Haus des Meeres (Aqua Terra Zoo): Wiens ungewöhnlichstes Aquarium
Ein ehemaliger Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg mitten in Wien beherbergt heute über 10.000 Tiere aus 600 Arten. Das Haus des Meeres verbindet ernsthaften Artenschutz mit echtem Spektakel – und der Ausblick vom Dach über den 6. Bezirk rechtfertigt den Aufstieg allein schon.
Fakten im Überblick
- Lage
- Fritz-Grünbaum-Platz 1, Esterházypark, 1060 Wien (6. Bezirk)
- Anfahrt
- U3 Neubaugasse; Busse 13A, 14A, 57A bis Haltestelle Haus des Meeres
- Zeitbedarf
- 2–3 Stunden; mit Kindern mehr einplanen
- Kosten
- Erwachsene €23,50 / Kinder 6–15 Jahre €9,80 / Unter 3 Jahren kostenlos. Vor dem Besuch überprüfen.
- Am besten für
- Familien, Regentage, Geschichtsinteressierte, Wien-Erstbesucher
- Offizielle Website
- www.haus-des-meeres.at

Was das Haus des Meeres eigentlich ist
Das Haus des Meeres – Aqua Terra Zoo ist ein Aquarium und Terrarium-Zoo, der sich über rund 8.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche innerhalb und um einen der noch erhaltenen Wiener Flaktürme aus dem Zweiten Weltkrieg erstreckt. Dieser eine Fakt sagt eigentlich schon alles: Das hier ist kein gewöhnliches Aquarium, und das Gebäude selbst ist mindestens genauso interessant wie das, was darin lebt. Seit der Eröffnung 1958 hat sich die Einrichtung zu einem ernstzunehmenden zoologischen Betrieb entwickelt, der über 10.000 Tiere aus rund 600 Arten beherbergt – von Pfeilgiftfröschen über Ammenhaie bis hin zu grünen Anakondas und Tropenvögeln.
Das Gebäude ist ein Hochbunker – ein verstärkter Betonturm für Flugabwehrgeschütze, der vom NS-Regime zwischen 1943 und 1945 errichtet wurde. Wien hat noch mehrere dieser Türme, und der im Esterházypark gehört zu den am besten erhaltenen. Seine Wände sind stellenweise mehrere Meter dick, was dem Inneren gleichzeitig etwas Höhlenartiges und Monumentales verleiht. Der Zoo hat mit dieser ungewöhnlichen Architektur gearbeitet statt gegen sie: Die Stockwerke des Turms dienen als vertikale Ausstellungsebenen, an der Basis erweitert durch verglaste Tropenhaus-Anbauten.
💡 Lokaler Tipp
Die Kasse und der Online-Einlass schließen 30 Minuten vor der täglichen Schließzeit um 20:00 Uhr. Wer vor 17:00 Uhr kommt, hat – besonders an Wochenenden – das entspannteste Erlebnis.
Die Geschichte des Gebäudes: Vom Flakturm zum Fischtank
Der Flakturm im Esterházypark ist einer von sechs solchen Bauten, die während des Krieges in Wien errichtet wurden. Sie sollten Flugabwehrgeschütze über die Dachlinie heben, waren dadurch aus der Luft kaum zu zerstören und wegen ihrer massiven Stahlbetonkonstruktion auch danach so gut wie nicht abzureißen. Nach Kriegsende standen die österreichischen Behörden vor der Frage, was mit diesen unbeweglichen Betonkolossen in öffentlichen Parks anzufangen sei.
Die Umwandlung des Esterházypark-Turms in einen Zoo begann Ende der 1950er Jahre, als Teil eines breiteren stadtbürgerlichen Bemühens, das zu nutzen, was sonst ein Betonmahnmal der Zerstörung geblieben wäre. Der Name „Haus des Meeres" spiegelte den ursprünglichen Schwerpunkt auf Meereslebewesen wider – inzwischen hat sich die Einrichtung jedoch zu einem vollwertigen Aqua Terra Zoo entwickelt, der sowohl Wasser- als auch Landtierarten umfasst.
Wer sich für die Geschichte der Wiener Kriegsinfrastruktur interessiert, sollte einen Blick in den Wien-Reiseführer zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs werfen, der die Flaktürme und andere erhaltene Bauwerke in der Stadt behandelt.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
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Im Zoo: Was dich Etage für Etage erwartet
Das Layout ist vertikal, nicht horizontal. Du betrittst das Gebäude zu ebener Erde und arbeitest dich stockwerksweise nach oben, wobei jede Etage unterschiedlichen Ökosystemen oder Tiergruppen gewidmet ist. Die unteren Etagen konzentrieren sich meist auf Süßwasserarten, Reptilien und tropische Insekten, während in der Mitte und oben größere Meerwasserbecken und das eindrucksvolle Haibecken zu finden sind. Die Tropenhaus-Anbauten an der Basis beherbergen freifliegende Tropenvögel in warmen, feuchten Gehegen, die nach feuchtem Moos und Erde riechen – ein merkwürdiger Kontrast zu den kalten Betonwänden wenige Meter daneben.
Das Haibecken auf halbem Weg durch den Turm zieht die meisten Besucher an – zu Recht. Das Becken ist groß genug, um den Tieren echten Schwimmraum zu geben, und Fütterungsvorführungen ziehen, wenn sie stattfinden, ein beachtliches Publikum an. Die Tageszeiten für Fütterungen stehen auf der Programm-Tafel am Eingang.
Das Anakonda-Gehege ist ein weiteres verlässliches Highlight. Grüne Anakondas liegen oft halb untergetaucht und reglos da – etwas Geduld hilft – aber selbst ein teilweise sichtbares Tier dieser Größe hinterlässt Eindruck. Die Reptilienbereiche umfassen außerdem große Krokodilienarten sowie eine gute Auswahl an Giftschlangen und ungiftigen Schlangen.
ℹ️ Gut zu wissen
Das Tropenhaus nahe der Basis ist das ganze Jahr über beheizt und feucht. Im Winter ist es eine willkommene Wärmestation mitten in Wiens Kälte. Am besten eine Schicht anziehen, die du problemlos ausziehen kannst.
Das Dach: Wien vom Flakturm aus
Die Spitze des Flakturms ist für Besucher zugänglich und bietet ein 360-Grad-Panorama über das Wiener Zentrum, das die meisten Touristen nie zu sehen bekommen. Der Blick reicht über die dichten Wohnblöcke des 6. Bezirks westwärts zum Mariahilfer Gürtel, südwärts zum Belvedere und nordwärts zum Stephansdom-Turm, der über die Dachlandschaft ragt. Es ist nicht der höchste Punkt der Stadt, aber der unverstellte Blick von einem so markanten Bauwerk hat sein ganz eigenes Gewicht.
Bei gutem Wetter ist das Dach wirklich nützlich zur Orientierung. An klaren Wintertagen sind die Alpen am südlichen Horizont sichtbar. Im Sommer füllt sich die Plattform schnell, besonders an Wochenenden – unter der Woche oder früh morgens ist es deutlich ruhiger. Gegen 19:00 Uhr taucht das Sommerlicht die umliegenden Dächer in Bernsteinfarben, und die Menschenmenge hat sich so weit gelichtet, dass man sich frei bewegen kann.
Wer sich für Architektur und erhöhte Aussichtspunkte interessiert, findet im Wien-Architekturführer Informationen zur Ringstraße, der Secession und anderen Bauwerken, die von der Turmplattform aus sichtbar sind.
Praktisches: Anfahrt und Eintritt
Das Haus des Meeres liegt im Esterházypark im 6. Wiener Gemeindebezirk (Mariahilf), nur wenige Gehminuten von der U3-Station Neubaugasse entfernt. Der Fußweg vom Bahnhof dauert etwa fünf bis acht Minuten durch ein ruhiges Wohnviertel. Wer nicht von der U-Bahn laufen möchte, kann mit den Buslinien 13A, 14A und 57A direkt bis zur Haltestelle Haus des Meeres fahren.
Der Zoo hat an jedem Tag des Jahres von 09:00 bis 20:00 Uhr geöffnet – damit gehört er zu den verlässlichsten Sehenswürdigkeiten Wiens für frühe oder späte Besucher. Der letzte Einlass ist 30 Minuten vor Schließung, also entsprechend planen. Die Eintrittspreise 2026: Erwachsene €23,50, Kinder von 6 bis 15 Jahren €9,80, Kinder von 3 bis 5 Jahren €6,50, Kinder unter 3 Jahren kostenlos. Senioren, Studenten und Personen mit Behinderung zahlen an Wochentagen mit gültigem Ausweis €16,50. Alle Preise können sich ändern – vor dem Besuch auf der offiziellen Website nachprüfen.
Der Zoo ist auf der offiziellen Wiener Tourismusplattform als barrierefrei gelistet. Die Tropenhaus-Bereiche im Erdgeschoss und die unteren Ausstellungsetagen sind per Aufzug erreichbar, allerdings sind die Betontreppen des Turms stellenweise schmal. Besucher mit eingeschränkter Mobilität sollten die genauen Barrierefreiheitsdetails direkt über die offizielle Website klären oder das Haus vorab kontaktieren. Einen breiteren Überblick über familienfreundliche Aktivitäten in Wien bietet der Wien mit Kindern – Reiseführer.
Wann du am besten kommst und was das Erlebnis beeinflusst
Das Haus des Meeres ist an Regentagen wirklich eine gute Wahl – damit hebt es sich von vielen Wiener Sehenswürdigkeiten ab. Die Innenräume sind vollständig überdacht, die Tropenhausbereiche sind warm, und du kannst zwei bis drei Stunden verbringen, ohne einmal aufs Wetter zu achten. Dieser Ruf sorgt dafür, dass verregnete Wochenenden spürbar mehr Besucher anziehen, besonders Familien mit Kindern. Wenn du Wien an einem verregneten Sommerwochenende besuchst, kaufe Tickets möglichst im Voraus oder komm zur Öffnungszeit.
Wochentags zwischen 09:00 und 11:00 Uhr ist es konstant am ruhigsten. Schulklassen kommen gelegentlich während der Schulzeit an Wochentag-Vormittagen, was die größeren Ausstellungsetagen vorübergehend füllen kann – aber sie bewegen sich in geordneten Gruppen und ziehen schnell weiter. Der späte Nachmittag an Wochentagen, etwa von 15:00 bis 18:00 Uhr, bietet eine gute Mischung aus überschaubarem Besucheraufkommen und ausreichend Zeit für das gesamte Gebäude.
⚠️ Besser meiden
Die Betontreppen zwischen den Etagen sind steil und schmal. Wer mit einem Kinderwagen kommt, sollte den Aufzug nutzen – der ist vorhanden, kann aber in Stoßzeiten Schlangen haben. Das Dach hat keinen Wetterschutz: Bei Gewitter bitte meiden.
Wiens Nebensaison – grob von Ende März bis Mai und von September bis Oktober – bietet stadtweite die angenehmsten Besuchsbedingungen. Wer mehr über den besten Reisezeitpunkt erfahren möchte, findet in unserem Die beste Reisezeit für Wien hilfreiche Informationen zu den Vor- und Nachteilen der einzelnen Jahreszeiten.
Hinweise für Fotografen und zur Sinneserfahrung
Die Beleuchtung in den Beckenbereichen ist dunkel und bläulich getönt – optimiert für die Tiere, nicht für Kameras. Die meisten Smartphone-Kameras kommen in diesen Bedingungen ohne Nachtmodus an ihre Grenzen. Eine Kamera mit lichtstarkem Objektiv oder guter Schwachlichtleistung liefert im Haibecken und bei den Tropenfischen deutlich bessere Ergebnisse. In den meisten Bereichen ist Blitz nicht gestattet.
Die Tropenhausbereiche riechen nach Feuchtigkeit, Erde und dem leicht metallischen Geruch großer Vogelgehege. Der Klang tropischer Vögel, die durch den verglasten Raum rufen, ist an ruhigen Morgen beeindruckend. Die oberen Etagen des Turms sind kühler und stiller – mit dem akustischen Hall von Schritten auf Betontreppen und dem gelegentlichen Gluckern der Filtersysteme. Eine Sinneserfahrung, die kein herkömmliches Aquarium replizieren kann.
Insider-Tipps
- Das Dach wird von vielen Besuchern übersehen, weil sie sich ganz auf die Tiere konzentrieren. Mach es zu deinem letzten Stopp auf dem Weg raus: Das Nachmittagslicht im Sommer ist besonders schön für Fotos, und ab 17:00 Uhr an Wochentagen wird es dort oben deutlich ruhiger.
- Die Fütterungsvorführungen am Haifischbecken stehen auf keinem festen öffentlichen Programm. Schau direkt nach der Ankunft auf die Programmtafel am Eingang – bei viel Betrieb können die Plätze schnell vergeben sein.
- Das tropische Vogelhaus ist bei Winterbesuchen ein warmer, ruhiger Rückzugsort und meist deutlich weniger überfüllt als die Hauptetagen. Die Vögel fliegen frei über dich hinweg, und wer sich in der Nähe der Futterstellen etwas Zeit nimmt, wird mit nahen Beobachtungen belohnt.
- Der Esterházypark rund um den Turm ist eine angenehme Grünfläche. Bei gutem Wetter eignen sich die Parkbänke gut für eine Pause vor oder nach dem Besuch – der Park ist kostenlos zugänglich.
- Wer die Wien City Card oder ähnliche Rabattkarten nutzt, sollte vor dem Kauf prüfen, ob das Haus des Meeres inbegriffen ist, da sich die Rabattpartnerschaften gelegentlich ändern.
Für wen ist Haus des Meeres (Aqua Terra Zoo) geeignet?
- Familien mit Kindern ab 4 Jahren, die einen ganzen Innentag unabhängig vom Wetter verbringen möchten
- Geschichtsinteressierte Besucher, die Wiens Infrastruktur aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem zoologischen Erlebnis verbinden wollen
- Wiederholungsbesucher in Wien, die die klassischen Kaiserpaläste und Kunstmuseen schon kennen und etwas Besonderes suchen
- Fotografen, die ungewöhnliche Architektur und Tiermotive an einem einzigen Ort suchen
- Reisende mit knappem Budget, die eine Halbtagsaktivität mit klarem Eintrittspreis und ohne versteckte Zusatzkosten suchen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in MuseumsQuartier & Mariahilf (6. und 7. Bezirk):
- Leopold Museum
Im Herzen des MuseumsQuartiers thront ein markanter Kalksteinwürfel – das Leopold Museum. Es beherbergt die weltgrößte Egon-Schiele-Sammlung sowie bedeutende Werke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Richard Gerstl. Wer sich für die rohe, verstörende Schönheit der Wiener Fin-de-Siècle-Kunst begeistert, findet hier eines der dichtesten und lohnendsten Museumserlebnisse Mitteleuropas.
- MUMOK (Museum moderner Kunst)
Das mumok, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, beherbergt die größte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Mitteleuropa. Der markante Basaltlavawürfel im MuseumsQuartier zeigt Wiener Aktionismus, Pop Art, Fluxus und vieles mehr. Alles, was du für einen gelungenen Besuch brauchst.
- MuseumsQuartier
Das MuseumsQuartier Wien, kurz MQ, ist eines der größten Kulturkomplexe der Welt. Aus den habsburgischen Hofstallungen wurde ein weitläufiger Campus mit Museen für moderne Kunst, unabhängigen Galerien und frei zugänglichen Innenhöfen. Der Eintritt zum Gelände ist rund um die Uhr kostenlos, während die einzelnen Institutionen eigene Eintrittspreise erheben. Ob du drei Stunden oder einen ganzen Tag einplanst – hier schlägt das kulturelle Herz des gegenwärtigen Wien.