicht priorisieren. Das Gebäude ist wirklich sehenswert, muss aber nicht gegen Rosenborg oder Christiansborg um deinen Nachmittag konkurrieren.

ℹ️ Gut zu wissen

Das Aquarium liegt in unmittelbarer Nähe des Kopenhagener Flughafens. Bei einem langen Zwischenstopp oder einem Abendflug bietet es eine praktische und angenehme Möglichkeit, einige Stunden zu verbringen – die Metro bringt dich direkt zurück ins Terminal.

Insider-Tipps

  • Montagabende ab 18:00 Uhr sind der mit Abstand beste Zeitpunkt für erwachsene Besucher. Dank der verlängerten Öffnungszeiten montags bis 21:00 Uhr hat man das Hauptbecken und den Tunnel fast für sich – die Atmosphäre ist spürbar anders als tagsüber.
  • Das Laufband im Ozeantank-Tunnel bietet ein ganz anderes Erlebnis, wenn du anhältst und zur Seite trittst. Wer ein paar Minuten lang ruhig in der Tunnelmitte steht, erlebt etwas völlig anderes, als sich einfach durchtragen zu lassen.
  • Die Außenterrasse auf der Wasserseite des Gebäudes wird von vielen Besuchern, die zwischen den Ausstellungen hin und her eilen, einfach übersehen. Dort gibt es Sitzgelegenheiten mit direktem Blick über den Øresund. An klaren Tagen ist die schwedische Küste zu sehen – absolut einen kurzen Stopp wert, besonders wenn Kinder zwischendurch Luft schnappen müssen.
  • Schau dir den Fütterungsplan am Eingang an und plane deine Route um ein oder zwei Fütterungstermine herum. Die Fütterungen in den großen Becken ziehen zwar eine Menge Leute an, aber von der Galerie im Obergeschoss hat man oft einen besseren Blick als vom Tunnelniveau aus.
  • Wenn du die Copenhagen Card nutzt, prüf vor deinem Besuch, was aktuell inbegriffen ist. Die Karte kann einen Tag mit mehreren Attraktionen je nach Programm deutlich vereinfachen.

Für wen ist Den Blå Planet – Nationalt Akvarium Danmark geeignet?

  • Familien mit Kindern ab 3 Jahren, besonders an Regentagen, wenn Outdoor-Optionen wegfallen
  • Architektur- und Designbegeisterte, die den Spiralbau von 3XN mit seiner Aluminium-Schuppen-Fassade erleben möchten
  • Reisende mit Flughafentransits von vier Stunden oder mehr – dank der direkten Metro-Verbindung nach Kastrup
  • Erwachsene, die montags abends eine ruhigere, stimmungsvolle Atmosphäre in den großen Meereshallen suchen
  • Copenhagen-Card-Inhaber, die einen Mehrattraktion-Tag optimal nutzen möchten

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Kombiniere deinen Besuch mit:

  • Amager Strandpark

    Der Amager Strandpark ist Kopenhagens größter Strand mit insgesamt 4,6 km Sandstrand an der südöstlichen Küste der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos, die Anlage per Metro gut erreichbar – und sie kombiniert natürlichen Küstenstreifen mit einer 2 km langen künstlichen Insel samt geschützter Lagune, die 2005 eröffnet wurde. Für Einheimische ist er ein echtes Sommerziel, für Besucher, die in einer skandinavischen Hauptstadt keinen Strand erwarten, eine angenehme Überraschung.

  • Arken Museum für Moderne Kunst

    Das ARKEN Museum für Moderne Kunst liegt an der Küste von Ishøj südlich von Kopenhagen und verbindet ein architektonisch spektakuläres Gebäude mit einem ernsthaften Programm für zeitgenössische Kunst. Der Weg aus der Stadt gehört zum Erlebnis – und die Landschaft verändert alles daran, wie du die Kunst wahrnimmst.

  • Bakken

    Dyrehavsbakken, kurz Bakken genannt, zieht seit 1583 Besucher in die Wälder nördlich von Kopenhagen – und ist damit der älteste noch betriebene Vergnügungspark der Erde. Anders als glatt polierte Freizeitparks verbindet er klappernde Achterbahnen, Schießbuden und Freiluftrestaurants inmitten eines UNESCO-anerkannten Wildgehege-Parks, mit freiem Eintritt zum Gelände.

  • Dragør Altstadt

    Zwölf Kilometer südlich von Kopenhagen bewahrt Dragørs Altstadt Dänemarks dichteste Ansammlung denkmalgeschützter historischer Gebäude. Ockergelbe Häuser mit roten Ziegeldächern säumen schmale Kopfsteinpflastergassen neben einem lebendigen Hafen – ein echter Gegenpol zum Tempo der Hauptstadt. Der Eintritt ist frei, die Straßen sind jederzeit zugänglich.

Zugehöriges Reiseziel:Kopenhagen

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