WA Museum Boola Bardip: Perths wichtigstes Museum im Überblick

Das WA Museum Boola Bardip eröffnete im November 2020 am Perth Cultural Centre und vereint fünf restaurierte Denkmalgebäude mit moderner Architektur auf 19.000 Quadratmetern. Der Name bedeutet „viele Geschichten" in der Sprache der Whadjuk Noongar – und das Museum hält, was er verspricht: Naturgeschichte, indigene Kultur und Kolonialgeschichte Westaustraliens unter einem Dach. Der Eintritt kostet ab 15 A$, Kinder bis 15 Jahre kommen gratis rein.

Fakten im Überblick

Lage
Perth Cultural Centre, Perth CBD (Boorloo), WA 6000
Anfahrt
Perth Train Station (ca. 200 m); Blue CAT Bus; Beaufort St Haltestelle 26623
Zeitbedarf
2–4 Stunden für die Dauerausstellungen; für eine Sonderausstellung lieber einen ganzen Tag einplanen
Kosten
15 A$ Standard / 10 A$ ermäßigt / Kinder bis 15 Jahre frei. Sonderausstellungen werden separat berechnet.
Am besten für
Familien, Geschichtsinteressierte, Regentage, Perth-Erstbesucher
Außenansicht des WA Museum Boola Bardip mit moderner Glas- und Metallarchitektur neben restaurierten roten Backsteingebäuden unter einem klaren blauen Himmel.
Photo -wuppertaler (CC BY 4.0) (wikimedia)

Was ist das WA Museum Boola Bardip?

Das WA Museum Boola Bardip ist das Staatsmuseum von Westaustralien. In seiner heutigen Form eröffnete es am 21. November 2020 nach einer vollständigen Neugestaltung des Perth Cultural Centre. Der Name stammt aus der Sprache der Whadjuk Noongar und bedeutet „viele Geschichten" – eine treffende Beschreibung für eine Einrichtung, die milliarden Jahre alte geologische Funde ebenso zeigt wie die Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Das Gebäude selbst ist Teil der Geschichte. Das Projekt, entworfen von Hassell Studio, verwebt fünf restaurierte Denkmäler mit einem neuen zeitgenössischen Pavillon zu einem Campus von 19.000 Quadratmetern. Das älteste Element auf dem Gelände ist das Old Perth Gaol, das 1855 aus lokalem Kalkstein erbaut wurde. Durch das Museum zu gehen bedeutet, zwischen warmen kolonialen Sandsteinkorridoren und kühlen, glaswandigen modernen Galerien zu wechseln – der Kontrast ist bewusst gesetzt und wirkt.

💡 Lokaler Tipp

An Wochentagen am besten zur Öffnung (9:30 Uhr) ankommen und die Erdgeschossgalerien erkunden, bevor Schulgruppen eintreffen. Ab 11 Uhr am Wochenende kann das zentrale Atrium mit Familien richtig laut werden. In den oberen Stockwerken bleibt es den ganzen Tag über ruhiger.

Das Gebäude: Denkmalschutz und moderne Architektur an einem Ort

Von der Beaufort Street aus wirkt der neue Pavillon des Museums wie eine facettierte Glas-Beton-Form, die sich respektvoll hinter den älteren Backsteinassaden hält, anstatt mit ihnen zu konkurrieren. Der Haupteingang an der Francis Street ist für barrierefreien Zugang gerampt, und die Innenräume öffnen sich dramatisch, sobald man eintritt – hohe Decken, natürliches Licht durch große Oberlichter und Sichtachsen, die die Orientierung leicht machen.

Das Old Perth Gaol, das in den Museumskomplex integriert wurde, ist der atmosphärischste Teil des Gebäudes. Die Kalksteingefängniszellen stammen aus dem Jahr 1855, und die Textur der Wände – rauer, leicht feucht wirkender Stein – ist eine haptische Erinnerung daran, dass das Gebäude über ein Jahrhundert lang einem ganz anderen Zweck diente. Die Integration dieses Bauwerks in eine öffentliche Kultureinrichtung ist eines der durchdachtesten Beispiele adaptiver Umnutzung in Perth.

Das Museum liegt innerhalb des weiteren Perth Cultural Centre, das auch die Art Gallery of Western Australia und die State Library beherbergt. Wer einen ganzen Tag in diesem Viertel verbringt, wird mit einem gemächlichen Bummel zwischen den Einrichtungen belohnt – es gibt schattige Außenbereiche, wechselnde Kunstwerke im öffentlichen Raum und das echte Gefühl, dass hier das kulturelle Herz der Stadt schlägt.

Tickets & Führungen

Live-Preise und Termine unseres Buchungspartners. Wenn du buchst, erhalten wir möglicherweise eine Provision – für dich ohne Aufpreis.

  • The Bell Tower chiming experience

    Ab 11 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Pinnacles and Swan Valley Full-day Guided Tour

    Ab 201 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Perth and Fremantle Guided Tour and Swan River Cruise

    Ab 110 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
  • Perth and Fremantle Tour in German with Hotel Pickup

    Ab 84 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung

Die Dauerausstellungen: Was dich drinnen erwartet

Die Dauersammlung ist über mehrere Ebenen und thematische Galerien verteilt, kein linearer Rundgang. Das bedeutet: Du kannst Bereiche, die dich weniger interessieren, problemlos überspringen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben. Die wichtigsten Dauerausstellungen umfassen Geologie und Naturwissenschaften, die vorkoloniale indigene Geschichte Westaustraliens, die Kolonial- und Nachkolonialzeit sowie die ökologische Vielfalt des Bundesstaates.

Die naturwissenschaftlichen Galerien beherbergen einige der eindrucksvollsten Objekte des Museums: große Mineralproben, Meeresversteinerungen und präparierte Tiere, die mit ausreichend Hintergrundinformationen versehen sind, um Erwachsene zu fesseln und gleichzeitig für Kinder visuell ansprechend zu bleiben. Das Walskelett, das in einer der oberen Galerien hängt, ist durchgehend das meistfotografierte Exponat im Gebäude – direkt unter einem Oberlicht positioniert, fängt es je nach Tageszeit unterschiedliches Licht ein.

Die Galerien zur indigenen Geschichte Westaustraliens wurden sorgfältig und in Zusammenarbeit mit den Noongar und anderen Aboriginal-Gemeinschaften gestaltet. Diese Bereiche lohnen ein langsames Lesen statt schnelles Durchschauen. Die Kuratierung verzichtet auf den extraktiven, rein objektorientierten Ansatz älterer Naturkundemuseen; stattdessen erhalten Kontext und die Stimmen der Betroffenen durchgehend erhebliches Gewicht.

ℹ️ Gut zu wissen

Der normale Eintritt (15 A$ Standard, 10 A$ ermäßigt) deckt alle Dauerausstellungen ab. Sonderausstellungen, die alle paar Monate wechseln, kosten extra. Vor dem Besuch lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website, um zu sehen, was gerade läuft, und das Budget entsprechend zu planen.

Wie sich der Besuch im Laufe des Tages verändert

Morgens – vor allem unter der Woche – sind die Galerien am übersichtlichsten. Die Beleuchtung in den Dauerausstellungen ist auf optimale Präsentation ausgerichtet, nicht auf Atmosphäre, daher gibt es keinen nennenswerten visuellen Unterschied zwischen einem Morgen- und einem Nachmittagsbesuch. Was sich ändert, ist die Besucherdichte. Ab Mitte des Vormittags kommen in Schulwochen organisierte Gruppen an, und der Geräuschpegel im zentralen Atrium steigt merklich. Die Galerien im Obergeschoss – besonders jene zu Geologie und spezielleren naturkundlichen Themen – bleiben den ganzen Tag über ruhiger.

An Wochenendnachmittagen kann es am Eingang und in den Hauptausstellungen im Erdgeschoss richtig voll werden. Wer mit Kindern kommt, die Platz zum Bewegen brauchen, ist mit einem Start am Samstagvormittag besser dran als am Sonntagnachmittag. Das Museum schließt täglich um 17:00 Uhr, und die letzte halbe Stunde ist meistens die ruhigste des Tages – viele Besucher sind bis 16:30 Uhr bereits gegangen.

Den Feiertagsplan sollte man vor einem Besuch an bestimmten Terminen kennen. An Karfreitag und Weihnachten ist das Museum geschlossen. Am Anzac Day öffnen die Türen erst um 13:00 Uhr statt um die üblichen 9:30 Uhr. An allen anderen Feiertagen gelten die normalen Öffnungszeiten.

Anreise: Öffentliche Verkehrsmittel, Parken und Barrierefreiheit

Der Perth Train Station ist etwa 200 Meter vom Museumseingang entfernt – das macht diesen Ort zu einer der am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbaren Attraktionen der Stadt. Der Fußweg führt durch das Cultural Centre-Viertel, das angenehm und größtenteils schattig ist. Der Blue CAT Bus (kostenloser Innenstadtbus) hält ebenfalls am Museum, stadteinwärts an der Haltestelle Beaufort Street 26623.

Das Museum hat keinen eigenen Parkplatz. Straßenparkplätze im CBD sind begrenzt und zeitlich beschränkt. Wer aus weiterer Entfernung mit dem Auto anreist, für den ist das Transperth-Netz die praktischere Wahl – Züge fahren regelmäßig aus Fremantle, Joondalup, Mandurah und anderen Linien in den Perth Station.

Die Barrierefreiheit ist durchgehend gut gelöst. Der Haupteingang hat eine Rampe, Aufzüge verbinden alle Galerieebenen, und Rollstühle sowie Gehhilfen sind kostenlos am Infotresen erhältlich. Führund Assistenzhunde sind willkommen. Das Museum bezeichnet sich selbst als vollständig barrierefrei, und das bauliche Konzept unterstützt diesen Anspruch besser als viele vergleichbare Einrichtungen.

Lohnt sich der Besuch? Eine ehrliche Einschätzung

Für Perth-Erstbesucher ist das WA Museum Boola Bardip eine der wenigen Attraktionen im Stadtzentrum, die zwei bis drei Stunden rechtfertigt, ohne dass es sich zieht. Das Gebäude ist wirklich interessant, die Sammlung ist breit gefächert, ohne zu erschlagen, und der Eintrittspreis von 15 A$ ist nach australischen Museumsmaßstäben angemessen.

Für Wiederholungsbesucher in Perth, die die Dauerausstellung bereits kennen, hängt ein erneuter Besuch ganz davon ab, welche Sonderausstellung gerade läuft. Die Dauerausstellungen verändern sich zwischen den Besuchen kaum. Vor einem zweiten Trip lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender des Museums.

Wer in erster Linie an zeitgenössischer oder bildender Kunst interessiert ist, sollte wissen, dass das WA Museum Boola Bardip kein Kunstmuseum ist. Die Art Gallery of Western Australia liegt direkt nebenan im Cultural Centre und hat für ihre Dauersammlung keinen Eintritt – beide an einem Tag zu kombinieren ist die effizienteste Nutzung des Viertels.

⚠️ Besser meiden

Wer Perth im Sommer besucht (Dezember bis Februar), sollte bedenken: Der Fußweg vom Perth Station durch den offenen Platz des Cultural Centre kann schon am späten Vormittag unangenehm heiß werden. Das Museumsinnere ist klimatisiert, aber den Außenabschnitt besser vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr einplanen.

Das Museum eignet sich auch gut als Ausgangspunkt für einen breiteren Kulturtag im CBD. Das Perth Institute of Contemporary Arts ist nur einen kurzen Fußweg entfernt, und die Perths Museumslandschaft bietet genug, um mehrere Tage zu füllen, wenn man sich für das institutionelle Kulturangebot der Stadt interessiert.

Insider-Tipps

  • Das Museumscafé ist ein praktischer Mittagsstopp, aber zwischen 12 und 13:30 Uhr am Wochenende sind die Plätze schnell besetzt. Wer nicht warten will, sollte früh oder spät essen.
  • Der Abschnitt des alten Perth Gaol ist leicht zu verpassen, wenn man dem Hauptbesucherstrom folgt. Am besten kurz am Infotresen nach dem Weg fragen – der Umweg lohnt sich schon allein wegen der Architektur, nicht nur wegen der Geschichte.
  • In den Dauerausstellungen ist Fotografieren ohne Blitz generell erlaubt. Das hängende Walskelett im Obergeschoss lässt sich am besten am späten Vormittag fotografieren, wenn das Oberlicht direkt darüber voll ausgeleuchtet ist.
  • Wer mit Kindern unter 16 Jahren kommt, zahlt keinen Eintritt – das macht diesen Ort zu einem der günstigsten Familienausflüge im Perth CBD. Kombiniert mit der kostenlosen Dauersammlung der benachbarten Art Gallery of Western Australia ergibt das einen vollen Tag ohne Extrakosten für die Kinder.
  • Auf der Museumswebsite lohnt sich ein Blick auf das kostenlose Rahmenprogramm: Vorträge, Führungen und Familienaktivitäten werden regelmäßig angeboten und sind manchmal im normalen Eintritt enthalten.

Für wen ist WA Museum Boola Bardip geeignet?

  • Perth-Erstbesucher, die sich einen Überblick über die Geschichte und Natur Westaustraliens verschaffen wollen
  • Familien mit Kindern unter 15 Jahren (freier Eintritt für Kinder macht es zu einer der zugänglichsten Attraktionen im CBD)
  • Reisende, die der Sommerhitze oder einem unerwarteten Regenschauer entfliehen und eine indoor-taugliche Aktivität für den halben Tag suchen
  • Architektur- und Designbegeisterte mit Interesse an adaptiver Umnutzung und Denkmalpflege
  • Alle, die mehrere Kultureinrichtungen in einem fußläufigen Viertel verbinden möchten

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Weitere Highlights in Perth CBD:

  • Art Gallery of Western Australia

    Die Art Gallery of Western Australia (AGWA) ist die wichtigste öffentliche Kunstinstitution des Bundesstaates. Sie befindet sich in einem geometrisch markanten Gebäude aus dem Jahr 1979 im Perth Cultural Centre. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist kostenlos, die Sammlung umfasst Werke aus Jahrhunderten australischer und internationaler Kunst, und die Galerie liegt nur wenige Gehminuten vom Perth Train Station entfernt.

  • Glockenturm (Swan Bells)

    Der Glockenturm am Barrack Square beherbergt eines der größten Musikinstrumente der Welt: 18 Glocken, darunter 12 historische Glocken aus St Martin-in-the-Fields in London. Mit Panoramablick auf den Fluss, interaktiven Ausstellungen und Live-Läutevorführungen ist er ein echter Hingucker an Perths Uferpromenade.

  • Elizabeth Quay

    Elizabeth Quay ist ein kostenlos zugängliches Areal am Ufer des Swan River im Zentrum von Perth, das im Januar 2016 eröffnet wurde. Es verbindet Restaurants am Wasser, öffentliche Kunst, einen Stegweg rund um das Hafenbecken sowie Fähr- und Bahnanbindungen auf engem Raum – ein Treffpunkt für Einheimische und gleichzeitig das Eingangstor zur Innenstadt.

  • His Majesty's Theatre

    Das His Majesty's Theatre an der Hay Street prägt Perths Kulturleben seit seiner Eröffnung am Heiligabend 1904. Es vereint prachtvolle edwardianische Architektur mit einem erstklassigen Aufführungsort – ein Erlebnis für Theaterliebhaber und alle, die sich für das bauliche Erbe Westaustraliens interessieren.

Zugehöriger Ort:Perth CBD
Zugehöriges Reiseziel:Perth, Australien

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