Faro de Moncloa: Madrids unterschätzter Aussichtsturm
92 Meter über dem Straßenniveau bietet die Aussichtsplattform des Faro de Moncloa einen 360-Grad-Panoramablick über Madrid – schon ab 4 €. Der schlanke 110 Meter hohe Turm wurde 1992 gebaut und gehört zu den günstigsten und am wenigsten überlaufenen Aussichtspunkten der Stadt.
Fakten im Überblick
- Lage
- Avenida de la Memoria, 2, Ciudad Universitaria, Moncloa-Aravaca, Madrid
- Anfahrt
- Metro: Moncloa (Linien 3 & 6), kurzer Fußweg
- Zeitbedarf
- 30–45 Minuten (max. 30 Min. auf der Plattform pro Zeitfenster)
- Kosten
- Normal 4 € / Ermäßigt 2 € / Stark ermäßigt 1 €
- Am besten für
- Sparreisende, Stadtfotografie, Familien, Stadtorientierung
- Offizielle Website
- www.esmadrid.com/en/tourist-information/faro-de-moncloa

Was ist der Faro de Moncloa?
Der Faro de Moncloa ist ein 92 Meter hoher Übertragungs- und Aussichtsturm im Stadtviertel Ciudad Universitaria im Madrider Bezirk Moncloa-Aravaca. Die Aussichtsplattform befindet sich auf etwa 92 Metern Höhe und ist rundum von raumhohen Glasscheiben umgeben. Der Turm wurde vom Architekten Salvador Pérez Arroyo entworfen und 1992 fertiggestellt – anlässlich Madrids Auszeichnung als Europäische Kulturhauptstadt in jenem Jahr. Seine Silhouette ist klar und funktional: ein schlanker Betonschaft, gekrönt von dem verglasten Aussichtsring, darüber eine Sendeantenne.
Trotz seiner Höhe und des wirklich beeindruckenden Panoramas zieht der Faro de Moncloa nur einen Bruchteil der Besucher an, die sich für die Dachbar-Aussichtspunkte in der Innenstadt anstellen. Wer sich ein klares Bild davon machen will, wie Madrid aufgebaut ist, findet hier einen der effizientesten – und günstigsten – Wege dazu.
ℹ️ Gut zu wissen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 09:30–20:00 Uhr (letzter Einlass 19:30 Uhr). Montags geschlossen, mit Ausnahmen an bestimmten Feiertagen. Bei schlechtem Wetter bleibt die Plattform geschlossen – vorher kurz die Wetterlage checken.
Die Aussicht: Was du wirklich siehst
Von der Aussichtsplattform aus erstreckt sich Madrid in alle Richtungen ohne jede Sichtbehinderung. Im Süden und Osten tritt das dichte Straßennetz der Innenstadt klar hervor: Man kann die Achse der Gran Vía verfolgen, die Kuppel der Almudena-Kathedrale ausmachen und an klaren Tagen die Hochhäuser des Geschäftsviertels Cuatro Torres im Norden erkennen. Die Sierra de Guadarrama bildet einen langen Gebirgszug am nordwestlichen Horizont, der im Herbst und Winter schneebedeckt ist – und es ist beeindruckend zu sehen, wie nah diese Gipfel der Stadt tatsächlich sind.
Nach Westen und Nordwesten wechselt der Blick ins Grüne: Die Casa de Campo, Madrids größter Park, füllt weite Teile des Mittelgrunds, und man kann dem silbernen Band des Manzanares folgen, der sich nach Süden schlängelt. Der Palacio Real und der lange grüne Korridor des Campo del Moro sind direkt unterhalb und im Südwesten sichtbar – eine Vogelperspektive, die ihre wahre Größe erst richtig begreifbar macht.
Die Glasscheiben sind sauber genug für Fotos, wenngleich bei direkter Sonneneinstrahlung leichte Reflexionen unvermeidbar sind. Ein Polfilter hilft. Die Plattform ist schmal und kann sich eng anfühlen, wenn mehr als ein Dutzend Menschen gleichzeitig oben sind – das Zeitfensterprinzip sorgt aber dafür, dass es nie wirklich unangenehm voll wird.
Um die Sehenswürdigkeiten, die man von der Plattform aus erkennen kann, besser einzuordnen, bietet der Guide zu den besten Aussichtspunkten in Madrid einen Vergleich des Faros mit anderen Aussichtspunkten der Stadt.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Ab 50 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Wie sich das Erlebnis je nach Tageszeit verändert
Morgens – vor allem unter der Woche – ist es ruhig. Wer um 09:30 Uhr zur Öffnung kommt, hat die Glasscheiben oft fast für sich allein. Das Licht kommt zu dieser Zeit aus dem Osten, was bedeutet: Die Blicke nach Westen in Richtung Casa de Campo und Berge sind fotografisch eher flach, während die Innenstadt von hinten beleuchtet wird – ein gleichmäßiger, klarer Look.
Der späte Nachmittag ist wohl die beste Zeit für Fotos. Ab etwa 17:00 Uhr trifft die tief stehende Abendsonne die Kalkstein- und Granitfassaden der Stadt in einem Winkel, der sie golden leuchten lässt. Die Sierra de Guadarrama zeichnet sich als Silhouette gegen den Himmel im Nordwesten ab, und das Licht über dem Manzanares-Tal wirkt fast kinoreif. Zu dieser Zeit kommen auch etwas mehr Besucher – wer Ruhe bevorzugt, sollte am Wochenende vor 17:00 Uhr ankommen.
Der Turm schließt um 20:00 Uhr – im Sommer liegt das weit vor Sonnenuntergang (in Madrid geht die Sonne im Juni und Juli erst nach 21:30 Uhr unter). Dämmerungs- oder Nachtpanoramen sind hier nicht möglich. Wer einen nächtlichen Blick über Madrid sucht, muss woanders hingehen. Im Herbst und Winter hingegen liegt die Schließzeit deutlich näher an der goldenen Stunde – Oktober bis Februar ist daher die fotografisch lohnendste Jahreszeit.
💡 Lokaler Tipp
Die Plattform hat keine bevorzugte Himmelsrichtung, aber die Nordwestseite – mit Blick auf die Sierra de Guadarrama – lohnt besonders an klaren Wintermorgen, wenn die Gipfel unter Schnee liegen. Ein Fernglas ist eine gute Idee.
Anfahrt und praktische Infos
Am einfachsten kommt man mit der Metro-Linie 3 (gelb) oder Linie 6 (Kreislinie) bis zur Station Moncloa, von der aus es nur ein kurzer Fußweg zum Turm ist. Den Ausgang Richtung Intercambiador de Moncloa (das große Verkehrsknotenpunktgebäude) nehmen, dann nördlich und leicht westlich durch den Universitätscampus laufen. Der Turm ist aus der Entfernung sichtbar und gut zu orientieren.
Zahlreiche EMT-Buslinien bedienen den Intercambiador Moncloa. Wer sich bereits im Viertel Moncloa-Argüelles aufhält, kann den Turm vom Parque del Oeste aus bequem zu Fuß erreichen – ein angenehmer 10-minütiger Spaziergang durch Grünanlagen.
Das umliegende Viertel Moncloa-Argüelles ist es wert, vor oder nach dem Besuch erkundet zu werden. Der Parque del Oeste und der ägyptische Templo de Debod liegen beide bequem zu Fuß erreichbar in der Nähe.
Tickets werden vor Ort für bestimmte Zeitfenster verkauft; sie sind auch online über die offizielle Madrid-Tourismusseite erhältlich. Ein paar Minuten vor dem gewünschten Zeitfenster da sein. Mit 4 € für das normale Ticket – oder 2 € für Besucher zwischen 7 und 14 Jahren, über 65-Jährige, Arbeitslose und Menschen mit Behinderung (plus Begleitperson) – ist dies einer der günstigsten Panoramapunkte in einer europäischen Hauptstadt. Kinder unter 6 Jahren zahlen 1 €.
Zur Barrierefreiheit: Der Eingang verfügt über eine Rampe mit Handlauf. Aus Sicherheitsgründen ist auf der Aussichtsplattform jeweils nur ein Rollstuhl gleichzeitig erlaubt.
Geschichte und architektonischer Kontext
Der Faro de Moncloa wurde eigens für Madrids Jahr als Kulturhauptstadt 1992 gebaut. Er war eine von mehreren Investitionen in die Infrastruktur der Stadt: ein funktionaler Sendeturm mit einer öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, entworfen von Salvador Pérez Arroyo in einem Stil, der strukturelle Ehrlichkeit über Ornament stellt.
Nach einer langen Schließung wurde der Turm im April 2015 nach einer Renovierung wiedereröffnet, die ihn auf den aktuellen Stand brachte. Die jahrelange Schließung erklärt, warum viele langjährige Madrider noch nie oben waren – und warum er selbst unter Einheimischen kaum bekannt ist.
Der Turm steht in der Ciudad Universitaria, dem Universitätsviertel, das während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–39) fast vollständig zerstört wurde, als es zur Frontlinie in der Schlacht um Madrid wurde. Der Campus wurde ab den 1940er Jahren wieder aufgebaut, und das Raster der Fakultätsgebäude, das man von der Plattform aus sieht, stammt größtenteils aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Diese Geschichte liegt still unter dem, was heute wie ein gewöhnlicher moderner Campus wirkt.
Wer sich für Architekturgeschichte interessiert, findet im umfassenden Architekturführer Madrid einen Überblick über die Bauepochen der Stadt – von der Habsburger Zeit bis heute.
Für wen lohnt sich dieser Aussichtspunkt – und für wen nicht
Der Faro de Moncloa eignet sich für Besucher, die einen klaren, erhöhten Überblick über die Stadt wollen – ohne Dachbar-Preise zu zahlen oder sich durch Selfie-Massen zu drängen. Besonders gut ist er für alle, die zum ersten Mal in Madrid sind und die Stadtgeografie verstehen wollen, bevor sie die Straßen erkunden. Familien mit Kindern werden den Preis kaum schlagen können, und das 30-Minuten-System hält den Besuch angenehm fokussiert.
Fotografen, die Architektur oder Landschaften aufnehmen, werden die unverstellten Sichtachsen und den Bergpanorama-Hintergrund schätzen – die Glasscheiben erfordern aber etwas Sorgfalt, um Reflexionen zu vermeiden. Die Plattform ist nicht groß, und das Zeitfensterprinzip bedeutet, dass man nicht über die 30 Minuten hinaus bleiben kann, wenn andere warten.
Besucher, denen es in erster Linie um den nächtlichen Blick auf die Altstadt geht, sollten wissen: Das kann dieser Turm nicht bieten. Die Schließzeit um 20:00 Uhr und die Entfernung zur Madrider Innenstadt machen den Faro eher zu einer Ergänzung für einen Moncloa-Nachmittag als zu einem eigenständigen Abendziel. Wer unbedingt das dramatische Dämmerungspanorama will, ist auf der Dachterrasse des Círculo de Bellas Artes in der Innenstadt besser aufgehoben.
Für einen umfassenderen Überblick darüber, was es im Viertel und in der ganzen Stadt zu erleben gibt, sortiert der Guide zu Aktivitäten in Madrid die Möglichkeiten nach Viertel und Interessen.
Insider-Tipps
- Die Kapazität pro Zeitfenster ist begrenzt, sodass beliebte Wochenend-Mittage schnell ausgebucht sein können. An Wochentagen zwischen 10:00 und 12:00 Uhr gibt es an der Tageskasse fast immer sofort Tickets.
- Der Turm schließt bei schlechtem Wetter ohne Vorwarnung – und Madrid wird im Frühling und Herbst schnell von Gewitterstürmen überrascht. Schau vorher kurz auf den Himmel, bevor du extra aus der Innenstadt anreist.
- Kombiniere den Besuch mit dem Templo de Debod (15 Minuten zu Fuß nach Süden) für einen entspannten Nachmittag in Moncloa – beide Attraktionen zusammen kosten deutlich unter 10 €.
- Die klarsten Bergblicke gibt es zwischen November und März, wenn die Gipfel der Sierra de Guadarrama schneebedeckt sind und die Luft trockener ist. Im Sommer kann Dunst die Sicht erheblich einschränken.
- Das 30-Minuten-Limit wird bei Bedarf durchgesetzt, aber an ruhigen Wochentagen morgens sind die Mitarbeitenden erfahrungsgemäß etwas flexibler. Darauf verlassen sollte man sich nicht – wer früh kommt, hat die Plattform aber oft fast für sich allein.
Für wen ist Faro de Moncloa geeignet?
- Erstbesucher, die sich vor dem Erkunden einen Überblick über die Stadt verschaffen wollen
- Sparreisende: einer der günstigsten Panoramapunkte Madrids mit Eintritt
- Familien mit Kindern bis 6 Jahre, die nur 1 € zahlen
- Landschafts- und Architekturfotografen mit Blick auf die Sierra de Guadarrama
- Alle, die einen Morgen in Moncloa-Argüelles mit dem Parque del Oeste oder dem Templo de Debod verbinden
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Moncloa & Argüelles:
- Casa de Campo
Einst königliches Jagdrevier der spanischen Könige, ist die Casa de Campo heute Madrids größter öffentlicher Park mit 1.535,52 Hektar westlich des Königspalastes. Der Eintritt ist das ganze Jahr über frei – dich erwarten ein See, Waldwege, eine Seilbahn und zwei Familienattraktionen, alles in Reichweite der Innenstadt.
- Ermita de San Antonio de la Florida
Eine kleine neoklassizistische Einsiedelei am Manzanares beherbergt einen der bemerkenswertesten Freskenzyklen Spaniens – 1798 von Francisco de Goya gemalt. Der Eintritt ist frei, es ist selten voll, und der Maler selbst liegt unter der Kuppel begraben, die er einst ausgemalt hat.
- Madrid Río
Madrid Río ist ein rund 150 Hektar großer Landschaftspark, der sich etwa 7 Kilometer entlang des Manzanares erstreckt – gebaut auf der unterirdisch verlegten Stadtautobahn M-30. Der Eintritt ist frei, der Park rund um die Uhr geöffnet. Radwege, Spielplätze, Flusspromenaden und ein direkter Blick auf den Königspalast – alles fußläufig vom Madrider Zentrum.
- Museo Cerralbo
Das Museo Cerralbo ist eine Seltenheit: ein aristokratischer Palast aus dem 19. Jahrhundert, der fast genauso erhalten geblieben ist, wie sein Besitzer ihn hinterlassen hat – mit über 50.000 Objekten, darunter Gemälde, Rüstungen, Keramiken und vergoldete Ballsäle. Im Madrider Stadtteil Argüelles nahe der Plaza de España gelegen, bietet es einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in das aristokratische Madrid – zu einem Bruchteil des Eintrittspreises der großen Stadtmuseen.