Ist Malta sicher? Ein ehrlicher Sicherheitsratgeber für Reisende
Malta gehört zu den zehn sichersten Ländern der Welt – aber das heißt nicht, dass es keinerlei Risiken gibt. Dieser Ratgeber behandelt Kriminalitätsstatistiken, häufige Betrugsmaschen, Straßengefahren, Strandrisiken und die Sicherheitslage in den einzelnen Stadtvierteln.

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Kurzfassung
- Malta ist nach globalen und europäischen Maßstäben extrem sicher und belegt laut World Justice Project etwa Platz 10 bei der persönlichen Sicherheit – vor Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien.
- Gewaltkriminalität ist selten. Die größten Risiken für Touristen sind Taschendiebstahl und Handtaschenraub in belebten Gegenden wie Valletta, Sliema und Paceville.
- Die Straßen sind die am meisten unterschätzte Gefahr: Linksverkehr, enge Gassen und aggressive einheimische Fahrer verursachen häufig Unfälle, besonders bei Mietwagentouristen. Lies unseren Ratgeber zum Fortbewegen in Malta, bevor du ein Fahrzeug mietest.
- Der Notruf ist 112 (kostenlos von jedem Telefon). Leitungswasser ist trinkbar. Englisch ist Amtssprache, Kommunikation ist also nie ein Problem.
- Sommersonne und Klippenränder sind echte Gefahren. Sonnenschutz LSF 50+, das Beachten der Strandflaggen und das Bleiben auf markierten Klippenpfaden sind Pflicht.
Wie sicher ist Malta? Die echten Zahlen

Ist Malta sicher? Nach jedem objektiven Maßstab: ja. Das World Justice Project platziert Malta weltweit auf Rang 12 für Ordnung und Sicherheit – vor den meisten westeuropäischen Ländern, darunter Deutschland (21.), Spanien (35.), Frankreich (49.) und Italien (64.). Zum Vergleich: Rund 3,5 Millionen Touristen besuchen Malta jährlich bei einer Einwohnerzahl von 563.433, und das Land verzeichnete 2024 lediglich 4 Tötungsdelikte. Dieses Verhältnis ist außergewöhnlich niedrig.
Die Kriminalitätsdaten der maltesischen Polizei aus 2024 zeigen 2.225 Gewaltdelikte, 650 Taschendiebstähle und 513 Einbrüche im gesamten Archipel. Das sind keine alarmierenden Zahlen für ein Land, das Millionen internationaler Besucher empfängt. Verglichen mit jeder großen europäischen Hauptstadt schneidet Malta sehr gut ab. Die EU zählt Malta zu seinen Mitgliedstaaten mit der niedrigsten Kriminalitätsrate – und das Jahr für Jahr.
Dennoch können Zahlen Muster verschleiern. Kriminalität ist nicht gleichmäßig verteilt. St. Julian's (San Ġiljan), Mosta, Floriana, Valletta und Mdina weisen Kriminalitätsraten auf, die zwei- bis fünfmal über dem nationalen Durchschnitt liegen – hauptsächlich wegen der Konzentration von Touristen, Nachtleben und Geschäftstätigkeit. Wo du dich aufhältst, spielt eine größere Rolle, als nationale Durchschnittswerte vermuten lassen.
ℹ️ Gut zu wissen
Malta zahlt mit dem Euro (EUR), fährt links und nutzt britische Typ-G-Steckdosen (230V). Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache – das Melden eines Vorfalls bei der Polizei ist für englischsprachige Reisende also unkompliziert.
Taschendiebstahl: Wo und wie er passiert
Taschendiebstahl und Handtaschenraub sind die häufigsten Delikte, die Touristen in Malta betreffen. Sie folgen vorhersehbaren Mustern: belebte öffentliche Plätze, Ablenkungsmanöver und opportunistische Griffe in Nightlife-Bereichen. Die Hotspots zu kennen ist die wirksamste Prävention.
- Vallettas Hauptstraßen und Märkte Die Republic Street und die Merchants Street ziehen dichtes Fußgängeraufkommen an, besonders während Festivals und zur Mittagszeit. Taschen zuzippen und vor den Körper halten.
- Promenaden in Sliema und St. Julian's Das ganze Jahr über von Touristen belebt. Handtaschenraub von Caféstühlen wird gemeldet. Handys und Geldbörsen nie auf dem Tisch liegenlassen.
- Pacevilles Nachtclubmeile Der Bereich mit dem höchsten Risiko in Malta bei Nacht. Überfüllte Clubs, Alkohol und schlechte Beleuchtung bieten ideale Bedingungen für Taschendiebe. Einen Geldgürtel nutzen oder Wertsachen im Hotel lassen.
- Öffentliche Busse Die Busse von Malta Public Transport werden im Sommer sehr voll, besonders auf Strecken zu beliebten Stränden. Taschen mit Frontverschluss und am Körper getragene Beutel sind die wirksamste Abschreckung.
- Geldautomaten und Parkhäuser An freistehenden Geldautomaten wurde Kartenskimming gemeldet. Wenn möglich, bankeneigene Automaten nutzen und niemals Wertsachen sichtbar im geparkten Mietwagen liegenlassen.
- Marsaxlokks Sonntagsmarkt Der Fischmarkt zieht große Menschenmengen an und ist als Ort für Taschendiebstahl bekannt. Beim Schlendern durch die Stände auf die Umgebung achten.
⚠️ Besser meiden
Lass eine Tasche niemals unbeaufsichtigt am Strand, auch nicht für ein kurzes Bad. Opportunistischer Diebstahl aus Strandtaschen ist an beliebten Stränden wie der Mellieha Bay und der Golden Bay in den Sommermonaten (Juli–August) weit verbreitet.
Straßensicherheit: Maltas unterschätzteste Gefahr

Malta fährt links, britischer Art. Für Besucher aus Kontinentaleuropa und Nordamerika erfordert das allein schon Anpassung. Die Straßen machen es zusätzlich schwierig: Viele sind eng, schlecht beschildert und in schlechterem Zustand, als man von einem EU-Land erwarten würde. Der einheimische Fahrstil kann aggressiv sein, mit häufigem Spurwechsel und dichtem Auffahren. Kleinere Unfälle mit Mietwagen sind extrem häufig, besonders auf Landstraßen in Gozo. Die ehrliche Empfehlung: Nutze die Busse von Malta Public Transport oder buche über zuverlässige Transportmöglichkeiten, anstatt ein Auto zu mieten – es sei denn, du hast umfangreiche Erfahrung mit Linksverkehr.
Roller- und Motorradverleih ist besonders riskant. Die Fahrbahnoberflächen können im Sommer durch Hitze und Staub rutschig sein, und die Kombination aus engen Gassen und mangelnder Erfahrung der Touristen führt zu überdurchschnittlich vielen Unfällen. Wenn du doch ein Fahrzeug mietest, nimm den umfangreichsten verfügbaren Versicherungsschutz und fotografiere jeden vorhandenen Kratzer, bevor du losfährst.
✨ Profi-Tipp
Der Internationale Flughafen Malta (MLA) liegt etwa 8 km vom Stadtzentrum Vallettas entfernt. Die Buslinien X1 und X4 fahren für rund 2 € nach Valletta und benötigen 40–60 Minuten. Ein Taxi mit Taxameter kostet 20–30 € und dauert 20–30 Minuten. Shuttle-Services kosten 10–15 €. Der Bus ist absolut sicher und spart Geld – lass die unlizenzierter Taxifahrer, die im Terminal auf Ankömmlinge zugehen, links liegen.
Strand- und Outdoor-Sicherheit

Maltas Küste ist wirklich wunderschön, verlangt aber Respekt. Bewachte Strände nutzen in den Sommermonaten ein Flaggensystem: Grün bedeutet sicheres Schwimmen, Gelb bedeutet Vorsicht, und Rot bedeutet kein Baden. Die Flaggen sind keine Dekoration. Das Mittelmeer kann starke Unterströmungen erzeugen, besonders an der Nordwestküste, und diese sind für mehr Ertrinkungsunfälle verantwortlich als jede andere Gefahr. Für die besten familienfreundlichen Strände mit Rettungsschwimmern, lies den Ratgeber zu den besten Stränden Maltas.
Quallenblüten treten gelegentlich auf, typischerweise im Spätsommer (August–September), und können schmerzhafte Stiche verursachen. Die lokalen Strandbehörden posten meist Warnungen, aber es lohnt sich, vorab den Strandkodex der Malta Tourism Authority zu prüfen. In Klippenbereichen wie den Dingli Cliffs oder den Küstenpfaden rund um Gozo unbedingt auf markierten Wegen bleiben. Klifppenränder sind stellenweise instabil, und Stürze sind bereits vorgekommen. Das ist keine dramatische Warnung, nur eine praktische: Die Aussichten sind es wert, und am besten genießt man sie mit etwas Abstand zum Rand.
Sonnenschutz ist von Mai bis September wirklich unverzichtbar. Malta erhält im Hochsommer täglich über 12 Stunden direkte Sonne, die Temperaturen erreichen regelmäßig 32 °C und entlang der Küstenpfade gibt es kaum natürlichen Schatten. Sonnencreme LSF 50+, ein Hut und ausreichend Wasser sind Grundlagen, keine optionalen Extras. Hitzerschöpfung betrifft mehr Touristen in Malta, als die meisten Besucher vor der Anreise erwarten.
Häufige Touristenbetrugsmaschen in Malta
Malta ist nach mediterranen Maßstäben kein besonders betrugsanfälliges Reiseziel, aber ein paar wiederkehrende Situationen überraschen Touristen immer wieder. Wer sie kennt, ist gefeit.
- Taxiwerber am Flughafen und Hafen Unlizenzierte Fahrer sprechen Touristen am Internationalen Flughafen Malta und am Fährterminal in Valletta an und bieten Fahrten an. Immer den offiziellen Taxistand mit Taxameter nutzen oder Bolt/Uber vorbuchen. Legitime Taxameter-Tarife zum Stadtzentrum Vallettas sollten 20–30 € betragen.
- Überteuerte Speisekarten in der Nähe von Sehenswürdigkeiten Restaurants direkt neben der St. John's Co-Cathedral und den Upper Barrakka Gardens in Valletta verlangen oft deutlich mehr als üblich. Eine oder zwei Straßen ins Innere laufen – dort gibt es das gleiche Essen zu besseren Preisen.
- Überhöhte Preise bei Bootstouren Inoffizielle Bootstouren zur Blue Lagoon auf Comino haben manchmal unklare Preisstrukturen. Bei etablierten Anbietern mit veröffentlichten Tarifen buchen, um Streit auf dem Wasser zu vermeiden.
- Streitigkeiten über vorhandene Schäden beim Mietwagen Nicht direkt eine Betrugsmasche, aber Mietwagenunternehmen sind dafür bekannt, Schadenskosten für bereits vorhandene Kratzer geltend zu machen. Jeden Winkel des Fahrzeugs vor der Abfahrt fotografieren und die Fotos mit Zeitstempel speichern.
- Souvenirläden mit vermeintlich lokalen Produkten Als maltesisch gekennzeichnete Artikel (Spitzen, Glaswaren, Filigranschmuck) sind manchmal importiert. Für wirklich lokale Produkte in offiziellen Kunsthandwerksläden oder auf Märkten in Valletta und Gozo kaufen.
Sicherheit nach Stadtvierteln

Valletta ist zu den meisten Tageszeiten sicher zu Fuß begehbar, aber Taschendiebstahl nimmt während großer Festivalzeiten wie dem Karneval (Februar) und dem Malta International Arts Festival deutlich zu. Die Drei Städte auf der anderen Seite des Grand Harbour sind ruhiger und fühlen sich generell sicherer an als Vallettas touristischer Kern. Die Drei Städte sind die kurze Fährfahrt wert und ziehen nur einen Bruchteil der touristischen Besucher an.
Sliema und St. Julian's sind tagsüber angenehm, erfordern nach Einbruch der Dunkelheit aber mehr Aufmerksamkeit, besonders rund um das Nightlife-Viertel Paceville. Das ist Maltas wichtigstes Partyviertel: Es wird an Wochenenden sehr voll, alkoholbedingte Vorfälle kommen vor, und Taschendiebstahl ist hier stärker konzentriert als irgendwo sonst auf der Insel. In Gruppen reisen und Wertsachen gut sichern macht einen deutlichen Unterschied.
Mdina, die antike Mauerstadt, ist nach dem Abzug der Reisegruppen am späten Nachmittag extrem ruhig – was Solospaziergänge herrlich entspannt, aber auch einsam macht. Das umliegende Gebiet von Rabat ist ein normaler Wohnort ohne besondere Sicherheitsbedenken. Gozo ist insgesamt ruhiger und weniger touristisch als Maltas Hauptinsel, mit durchweg niedrigeren Kriminalitätsraten. Wer eine entspannte, stressfreie Basis sucht, ist in Gozo genau richtig.
💡 Lokaler Tipp
Maltas Notrufnummer ist 112, kostenlos von jedem Telefon – auch mit ausländischer SIM-Karte. Englisch ist Amtssprache, das Sprechen mit Polizei oder Rettungsdiensten ist also unkompliziert. Die Landesvorwahl lautet +356, falls du lokale Dienste vom Ausland aus anrufen musst.
Praktische Sicherheitstipps vor der Abreise
Eine Reiseversicherung wird dringend empfohlen, besonders für Wassersport, Bootstouren und Mietwagen. EU-Bürger mit einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) haben Zugang zum maltesischen öffentlichen Gesundheitssystem, aber das deckt nicht alles ab. Nicht-EU-Reisende sollten eine umfassende Kranken- und Evakuierungsversicherung mitführen. Für Reiseinspiration, die Sicherheitsaspekte genauso berücksichtigt wie Erlebnisse, kann ein 7-tägiger Malta-Reiseplan dir bei der Planung eines strukturierten, stressfreien Besuchs helfen.
- Beim Sightseeing eine Kopie des Reisepasses mitführen, nicht das Original
- Hotelsafe für Reisepässe, zusätzliches Bargeld und Ersatzkarten nutzen
- Leitungswasser ist überall in Malta trinkbar – kein Grund, ständig Flaschenwasser zu kaufen
- Strom: Typ-G-Steckdosen (britisch), 230 V – Adapter mitbringen, wenn du aus Kontinentaleuropa oder Nordamerika kommst
- Beim Besuch von Kirchen dezente Kleidung tragen: Bedeckte Schultern und Knie sind in den meisten Gotteshäusern Pflicht, darunter die St. John's Co-Cathedral in Valletta
- Bolt und Uber sind beide in Malta verfügbar und in der Regel sicherer und günstiger als nicht geeichte Straßentaxis
- Drogengesetze sind streng. Besitz kann zu erheblichen Strafen führen, darunter mögliche Schengen-Einreiseverbote, Geldstrafen und Inhaftierung
Häufige Fragen
Ist Malta sicher für Alleinreisende Frauen?
Ja, Malta gilt allgemein als sicher für alleinreisende Frauen. Belästigungen sind im Vergleich zu vielen europäischen Reisezielen selten, obwohl die üblichen Nachtleben-Vorsichtsmaßnahmen in Paceville und rund um St. Julian's nach Mitternacht gelten. Alleine durch Valletta oder Sliema zu laufen – tagsüber und am frühen Abend – ist angenehm und unproblematisch. Standardmäßige Aufmerksamkeit beim Solotravel gilt: in gut beleuchteten Bereichen nachts bleiben, den Standort mit jemandem teilen, dem du vertraust, und keine Getränke von Fremden in Clubs annehmen.
Ist Malta sicher für Familien mit Kindern?
Malta ist ein ausgezeichnetes Reiseziel für Familien. Die wichtigsten Überlegungen sind Sonnenschutz (intensiv von Mai bis September), das Beachten der Strandflaggen und die Straßensicherheit beim Mietwagen. Viele Strände haben flache Zugänge, die für Kinder geeignet sind. Rettungsdienste sind zugänglich und englischsprachig. Für Unterhaltungsideen für Kinder sind das Malta National Aquarium und das Popeye Village besonders beliebt bei jüngeren Besuchern.
Welche Gebiete in Malta sollten Touristen meiden?
Es gibt keine Gebiete in Malta, die Reisende komplett meiden müssen. Mehr Vorsicht ist jedoch sinnvoll in Paceville bei Nacht (Taschendiebstahl und alkoholbedingte Vorfälle), an belebten Geldautomaten in Touristenzonen (Skimming-Risiko) und auf abgelegenen Klippenpfaden nach Einbruch der Dunkelheit. Die Gebiete mit überdurchschnittlichen Kriminalitätsraten – St. Julian's, Mosta, Floriana, Valletta und Mdina – sind allesamt beliebte Touristenziele, die jährlich von Millionen Menschen sicher besucht werden.
Ist das Leitungswasser in Malta trinkbar?
Ja, Leitungswasser in Malta ist offiziell trinkbar und erfüllt EU-Standards. Es ist aufbereitetes und entsalztes Meerwasser, daher bemerken manche Besucher einen etwas anderen Geschmack als bei europäischem Festlandleitungswasser. Flaschenwasser ist überall erhältlich, wenn du es bevorzugst – gesundheitliche Gründe, das Leitungswasser zu meiden, gibt es jedoch nicht.
Brauche ich eine Reiseversicherung für Malta?
Eine Reiseversicherung wird dringend empfohlen, ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. EU-Bürger mit EHIC-Karte können Maltas öffentliches Gesundheitssystem nutzen, aber private Behandlungen, Notfallevakuierung, Reiserücktritt und aktivitätsspezifischer Schutz (Tauchen, Wassersport, Mietwagen-Selbstbeteiligung) erfordern eine separate Police. Nicht-EU-Reisende sollten eine umfassende Reiseversicherung als unverzichtbar betrachten. Maltas Gesundheitsversorgung ist grundsätzlich gut, aber die Kosten für nicht abgedeckte Behandlungen können erheblich sein.