Bandama-Caldera: Gran Canarias beeindruckendster Vulkankrater

Der Pico de Bandama erhebt sich 574 Meter über dem Meeresspiegel und bietet das spektakulärste Vulkanpanorama auf Gran Canaria. Darunter liegt die Caldera de Bandama – ein rund 200 Meter tiefer und etwa 1.000 Meter breiter Krater, der bei einem der jüngsten Vulkanausbrüche der Insel entstand. Der Eintritt ist kostenlos, die Fahrt von Las Palmas dauert unter einer Stunde, und der Ausblick reicht vom grünen Inselinneren bis zur Atlantikküste.

Fakten im Überblick

Lage
Calle la Caldera 1, 35017 Las Palmas de Gran Canaria
Anfahrt
Global Bus 311 vom Busbahnhof San Telmo in Las Palmas; mit dem Auto über die Carretera de Bandama
Zeitbedarf
1–2 Stunden für den Aussichtspunkt und den Kraterrand; ein halber Tag, wenn du in die Caldera hinabsteigst
Kosten
Kostenlos. Kein Ticket erforderlich für den Aussichtspunkt oder den Rundweg am Kraterrand
Am besten für
Geologiebegeisterte, Fotografie, Tagesausflüge von Las Palmas, Wanderer, Familien mit älteren Kindern
Weiter Blick vom Rand der Bandama-Caldera mit dem Vulkankrater darunter, üppig grünen Hängen, Felswänden und dem Atlantik in der Ferne.
Photo Gerda Arendt (CC BY-SA 4.0) (wikimedia)

Was du hier siehst: Die Geologie in einfachen Worten

Die Caldera de Bandama ist das bedeutendste Beispiel für junge Vulkanaktivität auf Gran Canaria. Der Krater misst rund 1.000 Meter im Durchmesser und fällt etwa 200 Meter auf einen flachen, schüsselförmigen Boden ab – der Umfang des Randes beträgt gut drei Kilometer. Das hier ist kein altes Relikt, das unter Jahrtausenden von Erosion begraben liegt. Die Landschaft wirkt geologisch frisch: Die Innenwände sind steil und weitgehend kahl, mit spärlicher Vegetation bewachsen, und die kreisförmige Geometrie des Kraters ist vom Gipfel aus noch gestochen scharf ablesbar.

Der Gipfel selbst, der Pico de Bandama, liegt auf etwa 569 Metern. Von oben fällt die Caldera direkt vor deinen Füßen ab, während sich die Umgebung in alle Richtungen öffnet. An einem klaren Morgen kannst du den Kamm des zentralen Massivs verfolgen, die Küste nahe Las Palmas im Norden ausmachen und an besonders klaren Tagen sogar bis nach Teneriffa über das Wasser im Westen sehen. Der Kontrast zwischen dem dunklen vulkanischen Inneren und den bewirtschafteten Terrassen an den Außenhängen macht diese Landschaft ungewöhnlich leserlich – sie erzählt gleichzeitig von der Geologie und der Landwirtschaft der Insel.

💡 Lokaler Tipp

Komm vor 10:00 Uhr für die klarste Luft. Die Wolkenbildung über dem Inselinneren nimmt oft bis Mittag zu – besonders von Oktober bis April – und kann die Sicht erheblich einschränken.

Der Aussichtspunkt: Morgen, Mittag und später Nachmittag

Der kurze asphaltierte Weg vom Parkplatz zum Mirador Pico de Bandama dauert etwa fünf Minuten zu Fuß. Der Untergrund ist auch in normalen Schuhen gut begehbar, und die Aussichtsplattform selbst ist kompakt, aber ideal direkt über dem Kraterrand positioniert. Am frühen Morgen streift das Licht aus flachem Winkel über die Innenwände und lässt die geologischen Schichten plastisch hervortreten. Es riecht nach Kiefern und trockenem Vulkangestein, und die Stille ist auffällig – dabei liegt Las Palmas nur rund 15 Kilometer entfernt.

Gegen späten Vormittag, besonders an Wochenenden, füllt sich der kleine Parkplatz und Reisegruppen treffen regelmäßig ein. Die Aussichtsplattform ist nicht groß, sodass sich die Atmosphäre innerhalb kurzer Zeit von ruhig-beschaulich zu überfüllt wandelt. Wer fotografieren möchte, findet das Morgenlicht zwischen 08:30 und 10:00 Uhr am vorteilhaftesten für die Kraterwände – und hat die Plattform zu dieser Zeit meist weitgehend für sich.

Am späten Nachmittag, ab etwa 16:00 Uhr, kommt weiches Licht aus dem Westen und die Besucherzahlen nehmen spürbar ab. Die Farben erwärmen sich im Buschwerk am Kraterrand, und wenn die Bedingungen stimmen, wirft der Gipfel seinen Schatten ostwärts über den Calderaboden. Dieses Zeitfenster wird unterschätzt und lohnt sich, wenn du mit dem Auto kommst und flexibel bist.

Der Kraterrandweg und der Abstieg

Jenseits des Aussichtspunkts führt ein Pfad ein Stück weit entlang des Kraterrandes. Der Weg ist unbefestigt und stellenweise uneben – festes Schuhwerk und eine gute Grundkondition sind nötig. Der Randweg bietet wechselnde Perspektiven auf das Caldera-Innere und zunehmend weitreichendere Ausblicke auf das umliegende Gelände, je weiter man den Umfang entlangläuft. Der Gesamtumfang übersteigt drei Kilometer, ein kompletter Rundgang braucht also Zeit und Ausdauer.

Der Abstieg auf den Calderaboden ist eine ganz andere Sache. Unten liegt ein einzelnes Gehöft, und der Weg hinunter ist steil und erfordert Trittsicherheit. Wichtig: Der Zugang zum Caldera-Inneren benötigt aus Gründen des Umweltschutzes eine Sondergenehmigung des Cabildo de Gran Canaria. Das ist kein spontanes Zusatzprogramm. Wer hinabsteigen möchte, sollte vor dem Besuch die aktuellen Genehmigungsanforderungen bei der offiziellen Gran-Canaria-Tourismusbehörde prüfen – die Regelungen dienen dem Schutz des empfindlichen Ökosystems auf dem Kraterboden.

⚠️ Besser meiden

Der Abstieg in die Caldera erfordert eine Sondergenehmigung des Cabildo de Gran Canaria zum Schutz der Natur. Betritt den Kraterboden nicht, ohne zuvor die aktuellen Genehmigungsvoraussetzungen über offizielle Kanäle zu prüfen.

Wer nach der Caldera noch mehr vulkanische und archäologische Landschaft erleben möchte: Roque Bentayga und Roque Nublo im Inselinneren bieten ein völlig anderes geologisches Schauspiel und lassen sich beide als Teil einer längeren Tagestour mit dem Auto erreichen.

Geschichte und kultureller Hintergrund

Der Name Bandama soll von einem niederländischen Kaufmann namens Daniel van Damme stammen, der im 16. Jahrhundert an den Hängen hier Weinberge bewirtschaftete. Das umliegende Gebiet, bekannt als Monte Lentiscal, hat eine lange Weinbautradition, und die fruchtbaren Außenhänge der Caldera werden noch heute teilweise landwirtschaftlich genutzt. Diese Überlagerung menschlicher Nutzung auf rohem Vulkangelände verleiht Bandama einen besonderen Charakter: Es ist zugleich ein geologisches Wahrzeichen und eine aktive Kulturlandschaft.

Die Caldera gilt offiziell als Gran Canarias eindrucksvollstes Beispiel jüngerer Vulkantätigkeit und liegt innerhalb eines geschützten Naturgebiets. Das einzelne Gehöft, das auf dem Calderaboden zu sehen ist, ist seit Generationen bewohnt – damit ist Bandama einer der ungewöhnlichsten bewohnten Krater der Atlantischen Inseln. Allein dieses Detail bringt Besucher am Rand regelmäßig zum Staunen.

Für ein umfassenderes Bild von Gran Canarias vulkanischem Inselinneren und den Gemeinschaften, die sich darin entwickelt haben, bietet die Guayadeque-Schlucht eine ergänzende Perspektive darauf, wie die Inselbewohner über Jahrhunderte mit extremem Gelände umgegangen sind.

Anreise und praktische Hinweise

Mit dem Auto ist Bandama von Las Palmas in unter 20 Minuten gut erreichbar. Die Carretera de Bandama zweigt am Kreisverkehr Monte Lentiscal ab und führt direkt hinauf zum Gipfelbereich. Oben gibt es einen Parkplatz, der an Wochenendvormittagen schnell voll ist. Wochentags ist das selten ein Problem.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt der Global Bus 311 vom Busbahnhof San Telmo in Las Palmas in Richtung Bandama. Fahrpreise und Fahrpläne im Global-Netz können sich ändern – prüfe die aktuellen Zeiten auf der Global-Bus-Website oder am Terminal San Telmo, bevor du losfährst. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 30 Minuten.

Bandama eignet sich gut für einen halbtägigen Ausflug von Las Palmas, besonders wenn man ihn mit einem Spaziergang durch den nahe gelegenen Monte Lentiscal oder einem Stopp bei einem der lokalen Weinproduzenten verbindet. Für ein ausführlicheres Programm, das Bandama mit anderen Highlights im Inselinneren kombiniert, bietet der Tagesausflüge-Guide für Gran Canaria mehrere praktische Kombinationsmöglichkeiten.

Öffnungszeiten, Zugang und Barrierefreiheit

Der Aussichtsbereich ist offiziell montags bis freitags von 09:30 bis 16:30 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und an Feiertagen von 09:30 bis 17:00 Uhr – wobei einige Quellen angeben, dass das weitere Naturgebiet bis etwa 22:00 Uhr zugänglich ist. Die Zeiten können je nach Jahreszeit variieren. Der Eintritt ist kostenlos. Es gibt keine Tickets und keine Reservierungspflicht für den Aussichtspunkt oder den Kraterrandweg.

Die Barrierefreiheit ist jenseits des unmittelbaren Aussichtspunkts eingeschränkt. Der kurze asphaltierte Weg zur Plattform ist für die meisten Besucher problemlos begehbar, aber der Kraterrandweg und der Abstieg in die Caldera verlaufen auf unebenem, rauem Gelände und sind weder für Kinderwagen noch für Rollstühle oder Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist Pflicht. Am Gipfel gibt es keinerlei Einrichtungen – bring Wasser mit, besonders im Sommer, wenn es auf dem exponierten Kamm deutlich wärmer sein kann als auf Meereshöhe.

ℹ️ Gut zu wissen

Am Gipfelaussichtspunkt gibt es weder Café noch Toiletten noch Läden. Bring Wasser und Snacks mit und nutze die Einrichtungen in Monte Lentiscal oder Las Palmas, bevor du hinauffahrst.

Hinweise für Fotografen

Der Krater lässt sich am besten von der offiziellen Aussichtsplattform in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang fotografieren. Das flache Ostlicht zeichnet die geschichtete Geologie der Innenwände auf eine Weise, die das mittägliche Gegenlicht schlicht flach erscheinen lässt. Ein Weitwinkelobjektiv erfasst den vollen Schwung des Kraters in einem einzigen Bild; ein Teleobjektiv oder ein normales Zoomobjektiv lässt dich das Gehöft auf dem Calderaboden isolieren und den Kontrast zwischen bewirtschafteten Terrassen und rohem Vulkangestein herausarbeiten.

Der Einsatz von Drohnen über geschützten Naturgebieten auf Gran Canaria ist reglementiert und kann genehmigungspflichtig sein. Geh nicht davon aus, dass Drohnenflüge in Bandama erlaubt sind, ohne vorher die aktuellen Regeln beim Cabildo de Gran Canaria oder der spanischen Luftfahrtbehörde (AESA) zu prüfen.

Wer Landschaftsfotografie in den Mittelpunkt seiner Reise stellt, kann Bandama gut mit dem Mirador del Balcón an der Westküste kombinieren – zwei völlig unterschiedliche geologische Schauspiele an einem einzigen Tag mit dem Auto.

Lohnt sich Bandama?

Ehrlich gesagt: ja – mit einem Vorbehalt. Wer ein gepflegtes Besucherzentrum, mehrsprachige Informationstafeln und ein Café oben erwartet, wird feststellen, dass Bandama sehr puristisch ist. Es gibt einen Aussichtspunkt, einen Parkplatz und den Krater. Genau diese Ursprünglichkeit macht den Reiz aus. Für Besucher, die im Süden der Insel in Maspalomas oder Playa del Inglés übernachten, beträgt die Fahrt hin und zurück rund 40 bis 50 Minuten – ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie sehr dich Vulkanlandschaften ansprechen.

Wer in Las Palmas wohnt, hat es deutlich leichter. Die Caldera passt gut in einen Vormittagsausflug und lässt sich prima mit einem Nachmittag im historischen Stadtviertel Vegueta oder an der Strand Las Canteras verbinden.

Wer unberührte Naturlandschaften zu schätzen weiß, wird einen starken Eindruck mitnehmen. Das Ausmaß der Caldera, vom Rand aus betrachtet, ist für eine Insel der Größe Gran Canarias schlicht beeindruckend. Wer dagegen Sehenswürdigkeiten mit mehr Infrastruktur, geführten Touren oder Familienangeboten bevorzugt, könnte nach einer langen Anfahrt enttäuscht sein.

Insider-Tipps

  • An Wochentagen vor 10:00 Uhr hast du den Aussichtspunkt fast für dich allein. Wochenendnachmittage sind am vollsten – und für Fotos am wenigsten lohnend.
  • Die Außenhänge des Bandama sind Weinbaugebiet. Im Bereich Monte Lentiscal unten gibt es einige kleine Bodegas. Frag vor Ort nach den Weinen der Denominación de Origen Gran Canaria, die aus Reben auf dem Vulkanboden dieser Zone stammen.
  • Wer in die Caldera hinabsteigen möchte, sollte sich vorab über den Genehmigungsprozess informieren. Einfach hinfahren und auf gut Glück versuchen, hinunterzugehen, kann zu einem vergeblichen Trip und einem Bußgeld führen.
  • Der Bus Global 311 ab San Telmo ist zwar langsamer, erspart dir aber das Parkplatzproblem an Samstagvormittagen. Prüfe die aktuellen Fahrpläne vorher, da ländliche Linien auf Gran Canaria selten fahren können.
  • Nimm selbst im Sommer eine Jacke mit. Der Kamm auf 574 Metern liegt oberhalb der marinen Inversionswetterschicht und kann deutlich kühler und windiger sein als die Küste. Im Winter kann es kalt genug für eine Jacke werden.

Für wen ist Bandama-Caldera & Krateraussichtspunkt geeignet?

  • Geologie- und Vulkanologie-Enthusiasten, die eine Caldera aus der Nähe erkunden möchten
  • Fotografen, die nach beeindruckenden Naturlandschaften mit wenig Gedränge suchen – am besten früh am Morgen
  • Tagesgäste aus Las Palmas, die einen halbtägigen Ausflug ohne großen Planungsaufwand suchen
  • Wanderer, die über den Aussichtspunkt hinaus den Kraterrandweg erkunden möchten
  • Reisende, die den Besuch mit dem Weinbaugebiet im Inselinneren verbinden wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Kombiniere deinen Besuch mit:

  • Nekropole Arteara

    Die Nekropole Arteara ist der größte aborigine Friedhof Gran Canarias – 809 steinerne Grabhügel verteilt über 13 Hektar im beeindruckenden Barranco de Fataga. Hier begegnest du der vorspanischen Vergangenheit der Kanarischen Inseln fernab des Trubels der Urlaubsorte im Süden.

  • Barranco de los Cernícalos

    Der Barranco de los Cernícalos ist eine 7 km lange Rundwanderung durch eine Schlucht im zentralöstlichen Gran Canaria, wo ein ganzjähriger Bach durch Lorbeerwald, farnbedeckte Felswände und kleine Wasserfälle führt. Der Eintritt ist frei, eine Buchung ist nicht nötig, und der Weg ist deutlich ruhiger als die bekannteren Hochlandrouten der Insel.

  • Cactualdea Park

    Der Cactualdea Park liegt in der abgelegenen westlichen Gemeinde La Aldea de San Nicolás, wo eine außergewöhnliche Sammlung von Kakteen und Sukkulenten vor Vulkangestein und atlantischem Licht gedeiht. Wer den Weg auf sich nimmt, wird mit etwas wirklich Besonderem belohnt: einer kuratierten Wüstenlandschaft, die sich vom Touristensüden der Insel grundlegend unterscheidet.

  • Dorf Fataga

    Eingebettet in den beeindruckenden Barranco de Fataga im Süden Gran Canarias ist das weiß getünchte Dorf Fataga ein kostenloser, entspannter Stopp mit echtem kanarischen Charakter. Dich erwarten palmgesäumte Gassen, eine schlichte Steinkirche und Ausblicke, nach denen kaum ein Strandtourist je sucht.

Zugehöriges Reiseziel:Gran Canaria

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