Barranco del Infierno: Die Schluchtenwanderung, die jeder Südteneriffa-Besucher kennen sollte
Der Barranco del Infierno ist ein geschützter Schluchtenpfad oberhalb von Adeje im Süden Teneriffas. Er führt durch beeindruckende Vulkanlandschaft zu einem dauerhaften Wasserfall. Die tägliche Besucherzahl ist auf 300 begrenzt, eine Buchung ist Pflicht – und der Aufwand lohnt sich wirklich, wenn du gut vorbereitet kommst.
Fakten im Überblick
- Lage
- Calle de los Molinos 46, Adeje, Teneriffa
- Anfahrt
- Bus nach Adeje (TITSA), dann steiler Fußweg zum Eingang; mit Taxi oder Auto von Costa Adeje aus deutlich einfacher
- Zeitbedarf
- 2,5 bis 3,5 Stunden für die gesamte Hin- und Rückrunde
- Kosten
- Erwachsene (ab 12 J.) 15 €, Kinder (5–12 J.) 7,50 €; Buchung über die offizielle Website Pflicht
- Am besten für
- Wanderer, Naturliebhaber, Familien mit älteren Kindern, Fotografen
- Offizielle Website
- barrancodelinfierno.es/en

Was der Barranco del Infierno eigentlich ist
Der Barranco del Infierno – grob übersetzt „Schlucht der Hölle" – ist ein geschütztes Naturgebiet und Wanderweg, der tief in den Vulkanfels oberhalb von Adeje im Süden Teneriffas eingeschnitten ist. Der Name klingt dramatisch, und die Landschaft hält zumindest einen Teil davon: senkrechte Basaltwände, ein enger Schluchtenboden und dichte einheimische Vegetation, die stellenweise den Himmel verdeckt. Am Ende des Pfades stürzt ein dauerhafter Wasserfall in ein Felsenbecken – ein ungewöhnlicher Anblick in dieser trockenen Ecke der Insel.
Das Gebiet ist von der Regierung der Kanarischen Inseln als Besonderes Naturschutzgebiet eingestuft. Das hat handfeste Konsequenzen für Besucher: Der tägliche Zugang ist auf rund 300 Personen in zeitlich festgelegten Slots begrenzt, eine Online-Buchung ist vor dem Besuch Pflicht, Kinder unter fünf Jahren werden nicht eingelassen, und Haustiere sind auf dem Pfad nicht erlaubt. Das hier ist kein gemütlicher Spaziergang durch einen öffentlichen Park – sondern ein kontrolliertes Naturgebiet, in dem Naturschutz an erster Stelle steht.
⚠️ Besser meiden
Eine Buchung ist Pflicht. Spontane Besuche ohne Reservierung werden nicht akzeptiert. Buche deinen Slot im Voraus auf barrancodelinfierno.es – in der Hochsaison sind Plätze oft Tage oder Wochen im Voraus vergriffen.
Der Weg: Was dich auf der Strecke erwartet
Der Pfad beginnt am Eingangstor an der Calle Molinos, am oberen Rand der Altstadt von Adeje. Bereits nach den ersten Schritten führt der Weg hinunter in die Schlucht und folgt einem historischen Wasserkanal – einer sogenannten Acequia –, der einst zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Terrassen unten genutzt wurde. Das Mauerwerk des Kanals ist stellenweise noch gut erhalten und verleiht der Wanderung eine unerwartete historische Tiefe, die über reine Naturbeobachtung hinausgeht.
Der Pfad wird als mittelschwer bis schwer eingestuft. Die Gesamtstrecke beträgt rund 6,5 Kilometer hin und zurück, mit einem Höhengewinn, der den Rückweg spürbar anstrengender macht als den Hinweg. Der Untergrund wechselt zwischen festgetretenem Erdreich, losem Gestein und unebenen Steinstufen. Festes Schuhwerk ist hier keine Option, sondern Voraussetzung. Am Eingang werden Wanderschuhe und -stöcke für jeweils rund 4 € verliehen – eigene gute Wanderschuhe mitzubringen ist aber klar die bessere Wahl.
Je weiter du in die Schlucht hineingehst, desto näher rücken die Wände zusammen. Das Mikroklima verändert sich deutlich: Es ist merklich kühler und feuchter als an der Küste, und die Luft riecht nach nassem Gestein und wilder Vegetation. Die Pflanzenwelt umfasst kanarische Arten, die an die geschützten, feuchtigkeitsreichen Bedingungen der Schlucht angepasst sind. Das Ziel hört man, bevor man es sieht – das Rauschen des Wasserfalls erreicht einen schon kurz vor der letzten Biegung.
💡 Lokaler Tipp
Trage geschlossene Schuhe mit gutem Profil. Der Weg wird in der Nähe des Wasserfalls nass und rutschig. Dünne Schichten zum Überziehen sind sinnvoll, da die Temperatur in der Schlucht deutlich unter der an der Küste liegt.
Der Wasserfall: Lohnt sich die Wanderung?
Der Wasserfall am Ende des Pfades ist der Grund, warum die meisten Menschen den Weg auf sich nehmen. Er wird dauerhaft von natürlichen Quellen gespeist, was ihn im trockenen Süden Teneriffas zu einer echten Besonderheit macht. Der Fall selbst ist eher bescheiden als spektakulär – aber im Kontext, umgeben von Vulkanfelswänden und subtropischer Vegetation, nach rund 3,25 Kilometern Fußmarsch, hat er seine eigene Wirkung. Das Becken am Fuß ist klein und flach; Besucher werden gebeten, nicht ins Wasser zu steigen.
Fotografen sollten wissen: Der Wasserfall liegt aufgrund der Ausrichtung der Schluchtwände bereits am Vormittag meist im Schatten. Frühe Slots, besonders im Sommer, bieten auf dem Hinweg etwas besseres Licht, aber direktes Sonnenlicht fällt zu keiner zugänglichen Besuchszeit auf den Wasserfall selbst. Wer Langzeitbelichtungen plant, sollte ein Stativ mitbringen – das Licht ist schwach, und allein mit dem Smartphone wird man enttäuscht.
Zeiten, Besuchermengen und wann man am besten geht
Der Einlass erfolgt ausschließlich in zeitlich festgelegten Morgenstunden. Im Sommer (1. Juni bis 15. September) läuft der Einlass von etwa 08:00 bis 10:30 Uhr, der Park schließt gegen 14:00 Uhr. Im Winterhalbjahr (16. September bis 31. Mai) verlängert sich das Einlassfenster leicht bis etwa 11:30 Uhr, mit Parkschluss um ca. 14:30 Uhr. Diese Zeiten sind nicht flexibel. Alle Besucher müssen vor Schließung draußen sein – das wird auch durchgesetzt.
Die frühesten Slots sind am ruhigsten und bieten die angenehmsten Bedingungen, besonders im Sommer, wenn es auf dem Rückweg bereits unangenehm heiß werden kann – selbst innerhalb der Schlucht. Der Pfad ist stellenweise schmal, und wenn zwei Gruppen einander entgegenkommen, braucht man etwas Geduld beim Ausweichen. Mit 300 Besuchern, die über ein 2,5-stündiges Einlassfenster verteilt werden, fühlt sich der Pfad nie wirklich leer an – aber auch selten überfüllt, schon gar nicht im Vergleich zu den Resortstrände unten.
Frühling und früher Herbst bieten die ausgewogensten Bedingungen: Die Temperaturen sind angenehm ohne Sommerhitze, und die Vegetation ist nach dem Winterregen oft üppiger. Der Pfad ist auch im Winter begehbar, und die geringeren Besucherzahlen im Januar oder Februar können das Erlebnis ruhiger machen – auch wenn das Licht am Nachmittag schneller schwindet, wenn man länger verweilt.
Wer einen umfassenderen Überblick über Teneriffas Wanderkalender auf der gesamten Insel sucht, findet im Wanderführer Teneriffa Routen von der Anaga-Küste bis zum Teide, inklusive saisonaler Tipps.
Anreise von Costa Adeje
Der Trailhead befindet sich an der Calle Molinos 46 im oberen Teil von Adeje – ein paar Kilometer landeinwärts und bergauf vom Hauptresortbereich Costa Adeje. Mit dem Auto dauert die Fahrt von den meisten Hotels in Costa Adeje rund 10 Minuten; in der Nähe des Eingangs gibt es einen kleinen kostenpflichtigen Parkplatz. Mit dem Taxi ist die Strecke kurz und günstig aus der Resortzone. Wer kein Mietauto hat, fährt am besten Taxi.
Öffentliche Busse (TITSA) verbinden Costa Adeje und Los Cristianos mit Adeje, aber die Haltestelle liegt im unteren Teil der Stadt. Von dort ist der Weg zum Barranco-Eingang ein steiler Aufstieg durch Adejes enge Gassen – das kostet rund 15 bis 20 Minuten zusätzlich und verlangt schon vor der eigentlichen Wanderung etwas Kondition. Aktuelle TITSA-Fahrpläne am besten vor der Reise auf der offiziellen Website des Betreibers prüfen, da sich Zeiten ändern können.
Wer im Süden übernachtet und mehrere Tagesausflüge plant, findet im Teneriffa Fortbewegungsguide alles Wissenswerte über das Busnetz, Taxigewohnheiten und Mietwagen auf der Insel.
Geschichte und Ökologie
Der Ursprung des Namens ist nicht vollständig geklärt – eine Theorie verweist auf die extreme Hitze in den exponierten oberen Abschnitten im Sommer, eine andere auf den gefürchteten Ruf, den die Schlucht bei Einheimischen hatte, die sie bei schlechten Bedingungen durchqueren mussten. Das Kanalsystem im unteren Teil der Schlucht ist ein Überrest von Teneriffas landwirtschaftlicher Vergangenheit: Das Wasser aus den Quellen des Barrancos wurde über Kanäle zu Terrassenfeldern geleitet, die die Inselbevölkerung versorgten. Diese Bewässerungskanäle – lokal als Acequias bekannt – gehören zu den ältesten technischen Anlagen in der kanarischen Landschaft.
Als Besonderes Naturschutzgebiet schützt die Schlucht einheimische Pflanzenarten, die an das ungewöhnliche Mikroklima des Barrancos angepasst sind – darunter mehrere endemische Kanarenpflanzen, die nur in diesen geschützten, feuchten Bedingungen gedeihen. Die dauerhafte Wasserquelle ist ökologisch bedeutsam im sonst ariden Süden der Insel und unterstützt eine weit höhere Dichte einheimischer Vegetation als das umliegende Buschland. Besucher sind verpflichtet, jederzeit auf dem markierten Pfad zu bleiben und Vegetation sowie Felsformationen nicht zu berühren.
Wer verstehen möchte, wie sich das in die größere Landschaft Südteneriffas einbettet: Costa Adeje ist die nächste Basis für diese Wanderung und hat weit mehr zu bieten, als sein Ruf als Resortort vermuten lässt.
Praktische Checkliste vor dem Start
- Slot online buchen auf barrancodelinfierno.es – Buchungsbestätigung mitbringen (Ausdruck oder Handybildschirm)
- Geschlossene Schuhe mit gutem Profil tragen; Turnschuhe gehen zur Not, Wanderschuhe sind besser
- Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mitbringen; auf dem Pfad gibt es keine Wasserversorgung
- Sonnencreme vor dem Eingang auftragen – die exponierten Abschnitte auf dem Rückweg können im Sommer brutal sein
- Kleinen Snack einpacken; die Wanderung dauert 2,5 bis 3,5 Stunden und der Rückweg geht bergauf
- Kinder unter 5 Jahren haben keinen Zutritt; alle Kinder müssen die Strecke eigenständig bewältigen können
- Haustiere sind unter keinen Umständen auf dem Pfad erlaubt
- Fotografie: Stativ für Wasserfallaufnahmen mitbringen und mit wenig Licht in der Schlucht rechnen
ℹ️ Gut zu wissen
Ticketpreise Stand 2026: Erwachsene (ab 12 J.) 15 €, Kinder (5–12 J.) 7,50 €. Bewohner der Kanarischen Inseln zahlen 5 €/2,50 €, eingetragene Adeje-Einwohner 2,50 €/1,50 €. Aktuelle Preise vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen.
Für wen diese Wanderung nichts ist
Der Barranco del Infierno ist nicht für alle geeignet. Besucher mit stärkeren Mobilitätseinschränkungen oder Knieproblemen sollten zweimal überlegen: Der Pfad ist über die gesamten 6,5 Kilometer uneben und felsig, und der Rückweg beinhaltet einen langen Aufstieg, der viele Besucher mehr fordert als erwartet. Die Bewertung als mittelschwer bis schwer ist korrekt.
Familien mit sehr kleinen Kindern müssen sorgfältig planen. Das Mindestalter liegt bei fünf Jahren, und selbst ein fitter Fünfjähriger könnte die volle Strecke anspruchsvoll finden. Überlege realistisch, was dein Kind wandertechnisch leisten kann – der Eintrittspreis wird nicht erstattet, wenn das Kind die Strecke nicht schafft.
Wer spektakuläre Landschaften im Stil der Nordküste Teneriffas oder die beeindruckende Größe der Los-Gigantes-Klippen erwartet, sollte die Erwartungen etwas anpassen. Die Schluchtenlandschaft ist eindrucksvoll, aber intim statt weitläufig. Der Reiz liegt in den Details: die Texturen, das Rauschen des Wassers, der Geruch der Schluchtvegetation, und die Belohnung am Wasserfall – nicht in Panoramablicken.
Wer dramatischere Küstenlandschaften ohne Wanderung sucht, ist bei den Los-Gigantes-Klippen besser aufgehoben – die lassen sich bequem per Boot bewundern, ganz ohne besondere Fitness.
Insider-Tipps
- Buche den frühestmöglichen Slot, besonders im Juli und August. Du bist fertig, bevor die Mittagshitze richtig einsetzt, und die Luft in der Schlucht ist morgens am frischesten.
- Der Fußweg vom Busbahnhof Adeje zum Eingang ist steil und wird bei der Reiseplanung oft unterschätzt. Rechne 20 Minuten extra ein und spare Energie, wenn du mit dem Bus anreist.
- Wanderstöcke helfen wirklich auf dem Rückweg, besonders wenn deine Knie empfindlich sind. Die Leihgebühr von 4 € am Eingang ist gut investiert, falls du keine eigenen dabei hast.
- Wer früh dran ist und noch Energie hat: Die Altstadt von Adeje direkt unterhalb des Trailheads hat eine kleine Kirche und traditionelle Architektur, die 20 Minuten vor oder nach der Wanderung wert sind.
- In der Osterwoche und in den Sommerferien sind die Slots oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wenn deine Reise in diese Zeiträume fällt, schau sofort nach der Buchungsbestätigung nach verfügbaren Plätzen – nicht erst ein paar Tage vorher.
Für wen ist Barranco del Infierno geeignet?
- Wanderer aus Costa Adeje oder Los Cristianos, die echte Natur jenseits der Resortzone suchen
- Familien mit Kindern ab 7 Jahren, die eine moderate Rundtour von 6,5 Kilometern bewältigen können
- Natur- und Wildtierfotografen, die sich für endemische kanarische Pflanzenarten und Wasserfallaufnahmen interessieren
- Reisende, die einen Halbtagsausflug suchen, der einen echten Kontrast zu Strand und Pool bietet
- Alle, die sich für die Agrar- und Wassergeschichte der Kanarischen Inseln interessieren
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Costa Adeje:
- Playa del Duque
Die Playa del Duque ist ein breiter, geschützter öffentlicher Strand in Costa Adeje, Teneriffa, direkt neben dem Gran Hotel Bahía del Duque. Dank ruhiger, durch Wellenbrecher geschützter Gewässer, guter Zugänglichkeit und einer spürbar entspannteren Atmosphäre als die nahe gelegenen Hotelstrände zieht er all jene an, die Komfort ohne Trubel suchen.
- Siam Park
Der Siam Park ist ein großer Wasserpark mit thailändischem Thema in Costa Adeje, der weithin als einer der besten Wasserparks Europas gilt. Dieser Guide behandelt Tickets, Top-Attraktionen, Besucherströme, Anreisemöglichkeiten und eine ehrliche Einschätzung, für wen sich der Besuch lohnt – und für wen nicht.