Schloss Frederiksberg: Ein königliches Refugium mitten in der Stadt
Schloss Frederiksberg ist ein stattliches Barockschloss, das Anfang des 18. Jahrhunderts für König Frederik IV. erbaut wurde und heute die Königlich Dänische Militärakademie beherbergt. Das Schlossgelände liegt hoch über den weitläufigen Frederiksberg-Gärten, und der Zugang ist auf Führungen an ausgewählten Terminen beschränkt – was einen Besuch zu etwas wirklich Besonderem macht.
Fakten im Überblick
- Lage
- Roskildevej 28A, 2000 Frederiksberg, Dänemark
- Anfahrt
- Metro M1/M2 bis Forum oder Frederiksberg, dann zu Fuß durch die Frederiksberg-Gärten
- Zeitbedarf
- 1,5–2,5 Stunden, inklusive Schlossaußenbereich und umliegender Gärten
- Kosten
- Geführte Innentouren sind kostenpflichtig; aktuelle Preise und Verfügbarkeit vorab online prüfen. Der Garten ist kostenlos zugänglich.
- Am besten für
- Geschichtsinteressierte, Barockarchitektur-Enthusiasten und alle, die ein ruhigeres königliches Erlebnis abseits des Stadtzentrums suchen

Was Schloss Frederiksberg wirklich ist – und was nicht
Schloss Frederiksberg gehört zu den architektonisch bedeutendsten Königsbauten Kopenhagens – und funktioniert dennoch völlig anders als die übrigen Schlösser der Stadt. Frederiksberg Slot beherbergt seit 1869 die Königlich Dänische Militärakademie, und Besichtigungen sind ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich.
Der Zugang ist auf Führungen an ausgewählten Terminen beschränkt, die über die offizielle Forsvaret-Website im Voraus gebucht werden müssen. Das Angebot wechselt je nach Saison, und die Plätze sind begrenzt. Wer an einem normalen Tag auftaucht und das Innere erkunden möchte, stößt auf Militärgelände und einen respektvollen Zaun. Informiere dich vorher und plane entsprechend.
⚠️ Besser meiden
Das Schlossinnere ist nur bei vorab gebuchten Führungen an ausgewählten Terminen zugänglich. Verfügbarkeit prüfen und Tickets buchen auf forsvaret.dk – ohne Reservierung kommst du nicht hinein.
Das Außengelände und die umliegenden Frederiksberg-Gärten hingegen sind das ganze Jahr über frei zugänglich. Auch ohne Führungsbuchung lohnt sich der Weg: der Aufstieg zum Hügel, die Schlossfassade und der sich darunter erstreckende Parklandschaft sind für sich allein schon einen Besuch wert.
Die Geschichte hinter der Barockfassade
Der Bau von Schloss Frederiksberg in seiner heutigen Barockform begann um 1700 und war bis 1708 weitgehend abgeschlossen – für König Frederik IV., der es als Sommerresidenz außerhalb des formellen Hoflebens im Kopenhagener Stadtzentrum nutzte. Die Lage war bewusst gewählt: auf einem sanften Hügel im damals noch offenen Land westlich der Stadt, mit Blick über gepflegte Gärten und an klaren Tagen bis zur Stadt selbst.
Das Gebäude wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts erweitert und verfeinert. Architekt Nicolai Eigtved trug zu späteren Umbauten bei, die dem Gesamtkomplex einen kohärenteren formalen Charakter verliehen. Das Ergebnis ist ein dreiflügeliger Barockbau in hellem Verputz mit einem ausgeprägten zentralen Corps de logis, flankiert von zwei niedrigeren Seitenflügeln.
Wer verstehen möchte, wie Barock und Rokoko Kopenhagens gebaute Umwelt geprägt haben, findet im Kopenhagen-Architektur- und Designguide einen nützlichen Überblick über die wichtigsten Architekturströmungen der Stadt und die Gebäude, die sie prägen.
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die dänische Königsfamilie Frederiksberg als Hauptrückzugsort aufgegeben. 1869 wurde das Schloss dem Militär übergeben und dient seitdem der Königlich Dänischen Militärakademie. Diese institutionelle Kontinuität ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich das Gebäude anders anfühlt als andere königliche Stätten: Die Räume werden für militärische Zwecke genutzt und sind keine musealen Schauräume. Bei öffentlichen Führungen navigieren die Guides diese Doppelnatur mit Bedacht und erklären sowohl die historischen Einrichtungsgegenstände als auch den aktuellen Betrieb des Gebäudes.
Ankunft: Der Weg durch die Frederiksberg-Gärten
Der schönste Weg zum Schloss Frederiksberg führt durch Frederiksberg Have, die formalen Gärten, die sich den Hügel unterhalb des Schlosses hinaufziehen. Von der Metro an Forum oder Frederiksberg geht es zunächst durch ein Wohnviertel, bevor sich die Gartentore auf einen ganz anderen Raum öffnen: breite Kieswege, Kanalarme, Trauerweide, die ins stille Wasser hängen, und eine Landschaft, die sich vom offenen Rasen in schattige Wälder verwandelt, je weiter man hinaufsteigt.
Die Gärten sind im englischen Landschaftsstil gestaltet – natürlich wirkend, aber sorgfältig komponiert. Im Frühling säumen Kirschblüten und Narzissen die unteren Wege. Im Hochsommer sind die Kanäle dicht mit Schilf bewachsen, und der Schatten unter den alten Bäumen ist angenehm kühl. Im Herbst ist das Leuchten der Buchen vor der hellen Schlossfassade eine der schönsten Farbkombinationen in Kopenhagen. Selbst im Winter haben die kahlen Äste und der reifgesteifte Rasen eine karge, schnörkellose Qualität, die den Ursprüngen der Anlage im 18. Jahrhundert entspricht.
Der letzte Abschnitt zum Haupteingang führt über Treppen, und der Aufstieg zum Schloss ist spürbar steil. Es gibt keinen Aufzug auf diesem Zugangsweg. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten das vorab bedenken und sich bei der Tourorganisation wegen alternativer Zugangsmöglichkeiten erkundigen.
💡 Lokaler Tipp
Plane mindestens 30–40 Minuten ein, um die Gärten vor oder nach einer Schlossführung zu erkunden. Die Kanalwege im unteren Bereich von Frederiksberg Have sind vor allem an Werktagen morgens besonders ruhig – da hast du das Wasser und die Vögel oft fast für dich allein.
Die Führung: Was dich im Inneren erwartet
Führungen finden an ausgewählten Terminen statt und dauern in der Regel 60 bis 90 Minuten – Dauer und Sprachoptionen solltest du beim Buchen jedoch bestätigen. Guides vom Schloss oder dem dänischen Militärkulturerbe-Programm führen Gruppen durch die Staatsräume und erklären sowohl die ursprüngliche königliche Funktion der einzelnen Räume als auch die Umgestaltung nach 1869 für militärische Zwecke. Mehrere Räume bewahren noch Holzvertäfelungen, Stuckdecken und Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert und vermitteln ein authentisches Gefühl dafür, wie es hier zur Blütezeit unter Frederik IV. und seinen Nachfolgern aussah.
Die Schlosskapelle ist häufig Teil der Führungsroute und zählt zu den am besten erhaltenen Innenräumen: klein, formell, mit originaler Ausmalung und der komprimierten Pracht barocker Hofkirchen. In der Atmosphäre ist sie durchaus mit der Kapelle in Rosenborg vergleichbar – auch wenn sie sich in der Größenordnung unterscheidet.
Wer sich ernsthaft für dänische Königsinterieurs interessiert, sollte Frederiksberg mit Schloss Rosenborg im Königsgarten vergleichen, das täglich geöffnet ist und die dänischen Kronjuwelen beherbergt. Rosenborg bietet zuverlässigeren Zugang und ein reichhaltigeres Museumserlebnis, während Frederiksberg etwas Selteneres bietet: das Gefühl eines Gebäudes, das noch in Betrieb ist – nicht vollständig unter Glas konserviert.
Ob Fotografieren im Schlossinneren erlaubt ist, hängt von den aktuellen Hausregeln ab. Frag deinen Guide, bevor du die Kamera zückst. Für das Außengelände und die Gärten gibt es keine solchen Einschränkungen – im weichen Morgenlicht oder im langen Abendlicht eines skandinavischen Sommers sind es ausgezeichnete Fotomotive.
Tageszeit und saisonale Besonderheiten
Da der Zugang zum Inneren von Führungsterminen abhängt, betrifft die Frage der besten Tageszeit vor allem Gärten und Außenbereich. Morgenbesuche sind – besonders unter der Woche – deutlich ruhiger. In den unteren Gartenwegen trifft man vor 9 Uhr noch Jogger und Hundebesitzer, aber der mittlere und obere Bereich nahe dem Schloss ist bis zum späten Vormittag oft fast leer. An Wochenendnachmittagen kommen mehr Familien und Spaziergänger, vor allem im Sommer.
Die Schlossfassade zeigt grob nach Ostsüdost, was bedeutet, dass sie am Morgen schönes Licht einfängt und am späten Nachmittag im Schatten liegt. Für Fotos des Gebäudes empfiehlt sich ein Morgenbesuch oder ein bedeckter Tag, an dem der helle Verputz gleichmäßig und ohne harsche Schattenkontraste wirkt.
Kopenhagens Sommer bietet lange Tage, die Erkundungen weit in den Abend hinein lohnenswert machen. Wer wissen möchte, was die Stadt in den verschiedenen Jahreszeiten zu bieten hat, findet im Kopenhagen-Reisezeitenguide eine strukturierte Übersicht über Wetter, Besucherzahlen und saisonale Highlights – Monat für Monat.
Das Viertel Frederiksberg
Frederiksberg ist technisch gesehen eine eigenständige Gemeinde innerhalb Kopenhagens, mit eigenem Rathaus und eigener Verwaltung – für die meisten Besucher fühlt es sich jedoch wie ein nahtloser Teil der Stadt an. Das Viertel rund um Schloss und Gärten ist geprägt von breiten, baumgesäumten Straßen, Altbauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert mit aufwendigen Fassaden und einem spürbar ruhigeren Tempo als die Gegenden um Nyhavn oder Strøget.
Direkt südlich an Frederiksberg Have grenzt der Park Søndermarken an, der zusätzliche Grünflächen bietet und das Gartengelände mit einem größeren Netz an Wanderwegen verbindet. Beide Parks zusammen bilden einen der längsten zusammenhängenden Grünkorridore der Stadt.
Der Kopenhagener Zoo grenzt westlich an die Gärten und ist eine naheliegende Kombination für Familien. Der Kopenhagener Zoo ist einer der ältesten Europas und erfordert ein eigenes Ticket. Wer beides an einem Tag kombinieren möchte, besucht die Schlossgärten am besten am Morgen, bevor der Zoo richtig öffnet und sich die Menschenmassen aufbauen.
Cafés und Bäckereien entlang der Frederiksberg Allé und in den Straßen rund um die Metro-Station Frederiksberg sind die praktische Wahl für einen Kaffee vor oder nach dem Besuch. Das Viertel ist eher auf Einheimische als auf Touristen ausgerichtet – was Qualität und Preise auf einem vernünftigen Niveau hält.
Lohnt sich Schloss Frederiksberg?
Wer zwei oder drei Tage in Kopenhagen hat und die klassischen Sehenswürdigkeiten abarbeiten möchte, für den ist Schloss Frederiksberg vermutlich nicht die erste Priorität. Der eingeschränkte Zugang, die Pflicht zur Vorabreservierung und die vergleichsweise geringe Anzahl an Führungsterminen machen logistisch mehr Aufwand als die meisten anderen Attraktionen der Stadt.
Für alle, die vorausplanen, echtes Interesse an barocker Schlossarchitektur mitbringen oder einfach den stärker von Touristen frequentierten Teilen des Zentrums entkommen wollen, ist die Kombination aus Schlossführung und ausgedehntem Spaziergang durch die Frederiksberg-Gärten einer der befriedigendsten halben Tage, die Kopenhagen zu bieten hat. Die Gärten allein rechtfertigen schon die Metrofahrt.
Wer ein umfassenderes Programm rund um Kopenhagens königliche und historische Stätten plant, findet im Zwei-Tage-Reiseplan für Kopenhagen einen strukturierten Rahmen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch bei einem kurzen Aufenthalt ohne Hetze unterzubringen.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Copenhagen Card deckt den Nahverkehr und den Eintritt zu vielen Attraktionen ab, schließt aber nicht automatisch die Führungen in Schloss Frederiksberg ein. Aktuelle Leistungen vorab auf der offiziellen Copenhagen Card-Website prüfen.
Insider-Tipps
- Buche Tourtickets, sobald die Termine auf der Forsvaret-Website veröffentlicht werden. Die Sonntagsführungen haben nur begrenzte Plätze und sind oft Wochen im Voraus ausgebucht – besonders im Mai, Juni und September.
- Das Kanalsystem in Frederiksberg Have diente einst königlichen Ruderbooten und kleinen Vergnügungsschiffen. Die Kanalarme im unteren Bereich sind noch vollständig erhalten und vermitteln ein klares Bild davon, wie die Anlage für königliche Freizeitgestaltung konzipiert war – nicht nur als Kulisse.
- Wenn du vor allem die Gärten und nicht das Schlossinnere besuchen möchtest, empfiehlt sich der Eingang am Pile Allé-Tor auf der Südseite statt des Haupteingangs im Norden. Der südliche Zugang ist ruhiger und führt an den fotogensten Kanalabschnitten vorbei, bevor es zum Schloss hinaufgeht.
- Trag festes Schuhwerk mit gutem Profil. Der Hügelpfad zum Schloss kann nach Regen rutschig sein – besonders im Herbst, wenn Laub die Kiesabschnitte bedeckt.
- Der Blick von der Terrasse direkt vor dem Schloss führt zurück durch die Gärten in Richtung Stadt. An klaren Tagen reicht er über die Dächer bis ins Frederiksberg-Zentrum. Das ist auch ohne Führung ein paar Minuten wert.
Für wen ist Schloss Frederiksberg geeignet?
- Reisende mit einem ausgeprägten Interesse an barocker und rokokohafter Schlossarchitektur, die über den üblichen Kopenhagener Palast-Rundkurs hinausgehen wollen
- Besucher, die vorausplanen und bereit sind, Tickets Wochen im Voraus zu buchen, um ein wirklich weniger überlaufenes königliches Erlebnis zu haben
- Alle, die den Besuch mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die Frederiksberg-Gärten und einer Erkundung des Stadtteils Frederiksberg verbinden
- Geschichtsbegeisterte, die sich dafür interessieren, wie dänisches Militärerbe und königliches Architekturerbe zusammentreffen
- Familien, die ohnehin den Kopenhagener Zoo besuchen und ihren Tag in den angrenzenden Gärten verlängern möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Frederiksberg:
- Kopenhagener Zoo
Der 1859 gegründete Kopenhagener Zoo erstreckt sich über rund 11 Hektar in Frederiksberg und gehört zu den ältesten Zoos Europas. Er verbindet einen ernsthaften Naturschutzauftrag mit einem architektonischen Highlight: Norman Fosters geodätisches Elefantenhaus. Hier erfährst du, was dich erwartet.
- Søndermarken
Søndermarken ist ein 32 Hektar großer Waldpark in Frederiksberg, der im 18. Jahrhundert als königliches Jagdrevier diente und 1852 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Der Eintritt ist kostenlos, rund um die Uhr zugänglich, und der Park bietet eine spürbar ruhigere Alternative zu den bekannteren Frederiksberg Gardens direkt gegenüber – mit hügeligen Waldwegen, offenen Wiesen und einem Tempo, das den Einheimischen gehört, die ihn täglich nutzen.