Christkindlimarkt im Zürcher HB: Was dich in einem der größten Weihnachtsmärkte Europas erwartet

Von Ende November bis zum 24. Dezember verwandelt der Christkindlimarkt die große Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs in einen Markt mit rund 120 bis 140 Ständen. Der Eintritt ist frei, es wird voll – und der richtige Zeitpunkt macht den ganzen Unterschied.

Fakten im Überblick

Lage
Hauptbahnhof Zürich, Bahnhofplatz, 8001 Zürich (in der Haupthalle)
Anfahrt
Zürich HB – erreichbar mit allen IC-, IR- und S-Bahn-Linien sowie zahlreichen Tram- und Buslinien am Bahnhofplatz
Zeitbedarf
45 Minuten bis 2 Stunden, je nach Tempo und Warteschlangen
Kosten
Eintritt frei; Essen, Getränke und Geschenke werden von den einzelnen Ständen in CHF berechnet
Am besten für
Familien, Paare und Zürich-Erstbesucher im Dezember
Weiter Blick in die Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs mit dem Christkindlimarkt, dem ikonischen großen Swarovski-Weihnachtsbaum und festlich dekorierten Marktständen.
Photo Ank Kumar (CC BY-SA 4.0) (wikimedia)

Was der Weihnachtsmarkt im Zürich HB eigentlich ist

Der Zürcher Christkindlimarkt im Hauptbahnhof – lokal als Christkindlimarkt am HB oder Polarzauber bekannt – gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre. Er findet vollständig in der großen Haupthalle des Zürich Hauptbahnhofs statt und zählt damit zu den größten Indoor-Weihnachtsmärkten Europas. Mit rund 120 bis 140 Ständen je nach Jahr füllt der Markt die Halle von Mitte November bis zum Heiligabend.

Das Herzstück des Marktes ist ein rund 10 Meter hoher Weihnachtsbaum, der festlich geschmückt mitten in der Halle unter dem prachtvollen Eisen- und Glasdach steht. Der Bahnbetrieb läuft auf allen Gleisen währenddessen ganz normal weiter. Pendler, Touristen und Familien teilen sich denselben Raum – das gibt dem Markt eine echte, lebendige Energie, die weit entfernt ist von der polierten Künstlichkeit mancher Winterwunderwelten.

💡 Lokaler Tipp

Der Markt ist Sonntag bis Mittwoch von 11:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, Donnerstag bis Samstag von 11:00 bis 22:00 Uhr, und am 24. Dezember nur von 11:00 bis 16:00 Uhr. Die genauen Zeiten für dein Jahr findest du am besten vorab auf zuerich.com, da sie sich von Saison zu Saison leicht verschieben können.

Das Ambiente: Warum die Bahnhofshalle alles verändert

Die meisten Weihnachtsmärkte sind dem Zürcher Dezemberwetter ausgeliefert – und das bedeutet in der Regel Kälte, Nässe, gelegentlichen Frost und jene grauen Himmel, die eine Stunde draußen doppelt so lang erscheinen lassen. Der HB-Markt umgeht das alles. Du kommst direkt vom Bahnsteig oder vom Tramhalt am Bahnhofplatz, trittst ins Innere und findest einen vollständig überdachten Markt, der merklich wärmer ist als draußen. Der Raum füllt sich mit einem gedämpften Stimmengewirr und leiser Weihnachtsmusik, und der Duft von Glühwein und gerösteten Maroni trifft dich, noch bevor du den ersten Stand entdeckt hast.

Die im 19. Jahrhundert erbaute und seither mehrfach erweiterte Bahnhofshalle bietet einen geradezu kathedralartigen Rahmen. Das gewölbte Dach, die Eisenkonstruktion und die schiere Größe sorgen dafür, dass der Markt architektonisch nie beengt wirkt – selbst wenn es voll ist. Die Stände sind in Reihen und Gruppen über die Haupthalle verteilt, mit dem Weihnachtsbaum in der Mitte als Orientierungspunkt.

Der Bahnhof ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt und wird ausführlich in unserem Guide zum Zürcher Hauptbahnhof beschrieben. Das HB-Viertel drumherum lohnt sich übrigens auch jenseits des Marktes.

Was dich an den Ständen erwartet

Die rund 120 bis 140 Stände teilen sich grob in Essen-und-Trinken-Angebote auf der einen und Geschenk-, Kunsthandwerk- und Dekorationsstände auf der anderen Seite – in der Praxis sind beide Kategorien aber bunt durchgemischt. Bei den Speisen ist Glühwein der absolute Dauerbrenner, dazu gibt es heiße Schokolade, Raclette, gegrillte Würste, geröstete Maroni und saisonales Schweizer Gebäck wie Lebkuchen. Die Preise sind in Schweizer Franken und entsprechen dem Zürcher Preisniveau – rechne also mit mehr als bei vergleichbaren deutschen oder österreichischen Märkten.

Bei den Geschenkständen ist die Auswahl groß: handgemachte Baumschmuckstücke, Schweizer Kerzen, Wollwaren, Schmuck, regionale Spezialitäten und Honige sowie Holzornamente, die gut aussehen auf Fotos und sich flach einpacken lassen. Die Qualität schwankt deutlich von Stand zu Stand – einige Anbieter verkaufen Massenware zu Kunsthandwerkspreisen. Es lohnt sich daher, erst den ganzen Markt abzulaufen, bevor man zuschlägt.

ℹ️ Gut zu wissen

Glühwein wird in der Regel in einem Pfandbecher serviert. Du zahlst einen Aufpreis in CHF und bekommst ihn zurück, wenn du den Becher zurückgibst – oder du behältst ihn als Erinnerungsstück. Die meisten behalten ihn.

Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit verändert

Wer um 11:30 Uhr an einem Werktag kommt, kann in Ruhe schlendern, ohne angerempelt zu werden. Die Stände sind frisch aufgebaut, das Licht durch das Hallendach ist auf seinem Höhepunkt, und man kann tatsächlich in Ruhe mit den Händlern reden. Das ist auch das ideale Zeitfenster für Fotos: Der Baum ist gut ausgeleuchtet, die Stände sind ordentlich, und die Menschenmenge im Hintergrund ist dünn genug, um saubere Aufnahmen der Architektur darüber einzufangen.

Am späten Nachmittag von Donnerstag bis Samstag sieht das Bild völlig anders aus. Ab etwa 17:00 Uhr strömen Pendler durch den Bahnhof, und der Markt nimmt sie zusammen mit gezielten Besuchern auf. Gegen 18:30 Uhr ist der Bereich rund um den Baum dicht gedrängt. Mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl wird das Navigieren wirklich mühsam. An den beliebtesten Glühweinständen bilden sich lange Schlangen. Das macht die Atmosphäre nicht unbedingt unangenehm – aber es verwandelt einen Bummel in ein echtes Volksfest.

Sonntagnachmittage liegen irgendwo dazwischen. Ab etwa mittags kommen Familien mit Kindern. Das Tempo ist ruhiger als an einem Freitagabend, aber belebter als an einem Dienstagmorgen. Wenn du mit kleinen Kindern unterwegs bist, ist das Zeitfenster von 11:00 bis 13:00 Uhr sonntags in der Regel am entspanntesten – bevor der Mittagsansturm einsetzt.

⚠️ Besser meiden

Die letzte Woche vor dem 24. Dezember ist deutlich voller als der Rest der Saison. Wenn du gezielt wegen des Marktes nach Zürich kommst, bieten die ersten zwei Dezemberwochen ein spürbar ruhigeres Erlebnis.

Anreise und Orientierung vor Ort

Der größte logistische Vorteil des Marktes ist seine Lage direkt im Zürich HB. Kein anderer Weihnachtsmarkt in der Stadt ist von überall im Großraum Zürich so einfach zu erreichen. Alle S-Bahn-Linien halten hier. Alle Intercity-Züge und die meisten Regionalzüge fahren durch. Das Tram- und Busnetz läuft am Bahnhofplatz direkt vor dem Haupteingang zusammen. Wenn du irgendwo in Zürich übernachtest, kommst du ohnehin fast täglich hier vorbei.

Wer vom Flughafen Zürich anreist, nimmt die direkte S-Bahn oder den IC und ist in rund 20 bis 25 Minuten ab dem Flughafenterminal mitten im Markt. Alle wichtigen Infos zur Fortbewegung in der Stadt findest du in unserem Guide zum Zürich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden.

Der Markt ist vollständig überdacht, und die Bahnhofshalle ist stufenfrei – mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten. Sei aber realistisch, was die Stoßzeiten angeht: Ein vollgepackter Weihnachtsmarkt an einem Samstagabend ist im Rollstuhl zwar bewältigbar, erfordert aber Geduld und die Bereitschaft, auf Lücken im Menschenstrom zu warten.

Fotografieren, Atmosphäre und ein paar ehrliche Worte

Der Christkindlimarkt im Zürich HB ist fotografisch am stärksten in der ersten Stunde nach der Öffnung, wenn die Halle noch ruhig ist, die Lichter brennen und der Baum vom Mittelgang aus vollständig zu sehen ist. Die Kombination aus viktorianischem Eisenwerk oben und warmem Marktlicht unten ergibt ein wirklich beeindruckendes Bild. Ein Weitwinkelobjektiv oder die Weitwinkeleinstellung am Smartphone macht der vollen Hallenhöhe Gerechtigkeit. Später am Tag macht die Menschenmenge dieselben Aufnahmen deutlich schwieriger.

Ein ehrlicher Vorbehalt: Wer größere Freiluft-Weihnachtsmärkte in Deutschland oder Österreich kennt, wird den Indoor-Markt hier als deutlich anders – und nicht nur positiv anders – empfinden. Die Kälteluft, der offene Himmel, das Gefühl, durch einen echten Winterabend zu streifen – das fehlt hier. Der HB-Markt gleicht das mit Komfort und Größe aus, aber es ist ein Kompromiss. Wer zuerst den Bürkliplatz-Markt oder die Niederdorf-Stände erlebt, bevorzugt diese manchmal allein wegen der Atmosphäre.

Zürich hat noch mehrere andere Weihnachtsmärkte, die einen Besuch lohnen. Für einen umfassenden Überblick über das Winterprogramm der Stadt hilft der Zürich-im-Dezember-Guide mit dem vollständigen saisonalen Überblick weiter.

Wer Menschenmassen, enge volle Räume oder hohen Lärmpegel gar nicht mag, wird den Markt zur Stoßzeit eher stressig als festlich erleben. Derselbe Markt um 11:30 Uhr an einem Dienstag ist ein grundlegend anderes Erlebnis als um 19:00 Uhr an einem Samstag – technisch gesehen aber dieselbe Attraktion.

Den Markt mit dem HB-Viertel kombinieren

Das Viertel rund um den Zürich HB ist mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Das Schweizerische Nationalmuseum liegt direkt neben dem Bahnhof und ist am ersten Sonntag jedes Monats kostenlos zugänglich. Die Bahnhofstrasse, eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Europas, beginnt am Bahnhofplatz und führt südwärts zum See.

Wer das Weihnachtsmarkterlebnis in die Altstadt ausdehnen möchte: Die Fußgängergassen des Niederdorf beherbergen auf der anderen Seite der Limmat einen separaten Freiluftmarkt mit einem ganz anderen, intimeren Charakter. Die beiden liegen nur wenige Gehminuten auseinander und lassen sich gut an einem einzigen Dezembernachmittag kombinieren.

Insider-Tipps

  • Komm innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Öffnung an einem Werktag. Die Stände sind frisch bestückt, der Weihnachtsbaum in der Mitte lässt sich ungestört fotografieren, und die morgendliche Pendlerwelle hat die Bahnsteige bereits verlassen.
  • An den Glühweinständen gilt ein Pfandsystem: Du zahlst ein paar Franken extra für den Becher. Das Design ändert sich jedes Jahr leicht – Stammgäste sammeln die Becher sogar. Schau dir das aktuelle Motiv an, bevor du entscheidest, ob du deinen behältst.
  • Der Markt zieht sich rund um die Haupthalle. Wer die äußere Runde zuerst geht und sich dann nach innen vorarbeitet, entdeckt Stände, die man auf direktem Weg zum Baum leicht übersieht.
  • Wer empfindlich auf Lärm und Menschenmassen reagiert: Die verlängerten Donnerstagabendöffnungszeiten bis 22:00 Uhr haben ihren Vorteil. Nach 21:00 Uhr wird es spürbar ruhiger – die Pendlerwelle ist längst abgeebbt und viele Besucher bereits auf dem Heimweg.
  • Der HB-Markt und der Bürkliplatz-Markt am See sind die beiden größten der Stadt und liegen nur etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuß oder eine kurze Tramfahrt auseinander. Beide an einem Tag zu kombinieren ist gut machbar und zeigt schön den Unterschied zwischen drinnen und draußen.

Für wen ist Zürcher Christkindlimarkt im HB geeignet?

  • Zürich-Erstbesucher im Dezember, die an einem einzigen Ort das volle Programm aus Essen, Geschenken und Atmosphäre erleben möchten
  • Familien mit kleinen Kindern, die eine wettergeschützte Indoor-Option brauchen
  • Reisende im Transit oder mit wenig Zeit, denn der Markt liegt direkt im Bahnhof
  • Paare, die einen festlichen Abend mit einem warmen Glühwein in der Hand verbringen möchten
  • Alle, die von außerhalb anreisen und einen Weihnachtsmarkt erleben wollen, ohne extra Verkehrsmittel zu nutzen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Zürich HB & Stadtzentrum:

  • Bahnhofstrasse

    Die Bahnhofstrasse ist Zürichs zentrale Achse: ein 1,4 Kilometer langer, weitgehend autofreier Boulevard vom Hauptbahnhof bis zum Zürichsee. Der Spaziergang ist kostenlos, die Straße rund um die Uhr zugänglich – und je nach Tageszeit ein völlig anderes Erlebnis. Dieser Guide zeigt dir, was dich wirklich erwartet: vom ruhigen Morgenlicht bis zum dichten Nachmittagstreiben.

  • Schweizerisches Nationalmuseum

    Das Landesmuseum Zürich beherbergt die größte kulturhistorische Sammlung der Schweiz – von mittelalterlichen Waffen und Zunftgegenständen bis hin zu zeitgenössischem Design. Direkt neben dem Zürich HB gelegen, ist es eines der zugänglichsten großen Museen des Landes – und eines der am meisten unterschätzten.

  • Zürich Hauptbahnhof (HB)

    Der Zürich Hauptbahnhof, kurz Zürich HB, ist weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. 1847 eröffnet, ist er der größte und betriebsamste Bahnhof der Schweiz – täglich verkehren rund 2.900 Züge auf 26 Gleisen. Ob du nur auf der Durchreise bist, die Stadt erkunden möchtest oder einfach das reibungslose Zusammenspiel des Schweizer Bahnbetriebs beobachten willst: Das HB lohnt einen bewussten Besuch.