Eine Woche Ibiza: Das perfekte 7-Tage-Programm
Sieben Tage sind ideal, um Ibiza jenseits der Clubs zu erleben. Dieses Programm umfasst die UNESCO-Altstadt, die schönsten Strände, Hippie-Märkte, Sonnenuntergänge in San Antoni, einen Ausflug nach Formentera und praktische Tipps, was du auslassen kannst.

Kurzfassung
- Sieben Tage reichen aus, um die wichtigsten Küstenabschnitte, kulturelle Highlights und mindestens eine Nacht im Club zu erleben – ohne Stress.
- Ab dem zweiten Tag am besten ein Auto oder Roller mieten. Busse gibt es zwar, aber sie sind zu langsam für abgelegene Strände. Alle Transportmöglichkeiten findest du in unserem Ibiza-Fortbewegungsguide.
- Die Club-Saison läuft grob von Mai bis Ende September. Außerhalb dieser Monate haben viele Beach Clubs und Superclubs geschlossen oder fahren einen eingeschränkten Betrieb.
- Ibiza ist nicht nur ein Party-Ziel. Der Norden der Insel, die Altstadt Dalt Vila, die Hippie-Märkte und die Wanderwege verdienen genauso viel Aufmerksamkeit.
- Plane mindestens 25–40 € pro Person für die Formentera-Fähre in der Hochsaison ein und kaufe Club-Tickets im Voraus, wenn dir das Nachtleben wichtig ist.
Vor der Abreise: Praktische Basics

Ibiza ist eine spanische Insel in den Balearen, im westlichen Mittelmeer gelegen – etwa 150 km südwestlich von Mallorca und rund 90–150 km von der valencianischen Küste entfernt. Das Hauptzentrum ist Ibiza-Stadt, auf Katalanisch auch Eivissa genannt. Die Insel umfasst rund 571 Quadratkilometer – kompakt genug, um sie in weniger als einer Stunde von Küste zu Küste zu durchqueren. Die Währung ist der Euro. Die Zeitzone ist Mitteleuropäische Zeit (UTC+1), im Sommer gilt UTC+2.
Der Flughafen Ibiza (IATA: IBZ) liegt etwa 7 km südwestlich von Ibiza-Stadt; ein Taxi ins Zentrum dauert rund 10–15 Minuten. Auch Busse verbinden den Flughafen mit Ibiza-Stadt und den wichtigsten Urlaubsorten – eine günstige Option bei der Ankunft. Vor Ort ist ein Mietwagen oder Roller für einen einwöchigen Aufenthalt die praktischste Wahl. Das Busnetz deckt die Hauptstrecken zwischen den Orten ab, fährt aber selten, und viele Strände sind ohne Auto kaum erreichbar. Aktuelle Buszeiten und Taxitarife solltest du vor der Reise über offizielle Quellen prüfen, da sie sich je nach Saison ändern.
💡 Lokaler Tipp
Buche deinen Mietwagen vor der Anreise, besonders für die Monate Juni bis August. Das Angebot wird schnell knapp und die Preise können sich am Flughafen verdoppeln. Ein Roller reicht für Alleinreisende, die den Norden erkunden – wer Strandausrüstung dabei hat oder zu zweit unterwegs ist, fährt mit einem kleinen Auto besser.
Tag 1–2: Ibiza-Stadt und Dalt Vila

Beginne in Ibiza Town und plane mindestens zwei Tage ein. Die meisten Besucher hetzen in einem halben Tag durch die Altstadt und verpassen dabei das Besondere. Dalt Vila, das befestigte Altstadtviertel auf dem Hügel, das 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, belohnt ein ruhiges Erkunden. Betritt es durch das Portal de ses Taules, das monumentale Renaissance-Tor, das von zwei römischen Statuen flankiert wird. Von dort führen gepflasterte Gassen bergauf zur Ibiza-Kathedrale und dem angrenzenden Aussichtspunkt, von dem aus man einen der schönsten Panoramablicke auf den Hafen und den Formentera-Kanal hat.
Plane ein paar Stunden für die Nekropole Puig des Molins ein, die phönizisch-punische Begräbnisstätte direkt vor den Toren von Dalt Vila. Sie gehört zu den besterhaltenen antiken Nekropolen im Mittelmeerraum und ist Teil des UNESCO-Welterbes von Ibiza. Der Eintritt ist erschwinglich, und das Museum vor Ort liefert einen guten Überblick über die 2.700-jährige Geschichte der Insel. Das Museum für zeitgenössische Kunst Ibiza innerhalb der Altstadtmauern lohnt sich für eine Stunde, wenn du den Kontrast zwischen Antike und Moderne suchst.
Verbringe deinen ersten Abend im Marina-Viertel unterhalb von Dalt Vila. Das Hafengebiet füllt sich ab etwa 21 Uhr mit Leben. Die Restaurants hier sind gut, aber nicht die günstigsten auf der Insel. Für den zweiten Abend lohnt sich ein Besuch im Pacha, dem legendärsten Club Ibizas, nur fünf Gehminuten vom Hafen entfernt. Er ist nicht mehr der angesagteste Club der Insel, aber der ikonischste – seit 1973 in Betrieb. Die Ticketpreise schwanken stark je nach Abend und Act. Schau auf der offiziellen Pacha-Website nach dem aktuellen Programm und kaufe Tickets im Voraus, um den Aufpreis an der Abendkasse zu vermeiden.
Tag 3: Strände im Süden und Ses Salines

Im Süden Ibizas liegen einige der bekanntesten Strände und der ökologisch bedeutende Naturpark Ses Salines, ein Schutzgebiet aus Salinen, Dünen und Posidonia-Seegraswiesen, das Teil des UNESCO-Welterbes von Ibiza ist. Der Park grenzt an zwei der beliebtesten Strandabschnitte der Insel: Ses Salines und Es Cavallet.
Strand Ses Salines hat einen langen, geraden Streifen hellen Sandes mit klarem, flachem Wasser und einer Reihe von Beach Clubs und Restaurants hinter den Dünen. In der Hochsaison wird es ab spätem Vormittag voll. Komm vor 11 Uhr, um noch einen Platz zu finden. Es Cavallet liegt direkt daneben, ist am südlichen Ende etwas ruhiger und hat eine lokalere Atmosphäre. Beide Strände liegen etwa 15 km von Ibiza-Stadt entfernt und sind ohne Auto oder Taxi kaum komfortabel erreichbar.
⚠️ Besser meiden
Die Parkplätze bei Ses Salines sind ab Mitte des Vormittags im Juli und August schnell voll. Die Zufahrtsstraße wird zum Nadelöhr, und du kannst leicht eine Stunde im Stau stehen. Komm entweder früh, nimm ein Taxi oder kombiniere den Strandbesuch mit einer morgendlichen Aktivität in Ibiza-Stadt und fahre erst nach 16 Uhr, wenn ein Teil der Besucher schon wieder geht.
- Ses Salines Beach Langer, heller Sandstrand, Beach-Club-Atmosphäre, beliebt bei einem stilbewussten Publikum. Am schönsten am Morgen, bevor es voll wird.
- Es Cavallet Beach Direkt neben Ses Salines, zum südlichen Ende hin ruhiger, teils traditionell FKK. Entspanntere Atmosphäre.
- Playa d'en Bossa Ibizas längster Strand, gesäumt von Hotels und Bars. Praktisch für Familien und alle, die in der Nähe wohnen – die Promenade selbst wirkt aber eher wie ein Ferienressort als ein naturbelassener Strand.
Tag 4: Buchten an der Westküste und der Sunset Strip

Die Westküste zwischen Sant Josep und Sant Antoni bietet die fotogensten Strände der Insel. Cala Comte (auch Cala d'en Comte) gilt regelmäßig als bester Allround-Strand der Insel – mit flachem türkisfarbenem Wasser, Felsformationen und Blick auf vorgelagerte kleine Inseln. Er wird vor allem an Sommerwochenenden sehr voll, und die Parkmöglichkeiten sind begrenzt.
Eine kurze Fahrt nach Süden bringt dich zur Cala d'Hort, einer halbmondförmigen Bucht mit direktem Blick auf Es Vedrà, den 382 Meter hohen Vulkanfelsen, der dramatisch aus dem Meer ragt. Der Strand selbst ist eher kieselig als sandig, aber die Kulisse ist kaum zu übertreffen. Cala Bassa weiter nördlich bietet eine geschütztere Alternative mit ruhigerem Wasser – beliebt bei Familien.
Am Abend geht es nach Sant Antoni de Portmany zum Sonnenuntergang. Der Sunset Strip am Westrand der Bucht – mit Café del Mar und Savannah unter anderen – gehört zu den schönsten Orten im Mittelmeer, um die Sonne untergehen zu sehen. Die Musik, die Silhouetten der Segelboote und das Licht über dem Meer machen das etwas kommerzielle Umfeld wett. Komm 30–45 Minuten vor Sonnenuntergang, um noch einen Platz zu bekommen.
Tag 5: Ibizas Norden und die Hippie-Märkte

Der Norden Ibizas tickt anders. Kiefernbedeckte Hügel, enge Straßen und kleine weiße Dörfer ersetzen die Beach Clubs und Ferienanlagen des Südens. Norden Ibizas belohnt alle, die sich die Zeit nehmen, es in Ruhe zu erkunden. Das Dorf Sant Joan de Labritja hat einen weißgetünchten Kirchplatz, der einen Stopp lohnt, und der dortige Sonntagsmarkt zieht genauso viele Einheimische wie Touristen an.
Zwei Märkte prägen den Norden. Las Dalias in Sant Carles de Peralta findet samstags statt und ist der authentischste Hippie-Markt Ibizas – mit Kunsthandwerk-Ständen, handgefertigtem Schmuck und einer treuen lokalen Anhängerschaft. In der Hochsaison gibt es zusätzliche Nachtmärkte montags und dienstags. Der Eintritt ist kostenlos. Punta Arabí bei Es Canar ist größer und findet mittwochs statt – mit über 400 Ständen gehört er zu den größten Märkten der Balearen. Er ist touristischer als Las Dalias, aber einen Besuch wert, wenn du mittwochs auf der Insel bist.
Als Strand im Norden ist Cala Benirrás die erste Wahl. Eine geschützte Bucht, eingerahmt von Kiefern und einer markanten, abgeflachten Felsformation vor der Küste, zieht ein alternatives Publikum an. Lange war sie für einen sonntäglichen Trommelkreis bei Sonnenuntergang bekannt – das offizielle Ritual wurde inzwischen verboten bzw. eingestellt, und gelegentliche informelle Sessions sind nicht garantiert. Komm wegen der Bucht und dem Abendlicht. Die Zufahrtsstraße ist eng und die Parkplätze sind begrenzt, also früh kommen oder bereit sein, vom oberen Parkplatz zu laufen.
✨ Profi-Tipp
Wenn dein Besuch auf einen Samstag fällt, kombiniere den Las-Dalias-Markt am Morgen mit einem Nachmittag an der Cala Benirrás. Beide liegen keine 15 Fahrminuten voneinander entfernt. Füge am nächsten Tag den Sonntagsmarkt in Sant Joan hinzu, und du hast ein solides Zwei-Tage-Programm für den Norden Ibizas ganz ohne Umwege.
Tag 6: Tagesausflug nach Formentera

Ein Tagesausflug nach Formentera gehört zu den lohnendsten Dingen, die du von Ibiza aus unternehmen kannst. Die kleinere Insel 20 km im Süden hat einiges der klarsten Wasser im Mittelmeer – die Sichtweite übersteigt dank der geschützten Posidonia-Seegraswiesen regelmäßig 20 Meter. Fähren legen den ganzen Tag über vom Hafen Ibiza-Stadt ab; zu den wichtigsten Anbietern gehören Balearia und Trasmapi. Die Überfahrt dauert jeweils rund 30–40 Minuten.
In der Hochsaison beginnen die Preise pro Person und Richtung typischerweise bei rund 25–40 €, variieren aber je nach Anbieter, Tageszeit und wie früh du buchst. Kaufe die Tickets online im Voraus, um im Juli und August lange Warteschlangen am Hafen zu vermeiden. Auf Formentera ist ein Fahrrad oder Roller, gemietet am Hafen La Savina, die beste Möglichkeit, die Strände zu erreichen. Ses Illetes, eine schmale Landzunge aus weißem Sand an der Nordspitze, ist der Strand, für den die meisten herkommen. Schnorchelausrüstung lohnt sich mitzunehmen.
Tag 7: Wandern, Dörfer und ein letzter Sonnenuntergang

Nutze deinen letzten Tag, um Teile Ibizas zu entdecken, die die meisten Besucher völlig auslassen. Die Insel hat ein Netz an Wanderwegen, die durch Farmland, Kiefernwälder und Küstenklippen führen. Wanderrouten auf Ibiza reichen von einfachen Küstenwanderungen bis hin zum Aufstieg auf Sa Talaia, dem höchsten Punkt der Insel auf rund 475 Metern. Der Gipfelweg ab Sant Josep dauert etwa 2–3 Stunden hin und zurück und bietet einen 360-Grad-Blick über die gesamte Insel bis nach Formentera und an klaren Tagen bis hinüber nach Mallorca.
Das Inlanddorf Santa Gertrudis de Fruitera ist ein idealer Mittagsstopp. Klein, ruhig und mit einem Kirchplatz, der von unabhängigen Restaurants und Bars gesäumt wird, zeigt es eine lokale Seite Ibizas, die die Ferienanlagen verdecken. Das Dorf ist für gutes Essen und eine entspannte Atmosphäre bekannt, die auch bei Langzeitbewohnern beliebt ist.
Für deinen letzten Abend kehre bei Einbruch der Dunkelheit nach Dalt Vila zurück. Die Mauern und Bastionen werden nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet, und die Restaurants innerhalb der Altstadt sind ruhiger als jene in der Marina. Das ist ein stimmungsvollerer Abschluss einer Woche als eine weitere Clubnacht – wobei sich, wenn das Nachtleben noch lockt, ein Blick auf die aktuellen Pläne von DC10 oder Amnesia lohnt – beide veranstalten einige der renommiertesten Club-Nächte der Insel.
ℹ️ Gut zu wissen
Die Amtssprachen Ibizas sind Spanisch (Kastilisch) und Katalanisch. Die auf der Insel gesprochene lokale Varietät des Katalanischen heißt Eivissenc. In Touristengebieten werden Englisch und andere europäische Sprachen weitgehend verstanden, aber ein paar Worte Spanisch kommen immer gut an. Der Notruf ist 112.
- Unterkunft und Club-Tickets für Juli und August am besten 4–6 Wochen im Voraus buchen. Die Insel ist klein, und gute Optionen sind schnell ausgebucht.
- Eine Woche Ibiza im September kostet spürbar weniger als im Juli – mit weniger Betrieb, warmen Wassertemperaturen und den meisten Locations noch geöffnet.
- Leitungswasser ist technisch gesehen trinkbar, aber der Mineralstoffgehalt schwankt. Die meisten Besucher und Einheimischen bevorzugen Mineralwasser.
- Trinkgeldkultur wie in Spanien üblich: Im Restaurant wird ein kleines Trinkgeld gerne gesehen, ist aber nicht verpflichtend. Den Betrag aufzurunden ist gängige Praxis.
- In Spanien werden Stecker vom Typ C und F verwendet. Die Standardspannung beträgt 230 V bei 50 Hz – EU-Standard.
Häufige Fragen
Reicht eine Woche, um Ibiza zu sehen?
Ja. Sieben Tage reichen aus, um die wichtigsten Küstenabschnitte, Dalt Vila, ein oder zwei Hippie-Märkte, einen Tagesausflug nach Formentera und ausgewählte Nachtleben-Highlights zu erleben – ohne Hetze. Nicht jeden Strand und jedes Dorf wirst du sehen, aber du bekommst einen echten Querschnitt durch das, was die Insel bietet.
Wann ist die beste Reisezeit für eine Woche Ibiza?
Ende Mai, Anfang Juni oder September bieten das beste Gleichgewicht aus gutem Wetter, geöffneten Locations und überschaubaren Menschenmassen. Juli und August sind Hochsaison mit vollem Club-Kalender und Fährangebot – aber höheren Preisen und volleren Stränden. Außerhalb von Mai bis September haben viele Clubs und Beach Clubs geschlossen oder haben eingeschränkte Öffnungszeiten.
Brauche ich ein Auto für dieses Reiseprogramm?
Ab dem zweiten Tag ist ein Auto sehr empfehlenswert. Das Busnetz deckt die Hauptstrecken zwischen Ibiza-Stadt, Sant Antoni und Santa Eulalia ab, aber die meisten Strände und ländlichen Gebiete sind ohne eigenes Fahrzeug kaum erreichbar. Buche deinen Mietwagen im Voraus – besonders für den Sommer, da Verfügbarkeit und Preise schnell enger werden.
Was kostet eine Woche Ibiza?
Die Kosten variieren stark. Budgetreisende in Hostels mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen mit 80–100 € pro Tag aus. Im mittleren Preissegment – Hotel, Mietwagen und gelegentliche Restaurantbesuche – sollte man 150–250 € pro Tag einplanen. Club-Eintrittspreise (typischerweise 30–80 € und mehr pro Nacht, je nach Location und Act) sowie Formentera-Fährkosten kommen noch obendrauf.
Ist Ibiza auch für Nicht-Clubber geeignet?
Ja. Der Ruf als Party-Insel ist berechtigt, aber er steht nur für einen Teil des Angebots. Die Nordküste, ländliche Dörfer, UNESCO-Kulturstätten, Wanderwege und Familienstrände bieten eine echte Alternative. Viele Besucher verbringen eine ganze Woche auf Ibiza, ohne einen einzigen Club zu betreten – und zählen es zu den besten Reisen, die sie je gemacht haben.