Greyfriars Kirkyard: Edinburghs atmosphärischster Friedhof
Der Greyfriars Kirkyard ist seit 1562 ein Begräbnisplatz und gehört zu den vielschichtigsten und lohnenswertesten Orten Edinburghs. Der Eintritt ist kostenlos, die Geschichte ist allgegenwärtig, und der Friedhof zieht Besucher mit seinen berühmten Gräbern, literarischen Bezügen und seinem Ruf als einer der meistgespensterten Orte Großbritanniens an.
Fakten im Überblick
- Lage
- 26A Candlemaker Row, Edinburgh EH1 2QQ (direkt neben der Greyfriars-Bobby-Statue an der Ecke Candlemaker Row und George IV Bridge, Old Town)
- Anfahrt
- 15 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Edinburgh Waverley über die George IV Bridge; Lothian Buses halten an den nahen Haltestellen George IV Bridge und Forrest Road
- Zeitbedarf
- 45 Minuten bis 1,5 Stunden für einen selbstgeführten Rundgang; 1,5–2 Stunden bei einer geführten Tour
- Kosten
- Freier Eintritt zum Kirkyard; kostenpflichtige Führungen (z. B. Covenanters' Prison) gegen Aufpreis – aktuelle Preise bitte vor Ort erfragen
- Am besten für
- Geschichtsinteressierte, literarisch Reisende, Geistertour-Fans, Fotografen, Einzelreisende
- Offizielle Website
- greyfriarskirk.com/visit/kirkyard

Was der Greyfriars Kirkyard eigentlich ist
Der Greyfriars Kirkyard ist ein historischer Begräbnisplatz rund um die Greyfriars Kirk, eine aktive Church-of-Scotland-Gemeinde in Edinburghs Altstadt. Der Kirkyard wurde 1562 angelegt, um den überfüllten Friedhof der St-Giles-Kathedrale zu entlasten, und nimmt seitdem die Toten Edinburghs auf – seit mehr als viereinhalb Jahrhunderten. Er ist als Category-A-Kulturdenkmal eingestuft, was bedeutet, dass seine Grabmonumente und die Anlage in Schottland unter höchstem Denkmalschutz stehen.
Das Gelände liegt an der Ecke Candlemaker Row und George IV Bridge, direkt an der Mauer der George Heriot's School im Süden und nur wenige Gehminuten vom National Museum of Scotland entfernt. Die Umgebung wirkt ausgesprochen städtisch, doch sobald man durch die Tore tritt, wird der Stadtlärm deutlich leiser. Der Kirkyard umfasst etwa einen Hektar unebenes, abschüssiges Gelände mit jahrhundertealten Grabsteinen, Tischgräbern und geschnitzten Monumenten – von elegant-zurückhaltend bis hin zu üppig-makaber.
💡 Lokaler Tipp
Der Eintritt zum Greyfriars Kirkyard ist kostenlos, und laut der Greyfriars Kirk ist das Gelände rund um die Uhr zugänglich – wobei der Zugang gelegentlich für Wartungsarbeiten oder aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sein kann. Bei Tageslicht kommt man am besten, um die Grabinschriften zu lesen; in der Abenddämmerung ist die Atmosphäre am stärksten.
Wie sich das Erlebnis im Tagesverlauf verändert
Am Morgen, ungefähr zwischen 9 und 11 Uhr, kommen Studierende auf dem Weg durch die Candlemaker Row und frühe Besucher aus nahegelegenen Gästehäusern. Im Herbst und Winter fällt das Licht tief und schräg ein, was die gemeißelten Inschriften in starkem Kontrast erscheinen lässt und diese Tageszeit zur besten für das Lesen von Epitaphen und das Fotografieren von Details macht. Die Steinmetzarbeiten hier – Totenköpfe, gekreuzte Knochen, Sanduhren und Putten, die eher bedrohlich als tröstlich wirken – lohnen eine genaue Betrachtung. Im Sommer sind Morgenbesuche fast schon beschaulich.
Mittags kommen Reisegruppen und Schulklassen, was den Besucherverkehr rund um die bekanntesten Gräber bündelt. Wenn es dir zu voll wird, geh in die hinteren Bereiche, weg vom Hauptweg vom Eingang an der Candlemaker Row. Die älteren Teile des Kirkyards, insbesondere die Abschnitte nahe der Mauer von George Heriot's School, werden weit weniger besucht und beherbergen einige der verwittertsten und visuell eindrucksvollsten Monumente des gesamten Geländes.
Der späte Nachmittag – besonders die Stunde vor der Dämmerung im Frühling und Herbst – verwandelt die Atmosphäre völlig. Der Stein nimmt einen wärmeren Ton an, zwischen den aufrecht stehenden Grabsteinen wachsen die Schatten, und die Besucherzahl sinkt spürbar. Das ist die Stunde, die Berufsfotografen bevorzugen, und das aus gutem Grund. Es ist auch die Stunde, in der sich die Geistertour-Gruppen an den Toren versammeln – was je nach Erwartungshaltung entweder eine willkommene Bühnenromantik oder eine Störung darstellt.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Dark history of Edinburgh - self-guided audio tour using an app
Ab 10 €Sofortige BestätigungWest Highland Lochs, mountains and castles tour from Edinburgh
Ab 61 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLoch Ness, Glen Coe and the Highlands tour from Edinburgh
Ab 66 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungDay Trip to Holy Island, Alnwick Castle and Northumbria from Edinburgh
Ab 60 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Die Geschichte unter deinen Füßen
Kaum ein Ort in Edinburgh trägt so viel geballtes historisches Gewicht wie der Greyfriars Kirkyard. Der Name geht auf ein Franziskanerkloster zurück, das das Gelände vor der Reformation belegte; das Kloster wurde aufgelöst und das Land zunächst als Garten und ab 1562 als öffentlicher Begräbnisplatz genutzt. Die Kirche selbst wurde 1620 erbaut und gilt als eine der frühesten nach der Reformation in Schottland errichteten Kirchen.
Der historisch bedeutsamste Moment des Kirkyards war der 28. Februar 1638, als hier der National Covenant unterzeichnet wurde – eine Erklärung schottischer Presbyterianer gegen die Einführung eines anglikanischen Kirchenmodells durch Karl I. Einigen Berichten zufolge unterzeichneten die Anhänger, als das Papier ausging, mit ihrem eigenen Blut weiter. Das Dokument trug dazu bei, eine Reihe von Konflikten auszulösen, die schließlich in die Kriege der Drei Königreiche mündeten. Eine Kopie befindet sich in der Greyfriars Kirk, und die Unterzeichnung wird auf dem Gelände gewürdigt.
Das Covenanters' Prison, ein ummauertes Areal im hinteren Teil des Kirkyards, wurde genutzt, um nach der Schlacht von Bothwell Brig 1679 etwa 1.200 covenantierende Gefangene festzuhalten. Die Bedingungen waren hart: Die Gefangenen wurden bei jedem Wetter im Freien gehalten und schlecht versorgt. Rund 400 kamen in Gefangenschaft ums Leben. Heute ist der Zugang zum Gefängnisbereich eingeschränkt und in der Regel nur im Rahmen von Führungen möglich. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Edinburghs turbulente Religionsgeschichte die Stadt geprägt hat, sollte die St.-Giles-Kathedrale nebenan unbedingt besuchen – ein idealer Begleitort.
Bekannte Gräber und worauf man achten sollte
Der Kirkyard beherbergt die sterblichen Überreste einer bemerkenswerten Anzahl von Menschen, die die schottische Kultur, Wissenschaft und Rechtsprechung geprägt haben. Zu den meistbesuchten Gräbern zählt das von William Smellie, dem ersten Herausgeber der Encyclopaedia Britannica. James Craig, der Architekt von Edinburghs New Town, ist hier begraben. Die Grabstätten rund um John Gray – den Besitzer des Skye-Terriers, der seinem Herrchen angeblich vierzehn Jahre lang treu wachte – befinden sich nahe dem Haupteingang und gehören zu den meistfotografierten Orten der Stadt.
Das Mausoleum von Sir George Mackenzie of Rosehaugh, dem Generalanwalt, der die Covenanters verfolgte, ist zu einer Art Mittelpunkt von Edinburghs Geistertourismus geworden. Mackenzie, bekannt als „Bluidy Mackenzie”, leitete die Prozesse und Hinrichtungen vieler Covenanters, und sein Mausoleum ist Ausgangspunkt mehrerer Geistertouren, die hier jeden Abend starten. Wenn dich das Übernatürliche interessiert, findest du im Geistertouren-Guide Edinburgh die besten Optionen im Detail.
Viele der Grabsteine sind stark verwittert, und manche Inschriften sind ohne zusätzliche Hilfsmittel nicht mehr lesbar. Eine gedruckte Karte oder ein smartphonebasierter Führer zu den bemerkenswerten Gräbern hilft dabei, auch die verstreuter liegenden Monumente zu finden, statt sich nur bei den drei oder vier allseits fotografierten zu drängen.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Greyfriars Kirkyard wird auch mit Harry Potter in Verbindung gebracht: Autorin J.K. Rowling schrieb Teile der Reihe in nahegelegenen Cafés, und Namen auf Grabsteinen hier – darunter Thomas Riddell und William McGonagall – wurden von Fans vielfach notiert. Ob es sich dabei um direkte Inspirationen oder bloße Zufälle handelt, ist nach wie vor umstritten.
Anreise und Orientierung auf dem Gelände
Der Kirkyard liegt an der Candlemaker Row, einer kurzen, steil ansteigenden Straße, die den Kreisverkehr am Cowgatehead unten mit der George IV Bridge oben verbindet. Vom Bahnhof Edinburgh Waverley dauert der Fußweg etwa 15 Minuten: Geh nach Süden über die North Bridge, weiter auf die South Bridge, dann rechts auf die Chambers Street am National Museum vorbei, und halte Ausschau nach dem Kirkyard-Eingang an der Candlemaker Row. Vom Grassmarket aus sind es 5 Minuten bergauf entlang der Candlemaker Row.
Es gibt zwei Haupteingänge für Fußgänger von der Candlemaker Row. Der untere Eingang führt über eine kurze Treppe, was für Rollstuhlfahrer oder Besucher mit Kinderwagen schwierig sein kann. Der obere Eingang, näher an der George IV Bridge, ist zugänglicher. Lothian Buses bedienen sowohl die George IV Bridge als auch die Forrest Road mit mehreren Linien – da die Lage aber zentral und von den meisten Unterkünften in der Altstadt zu Fuß erreichbar ist, braucht man den Bus selten.
Die umliegenden Straßen bilden eine der historisch reichsten Ecken der Altstadt. Das National Museum of Scotland ist drei Minuten zu Fuß entfernt und hat freien Eintritt – ein naheliegender Ergänzungsstopp für einen Nachmittagsbesuch. Die Altstadt als Ganzes lohnt einen langsamen, aufmerksamen Spaziergang.
Fotografieren und praktische Hinweise
Der Greyfriars Kirkyard ist ein hervorragendes Fotomotiv. Die Steinmetzarbeiten auf älteren Monumenten – besonders die Memento-mori-Schnitzereien aus dem 17. Jahrhundert – lohnen sich mit einem Makroobjektiv oder dem Zoom der Handykamera genauer anzusehen. Bewölkte Tage, die in Edinburgh häufig sind, liefern tatsächlich bessere Fotos von Grabmonumenten als Sonnenschein, da gleichmäßiges Licht die Schnitzdetails hervorhebt, ohne harte Schatten zu erzeugen. Früh morgens und am späten Nachmittag im Herbst und Winter gibt es die längsten Schatten und das dramatischste Streiflicht.
Trag griffige Schuhe. Die Wege bestehen aus einer Mischung aus Pflastersteinen, Kies und Gras, und der Boden kann nach Regen rutschig sein. Edinburghs Wetter ist tendenziell nass und wechselhaft, daher ist eine wasserdichte Schicht zu allen Jahreszeiten schlicht sinnvoll. Im Winter kann es im Kirkyard eisig werden, besonders in den beschatteten nördlichen Bereichen, die kaum direkte Sonne abbekommen.
⚠️ Besser meiden
Bitte behandle das Gelände mit Respekt. Der Greyfriars Kirkyard ist ein aktiver Begräbnisplatz und ein genutzter christlicher Gottesdienstort. Das Berühren oder Anlehnen an Monumente – besonders an fragile Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert – kann Schäden verursachen. Manche Besucher betreiben nach wie vor sogenanntes „Boggling” (absichtliches Stören des Mackenzie-Mausoleums) – das ist respektlos gegenüber dem Ort und den heutigen Gemeindemitgliedern.
Für wen sich der Besuch lohnt – und für wen nicht
Der Greyfriars Kirkyard belohnt Besucher, die gemächliches, entdeckungsfreudiges Gehen mögen und ein gewisses Interesse an schottischer Geschichte, Grabkunst oder Edinburghs literarischen Verbindungen mitbringen. Er lässt sich gut mit einem selbstgeführten Spaziergang entlang der Royal Mile oder einem Besuch der Edinburghs unterirdische Gewölbe kombinieren und ist ein stimmungsvoller Ausgangspunkt für abendliche Geistertouren.
Wer Friedhöfe als belastend empfindet oder ein aktives, visuell abwechslungsreiches Ausflugsziel sucht, wird hier wenig Freude haben. Familien mit kleinen Kindern sollten wissen, dass die Geistertour-Gruppen am Abend und die düstere Ikonographie auf vielen Steinen für kleine Kinder verstörend wirken können, obwohl das Gelände selbst offen und sicher ist. Die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer ist nicht an allen Eingängen gewährleistet, und die Innenwege können uneben genug sein, um Vorsicht zu erfordern.
Wenn dein Hauptinteresse Edinburghs Geisterfolklore ist und weniger die Geschichte, lohnt es sich, eine spezialisierte Abendtour zu buchen – die Atmosphäre des Kirkyards bei Dunkelheit und die geführte Geschichte rund um das Mackenzie-Mausoleum sind wirklich eindrucksvoll. Der Geistertouren-Guide Edinburgh stellt die zuverlässigsten Anbieter vor, die derzeit Touren durchführen. Wer sich stärker für die Geschichte der Altstadt insgesamt interessiert, sollte auch The Real Mary King's Close als gegensätzliches unterirdisches Erlebnis in der Nähe in Betracht ziehen.
Insider-Tipps
- Besuche den Kirkyard an einem Werktagmorgen im Frühling oder Herbst – dann stimmt das Licht, es ist ruhig, und die Gravuren auf den Steinen sind gut lesbar. Samstags zwischen 11 und 15 Uhr ist der Andrang am größten, besonders während der Festivalzeit.
- Hol dir vor dem Rundgang einen gedruckten Führer zu den bemerkenswerten Gräbern aus der Greyfriars Kirk. Das Gelände kann verwirrend sein, und die Beschilderung einzelner Grabmäler ist in vielen Bereichen sehr spärlich.
- Die hinteren Bereiche des Kirkyards, nahe der Mauer des Covenanters' Prison, sind selbst an belebten Tagen ruhiger als die Hauptwege. Einige der interessantesten Grabmonumente aus dem 17. Jahrhundert verstecken sich in diesen weniger besuchten Ecken.
- Wenn du die Greyfriars-Bobby-Statue ohne Menschenmassen fotografieren möchtest, geh vor 9 Uhr morgens hin. Die Statue steht direkt vor dem Kirkyard neben dem Greyfriars-Bobby-Pub an der Ecke Candlemaker Row und George IV Bridge – tagsüber ist dort ständig Betrieb.
- Der Kirkyard liegt direkt gegenüber dem Haupteingang des National Museum of Scotland. Beide zusammen an einem halben Tag zu kombinieren kostet nichts und bietet einen breiten Überblick über die schottische Geschichte von der Vorgeschichte bis heute.
Für wen ist Greyfriars Kirkyard geeignet?
- Geschichts- und Kulturreisende mit Interesse an schottischer Religions- und Politikgeschichte
- Fotografen, die sich von Grabarchitektur und atmosphärischen Steinarbeiten angezogen fühlen
- Literarisch interessierte Besucher, die Edinburghs Verbindungen zu Autoren von Allan Ramsay bis J.K. Rowling nachspüren
- Geistertour-Teilnehmer, die den atmosphärischsten Startpunkt der Stadt suchen
- Alleinreisende, die lieber ihr eigenes Tempo wählen als strukturierten Stadtführungen zu folgen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Old Town:
- Camera Obscura & World of Illusions
Hoch oben am Royal Mile, direkt neben dem Edinburgh Castle, verbindet die Camera Obscura & World of Illusions ein viktorianisches Sehgerät mit fünf Stockwerken voller Mitmach-Illusionen und einem Dachblick über die Altstadt. Eine der eigenwilligsten Sehenswürdigkeiten Edinburghs – perfekt für neugierige Köpfe jeden Alters.
- Edinburgh Castle
Edinburgh Castle thront auf einem 135 Meter hohen Vulkanfelsen und prägt die Silhouette der Altstadt. Vom ältesten Gebäude der Stadt bis zu den schottischen Kronjuwelen – hier findest du alles, was du brauchst, um zu entscheiden, ob ein halber Tag dafür lohnt.
- The Edinburgh Dungeon
Das Edinburgh Dungeon ist eine Live-Actor-Erfahrung, die 1.000 Jahre schottischer Schreckensgeschichte inszeniert – unterirdisch in der Old Town. Laut, theatralisch und bewusst verstörend: eher was für Nervenkitzel-Fans und ältere Kinder als für Museumsbesucher.
- Edinburgh Farmers' Market
Jeden Samstagmorgen füllt sich die Castle Terrace mit rund 40 bis 60 Ständen, an denen schottische Produkte direkt von denjenigen verkauft werden, die sie anbauen, züchten oder herstellen. Der Edinburgh Farmers' Market läuft seit etwa dem Jahr 2000 und gilt weithin als einer der größten wöchentlichen Bauernmärkte Schottlands nach Standanzahl. Der Eintritt ist frei, und der Markt schließt pünktlich um 14 Uhr.