Botanischer Garten Lokrum: Der einzige Inselgarten der Adria
Der 1959 gegründete Botanische Garten auf Lokrum ist der einzige seiner Art auf der Insel. Nur 10 Minuten mit der Fähre vom Altstadthafen Dubrovniks entfernt, umfasst er 3,3 Hektar und beherbergt rund 500 Pflanzenarten – darunter die größte Eukalyptussammlung außerhalb Australiens.
Fakten im Überblick
- Lage
- Insel Lokrum, 600 m vom Altstadthafen Dubrovniks
- Anfahrt
- Fähre vom Altstadthafen (Stara Luka); ca. 10 Minuten
- Zeitbedarf
- 1,5 bis 3 Stunden (Garten + Inselspaziergang)
- Kosten
- Fährticket zur Insel erforderlich; aktuelle Preise am Hafen vor der Fahrt prüfen
- Am besten für
- Pflanzenliebhaber, Familien, Fotografen, alle die dem Trubel der Altstadt entfliehen möchten
- Offizielle Website
- www.lokrum.hr

Was der Botanische Garten auf Lokrum wirklich ist
Der Botanische Garten auf Lokrum (kroatisch: Botanički vrt Lokrum) ist kein akkurat gepflegter Park mit ausgeschilderten Blumenbeeten und Souvenirshop. Er ist ein wissenschaftlicher Arbeitsgarten, betrieben vom Institut für Meeres- und Küstenforschung der Universität Dubrovnik – und er hat den etwas ungezähmten Charakter, der dazu gehört. Wege schlängeln sich durch hohe Eukalyptusstämme, die Luft trägt einen leicht medizinischen Schärfe, und die Größe der Bäume wirkt für eine Insel dieser Größe überraschend.
Der Garten umfasst insgesamt 3,3 Hektar, davon 1,45 Hektar als offiziellen Ausstellungsbereich. Er wurde 1959 gegründet – ist also über sechs Jahrzehnte alt. Die umgebende Vegetation hatte Zeit, dicht und üppig zu wachsen, was dem Garten eine völlig andere Atmosphäre verleiht als man nach den sonnengebleichten Kalksteinstraßen Dubrovniks erwarten würde.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Botanische Garten auf Lokrum ist ein einzigartiger wissenschaftlicher Garten. Der Eintritt ist im Fährticket für die Insel Lokrum enthalten – du brauchst kein separates Gartenticket.
Die Pflanzensammlungen: Was diesen Garten besonders macht
Das Herzstück des Gartens ist die Eukalyptussammlung: 72 dokumentierte Arten – anerkannt als die größte Eukalyptussammlung außerhalb Australiens. Wenn man zwischen ihnen steht, besonders an warmen Morgenstunden, wenn sich die flüchtigen Öle in der Rinde erwärmen, ist der Geruch unverkennbar und überraschend intensiv. Auch die Vielfalt der Rindenstrukturen ist bemerkenswert: von glatten, papierartigen weißgrauen Streifen bis hin zu tief gefurchten schokoladenbraunen Stämmen.
Neben Eukalyptus umfasst der Garten 21 Akazienarten und 14 Arten von Callistemon (Zylinderputzer) sowie eine breite Sammlung australischer Bäume und Sträucher, Nadelbäume und Sukkulenten. Die Sukkulentensammlung im Gewächshaus neben dem Hauptausstellungsbereich enthält rund 200 Arten. Man ist leicht versucht, schnell vorbeizugehen – aber die Vielfalt der Kakteen und Sukkulenten lohnt einen genaueren Blick, besonders für alle, die sich für mediterrane oder trockenangepasste Pflanzen interessieren.
Der Gesamtkatalog des Gartens umfasst rund 500 Pflanzenarten. Angesichts der kompakten Fläche ist die Dichte beeindruckend. Die Beschilderung ist vorhanden, aber eher spärlich – wer sich ernsthaft für Botanik interessiert, sollte ein Nachschlagewerk mitbringen oder vorher eine Pflanzenbestimmungs-App herunterladen.
Die Insellage und ihr Einfluss auf das Erlebnis
Die Insel Lokrum liegt 600 Meter vor Dubrovniks Ufer, und der Botanische Garten befindet sich im inneren Bereich nahe dem ehemaligen Benediktinerklosterkomplex. Das bedeutet: Vom Fähranleger führt ein kurzer Spaziergang durch Schatten und leichtes adriatisches Gebüsch zum Garten – was bereits dazu beiträgt, den Stadtlärm hinter sich zu lassen. Der Garten selbst ist ruhig, selbst wenn die Insel im Sommer Besucher anzieht, weil er abseits der Hauptstrandbereiche liegt. Mehr zur weiteren Umgebung der Insel: Das Benediktinerkloster Lokrum und der ungewöhnliche Totes-Meer-See auf Lokrum sind beide gut zu Fuß erreichbar und lassen sich prima mit demselben Besuch verbinden.
Auf der Insel wurden 156 Vogelarten nachgewiesen, und das dichte Blätterdach des Gartens macht ihn zu einem besonders aktiven Ort für Vögel – vor allem am Morgen. Pfauen streifen frei über weite Teile Lokrums, auch durch die Wege des Botanischen Gartens. Lokalen Quellen zufolge stammen die Tiere von einer Gruppe ab, die Erzherzog Maximilian von Österreich von den Kanarischen Inseln mitgebracht hat. Inzwischen sind sie ein fester Bestandteil der Insel und von Besuchern völlig unbeeindruckt – was frühe Besuche besonders lohnend macht, bevor der Andrang einsetzt.
Wie sich der Garten im Tagesverlauf verändert
Wer morgens vor 10 Uhr kommt, holt das meiste aus dem Garten heraus. Der Eukalyptusduft ist in der Wärme der frühen Sonne am stärksten, die Pfauen bewegen sich freier, bevor der Besucheransturm beginnt, und das Licht, das durch das hohe Blätterdach fällt, hat eine kathedralartige Qualität, die sich kaum noch erleben oder fotografieren lässt, sobald der Garten sich füllt. Die Fähre vom Altstadthafen fährt in der Saison von morgens bis nachmittags – eine frühe Überfahrt ist also problemlos möglich.
Mittags im Juli und August wird es richtig heiß. Das dichte Blätterdach des Gartens spendet Schatten, der auf weiten Teilen der Insel fehlt – was ihn zu einem praktischen Zufluchtsort vor der Nachmittagssonne macht. Für ein geruhsames botanisches Erkunden ist es bei Hochhitze aber weniger angenehm. Am späten Nachmittag, wenn die Temperatur leicht sinkt und die letzten Fähren näher rücken, wird der Garten wieder ruhiger und das Licht fällt golden durch das Kronendach.
💡 Lokaler Tipp
Für die beste Kombination aus kühlen Temperaturen, schönem Licht und wenig Besuchern: Nimm die erste oder zweite Morgenfähre vom Altstadthafen und geh direkt in den Botanischen Garten, bevor du den Rest der Insel erkundest.
Praktischer Überblick: Anreise und Orientierung vor Ort
Die Fähre nach Lokrum legt am Altstadthafen (Stara Luka) in der Nähe des Pile-Tors am Ende des Straduns ab. Die Überfahrt dauert etwa 10 Minuten. Die Fähren fahren saisonal, in der Regel von Frühling bis Herbst, mit eingeschränktem oder ausgesetztem Betrieb im Winter. Den Fahrplan immer am Reisetag direkt am Hafen prüfen, da Wetter die Abfahrten beeinflussen kann.
Auf der Insel angekommen, erreicht man den Botanischen Garten über einen ausgeschilderten Fußweg vom Anleger. Die Wege durch den Garten sind größtenteils flach, in einigen Abschnitten aber unbefestigt, mit vereinzelten Baumwurzeln. Festes Schuhwerk oder stabile Sandalen sind Flip-Flops vorzuziehen. Das Gewächshaus mit der Sukkulentensammlung ist ein separates Gebäude neben dem Hauptausstellungsbereich – es lohnt sich, am Inseleingang nachzufragen, ob es geöffnet ist, da der Zugang variieren kann.
Es gibt keinen eigenen Kassenbereich für den Botanischen Garten. Der Eintritt ist in der Fährgebühr für die Insel Lokrum inbegriffen. Im ehemaligen Klostergebäude nahe dem Garten gibt es ein Restaurant – ein praktischer Stopp, wenn man einen halben Tag auf der Insel verbringt.
⚠️ Besser meiden
Lokrum ist ein Naturschutzgebiet. Das Pflücken von Pflanzen, das Füttern von Tieren und das Mitnehmen von Naturmaterialien ist verboten. Der Fahrplan der Fähre ist saisonal und kann sich ändern – Abfahrtszeiten am Reisetag am Altstadthafen überprüfen.
Fotografieren und praktische Hinweise
Der Botanische Garten ist einer der fotogensten Orte auf der Insel Lokrum für Nahaufnahmen natürlicher Details. Die Eukalyptusrindenstrukturen, das dichte, tropisch wirkende Kronendach und die Sukkulenten im Gewächshaus laden geradezu zur Makrofotografie ein. Weitwinkelaufnahmen sind hier schwieriger als im offenen Inselgelände, aber das frühe Morgenlicht durch das Kronendach ist es wert, den Besuch danach auszurichten. Einen umfassenden Fotografie-Guide für das weitere Reiseziel findest du im Dubrovnik-Fotografieführer.
Die Barrierefreiheit ist durch die unbefestigten und stellenweise unebenen Gartenwege eingeschränkt. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten beachten, dass das Gelände für die meisten gehfähigen Personen gut bewältigbar ist, aber in bestimmten Abschnitten für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen eine Herausforderung darstellen kann.
Für spezifische Anfragen zu Öffnungszeiten oder Gruppenbesuchen ist der Garten unter +385 20 311 738 oder lokrum@lokrum.hr erreichbar.
Lohnt sich der Botanische Garten wirklich?
Für die meisten Dubrovnik-Besucher ist der Botanische Garten nicht der Hauptgrund für die Fährfahrt nach Lokrum – aber er bietet zuverlässig etwas, das die Stadt selbst nicht kann: Schatten, Ruhe und echte Naturvielfalt auf kompaktem Raum. Allein die Eukalyptussammlung ist etwas Besonderes – eine botanische Tatsache, die trocken klingt, bis man inmitten von 72 verschiedenen Arten steht und der Geruch einen überkommt.
Wer jedoch einen formalen Garten mit farblich sortierten Blumenbeeten, Informationstafeln und klar markierten Besucherwegen erwartet, wird weniger Poliertes vorfinden als erhofft. Es ist ein Forschungsgarten, der zufällig öffentlich zugänglich ist – und dieser Unterschied zählt. Wenn dir Dubrovniks enge Gassen und Steinflächen langsam zu viel werden, bietet der Garten kombiniert mit einem Spaziergang über den Rest von Lokrum einen echten Tapetenwechsel für einen halben Tag. Er lässt sich wunderbar mit einem Besuch am Toten-Meer-See auf derselben Insel kombinieren.
Wer ihn überspringen kann: Besucher mit nur einem vollen Tag in Dubrovnik, die besser daran täten, die Stadtmauern oder die Seilbahn zu priorisieren. Wer im Winter reist, sollte außerdem vorab bestätigen, dass Fähre und Insel in Betrieb sind, bevor er diese Attraktion fest einplant.
Insider-Tipps
- Der Eukalyptusduft ist in den ersten Stunden nach der morgendlichen Fähre am intensivsten. Komm früh und nimm dir Zeit, bevor du zu den Stränden weitergehst.
- Pfauen streifen regelmäßig durch die Wege des Botanischen Gartens. Wenn du ruhig stehen bleibst, anstatt auf sie zuzugehen, kommen sie oft von allein näher.
- Das Sukkulenten-Gewächshaus wird leicht übersehen – es liegt direkt neben dem Hauptausstellungsbereich. Frag beim Eingang nach, ob es geöffnet ist, da die Öffnungszeiten nicht immer einheitlich sind.
- Bring eine Pflanzenbestimmungs-App mit, wenn du ernsthaftes Interesse an Botanik hast. Die Beschilderung vor Ort ist vorhanden, aber knapp – und die Artenvielfalt hier geht weit über das hinaus, was die meisten Besucher vermuten.
- Das Restaurant im ehemaligen Klostergebäude liegt nahe am Garteneingang und ist einen Mittagsstopp wert, besonders wenn du den Garten mit einer längeren Inselwanderung kombinierst.
Für wen ist Botanischer Garten Lokrum geeignet?
- Pflanzen- und Botanikbegeisterte, besonders alle, die sich für australische Flora und Eukalyptusarten interessieren
- Fotografen auf der Suche nach natürlichen Strukturen, Kronenlicht und außergewöhnlichen Makromotiven
- Familien mit Kindern, die gerne durch Wege streifen und Pfauen aus nächster Nähe beobachten
- Besucher, die eine echte Auszeit von Dubrovniks belebten Kalksteinstraßen brauchen
- Reisende, die einen halben Tag auf Lokrum mit Schwimmen, Klosterruinen und dem Toten-Meer-See verbinden
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Insel Lokrum:
- Ruinen des Benediktinerklosters Lokrum
Das teilweise verfallene Benediktinerkloster St. Maria auf der Insel Lokrum geht auf das Jahr 1023 zurück und zählt damit zu den ältesten religiösen Stätten der Region Dubrovnik. Eingebettet zwischen Pfauen, subtropischen Gärten und adriatischem Licht bieten die bröckelnden Kreuzgänge eine seltene Mischung aus mittelalterlicher Geschichte und Inselatmosphäre, die kein anderer Ort in der Nähe von Dubrovnik replizieren kann.
- Lokrum Totes Meer (Mrtvo More)
Mrtvo More – auf Deutsch „Totes Meer” – ist ein kleiner natürlicher Salzwassersee im südlichen Innenbereich der Insel Lokrum, nur 600 Meter vor der Küste Dubrovniks. Er wird durch unterseeische Spalten mit dem Adriatischen Meer gespeist, erreicht eine Tiefe von 10 Metern und bietet ruhiges, warmes Schwimmen in einer beeindruckenden Felslandschaft – weit weg vom Trubel der Strände auf dem Festland.