Kamari Beach: Santorinis schwarzer Kiesstrand im Überblick
Kamari Beach ist Santorinis längster schwarzer Vulkanstrand an der Südostküste, eingerahmt von den dramatischen Klippen des Mesa Vouno. Mit einem breiten Angebot an Einrichtungen, einer gut begehbaren Strandpromenade und einfacher Anbindung an Fira ist er einer der praktischsten Strandorte der Insel.
Fakten im Überblick
- Lage
- Dorf Kamari, Südost-Santorini, ca. 10 km von Fira entfernt
- Anfahrt
- KTEL-Bus ab Fira (in der Hochsaison häufig); Taxi oder Auto ca. 15–20 Min. ab Fira
- Zeitbedarf
- 2–5 Stunden für einen Strandtag; mehr Zeit einplanen, wenn du die antike Thera erwandern möchtest
- Kosten
- Strandzugang kostenlos; Liegestuhl- und Schirmmiete bei privaten Betreibern (Preise variieren)
- Am besten für
- Familien, Strandliebhaber, Geschichtsinteressierte, barrierefreies Reisen

Wie Kamari Beach wirklich aussieht
Kamari Beach ist ganz anders als die puderzuckersandigen Strände, die man aus griechischen Reiseprospekten kennt. Das Ufer besteht überwiegend aus schwarzen Vulkankieseln und Lavasteinen – kompakt, dunkel und fest unter den Füßen. Er erstreckt sich in einem weiten Bogen entlang der Südostküste Santorinis und ist einer der längsten zusammenhängenden Strandabschnitte der Insel, begrenzt im Süden vom steilen Bergrücken des Mesa Vouno, der sich auf etwa 360 Meter erhebt.
Diese Bergkulisse macht Kamari so unverwechselbar. Die Felswand des Mesa Vouno fällt am Südende fast senkrecht bis ans Wasser ab – ein starker Kontrast zwischen dem offenen blauen Ägäis und dem rohen Vulkangestein. An einem klaren Morgen, bevor der Strand sich füllt, ist die Szenerie wirklich beeindruckend. Die schwarzen Kiesel heizen sich schnell auf, sodass die Oberflächentemperatur im Juli oder August mittags erheblich sein kann. Badeschuhe oder Sandalen sind hier kein Luxus – sie sind schlicht notwendig.
💡 Lokaler Tipp
Badeschuhe oder Sandalen nicht vergessen. Die schwarzen Kiesel werden mittags im Sommer extrem heiß, und die unebene Oberfläche macht das Barfußlaufen unangenehm – besonders am Wasserrand.
Wie sich der Strand im Laufe des Tages verändert
Früh morgens – ungefähr vor 9 Uhr – ist Kamari ein anderer Ort als das, was die meisten Besucher kennen. Die Strandpromenade ist ruhig, die Liegenvermieter bauen gerade erst ihre Reihen auf, das Wasser ist klar und ruhig. Die Kiesel haben sich noch nicht aufgeheizt. Ein paar Einheimische schwimmen oder joggen hier zu dieser Stunde. Das Licht aus dem Osten lässt die dunklen Steine metallisch schimmern.
Gegen späten Vormittag verwandelt sich der Strand in seinen vollen Resortbetrieb. Liegenreihen bedecken den größten Teil des organisierten Strandbereichs, und auf der Promenade dahinter herrscht reger Betrieb zwischen Restaurants, Cafés und Läden. Das Wasser ist klarer und transparenter als an den Caldera-Stränden Santorinis, weil hier die offene Ägäis und keine geschützte Kraternbucht ist – was bei auffrischendem Wind auch mehr Wellengang bedeuten kann.
Der Strand ist nach Osten ausgerichtet, was praktische Folgen hat: Schon früh morgens gibt es direkte Sonne, aber am späten Nachmittag beginnen die Klippen des Mesa Vouno, den südlichen Strandabschnitt zu beschatten. Wer Schatten ohne Schirmmiete möchte, fährt gut damit, nach 16 Uhr im Sommer zu kommen und sich am Südende zu positionieren. Die Wassertemperatur ist von Juni bis September in der Regel angenehm warm für ausgiebige Badesessions.
ℹ️ Gut zu wissen
Kamari Beach ist nach Osten ausgerichtet, nicht nach Westen. Vom Strand aus gibt es keinen Sonnenuntergangsblick. Wer den berühmten Santorini-Sonnenuntergang erleben möchte, muss auf die Caldera-Seite der Insel.
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Die Geschichte hinter dem Namen und dem Dorf
Der Name Kamari kommt vom griechischen Wort für Bogen, kamara. Am Südende des Strandes steht ein kleiner Steinbogen – das Überbleibsel eines alten Zollgebäudes aus der Venezianer-Zeit, als das Gebiet eine maritime Funktion hatte. Der Bogen steht noch und ist der Schauplatz der lokalen Epiphanie-Zeremonie, der Wasserweihe, die jedes Jahr im Januar stattfindet. Man läuft leicht daran vorbei, ohne seine Bedeutung zu bemerken – dabei ist er eines der ältesten erhaltenen Bauwerke in diesem Teil der Insel.
Das moderne Dorf Kamari selbst hat keine besonders lange Geschichte. Ein Großteil wurde von Bewohnern der nahegelegenen Siedlung Episkopi Gonias nach dem verheerenden Erdbeben vom Juli 1956 errichtet, das weite Teile Santorinis zerstörte. Was wie eine gewachsene, etablierte Urlaubsortschaft wirkt, ist größtenteils Nachkriegsbau – das erklärt auch das einheitliche, niedrige Erscheinungsbild der Häuser entlang der Strandpromenade.
In den Klippen des Mesa Vouno über dem Südende des Strandes befinden sich die Ruinen von Antike Thera, einer griechisch-römischen Bergstadt, die um das 9. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Das Gelände ist über eine Straße ab Kamari erreichbar, und wer Strandmorgen mit Nachmittagsbesuch der Ruinen kombiniert, hat einen richtig vollen Tag. Der Blick von oben zurück auf Kamari Beach und hinüber nach Perissa auf der anderen Seite des Bergrückens ist die Mühe absolut wert.
Die Strandpromenade: Was dich erwartet
Parallel zum Strand verläuft eine fußgängerfreundliche Promenade mit Restaurants, Bars, Cafés und kleinen Läden. Die Meile ist komplett zu Fuß begehbar und gut organisiert, was Kamari zu einem der praktischsten Strandorte Santorinis macht, wenn man alles in Reichweite haben möchte. Das Angebot reicht von griechischen Tavernen mit gegrilltem Fisch und Mezedes bis hin zu internationalen Schnellimbissen für Pauschalreisende.
Die Restaurantqualität schwankt erheblich. Die Lokale am nördlichen Ende der Promenade, etwas weiter vom Hauptparkplatz entfernt, sind oft ruhiger und bisweilen günstiger. Mittagessen auf der Promenade kann in der Hochsaison – vor allem im Juli und August – hektisch sein. Spätes Mittagessen nach 14:30 Uhr oder frühes Abendessen vor 19 Uhr verkürzt Wartezeiten und spart in vielen Lokalen bares Geld.
In Kamari gibt es außerdem ein Open-Air-Kino, das im Sommer betrieben wird – eine dieser entspannten lokalen Institutionen, die einem Abend nach dem Strand eine besondere Note geben. Wer bis in den Abend bleibt, wird merken, dass die Promenade ein ganz anderes Tempo annimmt. Wer mehr über das Dorf und seine Umgebung erfahren möchte, findet im Reiseführer für das Dorf Kamari ausführlichere Infos.
Praktisches: Anreise, Liegen und Barrierefreiheit
Kamari Beach ist ein öffentlicher Strand mit freiem Zugang – keine Einlasskontrolle, keine kostenpflichtigen Zonen. Allerdings ist der größte Teil des organisierten Strandbereichs mit Liegen- und Schirmreihen privater Anbieter belegt. Eine Miete umfasst in der Regel einen Schirm und zwei Liegen; die Preise variieren je nach Anbieter, Saison und Strandlage. Für Reihen direkt am Wasser ist mehr zu zahlen. Eine offizielle Preisliste gibt es nicht – am besten vor dem Hinsetzen kurz die Preisaushänge checken.
Am Südende des Strandes, nahe dem Steinbogen, gibt es einen freien, nicht organisierten Abschnitt, wo man einfach ein Handtuch ausbreiten kann. Dieser Bereich ist oft weniger überfüllt, da man einen längeren Fußweg vom Hauptparkplatz und der Bushaltestelle in Kauf nehmen muss.
Kamari Beach verfügt über ein Seatrac-System – eine autonome Rampe für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, mit der Rollstuhlfahrer selbstständig ins Wasser gelangen können. Das macht Kamari zu einem der zugänglichsten Strände der Insel. Die Strandpromenade ist flach und gepflastert, also gut für Kinderwagen und Rollstühle geeignet – auch wenn die Kieseloberfläche des Strandes selbst nach wie vor uneben bleibt.
💡 Lokaler Tipp
Mit dem KTEL-Bus ab Fira kommt man unkompliziert und günstig hierher. In der Hochsaison fahren die Busse auf der Strecke Fira–Kamari regelmäßig. Aktuelle Fahrpläne gibt es im KTEL-Büro in Fira oder auf ktel-santorini.gr – die Zeiten ändern sich je nach Saison.
Für wen der Strand geeignet ist – und für wen nicht
Kamari ist ideal für Reisende, die einen vollen Strandtag mit allem Drumherum wollen, für Familien mit Kindern, die Restaurants und Schattenplätze brauchen, und für alle, die Strand und Kultur verbinden möchten – zum Beispiel mit einem Ausflug zur Antiken Thera auf dem Bergrücken darüber. Auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist Kamari dank der barrierefreien Infrastruktur eine der besseren Optionen.
Wer Einsamkeit, dramatische Caldera-Kulissen oder einen ruhigeren Küstenabschnitt sucht, ist in Kamari wahrscheinlich falsch. Im Juli und August ist es hier richtig voll, und die Strandpromenade kann austauschbar wirken. Die abgelegeneren Optionen der Insel, darunter der Cape Columbo Beach im Norden, bieten eine ganz andere Atmosphäre. Wer wissen möchte, wie Kamari im Vergleich zu anderen Stränden der Insel abschneidet, findet in der Übersicht der schönsten Strände Santorinis eine nützliche Orientierung.
Die Kieseloberfläche ist auch ein Punkt, den Reisende mit kleinen Kindern, die Sandstrände gewohnt sind, im Hinterkopf behalten sollten. Kiesel in Schuhen und Taschen sind weniger nervig als Sand – aber der Untergrund braucht etwas Gewöhnung, und Kinder tun sich am Wasserrand oft schwerer als an einem Sandstrand.
Fotografieren am Kamari Beach
Das fotogenste Element von Kamari ist die Felswand des Mesa Vouno am Südende des Strandes. Morgenlichts trifft sie aus einem guten Winkel, und ein Bild mit dem Berg hinter dem alten Bogenrest fängt den geologischen Charakter des Strandes gut ein. Die schwarzen Kiesel fotografieren sich anders als Sand: Sie schlucken Licht, anstatt es zu reflektieren, was Mittagsfotos flach wirken lässt. Früh morgens oder in der Stunde vor Sonnenuntergang entstehen die interessanteren Aufnahmen mit mehr Textur und Tiefe. Wer einen umfassenden Überblick über Motive und Timing auf der gesamten Insel sucht, findet ihn im Santorini-Fotoführer, der die wichtigsten Fotospots der Insel ausführlich beschreibt.
Ein oft übersehenes Motiv in Kamari: der Blick vom Steinbogen nach Norden entlang der gesamten Strandlänge bis zum offenen Horizont, mit den Markisen der Tavernen links und der Ägäis rechts. Das vermittelt ein Gefühl für die Ausdehnung des Strandes, das die typische Frontalperspektive aufs Wasser komplett vermissen lässt.
Insider-Tipps
- Komm vor 9 Uhr, wenn du den Strand noch weitgehend für dich haben und in ruhigem Wasser schwimmen möchtest, bevor die Touristenbusse eintreffen. Der Strand ist rund um die Uhr zugänglich.
- Den Steinbogen am Südende des Strandes übersieht man leicht. Geh einfach am Hauptliegebereich vorbei – in der Nähe gibt es ein kleines Hinweisschild, das seine Geschichte als altes Zollgebäude erklärt.
- Kombiniere den Strand mit einem Morgenbesuch in der antiken Thera. Die Straße zu den Ruinen beginnt in Kamari, und der Blick von oben auf den schwarzen Strand ist eine der ungewöhnlichsten Perspektiven ganz Santorinis.
- Wer eine Liege ohne Aufpreis möchte, geht weiter südlich Richtung Steinbogen. Dort sind die Preise oft günstiger als in der zentralen Reihe – und direkt am Bogen gibt es sogar etwas freien, nicht organisierten Strandbereich.
- Das Open-Air-Kino an der Strandpromenade ist im Sommer geöffnet. Ein echtes Lokalerlebnis – und eine schöne Option für den Abend nach dem Essen auf der Promenade.
Für wen ist Kamari Beach geeignet?
- Familien, die Strandinfrastruktur, Verpflegung und gute Erreichbarkeit brauchen
- Reisende, die am Flughafen Santorini ankommen oder abfliegen – Kamari liegt nur etwa 6 km entfernt
- Geschichtsbegeisterte, die den Strand mit einem Ausflug zur antiken Thera auf dem Mesa Vouno verbinden
- Reisende mit eingeschränkter Mobilität, dank des Seatrac-Rampensystems und der flachen Strandpromenade
- Budgetbewusste Reisende, die einen vollen Strandtag ohne Mietauto planen – einfach den KTEL-Bus ab Fira nehmen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Kamari:
- Antikes Thera
Auf dem felsigen Grat des Mesa Vouno, rund 360 Meter über dem Meeresspiegel, liegt Antikes Thera – eine der historisch bedeutendsten Freiluft-Ruinenstätten Santorinis. Gegründet von dorischen Kolonisten im 9. Jahrhundert v. Chr., überstand die Stadt hellenistische, römische und byzantinische Epochen, bevor sie Wind und Stein überlassen wurde. Wer den Aufstieg auf sich nimmt, wird mit außergewöhnlichen Aussichten, echten archäologischen Überresten und einer Stille belohnt, die auf der Insel sonst kaum zu finden ist.
- Monolithos Beach
Der Monolithos Beach liegt an Santorinis Südostküste nahe Kamari und bietet einen langen Streifen feinen vulkanischen Schwarzsands, ein sanft abfallendes Flachwasser und eine spürbar entspanntere Atmosphäre als die bekannteren Strände der Insel. Der Zugang ist kostenlos, die Anfahrt unkompliziert, und ein Kinderspielplatz macht ihn zur idealen Wahl für Familien und alle, die Strand ohne Trubel suchen.