2 Tage in Cannes: Der perfekte Reiseplan
Zwei Tage reichen völlig aus, um das Beste von Cannes zu entdecken – von der berühmten Uferpromenade über das mittelalterliche Altstadtviertel bis zu den vorgelagerten Inseln. Dieser Reiseplan führt dich strukturiert durch jeden Tag, mit realistischen Zeitangaben und lokalen Details, die aus einem Kurztrip einen echten Erlebnis machen.

Kurzfassung
- An zwei vollen Tagen lässt sich der Kern von Cannes abdecken: La Croisette, die Altstadt Le Suquet, der Marché Forville und ein halber Tag auf der Île Sainte-Marguerite.
- Tag 1 startet am Markt, dann entlang der Promenade und nachmittags hinauf nach Le Suquet. Die vollständige Cannes-Stadtrundgang liefert eine Karte mit eingezeichneter Route.
- Tag 2 gehört den Lérins-Inseln. Nimm die erste Morgenfähre nach Sainte-Marguerite, bevor die Massen ankommen.
- Cannes ist nicht nur etwas für Großspender. Öffentliche Strände, die Altstadt, Aussichtspunkte und der Markt kosten kaum oder gar nichts.
- Vermeide einen Besuch während der Filmfestspiele von Cannes (Mai), es sei denn, du hast eine Akkreditierung. Hotelpreise verdreifachen sich, und Teile der Stadt sind kaum zugänglich. Im Artikel Beste Reisezeit für Cannes findest du eine ausführliche saisonale Übersicht.
Reichen zwei Tage in Cannes aus?

Die ehrliche Antwort: Ja, mit guter Planung. Cannes umfasst gerade mal 19,62 km², und die touristischen Hauptbereiche sind noch kompakter – La Croisette, Le Suquet, der Vieux Port und die umliegenden Straßen sind alle zu Fuß in weniger als 20 Minuten erreichbar. Was Zeit kostet, ist nicht der Weg, sondern das Genießen. Wer sich bei einem Strandclub treiben lässt, das Mittagessen verlängert oder am alten Hafen bei einem Kaffee die Yachten beobachtet, dem vergehen zwei Tage im Nu. Der folgende Reiseplan ist so aufgebaut, dass genau das nicht passiert – ohne den Aufenthalt in eine Checklistenjagd zu verwandeln.
Wer drei oder vier Tage hat, findet in Aktivitäten in Cannes weitere Ziele jenseits der Standardroute: die Île Saint-Honorat, das Viertel La Californie und Tagesausflüge nach Monaco oder in die Parfümstadt Grasse. Wenn zwei Tage alles ist, was du hast, hilft dir dieser Guide, sie voll auszuschöpfen.
Tag 1 Vormittag: Marché Forville und La Croisette

Starte den Tag am Marché Forville, der überdachten Markthalle in der Rue du Marché Forville 6. Er öffnet um 7:30 Uhr und schließt um 13:30 Uhr, dienstags bis sonntags (montags findet hier ein Flohmarkt statt, 7:30–17:30 Uhr). Wer vor 9:00 Uhr kommt, erlebt die beste Auswahl an frischen Produkten und die schönste Atmosphäre – bevor die Reisegruppen eintreffen. Der Markt bietet lokale Oliven, Socca (Kichererbsenpfannkuchen), Charcuterie und Blumen, außerdem einige Stehtische, wo du dir frühstücken kannst. Plane etwa 5–10 € für Kaffee und einen Snack ein. Das gehört zu den besten kostenlosen Erlebnissen in Cannes – wer ihn auslässt, bereut es.
💡 Lokaler Tipp
Am Montag verwandelt sich der Marché Forville in einen Brocante (Flohmarkt) und nicht in einen Lebensmittelmarkt. Fällt dein erster Tag auf einen Montag, verschiebe den Marktbesuch auf Tag 2 oder geh gleich zur La Croisette und starte früher auf der Promenade.
Vom Markt sind es nur fünf Minuten zu Fuß südwärts zur La Croisette, dem Uferboulevard, der Cannes' internationalen Ruf begründet. Die Promenade erstreckt sich über rund 3 km vom Palais des Festivals im Westen bis zum Palm-Beach-Gebiet im Osten. Am späten Vormittag, wenn das Licht stimmt und die Temperaturen im Sommer noch erträglich sind, lässt sie sich ideal in voller Länge ablaufen. Der westliche Abschnitt beim Palais ist der fotogenste: die weiße Fassade des Carlton Hotels, der geschwungene Küstenbogen und bei klarem Wetter die Lérins-Inseln am Horizont.
Das Palais des Festivals et des Congrès lohnt auch außerhalb der Filmfestspiele einen Abstecher. Die Roten Treppenstufen am Haupteingang sind das ganze Jahr zugänglich, und die in die Promenade eingelassenen Handabdrücke von Prominenten (Les Allées des Étoiles) vermitteln ein Gespür für das Filmerbe der Stadt – ohne Eintritt. Geführte Touren durch das Gebäudeinnere werden gelegentlich über das Touristenbüro angeboten, die Verfügbarkeit schwankt jedoch saisonal. Aktuelle Zeiten am besten vorab auf en.cannes-france.com prüfen.
Tag 1 Nachmittag: Le Suquet und der Vieux Port

Nach dem Mittagessen gehört der Nachmittag Le Suquet, der ursprünglichen Hügelsiedlung von Cannes. Geh vom Palais das Ufer entlang nach Westen – nach etwa zehn Minuten erreichst du das Altstadthafen-Viertel. Der Aufstieg durch die mittelalterlichen Gassen von Le Suquet dauert in gemächlichem Tempo rund 15–20 Minuten. Es ist stellenweise steil, aber problemlos zu Fuß zu bewältigen. Oben wartet die Église Notre-Dame de l'Espérance, eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit Blick über die Bucht, sowie die Überreste der Festungsanlage, die einst diese Küste schützte.
Im Inneren der Burganlage befindet sich das Musée de la Castre (Rue de la Castre 6), ein kleines, aber interessantes ethnografisches und archäologisches Museum mit Sammlungen zu mediterranen und nahöstlichen Altertümern. Der Eintritt kostet rund 7 € für Erwachsene, 4 € für 18- bis 25-Jährige und Gruppen ab zehn Personen, für unter 18-Jährige ist er frei. Die regulären Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr, wobei die Zeiten saisonal variieren. Der Tour du Suquet, der erhaltene Turm der Burg, bietet den besten Panoramablick über die Dächer und den Vieux Port – er ist im Museumseintritt enthalten.
⚠️ Besser meiden
Das Musée de la Castre hat unterschiedliche Sommer- und Winteröffnungszeiten und ist montags das ganze Jahr geschlossen. Überprüfe die aktuellen Zeiten immer beim Cannes Touristenbüro oder direkt beim Museum, bevor du hingehst – besonders in der Nebensaison.
Steig danach wieder hinunter zum Vieux Port für den frühen Abend. Die Kaianlagen rund um den alten Hafen, besonders entlang des Quai Saint-Pierre, sind der Ort, an dem die Einheimischen tatsächlich Zeit verbringen – nicht auf der Croisette. Die Aperitifstunde (ungefähr 18:00–20:00 Uhr) ist der richtige Moment, um in einem der Hafencafés bei einem Glas Rosé zu sitzen. Beim Abendessen in den unteren Gassen von Le Suquet bekommt man mehr für sein Geld und authentischere Küche als auf den touristisch geprägten Terrassen an der Strandpromenade. Für ein Zwei-Gänge-Menü mit Wein in einem mittleren Restaurant sind hier 20–35 € pro Person zu veranschlagen.
Tag 2: Die Lérins-Inseln

Reserviere Tag 2 für die Îles de Lérins. Diese beiden Inseln liegen weniger als 30 Minuten per Fähre vom Vieux Port entfernt und wirken dennoch wie eine andere Welt. Fähren legen den ganzen Tag über vom Cannes Hafen ab – betrieben von lokalen Unternehmen wie Trans Côte d'Azur und Planaria. Tickets gibt es direkt am Hafen oder im Voraus online. Die Überfahrt zur Île Sainte-Marguerite dauert rund 15 Minuten; die weiter entfernte Île Saint-Honorat etwa 20 Minuten.
Nimm die erste oder zweite Morgenfähre, idealerweise mit Abfahrt vor 10:00 Uhr. Die Inseln sind klein und im Sommer beliebt – mittags können die Wege auf Sainte-Marguerite spürbar überlaufen wirken. Das Hauptziel auf Sainte-Marguerite ist das Fort Royal, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert, die vor allem als Gefängnis des Mannes mit der Eisernen Maske bekannt ist. Im Fort befindet sich das Musée de la Mer mit römischen Amphoren und Schiffswrackfunden. Jenseits des Forts erstreckt sich über die Insel ein geschützter Küstenwald mit markierten Wanderwegen entlang der Küste. Es gibt keine Fahrzeuge, kaum Bebauung und gute Badestellen an der Südküste.
Wenn dein Zeitplan es erlaubt, kombiniere beide Inseln an einem Tag. Der Lérins-Inseln-Guide enthält genaue Fährzeiten, Packlisten und eine Einschätzung, welche Insel für welchen Reisetyp geeignet ist. Kurz zusammengefasst: Sainte-Marguerite ist größer, wilder und besser zum Schwimmen und Wandern. Saint-Honorat ist kleiner, ruhiger und beherbergt ein aktives Zisterzienserkloster, das seit dem 5. Jahrhundert besteht. Die Mönche produzieren Wein und Honig, die vor Ort verkauft werden. Beide Inseln haben wenig Verpflegungsmöglichkeiten, besonders außerhalb des Sommers – bring also Essen und Wasser mit, wenn du mehr als ein paar Stunden bleibst.
✨ Profi-Tipp
Prüfe die letzte Abfahrtszeit der Rückfähre, bevor du aufbrichst. Wer sie verpasst, muss ein Taxiboot auf eigene Kosten nehmen. Die letzten Fähren zurück nach Cannes fahren in der Regel am späten Nachmittag oder frühen Abend – die Fahrpläne variieren je nach Saison erheblich.
Tag 2 Abend: Rue d'Antibes und Abendessen

Die Rückkehr von den Inseln am frühen Nachmittag lässt noch genug Zeit für einen Bummel entlang der Rue d'Antibes, der wichtigsten Einkaufsstraße, die parallel zur Croisette eine Straße weiter im Landesinneren verläuft. Sie vereint französische Filialketten mit unabhängigen Boutiquen und ist ein deutlich bodenständigeres Erlebnis als der Glamour der Croisette. Wer ein höheres Shoppingbudget mitbringt, findet im Carré d'Or zwischen der Rue d'Antibes und dem Strand die Luxusmarken auf wenigen kompakten Blocks konzentriert.
Für den letzten Abend empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus. Cannes hat zwar genug gute Restaurants, doch die besten sind in der Saison schnell ausgebucht. Rund um die Rue Saint-Antoine in Le Suquet und in den Straßen direkt hinter dem Vieux Port findet man die beste Kombination aus Qualität und Preis in der ganzen Stadt. Wer sparen möchte: Ein Pan Bagnat oder ein Stück Socca von einem Marktstand am Hafen kostet unter 5 € und ist wirklich gut.
Praktische Infos für deine zwei Tage
Anreise nach Cannes: Der wichtigste Einstiegspunkt ist der Flughafen Nice Côte d'Azur (IATA: NCE), rund 26 km nordöstlich von Cannes. Die günstigste Option ist der Regionalbus (Linie 81), der den Flughafen direkt mit Cannes verbindet – Fahrtzeit ca. 45–60 Minuten, Preis ca. 5–10 € einfache Fahrt. Alternativ fahren TER-Regionalzüge von Nice Saint-Augustin oder Nice-Ville nach Cannes in etwa 30–40 Minuten für rund 6–8 €. Ein lizenziertes Taxi vom Flughafen Nizza nach Cannes kostet außerhalb der Stoßzeiten einen Festpreis von 88 € für 1–4 Personen, während private Shuttle-Transfers und Fahrdienste in der Regel ab ca. 25–40 € pro Person im Shared-Modus oder ab 80 € und mehr für ein Privatfahrzeug starten.
- Zu Fuß Die praktischste Art, sich in der Innenstadt von Cannes zu bewegen. La Croisette, Le Suquet, der Vieux Port und der Marché Forville sind alle in 15–20 Minuten Fußweg voneinander entfernt.
- Palmbus-Stadtbusse Das lokale Palmbus-Netz deckt Cannes und die Umgebung ab. Nützlich, um weiter westlich gelegene Strände (Bereich La Bocca) zu erreichen oder vom östlichen Ende der Croisette zurückzufahren.
- Taxis und Uber Taxis gibt es an Halteplätzen beim Palais des Festivals, am Bahnhof und bei den großen Hotels. Uber ist in Cannes verfügbar, außerhalb der Hochsaison kann die Verfügbarkeit aber schwanken.
- Fähren zu den Inseln Abfahrt vom Cannes Hafen (beim Vieux Port). Eine Vorab-Buchung ist nicht zwingend erforderlich, empfiehlt sich aber im Juli und August, wenn die Fähren schnell ausgebucht sind.
Zum Budget: Cannes erfordert für zwei Tage kein üppiges Reisebudget. Cannes günstig reisen schlüsselt die konkreten Kosten im Detail auf. Die Kurzversion: Die öffentlichen Strände an der Croisette sind kostenlos, der größte Teil von Le Suquet lässt sich umsonst erkunden, und der Marché Forville ist ein wirklich erschwinglicher Ort zum Essen. Das Geld geht in privaten Strandclubs drauf (allein für einen Liegestuhl sind 20–30 € zu rechnen), in Restaurants an der Croisette-Terrasse und in den Luxusboutiquen. All das ist freiwillig.
- Hotelunterkunft für Termine im Mai – besonders während der Filmfestspiele (typischerweise Mitte bis Ende Mai) – unbedingt weit im Voraus buchen. Die Preise steigen in dieser Zeit in allen Kategorien drastisch.
- Das Leitungswasser in Cannes ist trinkbar und entspricht EU-Normen. Bring eine wiederverwendbare Flasche mit.
- In Frankreich werden Typ-C- und Typ-E-Stecker bei 230V/50Hz verwendet. Bring einen Adapter mit, falls deine Geräte einen anderen Standard verwenden.
- Französisch ist die Amtssprache, aber in Hotels, Restaurants und touristisch geprägten Betrieben in Cannes wird weitgehend Englisch gesprochen.
- Trinkgeld ist in Frankreich nicht verpflichtend. Restaurantrechnungen enthalten gesetzlich vorgeschrieben den Serviceanteil (service compris). Aufrunden oder ein paar Euro für guten Service zu hinterlassen ist willkommen, aber nie erwartet.
- Notruf in der gesamten EU, einschließlich Frankreich: 112. Französische Sondernummern: Polizei 17, Feuerwehr 18, Medizinischer Notfall (SAMU) 15.
ℹ️ Gut zu wissen
Cannes hat ein mediterranes Klima (Köppen Csa). Die Sommerhöchstwerte liegen bei 26–28 °C bei sehr wenig Regen. Die Zwischensaison von Mai bis Juni und im September vereint warme Temperaturen mit weniger Besuchern und günstigeren Hotelpreisen. Oktober und November bringen die höchsten Niederschläge des Jahres, doch die Stadt bleibt geöffnet und mild nach nordeuropäischen Maßstäben.
Häufige Fragen
Reichen 2 Tage aus, um Cannes zu sehen?
Ja. Cannes ist kompakt, knapp unter 20 km², und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind alle zu Fuß erreichbar. In zwei Tagen lassen sich La Croisette, Le Suquet, der Marché Forville und ein halber oder ganzer Tag auf den Lérins-Inseln bequem unterbringen. Wer einem strukturierten Reiseplan folgt, wird das Gefühl nicht haben, wichtige Highlights zu verpassen.
Welches Viertel eignet sich am besten für einen 2-tägigen Aufenthalt in Cannes?
Das Gebiet zwischen La Croisette und der Rue d'Antibes bringt dich zu Fuß zu allem in diesem Reiseplan. Le Suquet ist eine ruhigere Alternative mit mehr Charakter und oft besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Vermeide eine Unterkunft weit im Westen in Cannes-la-Bocca, es sei denn, du willst günstigere Preise und nimmst einen kurzen Bus- oder Taxiweg zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Kauf.
Kann man die Lérins-Inseln als Tagesausflug von Cannes aus besuchen?
Auf jeden Fall. Fähren legen den ganzen Tag über vom Cannes Hafen ab, und die Überfahrt dauert 15–20 Minuten. Ein halber Tag auf der Île Sainte-Marguerite passt problemlos in einen zweitägigen Reiseplan. Wer beide Inseln besuchen möchte, sollte einen vollen Tag einplanen und die erste Morgenfähre nehmen.
Wann sollte man Cannes meiden?
Während der Filmfestspiele von Cannes (typischerweise die zweite und dritte Maiwoche) schnellen die Hotelpreise dramatisch in die Höhe und Teile der Stadt sind ohne Akkreditierung kaum zugänglich. Wer keine Eintrittskarten oder Credentials hat, erlebt den Besuch während des Festivals als teuer und frustrierend. Das Cannes Lions Werbefestival Ende Juni hat einen kleineren, aber ähnlichen Effekt.
Wie komme ich vom Flughafen Nizza nach Cannes?
Die günstigste Option ist der Regionalbus (Linie 81), der direkt vom Flughafen Nizza nach Cannes fährt – in 45–60 Minuten für rund 5–10 €. TER-Regionalzüge fahren vom Bahnhof Nizza (ca. 10–15 Minuten vom Flughafen) nach Cannes in 30–40 Minuten für etwa 6–8 €. Ein Taxi kostet einen Festpreis von 88 € für 1–4 Personen außerhalb der Stoßzeiten. Aktuelle Tarife und Fahrpläne vor der Reise prüfen, da diese sich regelmäßig ändern.