Was essen auf Santorin: Der große lokale Küchen- und Essensguide
Santorins Küche ist geprägt von Vulkanboden, bronzezeitlicher Landwirtschaft und einer Seefahrertradition. Dieser Guide zeigt dir alle lokalen Gerichte, besondere Zutaten, was du zahlen kannst und wann die saisonale Produkte am frischesten sind.

Reise planen und buchen
Tools von unserem Partner Travelpayouts zum Vergleichen von Flügen und Hotels. Bei Buchung können wir eine Provision erhalten – ohne Mehrkosten für dich.
Flüge
Hotelkarte
Kurzfassung
- Santoriner Fava (PDO) wird aus einer lokalen gelben Erbse hergestellt, nicht aus Saubohnen, und wird auf der Insel seit über 3.500 Jahren angebaut. Es ist das eine Gericht, das du unbedingt probieren musst.
- Tomatokeftedes (Tomatenfritter), Chlorotyri-Käse und Santoriner Salat sind typisch lokale Gerichte, die du in dieser Form nirgendwo sonst in Griechenland findest.
- Die lokalen Produkte sind von Ende Frühjahr bis Frühherbst am besten; ein Besuch im September ist ideal für Kirschtomaten, weiße Auberginen und frische Kapern.
- Ein Tavernen-Essen mit lokalen Spezialitäten kostet ungefähr €15–€25 pro Person ohne Wein. Restaurants mit Caldera-Blick verlangen für dieselben Gerichte deutlich mehr.
- Kombiniere deine Mahlzeiten mit Assyrtiko-Weißwein, der nirgendwo sonst mit dieser Intensität wächst. Unseren Santorin-Weinführer mit Weingut-Empfehlungen findest du hier.
Warum Santorins Küche sich vom Rest Griechenlands unterscheidet

Santorins Küche hat sich nicht unabhängig von der griechischen Kochtradition entwickelt, aber das Vulkanterrain hat eine Reihe von Zutaten hervorgebracht, die anderswo kaum ihresgleichen finden. Die Insel liegt auf bimssteinreichem, mineralhaltigem Vulkanboden mit wenig Niederschlag – das stresst die Pflanzen, sodass sie kleinere, aber deutlich aromatischere Früchte und Gemüse produzieren. Die hier angebauten Kirschtomaten gelten als süßer und dichter als viele Festlandssorten, und die für Fava verwendeten gelben Erbsen nehmen durch die gleichen Anbaubedingungen einen nussigeren, erdigen Charakter an. Das sind keine bloßen Marketingversprechen: Die Fava trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.), und die Tomatenwirtschaft der Insel unterstützte einst einen bedeutenden Konserven- und Tomatenmarkexport.
Die Esskultur spiegelt auch jahrhundertelange relative Isolation und Einfallsreichtum wider. Gerichte wie Tomatokeftedes und Skordomakarona galten früher als Arme-Leute-Essen und basierten auf Überschussproduktion und günstigen Vorratszutaten. Heute stehen sie auf jeder Touristenkarte, aber die besten Versionen kommen nach wie vor aus familiengeführten Tavernen in den Innendörfern – und nicht aus den mit Blick auf die Caldera teuer bezahlten Restaurants.
ℹ️ Gut zu wissen
Santorins landwirtschaftliches Erbe reicht bis zur bronzezeitlichen Akrotiri-Siedlung zurück. Ausgrabungen am archäologischen Fundort Akrotiri haben bestätigt, dass die lokale gelbe Erbse (Lathyrus clymenum) vor rund 3.500 Jahren auf der Insel kultiviert wurde – damit ist Fava eines der ältesten dokumentierten Kulturnahrungsmittel der Ägäis.
Die wichtigsten Gerichte: Was du am ersten Tag bestellen solltest

Fang mit Fava an. Santoriner Fava ist ein cremiges, goldgelbes Püree aus getrockneten Lathyrus clymenum, einer auf der Insel heimischen Gelberbsensorte. Das ist nicht die Saubohnen-Fava aus der ägyptischen oder italienischen Küche, und auch nicht dasselbe wie die aus Spalterbsen gekochte Fava, die auf dem griechischen Festland verbreitet ist. Die Santoriner Variante hat einen dichteren, leicht süßlichen Geschmack und wird traditionell mit einem Schuss rohem Olivenöl, frischem Zitronensaft und entweder roten Zwiebeln oder Kapern abgerundet. Eine kleine Schüssel als Meze kostet je nach Restaurant-Kategorie €6–€10.
Tomatokeftedes sind das zweite Muss. Diese gebratenen Laibchen werden aus geriebenen Santoriner Kirschtomaten, Mehl und einer Mischung aus Minze, Basilikum, Oregano und Zwiebeln gemacht. Die Textur sollte außen leicht knusprig und innen weich sein, mit konzentriertem Tomatengeschmack statt wässriger Fülle. Sie werden als Vorspeise oder Meze serviert und passen gut zu Tzatziki. In touristenorientierten Restaurants können sie ölig oder zu fest geraten sein – ein Zeichen, dass die Rezeptur achtlos hochskaliert wurde. Achte auf Versionen, bei denen du die Kräuter deutlich herausschmeckst.
- Fava Santorini (g.U.) Cremiges Gelberbsenpüree, verfeinert mit Olivenöl, Zitrone, Kapern und Zwiebeln. Das Signature-Gericht der Insel. Als Vorspeise in fast jeder Taverne zu haben.
- Tomatokeftedes Gebratene Tomatenfritter aus lokalen Kirschtomaten und frischen Kräutern. Am besten, wenn außen knusprig und innen zart. Versionen, die mehr nach Mehl als nach Tomate schmecken, lieber meiden.
- Santoriner Salat Eine lokale Variante des griechischen Salats mit Kirschtomaten, Kapern und Kaperblättern sowie Chlorotyri-Käse statt normalem Feta. Leichter und säurebetont im Vergleich zur klassischen Version.
- Chlorotyri Ein weicher, cremiger Ziegen- oder Schafskäse mit einer milden Säurenote. Wird in sehr kleinen Mengen produziert und ist außerhalb der Insel kaum zu finden. Aufs Brot gestrichen oder im Salat zerbröselt.
- Skordomakarona Pasta mit Santoriner Tomatensauce und viel Knoblauch. Ein einfaches Gericht, das zeigt, wie viel Geschmack die Tomaten der Insel auch ohne viel Zutaten mitbringen.
- Sfouggato Ein gebackenes Gemüse-Omelett mit saisonalem Gemüse wie weißen Auberginen und Zucchini, manchmal mit Käse. Ein traditionelles Hausgericht, auf Touristenkarten eher selten zu finden.
- Kopania Eine traditionelle Süßigkeit aus Gerste, Rosinen und Sesamsamen. Eher in Bäckereien und Spezialitätenläden als auf Restaurantkarten zu finden.
⚠️ Besser meiden
Chlorotyri ist wirklich schwer aufzutreiben. Er wird in kleinen Mengen produziert, und viele Restaurants haben ihn still und heimlich durch normalen Mizithra oder Feta ersetzt. Wenn er auf der Karte steht, frag nach, ob es sich um die lokale Sorte handelt. Spezialitätenläden in Fira und Pyrgos sind verlässlicher als Restaurantkarten.
Lokale Zutaten, die die Küche ausmachen
Santoriner Kirschtomaten sind klein, tiefrot und wasserärmer als herkömmliche Sorten, was sie roh intensiver im Geschmack und gekocht konzentrierter macht. Sie reifen hauptsächlich von Juli bis September, und Tomatengerichte in diesem Zeitraum sind in der Regel deutlich besser als das, was du im Mai oder Oktober bekommst, wenn Importe die lokale Ernte häufig ergänzen. Tomatenmark und getrocknete Tomatenprodukte der Insel sind gute Mitbringsel, weil sie sich wirklich von dem unterscheiden, was anderswo erhältlich ist.
Kapern und Kaperblätter wachsen wild auf den felsigen Terrassen der Insel und sind eine typische Zutat im Santoriner Salat und als Garnitur für Fava. Sie bringen eine scharfe, salzige Note, die die Fülle olivenöllastiger Gerichte ausbalanciert. Weiße Auberginen, lokale Gurken namens Katsounia und getrocknete Zucchini sind ebenfalls Bestandteile traditioneller Rezepte – alle profitieren von denselben mineralreichen Anbaubedingungen. Wer mehr über die Landwirtschaft hinter diesen Zutaten erfahren möchte: Das Tomatenproduktemuseum bei Vlychada erzählt die Geschichte, wie die Tomatenwirtschaft der Insel ihre Esskultur geprägt hat.
Wein zum Essen: Assyrtiko und die Santoriner Paring-Tradition

Santorin hat eine dokumentierte Weinbaugeschichte von rund 3.000 bis 4.000 Jahren, und die lokalen Rebsorten – vor allem Assyrtiko, Aidani und der Süßwein Vinsanto – werden auf eine Weise angebaut, die es so kaum woanders gibt. Die Reben werden in niedrige Korbformen (Kouloura) trainiert, um sie vor den starken Ägäiswinden zu schützen, und sie beziehen den Großteil ihrer Feuchtigkeit aus morgendlichen Meeresnebelschleiern und dem Vulkanuntergrund statt aus direktem Regen oder Bewässerung. Assyrtiko ergibt einen trockenen Weißwein mit hoher Säure, salzmineralischer Note und Zitrusaromen, der hervorragend zu Fava, Meeresfrüchten und allem mit Kapern passt. Eine ausführliche Übersicht bietet der Santorin-Weinführer.
Vinsanto ist ein süßer Dessertwein, der hauptsächlich aus sonnengetrockneten Assyrtiko- und Aidani-Trauben hergestellt wird. Er wird kalt serviert, meist zu Dessert oder lokalem Käse, und ist eines der wirklich unverwechselbaren Dinge, die du auf den Kykladen trinken kannst. Weingutbesuche mit geführten Verkostungen von drei bis fünf Weinen – oft begleitet von Fava, Kirschtomaten und lokalem Käse – kosten rund €15–€30 pro Person. Santo Wines bei Pyrgos und Venetsanos Winery bei Megalochori bieten beide strukturierte Verkostungen mit Caldera- oder Meeresblick.
✨ Profi-Tipp
Bestell zum Fava lieber Assyrtiko als Wasser. Die Säure und Salzigkeit des Weins ergänzen die cremige Textur des Pürees auf eine Weise, die beides besser schmecken lässt. Vinsanto funktioniert genauso gut als Dessertersatz: Ein kleines Glas mit Chlorotyri und Honig ist die traditionelle Santoriner Art, ein Essen zu beenden.
Wo essen: Dorftravernen vs. Restaurants mit Caldera-Blick

Die wichtigste Entscheidung beim Essen auf Santorin ist nicht, welches Restaurant du wählst, sondern welche Art von Restaurant dir am meisten bringt. Restaurants am Caldera-Rand in Oia und Fira verkaufen das Panorama mindestens so sehr wie das Essen. Ein Abendessen mit Caldera-Blick kostet zwei- bis dreimal mehr als dasselbe Gericht in einem Dorf im Inselinneren – und die Qualität ist oft geringer, weil diese Lokale mehr auf Durchsatz und Optik für Social Media ausgelegt sind als auf gutes Kochen.
Wirklich gute lokale Küche zu fairen Preisen bekommst du in den Dörfern Pyrgos und Megalochori, wo es kleine Familienbetriebe gibt, die traditionelle Santoriner Gerichte an eine Mischung aus Einheimischen und gut informierten Besuchern servieren. Die Lage im Inselinneren bedeutet niedrigere Mieten und weniger Touristendruck auf Portionsgrößen und Zutatenqualität. Kalkuliere etwa €15–€25 pro Person für ein vollständiges Essen mit Wein in einer mittelklassigen Taverne; Straßenessen wie Spanakopita (Spinatpie) oder ein einfacher Gyros kosten €3–€6.
- Restaurants mit Caldera-Blick (Oia, Fira, Imerovigli) Rechne mit einem Aufschlag von 40–100 % gegenüber Preisen im Inselinneren für vergleichbare Gerichte. Gut für ein besonderes Abendessen, bei dem die Atmosphäre zum Erlebnis gehört. In den Sommermonaten unbedingt rechtzeitig reservieren.
- Dorftravernen (Pyrgos, Megalochori, Finikia) Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für traditionelle Santoriner Küche. Weniger Touristen, saisonalere Karten und Köche, die Fava und Tomatokeftedes schon seit Jahrzehnten zubereiten.
- Strandtravernen (Kamari, Perissa, Perivolos) Entspannt und auf Meeresfrüchte und gegrillten Fisch ausgerichtet. Preislich zwischen Innenland und Caldera. Qualität schwankt erheblich – aktuelle Bewertungen lohnen sich vor dem Besuch.
- Weingut-Restaurants Mehrere Weingüter servieren inzwischen Essen zu den Verkostungen. Die Qualität hat sich deutlich verbessert. Santo Wines und Venetsanos Winery bieten strukturierte Verkostungsmenüs, die gut zu lokalen Meze-Platten passen.
Wenn du die Insel kulinarisch erkunden möchtest, ist die Kombination aus Mittagessen in einem Dorf und einer Weinverkostung am Nachmittag eine praktische Möglichkeit, das volle kulinarische Spektrum Santorins an einem einzigen Tag zu erleben. Der 3-Tage-Reiseplan für Santorin enthält konkrete Vorschläge, wie du so einen Tag strukturieren kannst. Wer das Budget im Blick behalten möchte, findet im Santorin mit kleinem Budget Tipps, welche Gegenden und Mahlzeitentypen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Saisonales Essen: Wann die lokalen Produkte am besten sind

Die meisten Restaurants in tourismusintensiven Gebieten sind von April bis Oktober geöffnet, mit deutlich weniger Betrieb von November bis März. Dieser saisonale Rhythmus wirkt sich direkt auf die Lebensmittelqualität aus. Kirschtomaten, weiße Auberginen, Katsounia-Gurken und frische Kapern erreichen ihre beste Qualität von Juli bis September. Gerichte, die im Mai mit diesen Zutaten zubereitet werden, verwenden häufig Produkte von Anfang der Saison oder gelegentlich Importware.
Der Nachteil: Menschenmassen und Hitze. Juli und August bringen die höchsten Besucherzahlen, was vollere Restaurants, längere Wartezeiten und an der Caldera ausgebuchte Lokale bedeutet. Im September stimmt die Kombination aus vollreifer lokaler Ernte, etwas weniger Gedränge und warmem, aber weniger extremem Wetter am besten. Wer gut essen möchte, ist von Ende August bis Mitte September am besten aufgehoben. Frühjahrsbesucher im April und Mai werden weniger Menschenmassen und angenehmeres Wetter vorfinden, aber einige saisonale Gerichte sind weniger beeindruckend, weil die Tomaten- und Auberginenernte noch nicht begonnen hat.
💡 Lokaler Tipp
Märkte und Spezialitätenläden sind die besten Anlaufstellen für Santoriner Produkte zum Mitnehmen: getrocknete Kirschtomaten, Tomatenmark, Kapern und abgefüllter Assyrtiko lassen sich gut transportieren. Schau dich in der Marktstraße in Fira und in Pyrgos um – dort findest du eher das Richtige als in den Souvenirläden nahe der Seilbahn, wo die Verpackungen eher auf Touristen als auf Hobbyköche ausgerichtet sind.
Häufige Fragen
Was ist das bekannteste Gericht auf Santorin?
Fava Santorini ist das ikonischste Gericht der Insel. Es ist ein cremiges Püree aus einer lokalen gelben Erbse (Lathyrus clymenum), die eine geschützte Ursprungsbezeichnung trägt. Die Erbse wird seit rund 3.500 Jahren auf der Insel kultiviert, und der Geschmack unterscheidet sich deutlich von der Fava, die du anderswo in Griechenland findest.
Gibt es Tomatokeftedes nur auf Santorin?
Tomatokeftedes sind typisch für Santorin und eng mit der lokalen Kirschtomatensorte verknüpft. Gebratene Tomatenfritter gibt es auch anderswo in Griechenland, aber die Santoriner Version mit der kleinen, intensiv süßen Kirschtomate ist etwas Eigenes. Das Gericht steht auf praktisch jeder Tavernenkarte der Insel.
Ist die Fava auf Santorin dasselbe wie Saubohnen?
Nein. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Auf Santorin wird Fava aus einer bestimmten lokalen Gelberbse namens Lathyrus clymenum hergestellt, nicht aus Sau- oder Ackerbohnen. Der Name ist ein alter Irrtum, der sich festgesetzt hat, aber Zutat und Geschmacksprofil unterscheiden sich völlig von Saubohnen-Fava-Gerichten aus dem Nahen Osten oder der italienischen Küche.
Was kostet Essen auf Santorin?
Straßenessen und einfache Snacks wie Spanakopita oder Gyros kosten €3–€6. Ein vollständiges Essen in einer mittelklassigen Dorftaverne kostet rund €15–€25 pro Person ohne Wein. Restaurants mit Caldera-Blick in Oia und Fira können €40–€80 pro Person oder mehr kosten. Weinverkostungen in größeren Weingütern liegen je nach Paket bei €15–€30 pro Person.
Welchen Wein trinkt man zu Santoriner Essen?
Assyrtiko ist die naheliegende Antwort. Dieser trockene Weißwein aus Trauben, die auf dem Vulkanboden der Insel wachsen, hat eine hohe natürliche Säure, eine salzmineralische Note und Zitrusaromen, die zu fast allem in der lokalen Küche passen – vor allem zu Fava, Meeresfrüchten und Gerichten mit Kapern. Vinsanto, der süße Dessertwein der Insel aus sonnengetrockneten Trauben, passt gut zu lokalem Käse und traditionellen Süßigkeiten.