Imgiebah Bay (Selmun Bay): Maltas verborgenste Bucht
Eingebettet in Maltas nordöstliche Küstenlinie nahe Selmun liegt die Imgiebah Bay – eine kleine Sandbucht, eingerahmt von senkrechten Kalksteinfelsen. Keine Infrastruktur, keine Busverbindung, keine bequeme Zufahrt – genau deshalb bleibt sie ruhig, während jeder andere Strand in Mellieħa überfüllt ist.
Fakten im Überblick
- Lage
- Selmun-Gebiet, Mellieħa, Nordmalta (auch bekannt als Selmun Bay)
- Anfahrt
- Keine direkte Busverbindung. Ca. 1,5 Std. zu Fuß oder 30 Min. mit dem Rad vom Ortszentrum Mellieħa. Auto empfohlen; wenige Parkplätze am Klippenrand.
- Zeitbedarf
- 2–4 Stunden inklusive Anfahrt, Abstieg und Zeit am Strand
- Kosten
- Kostenlos. Ganzjährig rund um die Uhr zugänglich.
- Am besten für
- Schwimmer, die Einsamkeit suchen, Schnorchler, Wanderer und Camper

Was die Imgiebah Bay wirklich ist
Die Mġiebaħ Bay – so die offizielle maltesische Schreibweise, auf Englisch auch als Selmun Bay bekannt – liegt an Maltas Nordostküste im Gemeindegebiet von Mellieħa. Es ist eine kleine Bucht aus hellem Sand, auf drei Seiten von senkrechten Kalksteinfelsen eingefasst, die direkt in außergewöhnlich klares Wasser abfallen. Die Bucht ist nach Norden ausgerichtet und liegt geschützt hinter schroffen Kalksteinklippen.
Ehrlich gesagt: Die Imgiebah Bay ist eine raue, unerschlossene Bucht ohne Strandbar, ohne Liegenverleih, ohne Rettungsschwimmer und ohne vernünftige Zufahrtsstraße. Was sie dafür bietet, ist die Art von Stille und Sauberkeit, die Maltas zugänglichere Strände an einem Juli-Nachmittag schlicht nicht liefern können.
⚠️ Besser meiden
An der Imgiebah Bay gibt es keinerlei Einrichtungen – keine Toiletten, keine Schattenstrukturen, keine Verpflegung und kein Trinkwasser vor Ort. Bring alles mit, was du brauchst: Trinkwasser, Sonnenschutz und Snacks. Nimm deinen Müll wieder mit.
Anreise: Der Weg, der die Bucht ruhig hält
Die eingeschränkte Erreichbarkeit der Imgiebah Bay ist kein Zufall – sie ist der Hauptgrund, warum die Bucht unüberfüllt bleibt. Die Abzweigung zu finden erfordert Aufmerksamkeit. Aus Richtung Mellieħa kommend muss man vor dem Hauptkreisverkehr scharf links abbiegen. Die Abzweigung wird von zwei Steinsäulen mit Bambusgewächs markiert – bei höherer Geschwindigkeit leicht zu übersehen. Von dort schlängelt sich ein schmaler Feldweg an vereinzelten Farmhäusern vorbei bis zum Klippenrand.
Die Parkmöglichkeiten beschränken sich auf eine Handvoll Plätze am Klippenrand. Von dort führt ein steiler Abstieg auf einem ruppigen Pfad hinunter zum Strand. Der Weg verlangt sicheres Auftreten und festes Schuhwerk – Flip-Flops sind hier wirklich keine Option. Plane etwa 10 bis 15 Minuten für den Abstieg ein, und ungefähr genauso lang für den Rückweg – wobei der Aufstieg im Sommerhitze spürbar anstrengender ist. Lass dir Zeit.
Kein Bus des Malta Public Transport fährt diese Bucht direkt an. Wer kein Auto hat, kann vom Ortszentrum Mellieħa in etwa 30 Minuten mit dem Rad anreisen oder rund 1,5 Stunden zu Fuß laufen. Wer diese Bucht mit anderen Stopps im Norden verbinden möchte, sollte vorher den Ratgeber zur Fortbewegung auf Malta lesen, um die Route besser planen zu können. Ride-Hailing-Apps wie Bolt und Uber sind in Malta verfügbar und bringen dich bis in die Gegend von Selmun – der letzte Streckenabschnitt auf dem Feldweg ist für gewöhnliche Fahrzeuge aber möglicherweise nicht befahrbar.
💡 Lokaler Tipp
Wenn du mit dem Auto fährst, prüf vorher die Bodenfreiheit deines Fahrzeugs. Tief liegende Mietwagen können auf dem unbefestigten Streckenabschnitt aufsetzen.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Der Strand selbst: Was dich erwartet
Der Sand an der Imgiebah Bay ist hell und grobkörnig – kein feiner Traumstrand aus dem Reiseprospekt, aber für eine maltesische Bucht sauber und großzügig. Der Einstieg ins Wasser ist teils sandig, teils felsig, weshalb Wasserschuhe besonders am Rand der Bucht sinnvoll sind, wo überspülte Kalksteinplatten häufig vorkommen. Das Wasser wechselt von leuchtendem Türkis in den Flachwasserbereichen zu tiefem Kobaltblau weiter draußen – ein Effekt aus Klarheit und dem Kalksteinuntergrund.
Schnorcheln direkt von den Felsen an beiden Seiten der Bucht ist die Hauptbeschäftigung neben dem Schwimmen. Die Kalksteinformationen beherbergen Seeigel, kleine Fische und gelegentlich Tintenfische – die Art von Meeresleben, die verschwindet, sobald ein Strand gut besucht ist. An ruhigen Tagen ist die Wasseroberfläche am späten Vormittag fast vollständig glatt, was die Sichtweite unter Wasser hervorragend macht.
Die Bucht ist hundefreundlich und erlaubt sowohl Grillen als auch Campen, was sie besonders für maltesische Familien an Wochenenden attraktiv macht – vor allem im späten Frühjahr und frühen Herbst, wenn das Wasser angenehm warm ist, der Hochsommerbetrieb aber schon abgeklungen ist. Wer am Samstag oder Sonntag einen ruhigen Platz ergattern will, sollte früh da sein.
Wie sich die Bucht im Tagesverlauf verändert
Am frühen Morgen – grob von Sonnenaufgang bis 9 Uhr – ist die Imgiebah Bay fast immer menschenleer. Das Licht trifft die Kalksteinfelsen in flachem Winkel und taucht sie in warmes Bernstein- und Goldgelb. Das Wasser liegt zu dieser Stunde spiegelglatt da – eine Stille, die verschwindet, sobald der Nachmittagswind aufkommt. Wer die Wahl hat: Das ist die beste Zeit, um die Bucht zu fotografieren. Die Klippen leuchten, das Wasser glänzt, und der Abstieg fühlt sich im kühleren Morgenklima deutlich angenehmer an.
Gegen Mittag im Sommer füllt sich die Bucht mit den wenigen, die sich die Mühe gemacht haben herzukommen – ein Bruchteil dessen, was jeder zugängliche Strand zu sehen bekommt. Die Nordausrichtung sorgt dafür, dass die Klippen am Nachmittag natürlichen Schatten spenden, wenn die Sonne nach Westen wandert – ein echter Vorteil gegenüber südlich ausgerichteten Buchten. Ab etwa 15 Uhr wird das Licht weicher und die Wassertemperatur erreicht ihr Tagesmaximum, was den spätnachmittäglichen Sprung ins Wasser zum wohl angenehmsten des Tages macht.
Im Winter und in der Nebensaison kann die Imgiebah Bay stundenlang vollkommen verlassen sein. Das mediterrane Klima sorgt dafür, dass selbst im Oktober und November das Wasser zum Schwimmen warm genug ist – und der geringere UV-Index macht längere Aufenthalte am Strand deutlich angenehmer. Von November bis März muss man hingegen mit rauer See und scharfem Wind von der Nordküste rechnen. Überprüfe die Bedingungen vor dem Abstieg, denn der Pfad nach oben wird bei Nässe rutschig.
⚠️ Besser meiden
Die Nordausrichtung, die die Imgiebah Bay so ruhig hält, macht sie auch anfällig für den Gregale – einen kräftigen Nordostwind, der das Wasser aufpeitschen und den Klifpenabstieg unangenehm machen kann. Bei prognostizierten Windgeschwindigkeiten über 20 km/h solltest du deinen Besuch lieber verschieben.
Einordnung: Mellieħas Küste und was die Bucht umgibt
Die Imgiebah Bay liegt im weiteren Küstengebiet von Mellieħa, das sowohl einige von Maltas meistbesuchten Stränden als auch mehrere umfasst, die Kurzreisenden weitgehend unbekannt bleiben. Die Mellieħa Bay im Südwesten ist der größte Sandstrand Maltas – und ein kompletter Gegenentwurf zur Imgiebah: gut ausgestattet, belebt und bequem per Bus erreichbar. Wer beide kennt, kann seine Erwartungen besser einschätzen.
Das Selmun-Gebiet direkt oberhalb der Bucht wird vom Selmun Palace dominiert – einem barocken Wachturmpalast aus dem 18. Jahrhundert, erbaut von den Johanniterrittern und heute ein Hotel. Von bestimmten Winkeln am Strand unten ist es auf dem Klippenrand zu sehen und verleiht dieser ansonsten rein natürlichen Umgebung eine unerwartete architekturgeschichtliche Dimension. Wer mehr über den Einfluss der Ritter auf Malta erfahren möchte, findet im Geschichtsführer zu den Rittern von Malta nützliche Hintergrundinformationen.
Mellieħa selbst, eine kurze Fahrt ins Landesinnere, bietet Restaurants, Supermärkte und Unterkünfte. Es ist ein praktischer Ausgangspunkt für die Erkundung des maltesischen Nordens, einschließlich des Roten Turms auf dem Höhenzug oberhalb von Mellieħa und der Fährterminals nach Comino und Gozo. Wer mehrere Tage im Norden plant, findet im 7-Tage-Malta-Reiseplan hilfreiche Tipps zur Strukturierung der Reise.
Für wen die Bucht eher nichts ist
Die Imgiebah Bay ist nicht für jeden geeignet – das lässt sich direkt sagen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden den Klifpenabstieg wirklich schwierig finden. Der Pfad ist uneben, steil und hat keinerlei Geländer. Eltern mit sehr kleinen Kindern und Kinderwagen sollten mit erheblichem logistischem Aufwand rechnen. Wer einen entspannten Strandtag mit Sonnenschirmen, Verpflegung in der Nähe und bequemem Wasserzugang möchte, ist an der Mellieħa Bay oder der Golden Bay besser aufgehoben.
Wenn du feinen Sand und ruhiges, flaches Wasser für Kinder suchst, ist die Golden Bay an der Westküste die praktischere Wahl – und deutlich einfacher zu erreichen. Die Imgiebah Bay belohnt Selbstversorger, die mitbringen, was sie brauchen, und keine Infrastruktur voraussetzen.
Fotografie und praktische Ausrüstung
Der visuelle Reiz der Imgiebah Bay liegt im Zusammenspiel der senkrechten Kalksteinfelsen und dem mehrschichtigen Blau des Wassers. Weitwinkelaufnahmen von der Wasserlinie mit Blick zurück auf die Klippen wirken besonders stark im frühen Morgen- oder späten Nachmittagslicht. Der Kontrast zwischen dem warmen Beige und Grau des Gesteins und dem kühlen Türkis darunter ist die prägende Bildkomposition.
Für Unterwasserfotografie beim Schnorcheln reicht eine einfache wasserdichte Kamera oder ein Gehäuse – Fische und Felsformationen sind im Flachwasser zum Greifen nah. Der Drohneneinsatz über maltesischen Stränden ist reguliert und erfordert eine Genehmigung; informiere dich vor dem Flug über die aktuellen Vorschriften der Civil Aviation Directorate.
- Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person einpacken – im Sommer mehr
- Für den Abstieg geschlossene Schuhe oder feste Sandalen tragen, am Strand dann auf Wasserschuhe wechseln
- Einen Trockenbeutel für Wertsachen mitnehmen – es gibt keine sichere Möglichkeit, Sachen unbeaufsichtigt zu lassen
- Sonnenschutz ist unverzichtbar – die Felswände reflektieren UV-Strahlung auf den Strand
- Ein kleiner portabler Lautsprecher und eine Campingmatte machen einen langen Tag dort deutlich angenehmer
Insider-Tipps
- Die scharfe Linkskurve von der Mellieħa-Zufahrtsstraße ist leicht zu verpassen. Wenn du schon ins Ortszentrum fährst, bist du zu weit – wende und achte auf die zwei Steinsäulen rechts, wenn du dich von der Ortsmitte aus wieder näherst.
- Lokale Familien campen an warmen Wochenenden oft über Nacht an der Imgiebah Bay, besonders rund um maltesische Feiertage. Wer die Bucht für sich haben möchte, kommt an Wochentagen vor 9 Uhr morgens – das ist die verlässlichste Strategie.
- Die Felsplatten auf der rechten Seite der Bucht (mit Blick aufs Wasser) sind das beste Schnorchelrevier. Der Untergrund wird dort langsam tiefer und die Felsformationen sind interessanter als im sandigen Mittelteil. Seeigel an den Felsen lieber weiträumig umgehen.
- Da die Bucht nach Norden ausgerichtet ist, scheint die Sonne am Morgen und bis in den frühen Nachmittag direkt hinein – danach wandert sie nach Westen und der Schatten nimmt zu. Planiere deine Ankunftszeit danach, ob du volle Sonne oder natürlichen Schatten bevorzugst.
- Beim Abstieg ist der letzte Abschnitt am steilsten. Mit nassen Füßen und vollgepacktem Strandgepäck im Juli-Hitze wieder hochzuklettern ist anstrengender, als es beim Runtersteigen aussieht. Plane für den Rückweg deutlich mehr Zeit und Energie ein als du denkst.
Für wen ist Imgiebah Bay geeignet?
- Individualreisende und Wanderer, die einen maltesischen Strand ohne Massentourismus suchen
- Schnorchler auf der Suche nach klarem, unberührtem Wasser und nahbarer Unterwasserwelt
- Paare, die einen wirklich privaten Strandtag abseits von Resortgebieten genießen möchten
- Camper und Grillgruppen, die mit dem Grundsatz „Was du rein trägst, trägst du auch raus" umgehen können
- Fotografen auf der Suche nach dramatischen Kalksteinklippen-Motiven – ohne Fremde im Bildausschnitt
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Mellieħa:
- Armier Bay
Die Armier Bay liegt an der Nordspitze Maltas und teilt sich in einen breiten, familienfreundlichen Strand und eine kleinere, felsige Bucht auf, die sich ideal zum Schnorcheln eignet. Das Wasser ist klar, das Tempo gemächlich, und der Blick reicht bis nach Comino und Gozo. Wer mehr sucht als die üblichen Touristenstrände der Insel, wird hier belohnt.
- Heiligtum Unserer Lieben Frau von Mellieħa
Das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Mellieħa ist Maltas ältestes Marienheiligtum – errichtet rund um eine natürliche Höhle, in der ein byzantinisches Fresko der Jungfrau Maria seit Jahrhunderten Pilger anzieht. Der Eintritt ist frei, die Geschichte reicht fast zweitausend Jahre zurück, und die Lage über der Mellieħa-Bucht begeistert mit spiritueller Atmosphäre und architektonischer Schönheit.
- Golden Bay
Golden Bay gilt weithin als Maltas schönster Sandstrand und liegt an der Nordwestküste nahe Mellieħa. Mit Blaue-Flagge-Wasserqualität, Bademeistern im Sommer und einer beeindruckenden Steilküssenkulisse zu Recht — allerdings füllt er sich an Sommerwochenenden schnell.
- Mellieħa Bay (Għadira)
Die Mellieħa Bay, auch als Għadira Bay bekannt, erstreckt sich über mehr als einen Kilometer entlang der nordwestlichen Küste Maltas und gilt als schönster Sandstrand der Insel. Flaches, ruhiges Wasser und das Blaue-Flagge-Zertifikat machen sie zum idealen Ziel für Familien. Direkt daneben verleiht das Naturschutzgebiet Għadira einem Strandausflug eine überraschend interessante ökologische Dimension.