Spiaggia del Principe: Die Bucht des Aga Khan an der Costa Smeralda
Die Spiaggia del Principe, lokal als Poltu di Li Cogghj bekannt, gilt weithin als schönster Strand der Costa Smeralda. Ihr flaches türkisfarbenes Wasser, feiner weißer Quarzsand und Granitfelsen zogen in den 1960er-Jahren sogar den Aga Khan persönlich an. Der Zugang ist kostenlos, im Sommer wird Parkgebühr erhoben, und der Weg zum Strand ist unbefestigt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Località Romazzino, Comune di Arzachena (SS), Costa Smeralda, Sardinien
- Anfahrt
- Flughafen Olbia Costa Smeralda (OLB), ca. 30 km / 30–33 Min. mit dem Auto
- Zeitbedarf
- Mindestens ein halber Tag; die meisten Besucher bleiben 3–5 Stunden
- Kosten
- Strandzugang kostenlos; im Sommer kostenpflichtiges Parken (Gebühren variieren)
- Am besten für
- Schwimmen, Schnorcheln, Fotografie, Paare, Strandkenner
- Offizielle Website
- www.portodiolbia.it/en/directory/spiaggia-del-principe

Was ist die Spiaggia del Principe?
Die Spiaggia del Principe, auch Fürstenstrand genannt, liegt im Romazzino-Gebiet der Costa Smeralda, zwischen Porto Cervo und Porto Rotondo im Comune di Arzachena. Der Name bedeutet wörtlich Strand des Fürsten und bezieht sich auf den Aga Khan, der diese Bucht in den 1960er-Jahren als seine persönliche Lieblingsbucht auserkor – zu jener Zeit, als er die Verwandlung dieses sardischen Küstenstreifens in eines der exklusivsten Reiseziele Europas vorantrieb.
Der ältere, gallurese Name des Ortes, Poltu di Li Cogghj, soll auf einen Turm zurückgehen, der die Küste einst vor Piratenüberfällen schützte. Bevor Yachten und Luxushotels hier ankamen, war dies eine Arbeitsbucht an einer dünn besiedelten Küste. Diese vormoderne Geschichte verleiht dem Ort eine stille Tiefe, die den manikürten Resorts ringsum schlicht fehlt.
Der Strand liegt innerhalb der weitläufigen Costa Smeralda-Küstenzone, einer Region, die einige der meistfotografierten Küstenabschnitte des Mittelmeers vereint. Unter den Stränden hier belegt die Spiaggia del Principe regelmäßig den Spitzenplatz – nicht wegen Einrichtungen oder Infrastruktur, sondern wegen der schieren Qualität von Wasser und Sand.
Der Strand selbst: Sand, Wasser und Fels
Der Sand der Spiaggia del Principe besteht hauptsächlich aus feinem weißem Sand und verhält sich anders als gröbere Mittelmeerstrände. Er bleibt selbst im Hochsommer verhältnismäßig kühl, verdichtet sich unter den Füßen nicht zu einer harten Kruste und glitzert im direkten Nachmittagslicht leicht. Der Strand ist nicht riesig: Der Hauptsandbogen ist überschaubar und wird auf beiden Seiten von glatten rosa Granitfelsen flankiert, die ins Meer abfallen.
Die Wasserfarbe wechselt je nach Tiefe und Lichteinfall durch eine Abfolge von Blau- und Grüntönen. Nah am Ufer, wo der Meeresgrund aus weißem Sand besteht, erscheint das Wasser in einem hellen Türkis. Weiter draußen vertieft es sich zu einem satten Blau. Die Klarheit ist an ruhigen Tagen außergewöhnlich: Ohne Schnorchelmaske lassen sich Fische beobachten, die in zwei Metern Tiefe über den Sand gleiten.
Die Granitfelsen auf beiden Seiten des Hauptstrandes sind es wert, erkundet zu werden. Die Felsoberfläche ist rau und bis zum späten Vormittag angenehm warm; viele Besucher nutzen die unteren Felsvorsprünge als natürliche Sprungplattformen oder zum Trocknen abseits des Sandes. Die umliegende Macchia mediterranea – das niedrige Gestrüpp aus Rosmarin, Zistrose und Wacholder, das die sardische Küstenlandschaft bedeckt – reicht bis direkt an den Strand heran und gibt der Bucht ein geschlossenes, fast privates Gefühl, selbst wenn es voll ist.
💡 Lokaler Tipp
Im Juli und August solltest du vor 9:30 Uhr ankommen. Der Parkplatz füllt sich schnell, und die besten Plätze am Sand sind rasch vergeben. Der Weg zum Strand ist unbefestigt und etwa 10 Minuten lang – flache Sandalen oder leicht ausziehbare Schuhe sind auf dem steinigen Pfad praktischer als Flip-Flops.
Wie sich der Strand im Tagesverlauf verändert
Der frühe Morgen zeigt diesen Strand von seiner klarsten Seite. Vor 9 Uhr ist der Parkplatz im Sommer noch ruhig, der Weg zum Ufer liegt im Schatten des niedrigen Küstengebüschs, und das Wasser ist oft völlig still. Das Licht fällt flach und seitlich ein, was die Textur des Granits und das Muster des sandigen Meeresbodens scharf hervorhebt. Fotografen wählen dieses Zeitfenster gezielt für die Kombination aus weichem Licht und spiegelglattem Wasser.
Bis zum späten Vormittag füllt sich der Strand stetig. Im Juli und August ist die Dichte am höchsten: Familien und Gruppen aus den umliegenden Resorts treffen zwischen 10 und 12 Uhr in Wellen ein. Das Wasser erwärmt sich in den Flachwasserzonen schnell, der Wind vom Meer setzt typischerweise ab etwa 11 Uhr ein, und der Strand nimmt die lebhafte Energie des mediterranen Hochsommers an. Sonnenschirmmieten – wenn am saisonalen Kiosk verfügbar – sind schnell vergriffen.
Der späte Nachmittag ab etwa 16 Uhr bringt eine zweite, ruhigere Phase, wenn Tagesgäste aufbrechen. Das Licht wird golden und gerichtet, die Menge lichtet sich spürbar, und die Bucht kehrt zu etwas zurück, das ihrem morgendlichen Charakter nahekommt. Die Wassertemperatur erreicht in diesem Zeitfenster ihren Tageshöchststand, was es zur angenehmsten Zeit für ein längeres Bad macht. Im Juni und September ist dieser spätnachmittägliche Slot besonders schön: Der Strand ist selten überfüllt, und das Wasser ist noch warm.
ℹ️ Gut zu wissen
September ist wohl der beste Monat für einen Besuch. Die Wassertemperaturen bleiben durch die Sommerwärme hoch, der August-Andrang hat deutlich nachgelassen, und das Küstenlicht nimmt die warme, goldene Qualität eines frühen mediterranen Herbstes an.
Anreise: Praktische Hinweise
Der Strand ist mit dem Bus nicht direkt erreichbar (die nächste Haltestelle ist Capriccioli, gefolgt von einem langen Fußmarsch). Ein Auto ist für die meisten Besucher praktisch unverzichtbar. Von Porto Cervo aus sind es etwa 9,4 Kilometer, entlang der SP59 und dann der SP160 in Richtung Romazzino. Schilder zur Spiaggia del Principe tauchen auf dem Weg dorthin auf. Der nächste größere Flughafen ist der Olbia Costa Smeralda Airport (IATA: OLB), rund 30 Kilometer entfernt.
Der kostenpflichtige Parkplatz liegt im Landesinneren, etwas vom Strand entfernt. Von dort führt ein unbefestigter Pfad hinunter zum Ufer. Der Weg ist nicht asphaltiert, weist stellenweise unebenes Gelände auf und kann bei trockenem Wetter staubig sein. Für gehfähige Besucher ist er problemlos zu bewältigen, stellt aber für Rollstuhlfahrer, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und alle, die einen Kinderwagen schieben, eine echte Herausforderung dar. Es gibt keine Stufen, aber der Untergrund ist stellenweise locker. Trage festes Schuhwerk statt dünner Sandalen.
Ein Mietwagen ist der übliche Weg, um diesen Teil Sardiniens zu erkunden. Wer mehr über die Fortbewegung auf der Insel erfahren möchte, findet im Reiseführer zur Fortbewegung auf Sardinien alle Optionen im Detail, einschließlich Mietwagenlogistik und dem Fehlen eines Autobahnnetzes auf der Insel.
⚠️ Besser meiden
Im Sommer ist das Parken kostenpflichtig, und an Spitzentagen im Juli und August ist der Parkplatz bis zum späten Vormittag komplett voll. Wer an einem heißen Samstag in der Hochsaison nach 10:30 Uhr ankommt, findet den Parkplatz womöglich belegt und muss warten oder später wiederkommen.
Einrichtungen, Services und was du mitbringen solltest
Die Spiaggia del Principe ist kein durchorganisierter Badeort wie viele andere italienische Küstenziele. Sie behält ihren natürlichen Charakter. In der Saison betreibt ein Kiosk in Strandnähe ein Lebensmittel- und Getränkeangebot, und grundlegende Dienste sind verfügbar. Darüber hinaus ist die Infrastruktur minimal. Es gibt keine Reihen von Liegestühlen und Sonnenschirmen, die den ganzen Strand belegen; ein Großteil des Strandes bleibt frei und unorganisiert.
Das bedeutet praktisch: Bring alles mit, was du für einen vollen Tag brauchst. Dazu gehören Sonnenschutz (der weiße Sand reflektiert stark), ausreichend Wasser, Essen, wenn dir Kiosk-Snacks nicht reichen, und einen Sonnenschirm, wenn du Schatten brauchst. Die Felsen spenden an den Rändern der Bucht früh morgens und am späten Nachmittag natürlichen Schatten, aber der zentrale Sandbereich ist zur Mittagszeit voll der Sonne ausgesetzt.
Schnorcheln lohnt sich entlang der Granitsteine auf beiden Seiten des Strandes. Bringe deine eigene Ausrüstung mit: Es gibt keine Verleihstation vor Ort. Der Meeresgrund nahe den Felsen eignet sich gut zum Schnorcheln. Bei ruhigem, windarmen Wetter ist die Sichtweite gut genug, um selbst mit einer einfachen Maske beeindruckende Einblicke zu bekommen.
Wer den Strandbesuch mit Unterwasserabenteuern jenseits des Schnorchelns verbinden möchte, findet im Schnorchel- und Tauchführer für Sardinien die besten Tauchplätze und Anbieter im Nordosten der Insel.
Die Costa Smeralda: Luxus zum Anfassen
Die Costa Smeralda ist ein privat entwickelter Küstenstreifen, der Anfang der 1960er-Jahre von einem Konsortium unter der Führung von Aga Khan IV. konzipiert wurde. Das Ziel war es, ein Hochklasse-Reiseziel zu schaffen, das die natürliche Landschaft bewahrt und gleichzeitig Luxusinfrastruktur einführt. Die daraus resultierenden Planungsvorschriften waren ungewöhnlich streng: Gebäude mussten die lokale Architektur aufgreifen, Höhen wurden begrenzt, und die Küste selbst blieb weitgehend unbebaut. Die Spiaggia del Principe war die Lieblingsbucht des Aga Khan – daher der Name, der bis heute hängen geblieben ist.
Für heutige Besucher bedeutet das: Dieser Strand befindet sich in einer merkwürdigen Lage – umgeben von einigen der teuersten Immobilien und Yachtliegeplätze des Mittelmeers, ist der Strand selbst kostenlos und öffentlich zugänglich. Das Gefühl von Exklusivität kommt vom Ambiente, nicht von einer Eintrittskasse. An jedem Sommermorgen stehen auf dem Parkplatz zerschrammte Mietwagen neben nagelneuen SUVs – und alle landen auf demselben Strandabschnitt.
Wer den Strandbesuch mit einem Ausflug in die weitere Umgebung kombinieren möchte: Der Hafen von Porto Cervo liegt etwa 9 Kilometer entfernt und ist für einen spätnachmittäglichen Spaziergang mit Yachtblick und völlig anderem Flair durchaus lohnenswert. Der Reiseführer Costa Smeralda gibt ein umfassenderes Bild davon, was die Region jenseits der Strände zu bieten hat.
Für wen dieser Strand geeignet ist – und wer zweimal nachdenken sollte
Die Spiaggia del Principe belohnt Besucher, die ein Stranderlebnis suchen, das von der Qualität der natürlichen Umgebung geprägt ist – nicht von Einrichtungen oder organisierter Unterhaltung. Wer seinen idealen Strandtag mit Liegestuhl, Strandrestaurant und bequemem Parken direkt am Ufer verbindet, wird hier mindestens auf zwei dieser Punkte verzichten müssen.
Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, für alle mit Kinderwagen oder für Reisende, die auf barrierefreie Einrichtungen angewiesen sind, ist dieser Strand keine gute Wahl. Der Weg vom Parkplatz ist das Haupthindernis, und es gibt keine alternative Route. Familien mit kleinen Kindern können den Strand absolut genießen, aber der flache Einstieg ins Wasser und die ruhigen Bedingungen, die ihn so toll zum Schwimmen machen, erfordern erhöhte Aufmerksamkeit in der Nähe der Felsen.
Reisende mit Kindern, die einen Strand mit vollständiger Infrastruktur in der Nähe suchen, könnten die Spiaggia La Pelosa bei Stintino oder die Strände rund um Villasimius praktischer finden – auch wenn keiner davon den besonderen Charakter der Spiaggia del Principe erreicht.
Dieser Strand wird gelegentlich in Superlativen beschrieben, die Erwartungen auf ein unrealistisches Niveau heben. Es ist eine wunderschöne Bucht, eine der besten an einer Küste mit starker Konkurrenz. Aber im Hochsommer im August ist es voll, der Weg füllt sich mit Menschen, und die Parksituation kann nervenaufreibend sein. Das Timing realistisch einzuschätzen ist das Wichtigste, was du tun kannst, um sicherzustellen, dass der Besuch seinem Ruf gerecht wird.
Insider-Tipps
- Das östliche Ende des Strandes, nahe den Granitfelsen, ist flacher und eignet sich besser für Kinder oder unsichere Schwimmer. Die westlichen Felsen ziehen Schnorchler an und sind an belebten Tagen etwas weniger überfüllt.
- Wenn der Hauptparkplatz voll ist, parke nicht auf dem Seitenstreifen: Im Sommer wird aktiv kontrolliert und Bußgelder werden ausgestellt. Komm lieber am frühen Nachmittag zurück, wenn abreisende Besucher Plätze freigeben.
- Nimm eine kleine Dry Bag für Handy und Wertsachen mit. Es gibt keine sichere Aufbewahrung vor Ort, und unbeaufsichtigte Sachen beim Schwimmen sind immer ein Risiko.
- Das Romazzino Hotel liegt in der Nähe dieser Bucht. Ein Besuch unter der Woche statt am Wochenende macht in der Hochsaison einen spürbaren Unterschied beim Andrang.
- Der Rückweg zum Parkplatz am frühen Abend, wenn die Sonne tief steht, ist deutlich angenehmer als der Abstieg zur Mittagszeit. Wer länger bleibt, sollte eine leichte Schicht einpacken: Die Küstenbrise frischt nach Sonnenuntergang merklich auf.
Für wen ist Spiaggia del Principe geeignet?
- Strandpuristen, denen Wasserqualität und Naturkulisse wichtiger sind als Infrastruktur
- Paare auf der Suche nach einer der schönsten Buchten der Costa Smeralda
- Schnorchler, die klares Wasser und gut erreichbare Granitfelsen suchen
- Fotografen, die das Frühmorgen- oder Spätnachmittagslicht auf türkisfarbenem Wasser einfangen wollen
- Reisende an der Costa Smeralda, die den schönsten kostenlosen Strand der Küste erleben möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Costa Smeralda:
- Porto Cervo Marina
Die Marina di Porto Cervo ist das Herzstück der Costa Smeralda – eine Anlage mit 700 Liegeplätzen, die Superyachten bis zu rund 120 Meter Länge aufnehmen kann. Auch wer nicht per Schiff anreist, erlebt hier mit der Uferpromenade, Designerboutiquen und einer beeindruckenden Parade außergewöhnlicher Yachten eines der faszinierendsten Schauspiele im Mittelmeer.
- Spiaggia di Capriccioli
Die Spiaggia di Capriccioli ist eine Gruppe von vier kleinen Stränden rund um ein Granitvorgebirge an Sardiniens Costa Smeralda. Weniger überlaufen als das nahe gelegene Liscia Ruja und leichter erreichbar als die versteckten Buchten weiter südlich, bietet sie eine gelungene Balance aus Naturschönheit und Alltagstauglichkeit, die kaum ein anderer Strand in dieser Gegend erreicht.