Mardi Gras World: Ein Blick hinter die Kulissen der Umzugswagen-Fabrik
Mardi Gras World ist eine aktive Umzugswagen-Werkstatt am Mississippi River, in der riesige Paraden-Skulpturen entstehen. Das Gelände ist das ganze Jahr geöffnet und bietet einen authentischen Einblick in das Handwerk hinter New Orleans' berühmtestem Fest.
Fakten im Überblick
- Lage
- 1380 Port of New Orleans Place, CBD / Warehouse District, New Orleans, LA 70130
- Anfahrt
- Kostenloser Shuttle aus dem Stadtzentrum; zu Fuß vom Warehouse District und Convention Center erreichbar
- Zeitbedarf
- 1 bis 1,5 Stunden
- Kosten
- Eintritt kostenpflichtig; aktuelle Preise auf mardigrasworld.com
- Am besten für
- Familien, Erstbesucher, Kultur- und Geschichtsinteressierte, Fotografie
- Offizielle Website
- www.mardigrasworld.com

Was Mardi Gras World wirklich ist
Mardi Gras World ist kein Museum im klassischen Sinne. Es handelt sich um eine aktive Produktionsstätte für Umzugswagen, die sich auf rund 28.000 Quadratmetern entlang des Mississippi erstreckt. Hier werden die Festwagen und Requisiten für die Mardi-Gras-Krewes von New Orleans das ganze Jahr über entworfen und gebaut. Die Werkstatt öffnet ihre Tore täglich für Besucher – sodass die Touren durch Bereiche führen, in denen Bildhauer, Maler und Handwerker oft noch mitten in der Arbeit an den Wagen der nächsten Saison stecken.
Betrieben wird das Ganze von Kern Studios, einem Familienunternehmen mit Wurzeln bis ins Jahr 1947, als Blaine Kern Sr. – später als „Mr. Mardi Gras" bekannt – damit begann, Umzugswagen für lokale Krewes zu bauen. Kern starb 2020, das Unternehmen wird aber weiterhin von der Familie geführt. Das öffentlich zugängliche Erlebnis startete 1984 und zog 2008 an den heutigen Standort direkt am Fluss. Was diesen Ort besonders macht: Er ist nicht eingefroren in der Vergangenheit. Die Wagen, die du siehst, befinden sich im Bau oder wurden aus dem aktiven Einsatz genommen – und der Geruch von frischer Farbe, Schaumstaub und Sägemehl ist absolut echt.
💡 Lokaler Tipp
Der erste Einlass ist um 9:30 Uhr, der letzte um 16:30 Uhr. Die Anlage schließt täglich um 17:30 Uhr. Plane etwa 60 Minuten für die vollständige geführte Tour ein.
Die Tour: Was dich erwartet
Die Touren sind geführt und dauern ungefähr 45 bis 60 Minuten, danach kannst du die Lagerbereiche mit den großen Umzugswagen frei erkunden und Fotos machen. Der Guide führt dich in die Geschichte des Mardi Gras, das Krewe-System und die Rolle der Familie Kern bei der Entwicklung des modernen Parade-Looks ein. Du erfährst zum Beispiel, dass die Papiermaché- und Bildhauertraditionen aus den 1940er-Jahren bis heute das Handwerk vieler Figuren prägen – auch wenn Glasfaser und Schaum bei den Tragstrukturen längst übernommen haben.
Was zuerst auffällt, ist die schiere Größe des Lagers. Umzugswagen sind aus der Nähe gewaltig – das vermitteln Fernsehübertragungen einfach nicht. Ein normaler Festwagen kann sechs Meter oder höher sein, und die darauf montierten Figuren – Märchenkönige, mythologische Wesen, übergroße Lebensmittel, Politikersatiren – sind detailliert und handwerklich beeindruckend. Ältere Figuren dienen als Ausstellungsstücke, mit etwas verblasster Farbe, aber noch immer mit gut erkennbarer Handwerkskunst. Andere sind klar mittendrin im Entstehen: Drahtgerüste halb mit Schaum bedeckt, grundiert aber noch unbemalt.
Nach dem geführten Teil haben Besucher in der Regel Zugang zu Kostümstücken: Federkopfschmuck, Umhänge und Perlenketten, die man für Fotos anlegen kann. Dieser Bereich ist erwartungsgemäß beliebt bei Familien und Gruppen. Wer kein Interesse an Kostümfotos hat, kann die freie Zeit nutzen, um durch die äußeren Gänge zu schlendern und die einzelnen Wagen genauer zu betrachten.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Spooky kid-friendly family ghost tour
Ab 32 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungWalking the Devil's Empire tour with HELLVISION™ in New Orleans
Ab 32 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungThe New Orleans haunted cemetery city bus tour
Ab 43 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungWhitney Plantation Tour
Ab 72 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Morgens oder nachmittags: Wann ist der beste Zeitpunkt?
Die ersten Touren des Tages ab ca. 9:30 Uhr führen durch ein ruhigeres Lager. Weniger Gruppen überschneiden sich, die Handwerker sind eher aktiv als in der Pause, und das Licht wirkt nüchterner und echter. Wer sich vor allem für das Handwerk interessiert und nicht fürs Spektakel, ist morgens besser aufgehoben.
Mittags und am frühen Nachmittag ist mehr los – vor allem wenn Kreuzfahrtschiffe am nahen Terminal liegen oder Kongresse in der Stadt stattfinden. Das Erlebnis selbst ändert sich kaum, aber der geführte Teil kann bei großen Gruppen etwas gehetzt wirken. Am Nachmittag nimmt das Ganze manchmal den Rhythmus eines Freizeitparks an, mit einer stetigen Abfolge von Tourengruppen. An Wochentagen außerhalb der Kongresssaison ist das weniger ein Problem.
ℹ️ Gut zu wissen
Mardi Gras World ist das ganze Jahr geöffnet – auch während der eigentlichen Mardi-Gras-Saison. In den Wochen unmittelbar vor dem Mardi Gras (typischerweise im Februar) läuft die Produktion auf Hochtouren, und die Atmosphäre in der Werkstatt ist spürbar aufgeladener. Wer im Januar oder Februar kommt, sollte vorab buchen.
Die Geschichte hinter dem Spektakel
Der Mardi Gras in New Orleans gehört zu den ältesten öffentlichen Festen Nordamerikas – mit französisch-kolonialen Wurzeln, die bis ins frühe 18. Jahrhundert reichen. Die Umzugstradition mit aufwendigen Festwagen, organisiert von privaten Gesellschaften, den sogenannten Krewes, entwickelte sich vor allem im 19. Jahrhundert. Kern Studios trat 1947 in dieses Ökosystem ein und wurde schließlich zum führenden Hersteller von Umzugswagen – für Dutzende Krewes in Louisiana und darüber hinaus.
Wer das Krewe-System versteht, kann besser einordnen, was er im Lager sieht. Jede Krewe hat ihr eigenes Thema, ihren eigenen Stil und ihr jährliches Umzugskonzept – und Kern Studios baut nach diesen Vorgaben. Die Tour streift diese Geschichte, aber wer tiefer in Kultur und Geschichte eintauchen möchte, sollte den Besuch mit dem New Orleans Jazz Museum kombinieren oder vorher einen New-Orleans-Geschichtsguide lesen.
Das Lager beherbergt auch Stücke, die für Veranstaltungen weit über New Orleans hinaus gebaut wurden – darunter Auftritte bei Super-Bowl-Halbzeitshows und große Unterhaltungsproduktionen. Das wird auf der Tour erwähnt und zeigt, wie die für den Mardi Gras entwickelten Fertigkeiten inzwischen vielfältige kommerzielle Anwendungen gefunden haben.
Praktische Infos: Anreise und Orientierung vor Ort
Mardi Gras World liegt auf 1380 Port of New Orleans Place, direkt neben dem New Orleans Morial Convention Center auf der Flussseite. Vom Warehouse District und dem südlichen Ende des Central Business District ist es zu Fuß erreichbar – vom Rand des French Quarter am Flussufer entlang in der Regel 10 bis 15 Minuten.
Ein kostenloser Shuttle fährt von einem zentralen Haltepunkt in New Orleans (aktuellen Abholort direkt beim Veranstaltungsort erfragen). Vor Ort gibt es Parkmöglichkeiten für 20 Dollar. Die St. Charles Streetcar fährt nicht direkt zur Anlage, aber die Canal Street Streetcar und RTA-Buslinien halten in der Nähe. Uber und Lyft sind von überall in der Stadt problemlos verfügbar.
Die Lagerhallen sind groß und offen, was sie für die meisten Besucher gut begehbar macht. Die Böden sind durchgehend aus Beton – festes, geschlossenes Schuhwerk ist empfehlenswert. Da es sich um eine aktive Produktionsstätte handelt, kann es in manchen Bereichen unebene Böden oder Maschinen geben. Wer Bedenken wegen der Barrierefreiheit hat, sollte sich vor der Buchung direkt beim Veranstaltungsort über aktuelle Zugangsmöglichkeiten informieren.
💡 Lokaler Tipp
Fotografieren ist auf der gesamten Tour ausdrücklich erwünscht. Ein Weitwinkelobjektiv oder der Ultraweitwinkel-Modus deines Smartphones ist hier Gold wert: Die Wagen sind wirklich groß, und in den engeren Gängen des Lagers passen sie kaum in einen einzigen Bildausschnitt.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?
Mardi Gras World ist gehaltvoller als das typische Touristenangebot vermuten lässt – hat aber auch seine Grenzen. Die geführte Tour ist auf Zugänglichkeit ausgelegt, nicht auf Tiefe. Wer sich ernsthaft für Volkskunst, Paraden-Geschichte oder Herstellungstechniken interessiert, wird die Informationen möglicherweise etwas oberflächlich finden. Das Kostüm-Fotoshooting am Ende ist fröhlich, fühlt sich aber eher wie ein Souvenir-Erlebnis an.
Für Erstbesucher in New Orleans – vor allem solche, die außerhalb der Mardi-Gras-Saison reisen – bietet diese Attraktion echten Kontext für eines der prägendsten Kulturereignisse der Stadt. Sie beantwortet eine Frage, die die Umzüge selbst nicht stellen: Wie entsteht das alles eigentlich? Wer die New-Orleans-Kultur bereits gut kennt, mehrere Umzüge miterlebt hat oder wenig Zeit hat, ist vielleicht besser aufgehoben im Preservation Hall oder abends auf der Frenchmen Street.
Reisende mit Kindern bekommen hier besonders viel für ihr Geld. Die Größe der Wagen, das Spektakel im Kostümbereich und die anschauliche Erzählweise der Tour halten Kinder ab etwa sechs Jahren gut bei der Stange. Wer hauptsächlich wegen Nachtleben oder Essen nach New Orleans kommt, wird diesen Besuch eher als netten Tagesfüller einordnen – nicht als Highlight.
Wenn du gerade dein erstes New-Orleans-Programm planst, wirf einen Blick auf unseren 3-Tage-Reiseplan für New Orleans für eine sinnvolle Reihenfolge, oder schau dir den Mardi-Gras-Guide an, um zu verstehen, wie die Umzugssaison tatsächlich abläuft.
Insider-Tipps
- Der kostenlose Shuttle ist praktisch, fährt aber nicht immer pünktlich. Wenn du einen engen Zeitplan hast, nimm lieber ein Rideshare – die 20 Dollar Parkgebühr vor Ort sind kaum ein Argument dafür, extra ein Auto zu mieten.
- Frag deinen Guide gezielt nach den älteren ausrangierten Figuren, die hinten im Lager aufbewahrt werden. Diese bekommen auf der Tour oft weniger Aufmerksamkeit, zeigen aber häufig die spannendste Handwerksgeschichte – manchmal aus Jahrzehnte alten Umzügen.
- Wer im Januar oder Februar kommt, erlebt den Höhepunkt der Produktionssaison. Die Werkstatt ist dann lauter, voller Leben und optisch deutlich interessanter als in ruhigeren Monaten – so nah an der echten Produktionsatmosphäre kommst du sonst nicht.
- Die Kostüme im Fotobereich werden täglich von vielen Besuchern angefasst. Wer das lieber meidet, lässt diesen Teil aus und nutzt die freie Zeit besser in den Gängen zwischen den großen Umzugswagen – dort hat man mehr Platz und bessere Fotoperspektiven.
- Während der Kongresssaison oder in Schulferienwochen lohnt es sich, Tickets vorab online zu buchen. Walk-in ist meistens möglich, aber große Kongressgruppen können Vormittagstouren kurzfristig ausbuchen.
Für wen ist Mardi Gras World geeignet?
- Erstbesucher in New Orleans, die kulturellen Kontext jenseits des French Quarter suchen
- Familien mit Kindern ab 6 Jahren
- Reisende außerhalb der Mardi-Gras-Saison, die die Umzugstradition besser verstehen wollen
- Fotobegeisterte, die sich für großformatige Volkskunst und Handwerk interessieren
- Reisende mit einem halben Tag Zeit im Warehouse District oder CBD
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Central Business District & Warehouse Arts District:
- Aquarium of the Americas
Das Audubon Aquarium liegt am Rand des French Quarter direkt am Mississippi und zieht Besucher mit weißen Alligatoren, einer Afrikapinguin-Kolonie und eindrucksvollen Ausstellungen über die Wasserökosysteme beider Amerikas an. Nach einer 41-Millionen-Dollar-Renovierung wurde es 2023 wiedereröffnet – moderner und schärfer denn je.
- Caesars Superdome
Das Caesars Superdome ist eines der markantesten Gebäude in der Skyline von New Orleans – eine Kuppelanlage mit 73.208 Plätzen, die schon Super Bowls, Sugar Bowls, das Essence Festival und legendäre Konzerte beherbergt hat. Ob Saints-Spiel oder Großveranstaltung: Hier erfährst du, was du wirklich wissen musst, bevor du hingehst.
- Creole Queen
Die Paddlewheeler Creole Queen ist ein 58 Meter langer Schaufelraddampfer mit drei Decks, der Passagiere für Jazz-Dinnerkreuzfahrten und historische Touren auf den Mississippi mitnimmt. Das Schiff legt am Poydras Street Dock im Central Business District ab und bietet eine der wenigen Möglichkeiten, New Orleans vom Wasser aus zu erleben – statt wie üblich von der Straße.
- The National WWII Museum
Vom US-Kongress als offizielles Zweiter-Weltkrieg-Museum der Vereinigten Staaten ausgezeichnet, gehört das National WWII Museum in New Orleans zu den umfassendsten Einrichtungen für Kriegsgeschichte weltweit. Über einen sechs Hektar großen Campus mit sechs Pavillons, eindringlichen Ausstellungen und einem Dinner-Theater verteilt, braucht man hier ernsthaft Zeit – und wird mit ernsthaft gutem Inhalt belohnt.