Sicherheitstipps für London: Betrug, Diebstahl & Risiken
London ist für seine Größe eine bemerkenswert sichere Stadt, aber Taschendiebstahl und auf Touristen abzielende Betrugsmaschen sind echte Risiken. Dieser Guide zeigt die häufigsten Gefahren, wo sie auftreten und wie du dich und deine Sachen schützt.

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Kurzfassung
- In London wurden 2025 über 71.000 Handydiebstähle erfasst – das sind im Schnitt rund 195 pro Tag, meist durch Entreißen auf der Straße statt durch gewaltsamen Raub.
- Taschendiebe sind in der U-Bahn, an Touristenschwerpunkten und auf belebten Gehwegen aktiv – nicht nur in dunklen Gassen nachts.
- Straßenbetrug häuft sich rund um die Westminster Bridge, den Trafalgar Square und andere große Sehenswürdigkeiten. Wer die Maschen kennt, ist klar im Vorteil.
- Nutze ausschließlich lizenzierte schwarze Taxis oder vorgebuchte Apps wie Uber oder Bolt. Steig niemals in ein nicht lizenziertes Fahrzeug.
- Die meisten Besucher überschätzen Gewaltkriminalität und unterschätzen opportunistischen Diebstahl. Aufmerksam zu bleiben kostet nichts.
Wie sicher ist London wirklich?

London hat rund 8,9 Millionen Einwohner auf 1.572 km², und die überwiegende Mehrheit der Besucher erlebt ihre Reise ohne nennenswerte Zwischenfälle – abgesehen vom gelegentlichen Gedränge in der U-Bahn. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist statistisch selten. Die realistischere Gefahr ist gewaltloser opportunistischer Diebstahl: Taschendiebstahl, Handyraub und gezielte Betrugsmaschen, die die Ablenkung in einer unbekannten Stadt ausnutzen.
Das gesagt, ist London nicht immun gegen Eigentumsdelikte. Die Metropolitan Police verzeichnet jedes Jahr tausende Diebstahlsvorfälle allein in der U-Bahn, und die Handydiebstahl-Zahlen gehören zu den höchsten in Europa. Das Risiko ist nicht null, aber mit dem richtigen Wissen gut beherrschbar.
ℹ️ Gut zu wissen
Im echten Notfall ruf 999 (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) oder die europäische Notrufnummer 112, die auch im gesamten Vereinigten Königreich funktioniert. Für nicht dringende Polizeiangelegenheiten wähle 101.
Die häufigsten Touristenbetrugsmaschen in London
Betrugsmaschen in London folgen erkennbaren Mustern. Wer weiß, wie sie aussehen, ist fast immer auf der sicheren Seite. Hier sind die am häufigsten gemeldeten Tricks rund um Touristengebiete.
- Straßenspiele (Hütchenspiel, Schachspiele) Gruppen sind in der Nähe der Westminster Bridge, in Southwark und in Covent Garden unterwegs. Ein Ring von 'Mitspielern' (Schills) gewinnt demonstrativ, um dich anzulocken. Das Spiel ist manipuliert, und die Leute um dich herum gehören dazu. Einfach weitergehen, ohne dich einzulassen.
- Aufdrängen von 'Gratisgeschenken' Jemand legt dir ein Armband um, überreicht dir ungefragt eine Blume oder beginnt, dein Porträt zu zeichnen. Sobald du es angenommen hast, folgen aggressive Geldforderungen. Die beste Reaktion: Hände in die Taschen stecken und weitergehen.
- Falsche Spendensammler Vermeintliche 'Freiwillige' mit Klemmbrettern sprechen Touristen in belebten Bereichen wegen Petitionen und Bargeldspenden an. Seriöse britische Wohltätigkeitsorganisationen arbeiten nicht auf diese Weise auf der Straße. Du bist nicht verpflichtet, stehenzubleiben oder Geld zu geben.
- Taschendiebstahl durch Gedränge und Blockaden Eine Gruppe bildet einen Engpass an einem Rolltreppenaustritt oder einer U-Bahn-Tür, während Komplizen in der Menge agieren. Besonders verbreitet ist das an King's Cross St. Pancras und Leicester Square zu Stoßzeiten.
- Falsche Polizeibeamte Betrüger in Teiluniformen behaupten, Falschgeld zu untersuchen, und bitten darum, deine Geldbörse oder Karten zu prüfen. Echte Beamte der Metropolitan Police nennen stets ihren Namen, ihre Dienstnummer und zeigen ihren Ausweis auf Verlangen. Gib niemals Karten oder Bargeld heraus.
- Skimming am Geldautomaten An Geldautomaten – besonders an freistehenden Geräten in Kiosken und Touristengebieten – werden gelegentlich manipulierte Kartenleser oder winzige Kameras angebracht. Das kommt seltener vor als früher, ist aber immer noch einen prüfenden Blick wert.
⚠️ Besser meiden
Wenn jemand, der behauptet Polizeibeamter zu sein, dich auf der Straße auffordert, deine Geldbörse oder Bankkarten zu zeigen, verweigere das. Frag nach Name, Dienstgrad und Dienstnummer. Echte Beamte haben damit kein Problem. Ruf 999, wenn du dich bedroht fühlst.
Handy- und Taschendiebstahl: die echten Zahlen

Handydiebstahl ist Londons häufigste Touristenstraftat. 2025 wurden in London über 71.000 Handydiebstähle erfasst – im Schnitt rund 195 pro Tag. Viele davon sind sogenannte 'Moped-Raubüberfälle', bei denen Fahrer Handys aus den Händen von Fußgängern entreißen, die telefonieren oder auf belebten Straßen die Karte nutzen. Der Großteil passiert jedoch in Cafés, Restaurants und im Nahverkehr, wo Opfer ihr Gerät nur kurz unbeaufsichtigt ließen.
Die Gebiete mit der höchsten Dichte an Handy- und Taschendiebstählen sind dieselben, in denen Touristen die meiste Zeit verbringen: das West End, die South Bank und rund um die großen U-Bahn-Umsteigebahnhöfe. Das ist kein Zufall. Abgelenkte Touristen in diesen Gebieten sind für erfahrene Diebe leichte Beute.
- Leg dein Handy niemals auf einen Café- oder Kneipentisch, auch nicht kurz. Ein Griff dauert unter zwei Sekunden.
- Trag dein Handy in einer vorderen Hosentasche oder einer Tasche mit Reißverschluss, wenn du durch belebte Gebiete läufst.
- Wenn du auf deinem Handy die Karte nutzt, bleib an einer Wand stehen, statt langsam auf den Bildschirm starrend weiterzulaufen.
- Aktiviere vor der Reise den Sperrbildschirm, die Fernlösch-Funktion (Wo ist? / Mein Gerät finden) und die SIM-PIN.
- Umhängetaschen mit Reißverschluss bieten deutlich mehr Schutz als offene Tragetaschen oder Rucksäcke auf dem Rücken.
- Hänge deinen Taschenriemen beim Sitzen im Freien um einen Stuhl- oder Tischfuß.
Sicher unterwegs in der Londoner U-Bahn und im Nahverkehr

Die U-Bahn befördert an einem normalen Werktag rund 4 Millionen Fahrgäste – genau diese Dichte nutzen Taschendiebe aus. Das Risiko ist am höchsten in den morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten (grob 07:30–09:30 und 17:00–19:30 Uhr) sowie an großen Umsteigestationen: King's Cross St. Pancras, Oxford Circus und London Bridge sind besonders aktive Punkte. Wer ausgiebig durch die Stadt reisen möchte, findet im Guide zur Fortbewegung in London alle Details zum Nahverkehr.
In der U-Bahn lassen sich Rucksäcke und Taschen auf dem Rücken in einem vollen Waggon leicht öffnen. Wenn der Zug sich füllt, trag deine Tasche nach vorne. Halte Geldbörse und Handy in den vorderen Hosentaschen, nicht in den hinteren. Wenn du an den Türen stehst, achte darauf, dass manche Diebe Gegenstände greifen und kurz vor dem Schließen der Türen aussteigen – ohne Zeit zum Reagieren.
Im Bus leg deine Tasche lieber auf den Schoß statt auf den Sitz neben dich oder ins Gepäckfach. Wer einschläft, hat reale Chancen, beim Aufwachen ohne Tasche dazusitzen – besonders in Nachtbussen.
✨ Profi-Tipp
Nutze kontaktloses Bezahlen (Oyster-Karte, Bankkarte oder Handy-Tap) statt an Ticketschranken mit Bargeld herumzuhantieren. Es ist schneller, günstiger als Einzeltickets und hält deine Geldbörse in einer vollen Station aus dem Blickfeld.
Taxis, Fahrdienste und nicht lizenzierte Autos

London hat ein gut reguliertes Taxisystem. Die ikonischen schwarzen Cabs (Hackney Carriages) können auf der Straße angehalten oder über die Free Now App gebucht werden. Minicabs müssen vorgebucht werden und dürfen Fahrgäste, die auf der Straße winken, rechtlich nicht mitnehmen. Die wichtigsten App-basierten Dienste in London sind Uber, Bolt und Free Now – alle sind von Transport for London als private Mietwagenunternehmer lizenziert.
Das Risiko, das es zu meiden gilt: eine Mitfahrt bei einem nicht lizenzierten Fahrer anzunehmen, der vor Nachtclubs, Bahnhöfen oder Flughäfen nach Kunden sucht. Diese 'Minicab-Anwerber' sind illegal und wurden mit Übervorteilung und in ernsteren Fällen auch mit Übergriffen in Verbindung gebracht. Wenn dich jemand in einer belebten Gegend anspricht und ein Taxi anbietet, lehn ab. Buch per App oder geh zu einem offiziellen Taxistand.
- Nutze an Heathrow, Gatwick und anderen Flughäfen ausschließlich offizielle Taxistände oder vorgebuchte Dienste.
- Bestätige immer, dass Name und Kennzeichen des Fahrers mit den Angaben in der App übereinstimmen, bevor du einsteigst.
- Teile deine Fahrtdaten mit jemandem, wenn du nachts allein unterwegs bist.
- Im schwarzen Taxi ist der Taxameterfuhrtarif geregelt. Wenn ein Fahrer einen Pauschalpreis oberhalb des Taxameters nennt, lehn ab oder verhandele, bevor du einsteigst.
Geldautomaten, Kartenbetrug und Bargeld

Skimming an Geldautomaten ist seltener als noch vor zehn Jahren, aber nicht verschwunden. Am sichersten sind Automaten, die in die Wand einer Bankfiliale eingelassen oder in Supermärkten und Einkaufszentren untergebracht sind. Freistehende Automaten in Touristengebieten, besonders in kleinen Kiosken, tragen ein etwas höheres Risiko. Bevor du einen Automaten benutzt, taste mit den Fingern über den Kartenschlitz und prüfe, ob etwas locker oder ungewöhnlich wirkt. Deck deine PIN-Eingabe routinemäßig mit der anderen Hand ab.
Kontaktloser Betrug per Handy oder Wallet-Skimming ist theoretisch möglich, in der Praxis aber selten – dank der Funktionsweise des britischen Zahlungssystems. Trotzdem sind RFID-blockierende Geldbörsen und Kartenhüllen günstig und bieten eine sinnvolle Schutzschicht, wenn du mehrere kontaktlose Karten dabei hast. Kontaktloses Bezahlen auf dem Handy zu deaktivieren, wenn du gerade nicht zahlst, ist in den meisten Handyeinstellungen unkompliziert.
London funktioniert im Alltag weitgehend bargeldlos. Die meisten Cafés, Restaurants, Geschäfte und Märkte akzeptieren kontaktloses und Kartenzahlen. Mehr als 50–100 £ Bargeld mitzuführen ist selten nötig und erhöht das Risiko, falls deine Geldbörse verloren geht oder gestohlen wird.
Saisonale Muster und wann das Risiko steigt

In den Sommermonaten (Juni bis August) verzeichnet London den höchsten Touristenandrang, besonders rund um den Tower of London, das London Eye und den Buckingham Palace. Mehr Besucher bedeuten mehr Ablenkung und mehr Gelegenheiten für Diebe. Draußen essen erhöht das Risiko von Tisch-Diebstählen. Wenn du draußen sitzt, leg deine Tasche auf den Schoß oder hänge den Riemen um einen Stuhl- oder Tischfuß.
In den winterlichen Stoßzeiten, wenn es ab 16 Uhr dunkel ist, zeigt sich ein anderes Muster: vollgestopfte Stationen und Geldautomaten-Standorte, an denen die Sichtbarkeit geringer ist und die Menschen mehr damit beschäftigt sind, schnell nach Hause zu kommen, als auf ihre Umgebung zu achten. Im Dezember ist es rund um die Oxford Street und Covent Garden wegen des Weihnachtseinkaufs besonders voll – das Gedränge bietet Taschendieben beste Deckung.
💡 Lokaler Tipp
Herrenlose Gepäckstücke werden in London sehr ernst genommen. Lass niemals eine Tasche, einen Koffer oder ein Paket unbeaufsichtigt in einem Bahnhof, im Nahverkehr oder an einem öffentlichen Ort. Das löst höchstwahrscheinlich einen Sicherheitseinsatz aus, verursacht erhebliche Verzögerungen und dein Gepäck könnte zerstört werden.
Wer seinen ersten London-Trip plant und einen umfassenderen Überblick sucht, findet im London-Guide für Erstbesucher alles zu Orientierung, Nahverkehr und praktischem Stadtleben jenseits der Sicherheit. Wer auf das Budget achten möchte, findet im London-Guide für Sparfüchse auch Hinweise zu kostenlosem WLAN und Lademöglichkeiten fürs Handy – damit du dein Gerät nicht an riskanten Orten herausholen musst.
Häufige Fragen
Ist London sicher für Alleinreisende Frauen?
Ja, grundsätzlich schon. Dieselben Vorsichtsmaßnahmen, die in jeder Großstadt gelten, gelten auch in London: Umgebung im Blick behalten, lizenzierte Verkehrsmittel nutzen, jemandem Bescheid geben, wenn du spät unterwegs bist, und auf dein Bauchgefühl hören, wenn sich eine Situation falsch anfühlt. Gut beleuchtete Hauptstraßen und die zentralen Stadtteile sind die meisten Nächte bis spät belebt. Auf der Website der Metropolitan Police und auf der TfL-Website gibt es Informationen zur Sicherheit bei Nachtfahrten.
In welchen Gebieten Londons sollten Touristen besonders aufpassen?
Taschendiebstahl konzentriert sich auf stark frequentierte Touristengebiete, nicht auf 'problematische Viertel'. Die U-Bahn, Oxford Street, Covent Garden, die South Bank und die Umgebung großer Bahnhöfe (Victoria, King's Cross, London Bridge) verzeichnen die meisten Vorfälle. In diesen vertraut wirkenden Touristenzonen aufmerksam zu sein ist sinnvoller als bestimmte Postleitzahlen zu meiden.
Was soll ich tun, wenn mein Handy oder meine Geldbörse in London gestohlen wurde?
Erstattet so schnell wie möglich Anzeige bei der Metropolitan Police – entweder online unter met.police.uk oder persönlich auf einer Polizeidienststelle. Du erhältst eine Vorgangsnummer, die für Versicherungsansprüche unverzichtbar ist. Informiere sofort deine Bank, um Karten sperren zu lassen. Bei einem gestohlenen Handy kannst du es über iCloud oder dein Google-Konto aus der Ferne sperren oder löschen – sofern du das vorher eingerichtet hast.
Sind schwarze Taxis sicherer als Uber in London?
Beide sind von Transport for London lizenziert und reguliert, also beide sichere Optionen. Schwarze Taxis unterliegen strengen Fahrerüberprüfungen und dem 'Knowledge of London'-Qualifikationsnachweis. Uber-, Bolt- und Free Now-Fahrer sind als private Mietwagenunternehmer lizenziert. Der wesentliche Unterschied: Schwarze Taxis können auf der Straße herangewinkt werden; Minicabs, einschließlich Uber, müssen über eine App vorgebucht werden. Nimm niemals ein Angebot von einem nicht lizenzierten Anwerber an.
Ist die Londoner U-Bahn nachts sicher?
Die U-Bahn fährt auf den meisten Linien bis etwa Mitternacht (freitags und samstags gibt es auf ausgewählten Linien einen 24-Stunden-Nachtbetrieb). Die Waggons sind in der Regel gut beleuchtet und nicht ungewöhnlich gefährlich, aber Spätzüge können ruhiger sein – dann ist es besser, in einem Waggon mit anderen Fahrgästen zu sitzen als in einem leeren. Nachtbusse sind eine gut genutzte Alternative. Vertrau deinem Instinkt, wenn es darum geht, welchen Waggon du besteigst.