Tour Montparnasse: Der Ausblick mit dem Eiffelturm im Panorama

Mit 210 Metern Höhe bietet der Tour Montparnasse die höchste begehbare Freilufterrasse von Paris. Anders als jeder andere Aussichtspunkt der Stadt zeigt er den Eiffelturm mitten im Panorama – nicht unter deinen Füßen. Dieser Guide erklärt, was dich auf jedem Stockwerk erwartet, wann der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist und wie du deinen Ausflug am besten planst.

Fakten im Überblick

Lage
33 Avenue du Maine, 15. Arrondissement, Paris
Anfahrt
Métro Montparnasse-Bienvenüe (Linien 4, 6, 12, 13); Gare Montparnasse (SNCF)
Zeitbedarf
1–1,5 Stunden
Kosten
Erwachsene ca. 19 €; Jugendliche (12–17 J.) ca. 13,50 €; Kinder (4–11 J.) ca. 9,50 €; unter 4 Jahren frei. Aktuelle Preise auf der offiziellen Website prüfen.
Am besten für
Fotografie, Sonnenuntergang, Erstbesucher, die den Eiffelturm im Stadtpanorama sehen möchten
Offizielle Website
www.tourmontparnasse56.com
Ein Panoramablick über Paris bei Sonnenuntergang, mit dem Tour Montparnasse zentral im Hintergrund und dem Champ de Mars, der sich darunter erstreckt.

Warum dieser Turm einen zweiten Blick verdient

Der Tour Montparnasse ist eines der umstrittensten Gebäude von Paris. Seit Jahrzehnten stört er die Pariser in ihrer Skyline, und genau dieser Ruf hat ihn zu einem der unterschätztesten Aussichtspunkte in ganz Europa gemacht. Was Reiseführer selten so klar sagen: Wer den Eiffelturm inmitten der Pariser Skyline fotografieren will – nicht von ihm aus –, hat hier die einzige Möglichkeit dazu. Von der offenen Dachterrasse im 59. Stock erscheint der Eiffelturm auf Augenhöhe, eingerahmt von Haussmann-Dächern, den Bögen der Seine und den Hügeln von Montmartre im Hintergrund.

Der Turm liegt im 15. Arrondissement, einem der wohnlichsten und touristisch wenig erschlossenen Viertel von Paris. Das bedeutet: Hier ist der Andrang nur ein Bruchteil von dem, was dich an der Eiffelturm oder am Sacré-Cœur erwartet. Selbst an belebten Sommerabenden geht es hier zügig voran. Allein die Fahrt im Lift – einer der schnellsten in Europa – ist schon ein kleines Erlebnis für sich.

⚠️ Besser meiden

Wichtig: Der Tour Montparnasse wurde 2024 renoviert. Bitte prüfe den aktuellen Betriebsstatus auf der offiziellen Website, bevor du deinen Besuch planst.

Architektur und Geschichte: Ein Gebäude, das Paris bereute

Der Bau lief von 1969 bis 1973, und der Tour Montparnasse wurde am 18. Juni 1973 eingeweiht. Mit 210 Metern Höhe war er fast vier Jahrzehnte lang das höchste Gebäude Frankreichs – diesen Titel verlor er erst 2011. Der Turm ist das Herzstück des Maine-Montparnasse-Projekts, eines städtebaulichen Nachkriegsvorhabens, das das 14. und 15. Arrondissement grundlegend veränderte. Für die Stadtplaner war er ein Symbol des modernistischen Aufbruchs. Für viele Pariser war er eine Lektion darüber, was die Stadt nie wieder bauen sollte: Binnen eines Jahres nach seiner Fertigstellung erließ Paris strenge Höhenbeschränkungen, die Wolkenkratzer im Stadtzentrum faktisch verboten – eine Regelung, die die flache, horizontale Silhouette prägt, die Besucher noch heute sehen.

Diese Ironie verleiht dem Turm ein unerwartetes kulturelles Gewicht. Das Gebäude, das die Pariser am meisten beklagen, ist auch der Grund dafür, dass der Rest von Paris so aussieht, wie er aussieht. Wer auf seinem Dach steht und auf ein lückenloses Meer sechsstöckiger Kalksteinhäuser blickt, sieht damit auch die Folge der Existenz dieses Turms.

Das Montparnasse-Viertel hat seine eigene kreative Geschichte, die bis in die 1920er-Jahre zurückreicht, als Künstler und Schriftsteller von Picasso bis Hemingway in seinen Cafés verkehrten. Diese vielschichtige Quartiersgeschichte lohnt es sich, vor oder nach dem Besuch zu Fuß zu erkunden. Für mehr Kontext zu Architektur und Kultur der ganzen Stadt bietet der Paris-Reiseführer einen guten Überblick.

Das 56. Stockwerk: Geschlossene Plattform und was du siehst

Der Hochgeschwindigkeitslift bringt dich in die geschlossene Aussichtsplattform im 56. Stock, die ringsherum mit raumhohen Fensterfronten ausgestattet ist. Große Informationstafeln benennen die einzelnen Sehenswürdigkeiten auf dem Stadtpanorama – besonders hilfreich, wenn du dich in Paris noch orientierst. Bei klarem Wetter beträgt die Sichtweite bis zu 40 Kilometer. Der Eiffelturm dominiert den Westblick; dreht man sich nach Norden, erkennt man die weiße Kuppel des Sacré-Cœur über Montmartre, die Glaspyramide des Louvre und das grüne Band der Tuilerien. Im Osten sorgen die Glastürme von La Défense, dem Geschäftsviertel, für einen reizvollen Kontrast zur historischen Stadt im Vordergrund.

Im 56. Stock befindet sich auch das 360 Café, wo du etwas trinken und die Aussicht genießen kannst. Kein Gourmet-Erlebnis, aber ein Kaffee mit dieser Kulisse ist eine schöne Möglichkeit, innezuhalten und das Panorama wirklich auf sich wirken zu lassen – statt es nur zu fotografieren.

Das 59. Stockwerk: Die offene Dachterrasse – der eigentliche Höhepunkt

Eine letzte Treppe vom 56. Stock führt auf die offene Terrasse ganz oben, mehr als 200 Meter über dem Straßenniveau. Der Unterschied zu den unteren Etagen ist beträchtlich. Hier trennt dich kein Glas vom Panorama. Wind ist ein ständiger Begleiter, selbst im Sommer – im Winter kann er heftig sein. Eine zusätzliche Schicht Kleidung ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Der Terrassenboden ist aus gerifftem Metall, und die niedrige Umrandung wirkt stabil genug, um sich sicher zu fühlen – Menschen mit echter Höhenangst könnte es hier aber trotzdem mulmig werden.

Der Eiffelturm mit seinem Gitterwerk aus Eisen, gut sichtbar und fast auf Augenhöhe, ist der unbestrittene Mittelpunkt – doch das Panorama hat in jede Richtung seinen eigenen Reiz. In der Dämmerung wechselt die Stadt innerhalb von etwa zwanzig Minuten von goldenen zu blaugrauen Tönen, und mit Einbruch der Dunkelheit beginnt die Lichtshow des Eiffelturms, die jede volle Stunde erleuchtet. Wer dieses Bild im Kasten haben möchte, sollte vor Sonnenuntergang auf der Terrasse sein – rund um die Lichtshow kann es voll werden.

💡 Lokaler Tipp

Fototipp: Für die Eiffelturm-Lichtshow (läuft nach Einbruch der Dunkelheit jeweils 5 Minuten zur vollen Stunde) mindestens 30 Minuten vorher da sein und sich in der Nordwestecke der Dachterrasse positionieren – dort ist die Sicht am besten.

Wann ist der beste Zeitpunkt? Morgen, Sonnenuntergang oder Nacht?

Morgenbesuche (von der Öffnung bis etwa 11 Uhr) bieten die klarste Sicht und den geringsten Andrang. Das Licht ist weich, besonders im Frühling und Herbst, und Dunst hat sich noch nicht über der Stadt aufgebaut. Landschaftsfotografen bevorzugen oft dieses Zeitfenster. Mittags – vor allem im Sommer – kommen Besuchermassen und atmosphärischer Dunst hinzu, der die Sicht abflachen kann.

Der Sonnenuntergang ist das beliebteste Zeitfenster – und das aus gutem Grund: Die Lichtqualität ist außergewöhnlich. Der Eiffelturm leuchtet in der letzten Stunde vor dem Untergang golden, und die Dächer der Stadt erstrahlen in Farben, die zu keiner anderen Tageszeit auftreten. Im Sommer ist zwischen 18 und 21 Uhr am meisten los. Wer beim Sonnenuntergang dabei sein will, sollte Tickets vorab online kaufen – nicht nur um Zeit zu sparen, sondern um sich den Einlass auch wirklich zu sichern.

Nachtbesuche zeigen Paris in voller Illumination, mit der funkelnden Lichtshow des Eiffelturms als zentralem Highlight. Von oben wirkt die Stadt bei Nacht kompakt und geordnet, die großen Boulevards ziehen leuchtende Linien durch das Dunkel. Das ist wohl das stimmungsvollste Erlebnis – allerdings kann die Dachterrasse nach 22 Uhr selbst im Sommer empfindlich kalt werden.

Praktische Infos: Anfahrt, Öffnungszeiten und Tickets

Der Tour Montparnasse befindet sich in der 33 Avenue du Maine im 15. Arrondissement. Die Métrostation Montparnasse-Bienvenüe, bedient von den Linien 4, 6, 12 und 13, ist zwei Minuten zu Fuß entfernt. Es handelt sich um einen der größten Umsteigeknoten in Paris – von fast überall in der Stadt gut erreichbar. Die Gare Montparnasse, einer der sechs großen SNCF-Fernbahnhöfe, liegt direkt daneben und ist ideal für alle, die mit dem Zug aus der Bretagne, dem Loiretal oder über das TGV-Netz anreisen.

Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Vom 1. April bis 30. September ist der Turm täglich von 9:30 bis 23:30 Uhr geöffnet. Vom 1. Oktober bis 31. März gelten folgende Zeiten: Sonntag bis Donnerstag 9:30 bis 22:30 Uhr, freitags, samstags und an Vorabenden von Feiertagen bis 23:00 Uhr. Der letzte Einlass ist 30 Minuten vor Schließung. Der Turm ist an wichtigen französischen Feiertagen wie dem Nationalfeiertag (14. Juli) und Weihnachten geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten immer auf der offiziellen Website prüfen – besonders in der Nebensaison. Allgemeine Tipps zur Reiseplanung gibt es im Guide zur besten Reisezeit für Paris.

Erwachsene zahlen ca. 19 €, Jugendliche (12–17 Jahre) ca. 13,50 € und Kinder von 4 bis 11 Jahren ca. 9,50 €. Kinder unter 4 Jahren haben freien Eintritt. Ermäßigungen können verfügbar sein – aktuelle Preise und eventuelle Kombitickets auf der offiziellen Website prüfen. Online-Buchung im Voraus spart Zeit an der Kasse und gibt oft einen kleinen Rabatt.

ℹ️ Gut zu wissen

Barrierefreiheit: Die geschlossene Plattform im 56. Stock ist per Aufzug erreichbar. Die offene Dachterrasse im 59. Stock ist nur über eine Treppe vom 56. Stock aus zugänglich und daher möglicherweise nicht für alle Besucher erreichbar. Bei Fragen empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit dem Turm vorab.

Wetter und Bedingungen: Was das Erlebnis beeinflusst

Das ozeanische Klima von Paris bringt das ganze Jahr über häufig bewölkte Tage mit sich; die meisten Niederschläge fallen von Oktober bis Dezember. Ein bedeckter Tag muss das Erlebnis im 56. Stock nicht verderben – die geschlossene Plattform liegt weit genug über dem bodennahen Dunst, und das Stadtpanorama kann auch unter grauem Himmel beeindruckend sein. Die offene Terrasse im 59. Stock ist bei Regen oder starkem Wind jedoch ungeschützt und unangenehm. Vorher die Wettervorhersage prüfen und sich entsprechend anziehen.

Winterbesuche (Dezember bis Februar) bringen auf der Dachterrasse oft eisige Temperaturen mit sich – durch den Windchill deutlich kälter als unten auf der Straße. Dennoch hat Paris im Winter seinen ganz eigenen Charme, und der Blick von oben an einem klaren Dezemberabend – wenn Weihnachtslichter die großen Achsen der Stadt nachzeichnen – ist wirklich schön. Einen monatsgenauen Überblick über die saisonalen Bedingungen bietet der saisonale Paris-Guide.

Für wen lohnt sich der Besuch nicht?

Wer auf derselben Reise bereits den Eiffelturm und den Arc de Triomphe bestiegen hat, wird einen dritten Aussichtspunkt vielleicht als überflüssig empfinden – es sei denn, Fotografie steht ganz oben auf der Agenda. Besucher, denen es vor allem um Kunst, Geschichte oder das Viertelsleben geht, sind in Häusern wie dem Musée d'Orsay oder dem Musée Rodin im südlichen Paris besser aufgehoben. Wer echte Höhenangst hat, sollte wissen: Die offene Terrasse im 59. Stock ist sehr exponiert, und selbst die geschlossene Plattform im 56. Stock hat raumhohe Fenster, die manche als beunruhigend empfinden.

Sparfüchse, die auf den Paris Museum Pass setzen, sollten wissen: Der Tour Montparnasse ist darin nicht enthalten, der volle Eintrittspreis fällt also zusätzlich an. Wer verschiedene Aussichtspunkte vergleichen möchte, findet im Guide zu den besten Aussichten in Paris einen direkten Vergleich aller wichtigen Aussichtsplattformen.

Insider-Tipps

  • Tickets online kaufen: Der Rabatt ist zwar überschaubar, aber die gesparte Zeit an der Kassenschlange im Erdgeschoss ist es wert – besonders an sommerlichen Abendstunden.
  • Die Nordwestecke der Terrasse im 59. Stock bietet den besten freien Blick auf den Eiffelturm, ohne dass andere Besucher im Weg stehen. Am besten schon vor Beginn der Lichtshow einen guten Platz sichern.
  • Das 360 Café im 56. Stock serviert Kaffee und kleine Snacks. Ein Fensterplatz dort lässt dich das Panorama in Ruhe auf dich wirken – deutlich entspannter als auf der Dachterrasse, und ohne Wind.
  • Wer in den letzten 90 Minuten vor der Schließung kommt, erlebt deutlich weniger Trubel. Mit dem richtigen Timing kannst du sogar den Übergang vom Tageslicht zu den Stadtlichtern in einem einzigen Besuch erleben.
  • Die Gare Montparnasse liegt direkt neben dem Turm – ideal als erster oder letzter Stopp bei einem Tagesausflug nach Versailles, ins Loiretal oder nach Chartres, da alle diese Züge von hier abfahren.

Für wen ist Tour Montparnasse geeignet?

  • Erstbesucher, die den Eiffelturm als Teil der Pariser Skyline fotografieren möchten
  • Fotografiebegeisterte, die auf das goldene Stundenlicht und Nachtaufnahmen aus sind
  • Familien mit Kindern, denen der schnelle Lift und die offene Dachterrasse mehr bieten als ein Museumsbesuch
  • Reisende, die über die Gare Montparnasse an- oder abreisen und eine kurze Wartezeit sinnvoll nutzen möchten
  • Alle, die den Eiffelturm bereits besucht haben und Paris aus einer anderen Perspektive erleben wollen

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Kombiniere deinen Besuch mit:

  • Bois de Vincennes

    Mit knapp 1.000 Hektar am östlichen Stadtrand ist der Bois de Vincennes Pariser größte Grünfläche: uralter Wald, drei Seen, ein botanischer Garten, ein erstklassiger Zoo und eine mittelalterliche Königsburg – ideal für einen entspannten Nachmittag oder einen ganzen Tag.

  • Château de Fontainebleau

    Älter als Versailles und von mehr französischen Monarchen genutzt: Das Château de Fontainebleau ist ein UNESCO-Weltkulturerbe, 55 km südöstlich von Paris. Mit über 1.900 Räumen, kostenlos zugänglichen Gartenanlagen und deutlich weniger Andrang als andere Königsschlösser lohnt sich die 40-minütige Zugfahrt aus Paris allemal.

  • Château de Vaux-le-Vicomte

    Das zwischen 1656 und 1661 für Finanzminister Nicolas Fouquet erbaute Château de Vaux-le-Vicomte ist das größte Schloss in Privatbesitz in Frankreich. Seine formalen Gärten, vergoldeten Prunkräume und die außergewöhnliche Geschichte dahinter machen es zu einem der lohnendsten Tagesausflüge von Paris.

  • Château de Vincennes

    Am östlichen Rand von Paris erhebt sich das Château de Vincennes – eine der vollständigsten mittelalterlichen Königsfestungen Europas. Mit dem höchsten mittelalterlichen Bergfried Frankreichs und einer beeindruckenden Gotikkapelle belohnt es alle, die sich jenseits der Touristenzentren vorwagen, mit Jahrhunderten nahezu unberührter Königsgeschichte.

Zugehöriges Reiseziel:Paris

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