Wo in Edinburgh übernachten: Der große Stadtviertel-Guide
Die Wahl des richtigen Stadtviertels in Edinburgh prägt deinen gesamten Trip. Dieser Guide erklärt jede wichtige Gegend nach Charakter, Preisklasse und Alltagstauglichkeit – damit du sicher buchst statt zu raten.

Reise planen und buchen
Tools von unserem Partner Travelpayouts zum Vergleichen von Flügen und Hotels. Bei Buchung können wir eine Provision erhalten – ohne Mehrkosten für dich.
Flüge
Hotelkarte
Kurzfassung
- Die Old Town ist die beste Basis für Erstbesucher: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar und die Atmosphäre ist unvergleichlich – rechne aber mit höheren Preisen und Lärm an Wochenendnächten.
- Die New Town bietet ruhigere Straßen, georgianische Architektur und wettbewerbsfähigere Hotelpreise – eine clevere Alternative, die trotzdem zentral liegt, besonders rund um die Princes Street und die Scottish National Gallery.
- Günstig und trotzdem zentral: Premier Inn, Yotel und Pod-Hotels bedeuten, dass du nicht an den Stadtrand ausweichen musst, um Geld zu sparen.
- Der August ist mit Abstand der teuerste und vollste Monat – wegen des Edinburgh Festival Fringe und des Royal Edinburgh Military Tattoo. Mindestens drei bis vier Monate im Voraus buchen oder lieber die Nebensaison wählen.
- Leith, Stockbridge und Haymarket passen jeweils zu unterschiedlichen Prioritäten: Esskultur, lokales Wohnviertel-Feeling und günstige Verkehrsanbindung.
Wie Edinburgh aufgeteilt ist

Edinburgh ist kompakt und hügelig. Die Innenstadt teilt sich grob in zwei gegensätzliche Hälften: das mittelalterliche Old Town, das sich entlang des Vulkanrückens vom Edinburgh Castle bis zum Palast von Holyroodhouse erstreckt, und die georgianische New Town, die ab Ende des 18. Jahrhunderts auf dem flachen Gelände nördlich davon geplant und gebaut wurde. Der Bahnhof Waverley liegt im Tal zwischen beiden Vierteln und ist ein idealer Orientierungspunkt.
Jenseits des Zentrums erstreckt sich Leith im Norden bis zur Hafenpromenade, Stockbridge liegt wie ein Dorf in einer kleinen Senke im Nordwesten, und Haymarket befindet sich knapp westlich des Stadtzentrums rund um seinen eigenen Bahnhof. Wer innerhalb von etwa 15 Gehminuten zur Scottish National Gallery auf dem Mound wohnt, ist für die meisten Besucher praktisch „im Zentrum". Alles in diesem Guide liegt in diesem Umkreis oder ist mit wenigen Busminuten erreichbar.
ℹ️ Gut zu wissen
Edinburgh hat keine U-Bahn. Man kommt mit den Lothian Buses, der Flughafentram und den eigenen Beinen voran. Die gute Nachricht: Das Zentrum lässt sich so gut zu Fuß erkunden wie in kaum einer anderen europäischen Hauptstadt. Ein zentrales Hotel spart Transportkosten und rechtfertigt fast immer den etwas höheren Zimmerpreis.
Old Town: Am besten für Erstbesucher und Geschichtsliebhaber

Die Old Town ist das Edinburgh, das sich die meisten vorstellen: gepflasterte Gassen, der Royal Mile, das Edinburgh Castle überragend auf dem Felsen, und Jahrhunderte Geschichte auf wenigen dicht bebauten Straßen. Von hier aus erreichst du zu Fuß die St Giles' Cathedral, das National Museum of Scotland, den Greyfriars Kirkyard und die unterirdischen Edinburgh Vaults. Für einen ersten Besuch ist das kaum zu toppen.
Es gibt aber auch Nachteile. Der Royal Mile kann im Sommer touristisch überwältigend sein, und Wochenendnächte bringen ordentlich Lärm durch Bars und Junggesellenabschiede bis in die frühen Morgenstunden. Die Zimmerpreise gehören zum oberen Ende der Edinburgher Preisskala – Mittelklasse-Hotels starten meist bei etwa 150 £ pro Nacht, Boutique-Optionen kosten oft 200–300 £ oder mehr. Wer Atmosphäre über Budget stellt, ist hier goldrichtig. Wer ruhig schlafen und fair zahlen will, sollte einen Blick auf die New Town werfen.
- Am besten für Erstbesucher, Geschichtsbegeisterte, Reisende, die überall zu Fuß hinwollen ohne lange Planung
- Preisklasse Mittel bis hoch: meist 150–350 £+ pro Nacht für Hotels; Budgethostels gibt es auch in den Seitenstraßen
- Achtung Wochenendelärm am Royal Mile und Grassmarket sowie überhöhte Preise im August und zu Hogmanay
- Typische Unterkunftsart Boutique-Hotels in umgebauten Closes, unabhängige Gästehäuser und Traditionshäuser wie The Witchery by the Castle
New Town: Die unterschätzte zentrale Alternative

In der New Town landen oft Einheimische und Wiederholungsbesucher – und das Viertel verdient als Unterkunftsbasis mehr Aufmerksamkeit als es bekommt. Breite georgianische Straßen, markante Plätze wie Charlotte Square und einige der besten Einkaufsstraßen Schottlands entlang der Princes Street und George Street prägen das Bild. Und: Man ist absolut zentral. Der Bahnhof Waverley liegt am südlichen Rand, die meisten Sehenswürdigkeiten der Old Town sind 10–15 Minuten bergauf zu Fuß entfernt.
Hotels hier sind für vergleichbare Qualität oft etwas günstiger als in der Old Town, und nach Einbruch der Dunkelheit ist es spürbar ruhiger. Das Balmoral am östlichen Ende der Princes Street direkt über dem Waverley ist Edinburghs bekannteste Luxusadresse – zu entsprechend hohen Preisen. Zugänglichere Optionen häufen sich rund um die Haymarket Road, Frederick Street und die Umgebung der Scottish National Portrait Gallery im östlichen Teil der New Town. Der durchschnittliche Hotelpreis im Edinburgher Zentrum liegt bei etwa 130–200 £ pro Nacht – die New Town tendiert außerhalb des Augusts eher zum unteren Ende dieses Bereichs.
💡 Lokaler Tipp
Wer mit dem Zug am Waverley ankommt, wird Hotels in der New Town etwas praktischer finden als in der Old Town: Man taucht direkt auf die Princes Street auf, statt die steilen Gassen hinaufsteigen zu müssen. Das ist mit Gepäck definitiv einen Gedanken wert.
Leith, Stockbridge und Co.: Stadtviertel mit echtem Charakter

Wer Edinburgh zum zweiten oder dritten Mal besucht und weniger touristisches Umfeld sucht, wird in drei Vierteln fündig. Leith hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten wirklich gewandelt. Einst Edinburghs Arbeiterhafen, beherbergt es heute einige der besten Restaurants der Stadt rund um The Shore und die Leith Walk, eine lebendige Bar-Szene mit unabhängigen Lokalen und die Royal Yacht Britannia am Kai. Es liegt etwa 3–4 km von der Princes Street entfernt – gut per Bus erreichbar oder in 40–45 Minuten zu Fuß.
Stockbridge liegt etwa 15 Gehminuten nordwestlich der New Town und bietet etwas wirklich anderes: Wohnviertel-Flair, unabhängige Cafés und Feinkostläden, den Stockbridge Sonntagsmarkt und gute Anbindung an den Royal Botanic Garden Edinburgh. Hier dominieren Boutique-Gästehäuser und Ferienwohnungen statt großer Hotels. Wer lieber in ruhigerem Tempo reist und Stadtviertel-Feeling schätzt als eine Unterkunft direkt neben dem Castle, ist hier gut aufgehoben.
Haymarket, knapp westlich des Zentrums rund um seinen eigenen Bahnhof, ist vor allem eine preisbewusste Alternative für Besucher, die zentrale Lage ohne zentralen Preis wollen. Mehrere Budget-Kettenhotels sind hier konzentriert. Die Princes Street ist gut 20–25 Minuten zu Fuß entfernt, und die Tram fährt direkt zum Flughafen – praktisch für frühe Abflüge oder späte Ankünfte. An Stadtviertel-Charme fehlt es, dafür stimmen Preis und Lage.
- Leith: ideal für Essensliebhaber, die Restaurantszene am Shore und Besucher der Royal Yacht Britannia
- Stockbridge: ideal für eine ruhige Unterkunft mit Boutique-Feeling und Nähe zum Botanischen Garten
- Haymarket/West End: ideal für Budgetreisende, Bahnreisende über Haymarket und alle mit früher Tram zum Edinburgh Airport
- Marchmont und Bruntsfield: studentisch geprägte Südstadtviertel mit lokalen Cafés und dem Park The Meadows in der Nähe – vor allem für längere Aufenthalte oder Selbstverpflegung geeignet
Saisonale Preise und wann du buchen solltest
Edinburgh hat stärkere saisonale Preisschwankungen als die meisten britischen Städte. Der August ist der extreme Ausreißer: Das Edinburgh Fringe und das Royal Edinburgh Military Tattoo laufen gleichzeitig – damit ist der August mit deutlichem Abstand der vollste und teuerste Monat. Hotels in allen Stadtteilen sind monatelang im Voraus ausgebucht, und Preise in der Old Town können sich verglichen mit Oktober verdoppeln oder verdreifachen. Wer im August kommt, sollte drei bis vier Monate vorher buchen – das ist die Untergrenze, nicht das Ziel.
Der zweite Preisschub kommt zu Hogmanay (Silvester), wenn Edinburghs Hogmanay-Feierlichkeiten große Menschenmassen und Premiumpreise mit sich bringen. Der Weihnachtsmarkt von Ende November bis Dezember lässt die Nachfrage ebenfalls steigen, allerdings weniger drastisch als August oder Hogmanay. Mai, Juni und September bieten nach Meinung vieler erfahrener Edinburgh-Reisender das beste Verhältnis: akzeptables Wetter, überschaubare Menschenmassen und Hotelpreise, die noch nicht ihr Sommerhoch erreicht haben. Für Budgetreisende gilt: Oktober bis März (außer Hogmanay) bringt die günstigsten Preise des Jahres.
⚠️ Besser meiden
Geh nicht davon aus, zwei Wochen vor dem August noch ein vernünftiges Zimmer im Edinburgher Zentrum zu finden. Während des Fringe sind selbst Budget-Ketten zu überhöhten Preisen ausgebucht. Wer das Buchungsfenster verpasst hat, sollte ernsthaft Haymarket, Leith oder sogar South Queensferry als Basis in Betracht ziehen und täglich mit Bus oder Tram ins Zentrum einplanen.
Unterkunftsarten und was du in jeder Preisklasse erwartet

Das Unterkunftsangebot in Edinburgh reicht vom Luxussegment bis zum Schlafsaal, und in einigen Kategorien ist die Stadt besonders stark. Ganz oben setzen das Balmoral und Häuser wie das Gleneagles Townhouse den Maßstab. Boutique-Hotels in umgebauten Stadtpalais und historischen Closes bieten Charakter, den generische Kettenhotels nicht erreichen. Internationale Mittelklasse-Ketten (Marriott, Hilton, Novotel, IHG) sind rund um die New Town und Haymarket gut vertreten und liefern verlässliche Qualität zu kalkulierbaren Preisen.
Budgetreisende haben in Edinburgh mehr zentrale Optionen als in vielen vergleichbar teuren Städten. Pod-Hotels, Yotel, Point A und mehrere Premier-Inn-Standorte liegen innerhalb von 20 Gehminuten vom Royal Mile. Dazu kommt eine solide Hostel-Szene, überwiegend in der Old Town, mit gut bewerteten Häusern, die neben Schlafsälen auch Privatzimmer anbieten. Ferienwohnungen über Airbnb oder spezialisierte Agenturen sind beliebt für Aufenthalte ab drei Nächten, besonders in Stockbridge, Bruntsfield und Leith, wo sich die Langzeitpreise gegenüber Hotels oft deutlich lohnen.
- Luxus (ab 300 £/Nacht) The Balmoral, The Witchery by the Castle, Gleneagles Townhouse, Fingal Hotel (umgebautes Leuchtturmtenderschiff in Leith)
- Mittelklasse (120–250 £/Nacht) Novotel Edinburgh Centre, DoubleTree by Hilton, Hotel du Vin, Kimpton Charlotte Square
- Budget (unter 120 £/Nacht) Premier Inn Edinburgh City Centre, Point A Hotel, Yotel Edinburgh, Moxy Edinburgh Fountainbridge
- Selbstverpflegung / Alternative Serviced Apartments in Leith und Stockbridge; Privatzimmer in Hostels der Old Town ab etwa 50–90 £ pro Nacht
✨ Profi-Tipp
Die genannten Preise sind Richtwerte auf Basis typischer Nebensaison-Tarife. Edinburgher Hotelpreise sind hochdynamisch und können je nach Datum, Veranstaltung und Buchungsplattform stark abweichen. Immer direkt beim Hotel anfragen und mit Buchungsplattformen vergleichen – die Unterschiede können erheblich sein, in beide Richtungen.
Wie du deinen Aufenthalt rund um deine Unterkunft planst, erklärt unser 3-Tage-Reiseplan für Edinburgh und der Guide zum besten Reisezeitpunkt für Edinburgh, der die saisonalen Vor- und Nachteile ausführlich beleuchtet.
Häufige Fragen
Welches Viertel in Edinburgh eignet sich am besten für Erstbesucher?
Die Old Town ist die Standardempfehlung für Erstbesucher – und das zu Recht: Edinburgh Castle, der Royal Mile, der Greyfriars Kirkyard und das National Museum of Scotland sind alle in wenigen Gehminuten erreichbar. Der Nachteil: Es ist das teuerste und am Wochenende lauteste Viertel. Wer aufs Budget achten muss, findet in der New Town eine genauso zentrale, spürbar ruhigere und oft 10–20 % günstigere Alternative bei gleicher Hotelqualität.
Gibt es gute Hotels am Edinburgh Airport für frühe Flüge oder späte Ankünfte?
Der Edinburgh Airport (EDI) liegt etwa 13 km westlich des Stadtzentrums. Direkt am Terminal gibt es mehrere Kettenhotels, die vor allem Transitreisende ansprechen. Allerdings fährt die Flughafentram direkt nach Haymarket und zum St Andrew Square (New Town), die Fahrt dauert je nach Haltestelle etwa 30–35 Minuten. Für eine einzelne Nacht vor oder nach dem Flug macht ein Airporthotel Sinn; für längere Aufenthalte ist es praktischer, in Haymarket oder der New Town zu wohnen und die Tram zu nehmen – so hat man gleichzeitig Zugang zur Stadt.
Wie weit im Voraus sollte ich eine Unterkunft in Edinburgh buchen?
Für den August (Fringe-Saison) und Hogmanay (Silvester) sind drei bis vier Monate Vorlauf das absolute Minimum. Hotels in der Old Town und New Town sind in Hochzeiten oft noch früher ausgebucht. Für Nebensaisonmonate wie Mai, Juni, September und Oktober reichen meist zwei bis vier Wochen für Mittelklasse-Hotels – wer zu lange wartet, verliert aber die besten Preis-Leistungs-Optionen. Budget-Ketten halten zwar länger Verfügbarkeit, aber zu zunehmend schlechten Konditionen.
Ist Leith eine sichere und praktische Unterkunftsoption in Edinburgh?
Leith hat sich grundlegend verändert und ist heute eines der interessantesten Viertel Edinburghs für Essen und Trinken. Das Shore-Gebiet am Water of Leith ist angenehm und für Besucher sicher. Per Bus ist man in 20–30 Minuten am Royal Mile (auf der Leith Walk fahren die Busse häufig und zuverlässig), zu Fuß sind es ohne Gepäck 35–40 Minuten. Das Viertel passt zu Reisenden, die Stadtviertel-Feeling gegenüber reiner Touristeninfrastruktur bevorzugen, und bietet in der Regel wettbewerbsfähigere Unterkunftspreise als gleichwertige Häuser in der Old Town.
Gibt es günstige Unterkünfte im Edinburgher Stadtzentrum?
Ja – trotz Edinburghs Ruf als teure Stadt gibt es im Zentrum echte Budgetoptionen. Premier Inn ist mit mehreren Standorten im Zentrum vertreten, das Point A Hotel liegt nah am Royal Mile, und Yotel ist in der Nähe von Haymarket. Pod-Hotels und gut geführte Hostels mit Privatzimmern können den Preis außerhalb der Hochsaison auf unter 80–90 £ pro Nacht drücken. Die Annahme, man müsse außerhalb des Zentrums übernachten, um zu sparen, ist schlicht falsch – es lohnt sich, zentrale Budget-Ketten zu prüfen, bevor man eine Randlage wählt.