Porto Giunco Beach, Villasimius: Flamingos, türkisblaues Wasser und ein spanischer Wachturm
Porto Giunco ist ein rund 2 Kilometer langer Strand aus feinem weißen Sand an der Südostspitze Sardiniens – auf einer Seite eine Flamingo-Lagune, auf der anderen das Meeresschutzgebiet Capo Carbonara. Die ungewöhnliche Naturkulisse kombiniert mit der guten Erreichbarkeit von Cagliari aus macht ihn zu einem der lohnendsten Strandtage im Süden der Insel.
Fakten im Überblick
- Lage
- Località Giunco – Stagno di Notteri, 09049 Villasimius (SU), Sardinien
- Anfahrt
- ARST-Bus 101 von Cagliari nach Villasimius (ca. 1,5 Std., etwa 5–6 € einfach), dann lokaler Shuttle zum Strand (ca. 2 € einfach). Mit dem Auto: SS125 Richtung Villasimius, dann den Schildern südlich am Notteri-Teich vorbei folgen. Nächster Flughafen: Cagliari Elmas (CAG), ca. 50 km / etwa 1 Stunde Fahrt.
- Zeitbedarf
- Mindestens ein halber Tag; realistischer ist ein ganzer Tag, wenn du zum Turm wandern oder in verschiedenen Buchten schnorcheln möchtest
- Kosten
- Strandzugang kostenlos. Parkplatz ca. 5 €/Tag (Kapazität ca. 800 Autos). Liegen- und Sonnenschirmverleih über den Strandclub verfügbar (aktuelle Preise vor Ort erfragen).
- Am besten für
- Familien, Schnorchler, Naturliebhaber, Fotografen auf der Suche nach Flamingo-Sichtungen
- Offizielle Website
- www.sardegnaturismo.it/en/explore/porto-giunco

Was Porto Giunco wirklich ist
Der Strand Porto Giunco, auf Italienisch Spiaggia di Porto Giunco oder Spiaggia del Giunco o Notteri, ist ein öffentlicher Strand an der äußersten Südostküste Sardiniens, zur Gemeinde Villasimius gehörend. Er liegt innerhalb des Meeresschutzgebiets Capo Carbonara – eine Auszeichnung, die das Wasser ungewöhnlich klar hält und den Meeresgrund weitgehend vor Ankerung und Bebauungsdruck schützt.
Der Strand selbst ist etwa 2 Kilometer lang und bildet einen sanften Bogen aus feinem weiß-cremefarbenen Sand. Was ihn von anderen langen Stränden Sardiniens abhebt, ist seine doppelte Landschaft: im Süden das offene Meer in Tönen von hellem Türkis und tiefem Kobalt, im Norden der Stagno di Notteri, eine flache Brackwasserlagune, in der regelmäßig Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus), Graureiher und verschiedene Watvögel zu sehen sind. Dieser Kontrast – Sand und Meer auf einer Seite, ein geschütztes Feuchtgebiet auf der anderen – ist im gesamten Mittelmeerraum selten.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Strand ist öffentlich und jederzeit kostenlos zugänglich. Es gibt weder Eingangsschranken noch Tickets. Der kostenpflichtige Parkplatz in Strandnähe kostet im Sommer ca. 5 € pro Tag und fasst rund 800 Fahrzeuge.
Wie es sich anfühlt, dort zu sein: Tageszeit und Andrang
Wer im Juli oder August vor 9 Uhr ankommt, hat den Weg durch den Eukalyptushain oft ganz für sich. Der Eukalyptusduft in der Morgenluft, vermischt mit dem Salz einer leichten Meeresbrise, ist eines dieser Details, das im Gedächtnis bleibt. Der Sand ist zu dieser Stunde noch kühl unter den Füßen, und das Wasser – in der Hochsaison oft um die 24–26 °C – wirkt erfrischend statt lau. Die Flamingos in der Lagune sind am frühen Morgen besonders aktiv und gut zu sehen, wenn sie in den flachen Randbereichen des Stagno di Notteri fressen.
Ab etwa 10:30 Uhr in der Hauptsaison (Ende Juni bis August) füllt sich der Strand stetig. An einem Samstagmittag im August ist das zentrale Mittelstück dicht belegt mit Liegen und Sonnenschirmen – sowohl vom Strandclub (stabilimento) als auch von Tagesbesuchern. Der Parkplatz ist an belebten Wochenenden schon am späten Vormittag voll, und auf der Zufahrtsstraße kann es zu Staus kommen. Wer mit dem Auto kommt, umgeht das meiste davon, wenn er spätestens um 8:30 Uhr oder erst nach 17 Uhr ankommt.
Am späten Nachmittag verwandelt sich der Ort. Wenn die Sonne sich dem Westen neigt, nimmt das Wasser ein satteres, tieferes Türkis an. Familien mit kleinen Kindern beginnen ihre Sachen zu packen, und nach 17 Uhr wird es merklich leerer. Die Stunde vor Sonnenuntergang ist ausgesprochen fotogen: Der spanische Wachturm aus dem 16. Jahrhundert auf dem Vorgebirge leuchtet in orangefarbenem Licht, und die Lagunenoberfläche spiegelt den Himmel wider. Sind die Flamingos anwesend, ist das der ideale Moment für ein Foto.
⚠️ Besser meiden
Im Juli und August ist der Parkplatz an Wochenenden oft schon um 9:30 Uhr voll. Wer spät ankommt und keinen Parkplatz findet, muss einen langen Weg auf einer ungeschützten Straße zu Fuß zurücklegen. Plane entsprechend voraus oder nutze den Saisonshuttle vom Ortszentrum Villasimius.
Die Lagune und die Flamingos
Der Stagno di Notteri ist eine Küstenlagune, die durch den Sandstreifen des Strandes vom Meer getrennt wird. Es handelt sich um einen geschützten Naturlebensraum, der das ganze Jahr über von Rosaflamingos bewohnt wird – auch wenn Anzahl und Sichtbarkeit je nach Saison variieren. Im Herbst und Winter sind die Vögel typischerweise zahlreicher, wenn Zugvögel zu den ansässigen Populationen stoßen, aber Sichtungen gibt es das ganze Jahr. Du musst nicht weit wandern, um sie zu finden: Vom Strandweg oder vom Rand des Parkplatzes aus siehst du oft schon die rosafarbenen Gestalten, die auf der Lagunen-Seite der Straße im flachen Wasser waten.
Überklettere keine Zäune und nähre dich dem Lagunenrand nicht zu Fuß. Das Gebiet ist ökologisch sensibel, und die Störung der Vögel ist sowohl schädlich als auch nach den Vorschriften des Meeresschutzgebiets verboten. Ferngläser oder ein Teleobjektiv sind hier das richtige Werkzeug. Die Beobachtung erfordert Geduld statt Nähe.
Porto Giunco ist einer der zugänglichsten Orte in Südsardinien, um einen Strandtag mit echter Tierbeobachtung zu verbinden. Wer mehr über Sardiniens geschützte Küstenfeuchtgebiete und ihre Vogelwelt erfahren möchte, findet im Parco Molentargius Saline bei Cagliari einen weiteren bedeutenden Flamingo-Lebensraum, der einen Besuch wert ist.
Die Torre di Porto Giunco: Geschichte über dem Strand
Auf dem Vorgebirge am südlichen Ende des Strandes, rund 40 Meter über dem Meeresspiegel, steht die Torre di Porto Giunco. Es handelt sich um einen Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der unter spanischer Herrschaft errichtet wurde – Teil eines Küstenverteidigungsnetzes, das die habsburgischen Verwalter Sardiniens aufbauten, um nordafrikanische Piratenaktivitäten entlang der Küste zu überwachen. Türme wie dieser waren so angeordnet, dass jeder seinen Nachbarn sehen konnte, sodass Feuer- und Rauchsignale Warnungen schnell entlang der Küste weitergeben konnten.
Der Turm ist zu Fuß über einen Pfad vom Strand aus erreichbar. Der Aufstieg ist moderat und dauert bei gemächlichem Tempo etwa 20 bis 30 Minuten. Die Aussicht von oben umfasst den gesamten Strand von Porto Giunco, die Lagune Notteri, das offene Meer Richtung Capo Carbonara und an klaren Tagen die Umrisse der vorgelagerten Insel Serpentara. Der Aufstieg lohnt sich am frühen Morgen oder späten Nachmittag; zur Mittagszeit im Sommer bietet der exponierte Pfad keinerlei Schatten, und die Hitze macht den Aufstieg zur Qual.
💡 Lokaler Tipp
Trage festes Schuhwerk mit guter Sohle für den Turmweg. Das letzte Stück führt über unebenes Felsgelände – Flip-Flops oder Sandalen ohne Knöchelstütze sind rutschig und anstrengend.
Schwimmen, Schnorcheln und das Meeresschutzgebiet
Der Hauptstrand hat einen langen, flachen Sandeingang, der sich allmählich vertieft. Das macht ihn besonders geeignet für Kinder und weniger geübte Schwimmer. Das Wasser ist an den meisten Tagen ruhig, da die Ausrichtung der Bucht natürlichen Schutz vor den vorherrschenden Winden bietet – allerdings kann der Mistral aus Nordwesten gelegentlich am offenen Ende der Bucht für etwas unruhigere Bedingungen sorgen.
Schnorchler finden an den Felsvorsprüngen, die den Hauptstrand flankieren, mehr zu entdecken – insbesondere rund um das Capo-Carbonara-Vorgebirge, wo der Status als Meeresschutzgebiet für spürbar dichtere Fischpopulationen als in ungeschützten Gewässern sorgt. Im vorgelagerten Wasser wachsen Posidonia-oceanica-Seegraswiesen, die als wichtiger Wasserqualitätsindikator gelten und eine große Vielfalt an Meereslebewesen beherbergen. Wer tiefer und weiter erkunden möchte, findet im Schnorchel- und Tauchführer für Sardinien die besten Spots der ganzen Insel sowie eine Erklärung der Genehmigungsregeln innerhalb der Meeresschutzgebiete.
Die kleinere Bucht Cala Porto Giunco, versteckt auf der Ostseite des Vorgebirges, bietet eine geschütztere und felsigere Umgebung. Um dorthin zu gelangen, muss man über Felsen klettern – für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist das nicht möglich. Das Wasser ist dort typischerweise ruhiger und sehr klar, aber es gibt keinerlei Einrichtungen.
Anreise und praktische Hinweise
Der direkteste Weg von Cagliari aus führt mit dem Auto über die Staatsstraße SS125. Bei wenig Verkehr dauert die Fahrt etwa eine Stunde. Das letzte Stück von Villasimius zum Strand folgt einer gut ausgeschilderten Straße am nördlichen Rand der Lagune Notteri entlang. Der Parkplatz kostet ca. 5 € pro Tag und fasst rund 800 Fahrzeuge – das klingt großzügig, aber an Spitzenwochenenden im Sommer ist er oft schon vor dem späten Vormittag voll.
Ohne Auto nimm den ARST-Bus 101 vom Hauptbusterminal in Cagliari nach Villasimius (ca. 1,5 Stunden, etwa 5–6 € einfach). Vom Ortszentrum Villasimius ist der Strand 3 bis 4 Kilometer entfernt. Ein saisonaler Shuttle verbindet den Ort mit dem Strandbereich für ca. 2 € einfach oder 5 € für eine Tageskarte und fährt in den Sommermonaten ungefähr stündlich (aktuelle Fahrpläne vor Ort oder im Touristenbüro in Villasimius erfragen, da sich die Zeiten saisonabhängig ändern). Die 3–4 km auf der Straße zu Fuß zurückzulegen ist möglich, aber ungeschützt und größtenteils ohne Bürgersteig. Wer die autofreie Reise durch Sardinien breiter planen möchte, findet im Reiseführer zur Fortbewegung auf Sardinien nützliche Details zum regionalen Busnetz.
Barrierefreiheit: Der Fußweg vom Parkplatz zum Strand führt durch niedrige Macchia und Eukalyptusbäume. Regionale Quellen bestätigen keine rollstuhlgerechten oder stufenfreien Wege bis ans Wasser. Der Strandbereich selbst ist flach, sobald man ihn erreicht hat, aber der Zugangsweg ist möglicherweise nicht für Rollstühle oder Kinderwagen mit begrenzter Bodenfreiheit geeignet. Der Turmweg und die Cala Porto Giunco sind für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht zugänglich.
Wann man hinfahren sollte – und wer es sich überlegen sollte
Porto Giunco ist Ende Mai, im Juni und im September am schönsten. Das Wasser ist warm genug zum angenehmen Schwimmen (das Meer vor Südsardinien ist in der Regel von Mai bis Oktober badegerecht), der Sand ist nicht überfüllt, und das Licht für Fotografen ist ohne die grelle Mittagssonne der Hochsaison deutlich besser. Der Reiseführer: Sardinien im September macht einen überzeugenden Fall für diesen Schultermonat – und Porto Giunco gehört zu den Orten, die von den ruhigeren Bedingungen am meisten profitieren.
Juli und August sind machbar, aber man muss die Kompromisse akzeptieren: erheblicher Andrang, ein Parkplatz, der früh voll ist, und ein Strand, der seinen weitläufigen Charakter bis 11 Uhr verliert. Wer mit kleinen Kindern reist, die flaches Wasser brauchen und belebte Strandumgebungen gut vertragen, kommt auch in der Hochsaison auf seine Kosten – der flache Einstieg ins Meer macht das Baden für Familien sicher.
Reisende, die überfüllte Strände frustrierend finden, eine ruhigere oder abgelegenere Erfahrung suchen oder auf Einsamkeit am Wasser hoffen, sollten entweder in der Nebensaison kommen oder weniger zugängliche Küstenabschnitte Sardiniens in Betracht ziehen. Porto Giunco ist bekannt und leicht erreichbar – und in der Hochsaison spiegeln sich diese Tatsachen in der Anzahl der Menschen wider, die dort sind. Wer das nicht akzeptieren kann, sollte Erwartungen oder Reisezeitpunkt entsprechend anpassen.
Wer mehr über die weitere Umgebung von Villasimius und lohnende Ausflugsziele in der Nähe erfahren möchte, findet alles im Reiseführer Villasimius und Costa Rei.
Insider-Tipps
- Wenn du früh genug ankommst, parke am Straßenrand beim Aussichtspunkt an der Lagune, noch vor dem kostenpflichtigen Hauptparkplatz. Du hast sofort einen freien Blick auf die Flamingos, sparst die 5 € Parkgebühr, und der Weg zum Strand ist kurz. An belebten Morgen machen das viele Einheimische so.
- Der Eukalyptuswald-Pfad zum Strand bietet den einzigen verlässlichen Schatten des ganzen Tages. Wenn du mit kleinen Kindern oder sonnenempfindlichen Personen unterwegs bist, plane die Wege zum und vom Strand durch den Hain statt über den offenen Sand.
- Bring deine eigene Schnorchelausrüstung mit. Am Strandclub gibt es zwar Verleih, aber an Spitzentagen ist die Auswahl oft begrenzt oder die Ausrüstung bereits vergriffen. Die besten Schnorchelstellen mit dem meisten Fisch findest du an den Felsvorsprüngen am Nord- und Südende der Bucht, nicht im zentralen Sandbereich.
- Den Aufstieg zum Turm am besten für die letzten 90 Minuten vor Sonnenuntergang aufheben. Das Licht ist dann ideal für Fotos, die Hitze deutlich erträglicher, und da die meisten Besucher zu dieser Zeit den Strand verlassen, hast du den Weg für dich.
- Wenn der Hauptparkplatz voll ist, gibt es im Ortszentrum von Villasimius Parkmöglichkeiten, von wo der Shuttle zum Strand fährt. Versuche auf keinen Fall, große Fahrzeuge auf der engen Zufahrtsstraße zum Strand in der Stoßzeit zu wenden – der Platz zum Rangieren ist sehr begrenzt.
Für wen ist Porto Giunco Beach (Villasimius) geeignet?
- Familien mit Kleinkindern: der lange, flache Sandeingang macht das Baden sicher und angenehm für die Kleinen
- Tierbeobachter: die Flamingo-Kolonie im Stagno di Notteri gehört zu den zugänglichsten in Südsardinien
- Schnorchler: der Status als Meeresschutzgebiet sorgt für spürbar artenreicheres Unterwasserleben an den Felsbereichen der Bucht
- Fotografen: ein spanischer Wachturm, rosa Flamingos und türkisblaues Wasser in einem Bild – dieses Motiv ist selten
- Tagesausflügler aus Cagliari: 52 km Entfernung und eine direkte Busverbindung machen diesen Ausflug auch ohne Mietwagen gut machbar
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Villasimius & Costa Rei:
- Spiaggia di Costa Rei
Die Spiaggia di Costa Rei ist ein weitgeschwungener Bogen aus feinem weißen Sand an Sardiniens Südostküste – rund 8 bis 10 Kilometer lang, mitten in der Küstensiedlung Costa Rei, einem Ortsteil der Gemeinde Muravera. Das Wasser ist flach, klar und ruhig, was diesen Strand zu einem der familienfreundlichsten der ganzen Insel macht. Anders als die stark vermarkteten Nordküsten belohnt dieser Abschnitt all jene, die die einstündige Fahrt von Cagliari auf sich nehmen, mit Platz, Ruhe und beeindruckenden Weitsichten.
- Spiaggia di Simius (Villasimius)
Die Spiaggia di Simius liegt unmittelbar südöstlich von Villasimius in Sardiniens sonnenverbranntem Südosten – ein über einen Kilometer langer Streifen aus feinem weißen Sand, der sich entlang flachem türkisfarbenem Wasser erstreckt. Der Strand ist kostenlos zugänglich und das ganze Jahr über geöffnet. Wer den Massen aus dem Weg geht, erlebt hier einige der klarsten Bademöglichkeiten des gesamten Mittelmeers.
- Spiaggia di Punta Molentis
Punta Molentis ist ein kleiner, halbwilder Strand im Meeresschutzgebiet Capo Carbonara bei Villasimius. Umgeben von Wacholdergebüsch und den Überresten eines alten Granitbruchs zieht er Besucher an, die klares Wasser ohne Hotelkomplex-Infrastruktur suchen. Der Haken: Der Zugang ist durch ein tägliches Kontingent begrenzt, Parkplätze lassen sich im Voraus buchen, und das letzte Stück geht zu Fuß auf einem Schotterweg.