Lokrum Totes Meer (Mrtvo More): Der Salzwassersee, für den sich die Fährfahrt lohnt
Mrtvo More – auf Deutsch „Totes Meer” – ist ein kleiner natürlicher Salzwassersee im südlichen Innenbereich der Insel Lokrum, nur 600 Meter vor der Küste Dubrovniks. Er wird durch unterseeische Spalten mit dem Adriatischen Meer gespeist, erreicht eine Tiefe von 10 Metern und bietet ruhiges, warmes Schwimmen in einer beeindruckenden Felslandschaft – weit weg vom Trubel der Strände auf dem Festland.
Fakten im Überblick
- Lage
- Südlicher Teil der Insel Lokrum, 600 m vom Hafen der Altstadt Dubrovnik
- Anfahrt
- Saisonfähre vom Altstadthafen Dubrovnik (Alter Hafen/Ploče); ca. 10 Min. Überfahrt
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden (inkl. Inselrundgang)
- Kosten
- Eintritt Insel Lokrum ca. 27 €/Person (inkl. Fähre); der See ist nach dem Betreten der Insel frei zugänglich
- Am besten für
- Schwimmer, Familien, Naturliebhaber und alle, die dem Hitze-Chaos der Altstadt entfliehen wollen

Was genau ist das Lokrumer Tote Meer?
Mrtvo More bedeutet wörtlich „Totes Meer”, doch der Name ist eher poetisch als beschreibend. Dieser kleine Salzwassersee liegt im felsigen Inneren der Insel Lokrum und ist mit der offenen Adria nicht durch einen sichtbaren Kanal verbunden, sondern durch ein Netz aus unterseeischen Höhlen und geologischen Spalten im Kalkstein. Der See entstand, als eine uralte Kaverne einstürzte und ein geschütztes Becken von etwa 10 Metern Tiefe hinterließ. Das Ergebnis: Meerwasser, das ruhiger, oft wärmer und deutlich geschützter ist als alles, was du an der exponierten Küstenlinie der Insel findest.
Die Wasserklarheit ist wirklich beeindruckend. Da keine direkte oberflächliche Verbindung zum Meer besteht, gibt es kaum Wellengang, und schwebende Schwebstoffe bleiben gering. An einem klaren Sommertag ermöglicht das grün-blaue Wasser freie Sicht bis auf den felsigen Grund. Die umliegenden Wände aus hellem Kalkstein sind mit spärlicher Vegetation bewachsen, und hin und wieder streift eine Krabbe die Wasserlinie entlang. Das Ganze fühlt sich weniger wie ein See an, sondern eher wie ein natürlicher Infinity-Pool, den die Insel einfach um sich herum entstehen ließ.
ℹ️ Gut zu wissen
Mrtvo More ist auf der Insel Lokrum frei zugänglich. Für den See selbst gibt es keinen gesonderten Eintritt, aber du musst das Fährticket für die Insel kaufen (derzeit etwa 27 €), um überhaupt nach Lokrum zu gelangen. Aktuelle Preise am Kassenhäuschen im Hafen prüfen – die Saisonpreise können sich ändern.
Anreise nach Lokrum und den See finden
Die Fähren nach Lokrum legen vom Altstadthafen (auch Alter Hafen oder Hafen Ploče genannt) in Dubrovniks Altstadt ab. Die Überfahrt dauert etwa 10 Minuten. Die Fähren verkehren saisonal, in der Regel von Frühjahr bis Herbst, mit Abfahrten alle 30 bis 60 Minuten je nach Jahreszeit. Das ist kein Ganzjahresdienst – wer außerhalb der Hauptsaison reist, sollte die aktuellen Fahrzeiten beim Lokrum-Fährbetreiber direkt erfragen, bevor du Pläne machst.
Vom Fähranleger auf Lokrum erreichst du Mrtvo More über einen ausgeschilderten Wanderweg. Der Spaziergang dauert bei gemächlichem Tempo etwa 10 bis 15 Minuten durch schattige mediterrane Macchia. Die Wege sind stellenweise ungepflastert und der Kalkstein uneben – Sandalen mit Profil oder leichte Turnschuhe sind praktischer als Flip-Flops. Den Schildern für „Mrtvo More” folgen, statt allgemeinen Inselkarten zu vertrauen, auf denen die kleineren inneren Wege manchmal fehlen.
💡 Lokaler Tipp
Mit der ersten oder zweiten Morgenfähre anreisen (meist zwischen 9 und 10 Uhr), wenn du den See weitgehend für dich haben möchtest. Ab Mittag kommen viele Tagesausflügler, und die flachen Felsen rund um Mrtvo More füllen sich schnell.
Das Erlebnis: Morgens, mittags und am späten Nachmittag
Am frühen Morgen liegt der See noch im Halbschatten, der Kalkstein kühlt von der Nacht. Die Wasseroberfläche ist vollkommen still und nimmt ein tiefes Blaugrün an, das sich von den hellen Felskanten abhebt. Hier trägt der Klang weit: das Rascheln der Inselkiefern, der gelegentliche Ruf einer Möwe, das leise Plätschern des Wassers am Fels. Kaum ein künstliches Geräusch ist zu hören – für eine Stelle, die nur 10 Minuten Fährt von einer der meistbesuchten Touristenstädte Kroatiens entfernt liegt, fühlt sich das bemerkenswert abgelegen an.
Gegen späten Vormittag, wenn die Sonne den Kalkstein überquert und direkt aufs Wasser trifft, wechselt der See zu einem helleren Blaugrün und wird deutlich wärmer. Jetzt treffen die meisten Besucher ein, und die flachen Sonnenfelsen rund ums Ufer füllen sich mit Handtüchern. Die Atmosphäre ist gesellig, aber entspannt. Man steigt vom felsigen Rand ins Wasser – keine Leiter, kein Strand. Der Einstieg erfordert einen kleinen Sprung von der Felsoberfläche. Die Tiefe fällt von den Rändern aus schnell ab, was gut zu wissen ist, wenn du kleine Kinder dabei hast.
Am späten Nachmittag, wenn die Reisegruppen zur letzten Fähre aufbrechen, öffnet sich ein zweites ruhiges Zeitfenster. Das Licht fällt jetzt flacher aufs Wasser und lässt den See fast leuchtend wirken. Zu diesem Zeitpunkt hat das Wasser seine höchste Tagestemperatur. Wer mit einer frühen Fähre anreist, die Insel erkundet und am späten Nachmittag zum See zurückkehrt, erlebt beide ruhigen Momente – ohne den Mittagsansturm.
Schwimmen und praktische Hinweise
Der Einstieg ins Wasser erfolgt von natürlichen Felsvorsprüngen – kein Sandstrand, keine eigens angelegten Stufen. Wo Algen nahe der Wasserlinie wachsen, können die Felsen rutschig sein, daher sind Wasserschuhe eine sinnvolle Ergänzung im Gepäck. Einmal drin, macht das Schwimmen Spaß: ruhig, salzwassergetragen und frei von Schwell und Wellenschlag, wie er die exponierten Buchten Lokrums prägt.
In den flacheren Bereichen nahe der Felskanten, wo der Grund sichtbar und die Tiefe überschaubar ist, eignet sich der See auch für Nichtschwimmer und Kinder. Allerdings gibt es bei Mrtvo More keine Badeaufsicht, keine Sicherheitstaue und kein sichtbares Rettungsgerät. Eltern mit kleinen Kindern sollten das als unbewachten Naturbadespot behandeln und entsprechend aufpassen. Es ist kein offizieller Strand, und direkt am Wasser gibt es keine Umkleidekabinen oder Toiletten.
⚠️ Besser meiden
Bei Mrtvo More gibt es keine Badeaufsicht. Die Ausstattung ist minimal. Wasser, Sonnencreme und Snacks mitbringen – direkt am See gibt es keine Verpflegung. Das Hauptcafé und die Einrichtungen auf Lokrum befinden sich beim Fähranleger und beim Kloster.
Für Fotos eignet sich Morgen- oder Nachmittagslicht am besten. Das Mittagslicht erzeugt harten Kontrast zwischen den hellen Felsen und dem dunklen Wasser und wäscht die Farben aus, die den See so besonders machen. Ein Polarisationsfilter – wenn du mit einer richtigen Kamera fotografierst – reduziert Reflexionen deutlich und zeigt Tiefe und Farbe des Wassers weit besser, als das bloße Auge im grellen Sonnenlicht wahrnimmt.
Insel Lokrum: Der größere Zusammenhang
Mrtvo More steht nicht für sich allein. Der See ist nur ein Teil eines größeren Naturschutzgebiets, zu dem auch ein Benediktinerkloster mit Ursprüngen aus dem Jahr 1023 gehört, ein im 19. Jahrhundert angelegter botanischer Garten, freilaufende Pfauen, die von den Mönchen eingeführt wurden, sowie mehrere felsige Badebuchten rund um die Insel. Das Kloster wurde beim Erdbeben von 1667, das weite Teile der dalmatinischen Küste verwüstete, schwer beschädigt. Die Ruinen und die erhaltenen Abschnitte ergeben zusammen ein vielschichtiges Ensemble, das vor oder nach dem Seebad eine kurze Erkundung lohnt.
Der Botanische Garten Lokrum liegt unweit des Klosterkomplexes und beherbergt eine beachtliche Sammlung mediterraner und subtropischer Pflanzen, viele davon aus der Habsburgerzeit, als Maximilian I. von Mexiko die Insel in den 1850er Jahren als Rückzugsort nutzte. Die Geschichte der Insel ist überraschend vielschichtig für einen Ort, den die meisten Besucher als halbtägigen Badestopp betrachten.
Lokrum ist offiziell als besonderes Naturschutzgebiet eingestuft, was kommerzielle Entwicklung auf der Insel stark einschränkt. Genau dieser Schutzstatus ist der Grund, warum Mrtvo More seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Für einen umfassenderen Überblick über einen vollständigen Besuch lohnt sich der Dubrovnik-Geheimtipps-Guide, der Lokrum neben einigen anderen Orten vorstellt, die den Aufwand der Anreise belohnen.
Für wen ist es ideal – und für wen nicht?
Mrtvo More ist genau das Richtige für Reisende, die natürliche Umgebungen mehr schätzen als ausgebaute Infrastruktur. Wer einen Strandtag mit Liegestühlen, einer Bar zum Greifen nah und feinem Sand erwartet, ist hier falsch. Der See ist felsig, die Ausstattung karg, und die Anreise erfordert eine gewisse Planung rund um die Fährzeiten. Für manche sind das Pluspunkte, für andere Ausschlusskriterien.
Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass der Weg vom Fähranleger unebenes Gelände umfasst und der See selbst keine barrierefreien Einstiegsmöglichkeiten ins Wasser bietet. Die Insel ist größtenteils ungepflastert und hügelig. Ein Rollstuhlzugang für diesen Teil Lokrums ist nicht ausgewiesen. Wer unkomplizierteren Strandzugang in Stadtnähe sucht, ist vielleicht mit Banje Beach besser bedient – auch wenn das Flair dort ein völlig anderes ist.
Für Familien mit aktiven Kindern, die sich in offenem Wasser wohlfühlen, ist der See ein wirklich schöner Stopp. Das ruhige Wasser, interessante Felsen zum Klettern und die Besonderheit, in einer versunkenen Meereshöhle zu schwimmen, bleiben jungen Besuchern in Erinnerung. Die Pfauen, die über die Inselpfade streifen, sind für Kinder oft schon ein Highlight – noch bevor sie überhaupt das Wasser erreichen.
Insider-Tipps
- Nimm die erste oder zweite Fähre des Tages und geh direkt zum See, bevor der Mittagsansturm einsetzt. Am späteren Nachmittag, wenn die Reisegruppen abgereist sind, lohnt sich ein zweiter Schwimmstopp.
- Wasserschuhe sind hier sinnvoller als Flip-Flops. Die Felsen direkt an der Wasserlinie sind mit Algen bewachsen und machen den Ein- und Ausstieg barfuß riskant.
- Die Pfauen auf Lokrum sind an Besucher gewöhnt und kommen näher, wenn du Essen dabei hast. Snacks am besten in einer geschlossenen Tasche verstauen, besonders rund ums Kloster und den Garten.
- Für die schönsten Wasserfarben beim Fotografieren lohnt sich die Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Das Mittagslicht flacht die grün-blauen Töne ab, die Mrtvo More so eindrucksvoll machen.
- Schau vor dem Entspannen am See unbedingt nach, wann die letzte Fähre zurück nach Dubrovnik fährt. Sie zu verpassen ist kein Drama, aber du musst warten – und das kann Abendpläne auf dem Festland durcheinanderbringen.
Für wen ist Lokrum Totes Meer (Mrtvo More) geeignet?
- Schwimmer, die ruhiges, geschütztes Salzwasser abseits überfüllter Strände suchen
- Familien mit Kindern, die sich in offenem, tieferem Wasser wohlfühlen
- Fotografen, die natürliches Licht und besondere Landschaften ohne Genehmigung suchen
- Reisende, die einen Badetag mit einem halben Tag Inselgeschichte im Kloster und Botanischen Garten verbinden wollen
- Besucher, die einen echten Kontrast zur hochentwickelten Touristeninfrastruktur der Dubrovniker Altstadt erleben möchten
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Insel Lokrum:
- Ruinen des Benediktinerklosters Lokrum
Das teilweise verfallene Benediktinerkloster St. Maria auf der Insel Lokrum geht auf das Jahr 1023 zurück und zählt damit zu den ältesten religiösen Stätten der Region Dubrovnik. Eingebettet zwischen Pfauen, subtropischen Gärten und adriatischem Licht bieten die bröckelnden Kreuzgänge eine seltene Mischung aus mittelalterlicher Geschichte und Inselatmosphäre, die kein anderer Ort in der Nähe von Dubrovnik replizieren kann.
- Botanischer Garten Lokrum
Der 1959 gegründete Botanische Garten auf Lokrum ist der einzige seiner Art auf der Insel. Nur 10 Minuten mit der Fähre vom Altstadthafen Dubrovniks entfernt, umfasst er 3,3 Hektar und beherbergt rund 500 Pflanzenarten – darunter die größte Eukalyptussammlung außerhalb Australiens.