Montée des Marches: Alles, was du über die Roten-Teppich-Treppe in Cannes wissen musst
Die Montée des Marches ist die bekannteste Treppe der Filmwelt: 24 Stufen, 60 Meter roter Teppich und die Hauptfassade des Palais des Festivals. Das ganze Jahr über kostenlos zugänglich, sind diese Stufen ein echtes Stück Filmgeschichte – auch wenn der Zugang während bestimmter Veranstaltungen und der Filmfestspiele eingeschränkt sein kann.
Fakten im Überblick
- Lage
- Vor dem Palais des Festivals et des Congrès, La Croisette, Cannes
- Anfahrt
- Der Bahnhof Gare de Cannes liegt etwa 5 Gehminuten nördlich; Palmbus-Linien bedienen die La Croisette
- Zeitbedarf
- 15–30 Minuten zum Erkunden, Fotografieren und Umschauen
- Kosten
- Kostenlos – kein Ticket erforderlich
- Am besten für
- Filmbegeisterte, Erstbesucher in Cannes, Fotografie

Was du hier eigentlich siehst
Die Montée des Marches – wörtlich „der Aufstieg der Stufen" – ist die Zeremonialtreppe am Eingang des Palais des Festivals et des Congrès an der La Croisette. 24 Stufen führen vom Straßenniveau zur Haupteingangstür des Gebäudes. Während der Filmfestspiele von Cannes im Mai sind diese Stufen mit 60 Metern tiefrotem Teppich bedeckt – eines der meistreplizierten Bilder der globalen Popkultur. Als festes Element der Festivalzeremonie wurden die Stufen 1984 etabliert, und die Teppich-Tradition wurde seitdem kontinuierlich verfeinert: Bis 2021 wurde der Teppich dreimal täglich ausgetauscht, heute wird er aus Umweltgründen einmal pro Tag erneuert.
Außerhalb der Festivalzeit ist der Teppich oft entfernt. Was bleibt, ist eine breite, hellfarbige Betontreppe, gerahmt von der imposanten, horizontal gestreckten Masse des Palais, der 1983 eingeweiht wurde und – objektiv betrachtet – kein schönes Gebäude ist. Das darf man ruhig so sagen: Wer sich einen klassischen europäischen Palast vorstellt, sollte die Erwartungen korrigieren. Der Palais ist ein großes, funktionales Kongresszentrum. Aber die Stufen davor tragen das Gewicht jahrzehntelanger Zeremonien – und wenn du an einem ruhigen Dienstag im Oktober dort stehst, spürst du diese Geschichte trotzdem.
ℹ️ Gut zu wissen
Während der Filmfestspiele von Cannes (meist über 12 Tage im Mai) sind die Stufen im vollen Roter-Teppich-Modus, aber der öffentliche Zugang zum Besteigen ist in der Regel gesperrt. Du kannst den Teppich aus dem umliegenden Bereich fotografieren, ihn aber nicht hinaufgehen – es sei denn, du bist Teil einer autorisierten oder akkreditierten Veranstaltung.
Das Erlebnis zu verschiedenen Tageszeiten
Früh morgens, vor 8 Uhr, sind die Stufen am ruhigsten und damit am nützlichsten. Das Licht aus dem Osten trifft die helle Steinfassade, und das Meer glitzert im Hintergrund, wenn du dich richtig positionierst. Zu dieser Stunde sind kaum andere Besucher da – das ist das ideale Zeitfenster für saubere Fotos ohne Passanten im Bild. Die Reinigungstrupps sind meist fertig, sodass das umliegende Pflaster frisch ist.
Gegen Vormittag treffen Reisegruppen und Kreuzfahrtpassagiere ein. Die Stufen werden zur rotierenden Fotobühne: Paare mit ausgebreiteten Armen, Gruppen, die imaginäre Roter-Teppich-Momente nachstellen, Kinder, die rauf- und runterlaufen. Die Atmosphäre ist eher heiter und entspannt als feierlich. Oft weht ein leichter Duft nach Sonnencreme und Kaffee von den nahen Café-Terrassen herüber.
Mittags im Sommer heizt sich der Stein merklich auf, und die Sonne trifft die Fassade direkt – der Kontrast auf Fotos geht verloren. Die Menge lichtet sich etwas, weil die Besucher zum Mittagessen verschwinden. Das ist das fotogenisch schwächste Zeitfenster des Tages. Am späten Nachmittag, ab etwa 16 Uhr, kommt wärmeres, flacheres Licht und eine zweite Besucherwelle, wenn die Promenade wieder zum Leben erwacht. In der goldenen Stunde vor Sonnenuntergang sind die Stufen besonders gut fotografierbar, und die Energie rund ums Palais wirkt am filmischsten.
Geschichte und kulturelle Bedeutung
Die Filmfestspiele von Cannes wurden 1946 gegründet – ursprüngliche Pläne wurden durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, und die erste Ausgabe fand schließlich im September 1946 statt. In den ersten Jahrzehnten entwickelte sich die Zeremonie ohne einen festgelegten, formalisierten Roten-Teppich-Aufstieg. Erst 1984 – zwei Jahre nach Eröffnung des heutigen Palais des Festivals – wurde die Montée des Marches als zeremonielles Element des Festivals offiziell etabliert. Seitdem hat jede große Filmpremiere in Cannes Cast und Crew diese 24 Stufen hinaufgeführt, vor Fotografen und Menschenmengen auf beiden Seiten.
Die Stufen liegen am westlichen Ende des Boulevard de la Croisette – damit befinden sie sich im symbolischen Herzen der Stadtidentität von Cannes als globale Filmhauptstadt. Der Palais selbst beherbergt nicht nur das Festival, sondern das ganze Jahr über Kongresse, Messen und Veranstaltungen. Das bedeutet: Die Stufen sind fast durchgehend als Kulisse, Eingang und Wahrzeichen in Betrieb.
Der während des Festivals verwendete rote Teppich ist für sich genommen ein logistisches Großprojekt. Jede Rolle wiegt mehrere hundert Kilogramm, und der tägliche Austausch – inzwischen einmal statt dreimal täglich – zeigt, wie ernst der makellose Zustand des Teppichs für die Abendzeremonien genommen wird. Der spezifische Rotton ist klar definiert: kein generisches Karmesin, sondern ein gleichbleibender, tiefer Farbton, der millionenfach fotografiert wurde und weltweit sofort wiedererkennbar ist.
So läuft ein Besuch ab
Du näherst dich dem Palais von der La Croisette aus, entlang des Küstenboulevards. Das Gebäude kündigt sich unverblümt an: ein breiter, flacher Bau mit einem Turmabschnitt am westlichen Ende. Die Stufen liegen direkt zur Esplanade davor, mit Absperrungen und Beschilderungen je nach laufender Veranstaltung im Inneren. An einem normalen Tag sind die Stufen offen und unbewacht. Du gehst frei hinauf, drehst dich oben um und schaust über die Esplanade zum Meer. Der Blick ist angenehm, nicht spektakulär – aber die Perspektive gibt dir ein klares Gefühl für die Geografie des Festivals.
Der Palais des Festivals bietet an bestimmten Terminen Führungen an, die Besucher ins Hauptauditorium und in die Backstage-Bereiche mitnehmen. Diese Touren sind zeitlich begrenzt und separat buchbar – schau auf der offiziellen Website des Palais des Festivals nach der aktuellen Verfügbarkeit, bevor du deine Planung darauf aufbaust.
Zur Barrierefreiheit: Der Palais des Festivals ist für Besucher mit Behinderungen zugänglich, und die umliegende Esplanade ist flach und eben. Die Stufen selbst sind – wie der Name sagt – eine Treppe, weshalb Besucher mit eingeschränkter Mobilität möglicherweise lieber vom Fuß oder von der Esplanade aus fotografieren, anstatt hinaufzusteigen.
💡 Lokaler Tipp
Für das beste Foto von dir auf den Stufen: Besuche sie im Sommer vor 8 Uhr oder nach 18 Uhr. Bitte jemanden, von der Esplanade aus nach oben zu fotografieren – nicht von oben nach unten. Der Aufwärtswinkel zeigt dich und die Fassade des Palais zusammen im Bild.
Während der Filmfestspiele von Cannes
Wenn du Cannes gezielt während der Filmfestspiele besuchst, hat die Montée des Marches einen völlig anderen Charakter. Die Stufen sind mit Pressefotografen und TV-Kameras gesäumt. Menschenmassen drängen sich hinter Absperrungen auf beiden Seiten des Teppichs. Für ein besseres Verständnis, was dich in dieser Zeit erwartet, erklärt der Cannes-Filmfestspiele-Guide alles über Zugang, Akkreditierung und wie du die Ankünfte als normaler Besucher verfolgen kannst.
Auch ohne Festivalpass kannst du dich auf der Esplanade-Seite positionieren und die Ankünfte aus der Distanz beobachten. Das Erlebnis ist laut, dicht und wirklich elektrisierend – wenn dir Kino etwas bedeutet. Der Sicherheitsperimeter bedeutet, dass du mindestens 20 bis 30 Meter vom Teppich entfernt bist, aber das Ausmaß der Zeremonie ist gut sichtbar, und die Atmosphäre ist zu dieser Zeit einmalig in Cannes.
Ein praktischer Hinweis für Festivalbesuche: Die umliegenden Straßen – insbesondere das westliche Ende der La Croisette und die Straßen rund ums Palais – sind in den Stunden vor und während der Abendvorstellungen für den Verkehr gesperrt. Die zuverlässigste Anreise ist zu Fuß von Osten entlang der Küste.
Was die Stufen nicht bieten können
Das hier ist eine Treppe und eine Fassade. Außerhalb der Festivalzeit gibt es keinen Innenbereich, den du durch den zeremoniellen Haupteingang betreten kannst, keine Ausstellung zur Geschichte des Teppichs und kein eigenes Besucherzentrum an den Stufen. Wer ein interaktives Filmhistorie-Museum erwartet, wird enttäuscht sein. Das Erlebnis ist symbolisch: Es funktioniert, wenn du Kontext und Vorstellungskraft mitbringst – und flacht ab, wenn du das nicht tust.
Wer in der Nähe nach substanziellerem Kulturprogramm sucht, sollte das Musée des Explorations du Monde im Palais in Betracht ziehen oder zehn Minuten nach Norden laufen und Le Suquet erkunden – die Altstadt mit echtem mittelalterlichem Charakter und Panoramablick über die Bucht.
Auch die unmittelbare Umgebung des Palais verdient einen ehrlichen Kommentar: Die Esplanade wirkt außerhalb von Veranstaltungen etwas nüchtern – mit parkenden Sicherheitsfahrzeugen, temporären Absperrungen und wenig Grün. Es ist ein Bürgerplatz, der auf Funktion ausgelegt ist, nicht zum Verweilen einlädt. Die meisten Besucher verbringen etwa 15 bis 30 Minuten hier, machen ihre Fotos und ziehen weiter. Das ist eine völlig vernünftige Herangehensweise.
Anreise und Fortbewegung
Der Hauptbahnhof Gare de Cannes ist etwa 10 Gehminuten vom Palais des Festivals entfernt. Von Nizza dauert die Fahrt mit dem regionalen TER-Zug rund 30 bis 40 Minuten. Vom Flughafen Nizza Côte d'Azur bringt dich die Regionalbuslinie 81 (Lignes d'Azur/ZOU!) in etwa 45 bis 60 Minuten nach Cannes. Die Palmbus-Stadtlinien bedienen die La Croisette und die Innenstadt.
Die Montée des Marches ist ein natürlicher Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der La Croisette. Von den Stufen aus kannst du nach Osten entlang des Küstenboulevards an Grandhotels, Strandzugängen und Boutiquen vorbeigehen – so weit deine Beine tragen. Der Cannes-Spaziergang nutzt die Stufen des Palais als logischen Ankerpunkt, bevor es in den Rest der Stadt geht.
Insider-Tipps
- Die Handabdrücke und Unterschriften ehemaliger Jury-Präsidenten und Palme-d'Or-Gewinner sind auf der Allée des Étoiles du Cinéma rund ums Palais ins Pflaster eingelassen. Die meisten Besucher gehen einfach drüber hinweg. Nimm dir ein paar Minuten, um sie vor oder nach dem Fotografieren der Treppe zu suchen.
- Wenn du während der Filmfestspiele eine Roter-Teppich-Ankunft ohne Akkreditierung verfolgen möchtest, stell dich für Abendvorstellungen bis 18 Uhr auf der Nordseite der Esplanade auf. Danach füllt sich der Platz schnell, und wer zu spät kommt, hat kaum noch Sicht.
- Die Stufen wirken auf Fotos am eindrucksvollsten, wenn du sie von direkt vorne aus einem niedrigen Winkel aufnimmst – nicht von der Seite. Die symmetrische Fassade rahmt die Treppe perfekt ein. Ein Weitwinkelobjektiv oder das Hochformat-Modus am Smartphone reicht völlig aus.
- Die ruhigsten und stimmungsvollsten Besuche sind morgens im Oktober und November. Das Mittelmeer-Licht ist noch warm, kaum Touristen sind unterwegs, und die Esplanade gehört hauptsächlich Joggern und Hundebesitzern.
- Der Palais des Festivals bietet an ausgewählten Terminen Führungen an, bei denen du das Louis-Lumière-Auditorium von innen sehen kannst. Die Plätze sind begrenzt. Schau rechtzeitig auf der offiziellen Website des Palais des Festivals nach, wenn dir das wichtig ist.
Für wen ist Rote-Teppich-Treppe (Montée des Marches) geeignet?
- Filmfans, die eine direkte, greifbare Verbindung zur Geschichte der Filmfestspiele von Cannes suchen
- Erstbesucher in Cannes, die sich rund um das bekannteste Wahrzeichen der Stadt orientieren möchten
- Fotografen, die einen zuverlässigen, kostenlosen und visuell starken Ort an der La Croisette suchen
- Reisende, die einen kurzen Stopp in Cannes mit einer größeren Côte-d'Azur-Reise verbinden und das ikonische Foto in 20 Minuten machen wollen
- Festivalbesucher, die die Festivalgeografie auch ohne Akkreditierung verstehen möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in La Croisette:
- Boulevard de la Croisette
Der Boulevard de la Croisette ist die Prachtadresse von Cannes: ein rund drei Kilometer langer, von Palmen gesäumter Spazierweg entlang der Baie de Cannes vom Vieux Port bis zum Port Canto. Kostenlos zu jeder Stunde begehbar, verbindet er die Luxushotels, privaten Strandclubs und den Palais des Festivals – und sieht je nach Tageszeit völlig anders aus.
- Carré d'Or (Goldenes Viereck)
Das Carré d'Or, das sogenannte Goldene Viereck, ist Cannes' kompaktes Luxusviertel zwischen der Rue d'Antibes und La Croisette. Auf vier Straßen drängen sich High-End-Boutiquen, Aperitivo-Bars, Gourmetrestaurants und das angesagteste Nachtleben der Stadt – alles bequem zu Fuß vom Palais des Festivals erreichbar.
- Centre d'Art La Malmaison
Nach einer umfangreichen Renovierung im Januar 2025 wiedereröffnet, bringt das Centre d'Art La Malmaison zeitgenössische Kunst in eines der geschichtsreichsten Gebäude am Boulevard de la Croisette. Mit 600 m² Ausstellungsfläche, kostenlosem Zugang zur Dachterrasse während der Öffnungszeiten und Eintrittspreisen ab 6,50 € (ermäßigt 3,50 €) bietet es echte kulturelle Tiefe – nur wenige Schritte vom Meer entfernt.
- Carlton Cannes, a Regent Hotel
Seit 1911 prägt das Carlton Cannes den Boulevard de la Croisette Nummer 58 und ist das bekannteste Gebäude an der berühmtesten Strandpromenade der Côte d'Azur. Mit seinen zwei Belle-Époque-Kuppeln, einem eigenen Privatstrand und einer Geschichte, die untrennbar mit den Filmfestspielen von Cannes verbunden ist, zieht es Besucher an – ob sie eine Suite gebucht haben oder einfach neugierig einen Blick in die Lobby werfen wollen.