Søndermarken: Frederiksbergs ruhiger Königspark – ein Ausflug lohnt sich

Søndermarken ist ein 32 Hektar großer Waldpark in Frederiksberg, der im 18. Jahrhundert als königliches Jagdrevier diente und 1852 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Der Eintritt ist kostenlos, rund um die Uhr zugänglich, und der Park bietet eine spürbar ruhigere Alternative zu den bekannteren Frederiksberg Gardens direkt gegenüber – mit hügeligen Waldwegen, offenen Wiesen und einem Tempo, das den Einheimischen gehört, die ihn täglich nutzen.

Fakten im Überblick

Lage
Pile Allé 55, 2000 Frederiksberg, Dänemark
Anfahrt
Metrostation Frederiksberg (M1/M2), dann kurzer Fußweg nach Süden
Zeitbedarf
45 Minuten bis 2 Stunden, je nach Tempo
Kosten
Kostenlos, 24 Stunden täglich geöffnet
Am besten für
Spaziergänger, Familien, Picknickmacher und alle, die eine Auszeit vom Trubel Kopenhagens suchen
Eine weitläufige Rasenfläche, flankiert von Reihen herbstlich gelber Bäume, mit Waldstücken und einem kleinen Teich unter bewölktem Himmel – eine friedliche Parkszene.

Was der Søndermarken eigentlich ist

Søndermarken ist ein öffentlicher Park in Frederiksberg, einer eigenständigen Gemeinde mitten im Stadtgebiet Kopenhagens. Mit rund 32 Hektar ist er nicht der größte Grünbereich der Gegend, aber sein Charakter hebt ihn von den gepflegteren Alternativen in der Nähe ab. Hier ist es hügelig und bewaldet, mit einem spürbar wilderen Feeling: unebenes Gelände, dichtes Blätterdach in manchen Abschnitten, offene Grashänge in anderen – und Wege, die Kurven schlagen statt schnurgerade zu verlaufen.

Der Park liegt direkt gegenüber der Frederiksberg Gardens auf der anderen Seite der Roskildevej – den prachtvollen Schlossgärten des Frederiksberg Slot. Während die Gardens Besucher anziehen, die klassische Gartenarchitektur und Schlossblicke suchen, spricht Søndermarken ein anderes Publikum an: Familien mit Hunden, Jogger auf ihren Morgenrunden, Studierende beim Mittagessen auf der Wiese, Paare beim Nachmittagsspaziergang. Der Park will keine Schauveranstaltung sein – und genau das macht ihn sehenswert.

💡 Lokaler Tipp

Søndermarken und die Frederiksberg Gardens sind durch die Roskildevej getrennt, aber historisch eng miteinander verbunden. Es lohnt sich, beide in einem Ausflug zu kombinieren: Die Gardens bieten die formelle Schlossgartenlandschaft, Søndermarken den waldigen Gegenpart – mit deutlich weniger Besuchern.

Geschichte: Vom königlichen Jagdrevier zum öffentlichen Park

Die Ursprünge des Søndermarken liegen im 18. Jahrhundert, als das Gebiet als königliches Jagdrevier zum Frederiksberg Slot gehörte. Das Schloss war eine bevorzugte Sommerresidenz der dänischen Königsfamilie, und das umliegende Land wurde als Teil des königlichen Besitzes verwaltet. Das hügelige, bewaldete Gelände – das im Vergleich zur strengen Symmetrie europäischer Schlossgärten fast zufällig wirkt – ist größtenteils ein Erbe dieser Jagdrevierzeit: Es wurde nie vollständig eingeebnet oder geometrisch umgestaltet.

1852 öffnete König Friedrich VII. den Søndermarken für die Öffentlichkeit. Das war Teil eines breiteren Wandels in der dänischen Königspolitik des 19. Jahrhunderts, der ehemals private Königsländereien schrittweise für die Bewohner Kopenhagens zugänglich machte. Heute wird der Park gemeinsam mit dem Frederiksberg Slot und den Gardens von der Behörde Kongelige Slotte og Haver verwaltet – der Eintritt bleibt jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlos und unbeschränkt.

Mehr über die Verbindung der Gegend zum dänischen Königshaus erfährst du beim nahegelegenen Frederiksberg Slot, das den architektonischen und dynastischen Kontext liefert, der den Park im Norden umgibt.

Wie sich der Park zu verschiedenen Tageszeiten anfühlt

Die frühen Morgenstunden im Søndermarken haben eine ganz eigene Stille: Das Blätterdach hält die kühle Luft länger als die offenen Straßen draußen, und die Geräusche beschränken sich auf Vogelstimmen und den gelegentlichen Radfahrer auf den Außenwegen. Gegen 7 Uhr tauchen die ersten Jogger auf, die ihre gewohnten Runden drehen. Das Licht fällt flach durch die Blätter, und das Gras auf den offenen Wiesenflächen ist oft noch feucht. Die beste Stunde für alle, die den Park für sich alleine haben möchten.

Werktags zur Mittagszeit kommen Berufstätige aus den umliegenden Frederiksberg-Wohnstraßen und nutzen den Park als Mittagspausenziel. An Wochenenden zwischen etwa 11 und 15 Uhr ist am meisten los: Familien kommen mit Kindern und Hunden, die Grashänge füllen sich in wärmeren Monaten, und auf den Wegen herrscht stetiger Betrieb. Selbst zu Stoßzeiten wirkt der Park aber nie so überfüllt wie eine Sehenswürdigkeit im Kopenhagener Zentrum. Größe und abwechslungsreiches Gelände verteilen die Besucher natürlich über den ganzen Park.

Späte Nachmittage im Frühling und Sommer haben eine besondere Qualität, wenn das Licht tiefer steht und die Schatten sich über die Wiesenflächen strecken. Ab 18 Uhr leert sich der Park an Werktagen stetig. Im Winter ist Søndermarken ab dem frühen Nachmittag mit dem Schwinden des Tageslichts fast völlig verlassen – aber das kahl-ästige Waldgelände hat eine karge, atmosphärische Qualität, die durchaus erlebenswert ist, wenn man sowieso in der Gegend ist.

Was es im Park zu sehen und zu erleben gibt

Søndermarken hat keine kostenpflichtigen Attraktionen oder klassischen Sehenswürdigkeiten. Der Reiz liegt in der Landschaft selbst. Das Gelände ist abwechslungsreicher als in den meisten Kopenhagener Parks: Auf den 32 Hektar geht es bergauf und bergab, sodass selbst ein entspannter Spaziergang ein paar echte Steigungen mit sich bringt. Die bewaldeten Abschnitte fühlen sich im Sommer geschlossen und kühl an – mit dichtem Blätterdach und einem Untergrund aus Wurzeln und feuchter Erde. Die offeneren Wiesenbereiche bieten einen schönen Kontrast, besonders bei schönem Wetter, wenn sie zu informellen Treffpunkten werden.

Die Wege durch den Park sind eher informell als streng geplant – das macht es leicht, ihn ohne feste Route zu erkunden. Die meisten Besucher drehen in entspanntem Tempo in 45 bis 60 Minuten eine lockere Runde. Hunde sind häufig anzutreffen und meist gut erzogen. Kinderspielplätze gibt es ebenfalls im Park, was ihn zu einem praktischen Zwischenstopp für Familien mit Kindern macht.

Søndermarken liegt inmitten einer Gruppe bemerkenswerter Frederiksberg-Sehenswürdigkeiten. Der Kopenhagener Zoo liegt in unmittelbarer Nähe und ist eine naheliegende Kombination für Familien, die einen ganzen Tag in der Gegend verbringen.

ℹ️ Gut zu wissen

Das hügelige Gelände bedeutet, dass einige Abschnitte unebene oder unbefestigte Wege aufweisen. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten wissen, dass stufenfreie Wege nicht durchgehend im gesamten Park ausgewiesen sind. Die Außenwege entlang der angrenzenden Hauptstraßen sind besser begehbar, aber die Waldwege im Inneren können unregelmäßig sein.

Anreise und praktische Hinweise

Die Metrostation Frederiksberg auf den Linien M1 und M2 ist der bequemste Zugangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Von der Station aus ist es ein kurzer Fußweg nach Süden bis zum Parkrand. Die Gegend ist zudem gut mit Buslinien erschlossen, und die Parkrandstraßen Pile Allé, Roskildevej und Valby Langgade bieten gute Orientierung für alle, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Mit dem Fahrrad ist die Anreise vom Stadtzentrum besonders praktisch. Die Gegend ist Teil von Kopenhagens ausgebautem Radwegenetz, und die Fahrt aus der Innenstadt dauert bei gemütlichem Tempo etwa 20 bis 30 Minuten. Wer die Stadt auf zwei Rädern erkunden möchte, findet im Fahrradfahren-in-Kopenhagen-Guide Infos zu Routenplanung und Fahrradverleih.

Es gibt kein Eingangstor, keine Kasse und keine Warteschlange. Der Park ist an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr geöffnet. In den umliegenden Straßen gibt es Parkmöglichkeiten, die jedoch den Frederiksberg-Parkvorschriften unterliegen. Für die meisten Besucher aus der Innenstadt sind öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad die unkompliziertere Wahl.

Wann man den Park besuchen sollte und Wetterhinweise

Am schönsten ist der Park zwischen Ende April und September. Im Frühling treiben die Bäume schnell aus, und ab Mai ist der Kontrast zwischen den bewaldeten Abschnitten und den offenen Wiesen am deutlichsten. Von Juni bis August sind die Tage am längsten – zur Mittsommerzeit reicht das Tageslicht bis nach 21 Uhr, was dem Park ein ungewöhnlich langes Abendfenster gibt. Das Gras ist trocken genug zum gemütlichen Sitzen, und der Park bekommt eine gesellige Energie, die in den kälteren Monaten fehlt.

Auch im Oktober lohnt sich ein Besuch: Das Blätterdach färbt sich in Bernstein- und Rosttönen, und der Park bekommt eine Herbststimmung, die Fotografen begeistert. Winterbesuche sind etwas für alle, die eine ruhige, graue Kahlwald-Atmosphäre wirklich zu schätzen wissen. Kopenhagens Winter sind eher mild als streng – meist zwischen 0 und 4 °C – aber bewölkt und mit wenig Tageslicht. Wer den besten Reisezeitraum für Kopenhagen insgesamt planen möchte, findet im besten-Reisezeit-für-Kopenhagen-Guide einen saisonalen Vergleich der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

⚠️ Besser meiden

Nach starkem Regen können die Waldwege im Inneren des Parks matschig werden. Bei kürzlich gefallenem Regen empfehlen sich wasserdichte Schuhe oder festes Schuhwerk. Die offenen Wiesenbereiche entwässern schneller als das bewaldete Innere.

Für wen Søndermarken nichts ist

Reisende mit einem vollgepackten Programm, das auf Museen, historische Architektur und das Kopenhagener Hafenviertel ausgerichtet ist, werden Søndermarken wohl als weniger dringlich einstufen. Der Park bietet kein Wahrzeichen, keinen spektakulären Ausblick und kein einzigartiges Erlebnis, das ihn von anderen Stadtparks abhebt. Er ist schlicht und einfach ein Park – ein guter Park, aber kein Ausflugsziel im Sinne des Rosenborg Schlossgartens oder der formellen Anlagen des Frederiksberg Slot.

Wer vor allem Kultureinrichtungen besuchen möchte, sollte wissen, dass Frederiksberg und die Umgebung stärkere Spezialangebote bereithalten. Die Ny Carlsberg Glyptotek und das Carlsberg-Viertel sind beide in zumutbarer Entfernung und bieten inhaltlich deutlich mehr für begrenzte Zeit.

Aber wenn du mit Kindern reist, die Platz zum Rennen brauchen, einen Hund dabei hast oder einfach für eine Stunde entschleunigen möchtest – Søndermarken liefert genau das, was er verspricht, und nimmt dafür keinen Cent.

Insider-Tipps

  • Der Hang, der sich in Richtung Parkmitte erhebt, bietet einen der wenigen erhöhten Aussichtspunkte im sonst flachen Frederiksberg. Geh vom Eingang an der Pile Allé bergauf und schau zurück über die Wiese – so bekommst du das beste Gefühl für die Topografie des Parks.
  • Frühe Sonntagmorgen im Sommer sind die ruhigsten Besuchszeiten. Bis etwa 10 Uhr ist der Park fast leer – danach kommen Familien mit Kindern und Picknickkörben.
  • Das bewaldete Innere des Parks bleibt bei warmem Wetter spürbar kühler als die umliegenden Straßen. An heißen Juli- oder Augustnachmittagen spendet das Blätterdach echten Schatten, den man im Viertel sonst kaum findet.
  • Kombiniere Søndermarken und die Frederiksberg Gardens zu einem einzigen Vormittagsausflug. Überquere einfach die Roskildevej und du erlebst sowohl den formellen Schlossgarten als auch den wilderen Parkcharakter – ganz ohne öffentliche Verkehrsmittel.
  • Fotografisch lohnt sich der Park besonders zur goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang im Sommer: Das flache Licht fällt schräg durch die Baumstämme, und die Wiesenflächen sind weich beleuchtet. In den bewaldeten Abschnitten wird es dann recht dunkel – ein lichtstarkes Objektiv ist von Vorteil.

Für wen ist Søndermarken geeignet?

  • Morgen- oder Nachmittagsspaziergänge abseits der Touristenströme, ganz wie die Einheimischen
  • Familien mit kleinen Kindern, die Platz zum Toben auf offenen Rasenflächen brauchen
  • Hundebesitzer auf der Suche nach einem grünen Geheimtipp
  • Fotografen, die sich für Waldlicht und saisonale Landschaften interessieren
  • Reisende, die in Frederiksberg oder Vesterbro wohnen und eine grüne Oase in der Nähe suchen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Frederiksberg:

  • Kopenhagener Zoo

    Der 1859 gegründete Kopenhagener Zoo erstreckt sich über rund 11 Hektar in Frederiksberg und gehört zu den ältesten Zoos Europas. Er verbindet einen ernsthaften Naturschutzauftrag mit einem architektonischen Highlight: Norman Fosters geodätisches Elefantenhaus. Hier erfährst du, was dich erwartet.

  • Schloss Frederiksberg

    Schloss Frederiksberg ist ein stattliches Barockschloss, das Anfang des 18. Jahrhunderts für König Frederik IV. erbaut wurde und heute die Königlich Dänische Militärakademie beherbergt. Das Schlossgelände liegt hoch über den weitläufigen Frederiksberg-Gärten, und der Zugang ist auf Führungen an ausgewählten Terminen beschränkt – was einen Besuch zu etwas wirklich Besonderem macht.