Museo del Periodismo y las Artes Gráficas: Die Casa de los Perros von innen
Das Museo del Periodismo y las Artes Gráficas (MUPAG), besser bekannt als Casa de los Perros, gehört zu den am wenigsten besuchten Kulturorten Guadalajaras. Untergebracht in einem Stadtpalais aus dem späten 18. Jahrhundert, das vom INAH als historisches Denkmal eingestuft ist, erzählt es die Geschichte des mexikanischen Journalismus und der Druckkultur – und das Gebäude selbst hat eine faszinierende Geschichte.
Fakten im Überblick
- Lage
- Av. Fray Antonio Alcalde 225, Centro Histórico, Guadalajara, Jalisco
- Anfahrt
- Metrolinie 3 (Stationen San Juan de Dios oder Teatro Degollado); auch zu Fuß von der Plaza de la Liberación erreichbar
- Zeitbedarf
- 45–90 Minuten
- Kosten
- Eintritt frei (vor Ort nachfragen, da sich die Regelung schon geändert hat)
- Am besten für
- Geschichtsbegeisterte, Architekturliebhaber, Fans der Druckkultur und alle, die dem Trubel der Plazas entfliehen wollen

Was ist die Casa de los Perros?
Das Museo del Periodismo y las Artes Gráficas, im Volksmund Casa de los Perros genannt, liegt am Paseo Alcalde im historischen Zentrum Guadalajaras und macht auf sich aufmerksam: Zwei steinerne Hundefiguren thronen über der Kolonialfassade. Dieses Detail allein macht das Gebäude zu einem der markantesten entlang dieser Avenida – auch wenn die meisten Leute vorbeigehen, ohne zu wissen, dass dahinter ein Museum steckt.
Das Museum wurde am 11. August 1994 eröffnet und widmet sich der Geschichte des Journalismus und der grafischen Künste in Mexiko. Die Sammlung umfasst frühe Druckmaschinen, Zeitungsarchive, typografische Geräte sowie Wechselausstellungen zur Entwicklung der Medienlandschaft im Land. Die Dauerausstellung ist überschaubar, aber sorgfältig kuratiert – und das Gebäude selbst trägt mindestens so viel historisches Gewicht wie alles, was darin ausgestellt ist.
ℹ️ Gut zu wissen
Das Museum schloss 2016 für Struktursanierungen während des Baus der Stadtbahnlinie 3 und öffnete erst 2022 wieder. Manche Einträge und Reiseblogs spiegeln noch den Stand vor der Schließung wider. Aktuelle Öffnungszeiten am besten über den offiziellen Instagram-Account @mupag.gdl prüfen.
Ein Gebäude mit einer Geschichte, die man kennen sollte
Die Casa de los Perros stammt aus dem Jahr 1788 und wurde für Don Mariano Valdés Téllez y Girón erbaut, den Herausgeber und Drucker der Gaceta de México – einer der bedeutenden frühen Zeitschriften im kolonialen Mexiko. Das ist kein Zufall, sondern passt perfekt zum Zweck des Museums: Der erste Eigentümer des Gebäudes war in gewissem Sinne einer der ersten Journalisten Mexikos. Die Entscheidung, hier ein Museum der Druckkultur unterzubringen, war bewusst und historisch stimmig.
Das INAH, das nationale Institut für Mexikos historisches Erbe, hat das Gebäude als geschütztes Kulturdenkmal eingestuft. Die Fassade zeigt neoklassische und spätkoloniale Details, wie sie für den Guadalajara-Baustil des späten 18. Jahrhunderts typisch sind. Die beiden steinernen Hunde auf dem Brüstungsgesims gaben dem Gebäude seinen Spitznamen. Der Innenhof mit seinen Steinbögen und Terrakottapflaster ist das architektonische Herzstück – und der Ort, den Fotografen als Erstes ansteuern.
Das Museum liegt an der Avenida Fray Antonio Alcalde (Paseo Alcalde) mit Blick auf die Plaza de la Reforma, eine fußgängerfreundliche Promenade, die einige der bedeutendsten Stadtgebäude miteinander verbindet. Wer eine größere Wanderroute durch das historische Zentrum plant, findet im Guadalajara-Stadtrundgang-Reiseführer eine sinnvolle Route, die dieses Gebäude mit der Kathedrale, dem Teatro Degollado und den umliegenden Plazas verbindet.
Wie sich der Besuch anfühlt
Durch den Eingang an der Avenida Fray Antonio Alcalde tritt man ein und spürt sofort: es ist kühler. Die dicken Kolonialwände halten das Innere auch an warmen Nachmittagen angenehm temperiert – besonders praktisch in den heißen Monaten Mai und Juni, wenn es draußen 30–32 °C erreichen kann. In der Nähe der Archiv- und Typografievitrinen liegt ein leichter Papiergeruch in der Luft, der für ein Museum dieses Themas geradezu passend wirkt.
Das Erdgeschoss und der Innenhof beherbergen die Hauptausstellungsbereiche. In Vitrinen sind Schriftsatzwerkzeuge, frühe Druckmechanismen und Zeitungstitelseiten zu sehen, die bedeutende Momente der mexikanischen Geschichte festhalten. Die Präsentation ist informativ statt spektakulär: keine großen digitalen Installationen, keine immersiven Räume. Stattdessen eine gepflegte Sammlung in einem wunderschönen alten Gebäude, mit ausreichend Wandtext, um zu verstehen, was man gerade betrachtet.
Das Museum verfügt außerdem über ein Auditorium mit 80 Plätzen und eine Fachbibliothek. Beide stehen für Veranstaltungen und Recherchebesuche offen. An Werktagen ist das Museum so ruhig, dass man die gesamte Ausstellung in eigenem Tempo erkunden kann, ohne je das Gefühl zu haben, gedrängt zu werden. An Wochenendnachmittagen kommen etwas mehr Besucher, vor allem Familien, die das historische Zentrum erkunden.
💡 Lokaler Tipp
Wochentags vormittags ist es am ruhigsten. Das Licht im Innenhof ist gegen 10:00–11:30 Uhr am schönsten, wenn es schräg durch die Bögen fällt und das Steinwerk ohne harte Schatten fotografierbar macht.
Öffnungszeiten und Anreise
Laut offiziellem Instagram-Account (@mupag.gdl) hat das Museum aktuell dienstags bis samstags von 10:00–18:00 Uhr und sonntags von 10:00–15:00 Uhr geöffnet; montags bleibt es geschlossen. Ein älterer Eintrag im staatlichen Kulturverzeichnis nennt abweichende Zeiten (dienstags bis sonntags 10:00–18:00 Uhr, samstags und sonntags 10:00–16:00 Uhr) sowie einen kleinen Eintritt mit kostenlosem Eintritt sonntags. Daher lohnt es sich, vor dem Besuch auf Instagram nachzuschauen. Der Eintritt ist laut den eigenen Kanälen des Museums derzeit kostenlos, das Bundeskulturverzeichnis nennt jedoch noch einen symbolischen Betrag – am besten an der Kasse nachfragen.
Das Museum ist von den meisten Sehenswürdigkeiten des historischen Zentrums zu Fuß erreichbar. Das Teatro Degollado liegt nur wenige Gehminuten südlich, und die Kathedrale von Guadalajara ist ähnlich nah. Wer mit der Metro kommt, steigt an der Linie 3 aus und hat einen bequemen Fußweg. Ridesharing-Apps wie Uber und DiDi fahren überall in der Stadt und setzen dich direkt am Paseo Alcalde ab.
Mit dem Auto ist das Museum zwar erreichbar, erfordert aber Geduld: Das Centro Histórico hat dichtes Verkehrsaufkommen und kaum Parkplätze in der Nähe des Paseo Alcalde. Eine Ridesharing-App oder die Metro ist für die meisten Besucher die deutlich stressfreiere Wahl.
Die Umgebung
Das Museum liegt an einem Block des Paseo Alcalde, der dich mitten in eine der dichtesten Ansammlungen von Bürger- und Kulturarchitektur Guadalajaras versetzt. In zehn Gehminuten erreichst du das Hospicio Cabañas, ein UNESCO-Weltkulturerbe mit José Clemente Orozcos monumentalen Murales, sowie die Plaza de la Liberación, den großen Platz, der die Kathedrale mit dem Teatro Degollado verbindet. Einen halben Tag auf diesem Abschnitt der Stadt zu verbringen ist absolut machbar.
Wer verstehen möchte, wie das historische Zentrum Guadalajaras architektonisch und historisch zusammenhängt, findet im Guadalajara-Architekturführer nützlichen Kontext zu den verschiedenen Epochen und Stilen, die entlang des Paseo Alcalde zu sehen sind.
Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich der Besuch?
Das Museum kann mit dem Hospicio Cabañas oder dem Museo Regional de Guadalajara in Sachen Dramatik nicht mithalten. Die Sammlung ist spezialisiert, und wer kein besonderes Interesse an Druckgeschichte oder Journalismus mitbringt, hat nach 45 Minuten womöglich schon alles gesehen. Das Gebäude selbst ist jedoch beeindruckend, und der Innenhof ist einer der ruhigsten und fotogensten Orte im historischen Zentrum.
Für Reisende mit auch nur oberflächlichem Interesse an Mediengeschichte, Kolonialarchitektur oder der Mechanik früher Drucktechnik bietet die Casa de los Perros etwas, das die meisten Touristenrouten völlig auslassen. Und weil der Eintritt kostenlos ist, ist die Hemmschwelle zum Reingehen niedrig. Das Museum passt gut zu einem Spaziergang zum Hospicio Cabañas oder einer späten Vormittagsrunde durch die Plazas – ohne den ganzen Tag umplanen zu müssen.
⚠️ Besser meiden
Das Museum hat montags geschlossen. Wer nur kurz in Guadalajara ist und einen Montag im historischen Zentrum verbringt, sollte die Route an diesem Tag um andere Sehenswürdigkeiten herum planen.
Insider-Tipps
- Schau dir die Dachkante an, bevor du reingehst: Die beiden steinernen Hundefiguren, die dem Gebäude seinen Spitznamen geben, sieht man am besten von der gegenüberliegenden Straßenseite – nicht von direkt darunter. Überquere den Paseo Alcalde für einen klaren Blick auf die gesamte Fassade.
- Der Innenhof ist der meistfotografierte Bereich und architektonisch das Herzstück des Gebäudes. Am frühen Morgen (10:00–11:30 Uhr) fällt das Licht in einem flachen Winkel durch die Bogengänge, bevor es sich oben verflacht – ideal für Fotos.
- Der Instagram-Account des Museums (@mupag.gdl) ist die zuverlässigste Informationsquelle, auch für temporäre Schließungen wegen Veranstaltungen oder Wartungsarbeiten. Am Tag vor deinem Besuch kurz nachschauen lohnt sich.
- Kombiniere diesen Stopp mit dem Hospicio Cabañas, das nur einen kurzen Spaziergang östlich entlang der Calle Hospicio liegt. Beide sind kostenlos oder günstig, beide sind in denkmalgeschützten INAH-Gebäuden untergebracht – zusammen ergibt das eine lohnenswerte Kulturroute für einen halben Tag.
- Die Fachbibliothek und das Auditorium stehen für Recherchebesuche und Veranstaltungen offen. Wer berufliches oder wissenschaftliches Interesse an der Geschichte der mexikanischen Medien hat, sollte das Museum vorab direkt kontaktieren: museodelperiodismo@hotmail.com.
Für wen ist Museo de Periodismo y Artes Gráficas (Casa de los Perros) geeignet?
- Architektur- und Kolonialgeschichtebegeisterte, die ein gut erhaltenes Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert sehen wollen, das die meisten Führungen schlicht übergehen
- Journalisten, Schriftsteller und Fans der Druckkultur mit Interesse an der Geschichte der mexikanischen Medien
- Reisende, die das Centro Histórico zu Fuß erkunden und zwischen den großen Plazas eine ruhige, kostenlose Pause einlegen wollen
- Fotografen auf der Suche nach einem stillen Innenhof mit Kolonialsteinwerk und gutem Morgenlicht
- Besucher mit kleinem Budget, die einen Vormittag im historischen Zentrum verbringen möchten, ohne Eintritt zu zahlen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Centro Histórico:
- Calandrias (Pferdekutschenfahrten)
Calandrias sind Guadalajaras traditionelle Pferdekutschen, die seit dem frühen 20. Jahrhundert durch die Kolonialstraßen des Centro Histórico fahren. Eine gemächliche Runde vorbei an Kathedralen, Plazas und Fußgängerzonen – ein ganz anderes Tempo als der übliche Stadtbummel. Dieser Guide erklärt, was dich erwartet, wann du fahren solltest und ob sich der Ausflug lohnt.
- Kathedrale von Guadalajara (Catedral de Guadalajara)
Die Catedral Basílica de la Asunción de María Santísima ist das Herzstück der Altstadt von Guadalajara – umgeben von vier Plätzen und Jahrhunderten bewegter Geschichte. Die neugotischen Zwillingstürme sind die bekannteste Silhouette der Stadt, und der Eintritt ist kostenlos. Hier erfährst du alles, was du vor deinem Besuch wissen solltest.
- Instituto Cultural Cabañas (Hospicio Cabañas)
Das UNESCO-Weltkulturerbe im Herzen von Guadalajaras Centro Histórico beherbergt José Clemente Orozcos berühmteste Wandmalereien in einem neoklassizistischen Komplex von beeindruckenden Ausmaßen. Dies ist das kulturell bedeutendste Gebäude im Westen Mexikos – und eines der wichtigsten in ganz Lateinamerika.
- Lienzo Charro de Jalisco
Das Lienzo Charro Charros de Jalisco an der Av. R. Michel nahe dem Parque Agua Azul ist eine der traditionsreichsten Charro-Arenen Mexikos. Heimat einer der ältesten Charro-Vereinigungen des Landes – hier werden Jalisco's Reitertraditionen durch Wettkampf-Charreadas, Prunk und Musik lebendig gehalten.