Donauturm: Wiens spektakulärer Aussichtspunkt hoch über der Donau
Mit 252 Metern Höhe über dem Donau-City-Viertel ist der Donauturm Österreichs höchstes Bauwerk und Wiens beeindruckendster Aussichtspunkt. Erbaut für die Internationale Gartenschau 1964, bietet er Panoramablicke auf die Donau, die imperiale Skyline der Stadt und die umliegenden Hügel – vom drehenden Restaurant hoch über dem Fluss.
Fakten im Überblick
- Lage
- Donauturmplatz 1, 1220 Wien (Donau City / 22. Bezirk)
- Anfahrt
- U1 bis Kaisermühlen VIC oder Alte Donau; Bus 20A bis Haltestelle Donauturm
- Zeitbedarf
- 1–2 Stunden für die Aussichtsplattform; länger wenn du essen gehst
- Kosten
- €19,90 vor Ort (Erwachsene); €18,00 online als Fastlane-Ticket. Aktuelle Preise unter donauturm.at
- Am besten für
- Panoramablicke, Fotografie, Familien, Architekturbegeisterte
- Offizielle Website
- www.donauturm.at/de

Was der Donauturm eigentlich ist
Der Donauturm ist ein 252 Meter hoher Fernmelde- und Aussichtsturm, der 1964 fertiggestellt wurde und damit das höchste Bauwerk Österreichs ist. Er erhebt sich auf dem Gelände der ehemaligen WIG 64, der Wiener Internationalen Gartenschau, am östlichen Donauufer im modernen Stadtviertel Donau City. Der Lift braucht etwa 35 Sekunden bis zur Aussichtsplattform auf 150 Metern – schnell genug, um den Druckausgleich in den Ohren deutlich zu spüren.
Seit 2001 steht der Turm unter Denkmalschutz – was manchen Besucher überraschen mag, der Telekommunikationstürme aus der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht unbedingt als Kulturerbe einschätzen würde. Der klare Betonschaft und das zurückhaltende Design spiegeln den Optimismus des frühen österreichischen Modernismus der 1960er Jahre wider – ein Gegenpol zur barocken und Ringstraßen-Architektur, die den Großteil der Wiener Sehenswürdigkeiten prägt.
💡 Lokaler Tipp
Kauf das Fastlane-Ticket vorab online unter donauturm.at. Das spart €1,90 pro Erwachsenem und, noch wichtiger, du kannst die Warteschlange vor Ort überspringen. An Sommerabenden und Wochenenden kann das Anstehen für Tickets vor Ort deinen Besuch um 20–30 Minuten verlängern.
Der Ausblick: Was du siehst und wann sich der Besuch lohnt
Von der Aussichtsplattform auf 150 Metern öffnet sich der Blick in alle Richtungen – völlig unverbaut. Im Süden und Westen ordnet sich Wiens Skyline so an, wie man es vom Boden aus nie sehen kann: Die Ringstraßenbauten schrumpfen auf ihre wahren Proportionen, der Stephansdom-Turm sticht aus der dichten Innenstadt hervor, und der Wienerwald zieht sich hinter den westlichen Vororten in die Höhe. An klaren Tagen sind die Alpen am südlichen Horizont zu erkennen.
Die Donau selbst dominiert den Vordergrund. Aus dieser Höhe wird das Flusssystem auf einen Blick verständlich: das Hauptbett der Donau, die Neue Donau und dazwischen die Donauinsel. Diese Geometrie ist beeindruckend – und eine echte Orientierungshilfe, wenn du vorher schon Zeit in der Gegend verbracht hast.
Die Tageszeit spielt eine große Rolle. Das Mittagslicht im Sommer ist flach und leicht diesig. Ab etwa 17:00 Uhr fällt das Licht wärmer und direktionaler ein, was die Dächer der Stadt schärfer hervortreten lässt und dem Fluss einen metallischen Schimmer verleiht. Sonnenuntergangsbesuche – im Sommer dank der Schließzeit um 22:30 Uhr gut möglich – sind fotografisch am lohnendsten, aber die Plattform füllt sich entsprechend. Auch abendliche Besuche haben ihren Reiz: Das Lichternetz der Stadt liegt klar lesbar unter dir, und der Turm selbst ist beleuchtet.
⚠️ Besser meiden
Die Aussichtsplattform ist teilweise offen, und der Wind auf 150 Metern kann deutlich stärker sein als auf Straßenniveau. Selbst bei mildem Sommerwetter solltest du eine Jacke einpacken. Im Winter oder bei stürmischem Wetter kann es draußen auf der Plattform schnell ungemütlich werden.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Imperial Vienna 72-hour hop-on hop-off bus
Ab 55 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungSkip-the-Line Entrance with Guide to Schonbrunn Palace and Gardens
Ab 45 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungLuggage Storage in Vienna
Ab 6 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungStrauss Dinner Show
Ab 99 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Geschichte und architektonischer Kontext
Gebaut wurde der Turm von 1962 bis 1964; am 16. April 1964 wurde er als Herzstück der Wiener Internationalen Gartenschau (WIG 64) eröffnet. Das östliche Donauufer war damals weitgehend unbebaut, und der Turm sollte einen neuen öffentlichen Park und eine Freizeitzone verankern. Der umliegende Donaupark, der bis heute erhalten ist, gibt dem Turm seinen grünen Rahmen und macht den Fußweg von der U-Bahn-Station zu einem angenehmen Spaziergang.
Wiens modernistische Projekte der Nachkriegszeit werden selten im selben Atemzug mit dem kaiserlichen Erbe der Stadt genannt – aber der Donauturm gehört in diese Diskussion. Für einen breiteren Überblick darüber, wie sich Wiens gebaute Umwelt über Jahrhunderte entwickelt hat, bietet der Wien-Architekturführer nützlichen Kontext.
Die Unterschutzstellung im Jahr 2001 spiegelt eine Neubewertung der Nachkriegsmoderne in Österreich wider. Der Turm ist nicht ornamental, aber seine Proportionen und strukturelle Ehrlichkeit haben sich gut gehalten. Wer an seinem Fuß steht und den sich verjüngenden Betonschaft nach oben verfolgt, liest das Design als selbstbewusst – nicht als karg.
So läuft ein Besuch ab: Von der Ankunft bis zur Abfahrt
Die U1 hält bei Kaisermühlen VIC, von dort ist es ein kurzer Spaziergang durch den Donaupark zum Turmeingang. Der Bus 20A hält direkt an der Haltestelle Donauturm. Von der Innenstadt aus dauert die U1-Fahrt ab Stephansplatz etwa 10–12 Minuten – damit lässt sich der Turm problemlos als Halbtagesausflug in jeden Stadtbesuch einbauen.
Der Turm ist täglich von 10:00 bis 22:30 Uhr geöffnet, letzte Auffahrt um 21:45 Uhr, letzte Abfahrt um 22:15 Uhr. Die Turmrutsche ist von 11:00 bis 21:00 Uhr in Betrieb, letzte Fahrt um 21:00 Uhr. Diese Zeiten gelten auch an Feiertagen, können sich aber ändern – am besten vor einem geplanten Abendbesuch kurz auf der offiziellen Website nachschauen.
Auf der Aussichtsplattform gibt es einen umlaufenden Rundgang. Die Glasbrüstung ist hoch genug, um sich sicher zu fühlen, aber niedrig genug, um problemlos fotografieren zu können. Im Turm befinden sich außerdem zwei rotierende Restaurants und ein Café, die für eine vollständige Umdrehung etwa 26 Minuten brauchen. Essen mit Aussicht ist das Premium-Erlebnis hier – Reservierungen sind dringend empfohlen, besonders für das Abendessen.
Der Turm ist rollstuhlgerecht zugänglich. Die Hochgeschwindigkeitslifte sind geräumig, und die Aussichtsebene ist ohne Treppen erreichbar. Der Weg durch den Donaupark von den U-Bahn-Ausgängen ist gepflastert und eben.
Das Viertel Donau City
Der Donauturm liegt im 22. Wiener Gemeindebezirk – einem Teil der Stadt, den die meisten Kurzbesucher nie zu Gesicht bekommen. Donau City ist Wiens modernes Geschäfts- und Wohnviertel, geprägt von Glas-und-Stahl-Hochhäusern, die eine Skyline bilden, die mit dem barocken Kern der Innenstadt kaum etwas gemein hat. Der Kontrast ist reizvoll, vor allem in Kombination mit einem Spaziergang auf der Donauinsel, der 21 Kilometer langen Insel zwischen den Donauarmen, die als größtes Naherholungsgebiet der Stadt gilt.
Auch die unmittelbare Umgebung des Turms – der Donaupark – lohnt einen eigenen Blick. Der Park ist weitläufig, gepflegt und besonders im Sommer bei Joggern und Familien beliebt. Er hat nicht das historische Gewicht des Stadtparks in der Innenstadt, bietet aber etwas anderes: eine ruhigere, weniger touristisch geprägte Grünfläche, auf der man den Wiener Alltag im Freien erleben kann.
Tipps für Fotografen
Die Aussichtsplattform eignet sich sowohl für Smartphones als auch für Systemkameras. Im offenen Bereich gibt es kein Reflexionsglas, das Aufnahmen erschwert – das ist der größte Vorteil gegenüber vielen anderen Stadtaussichtspunkten. Weitwinkelobjektive holen das Beste aus dem Panorama heraus, während ein mittleres Teleobjektiv die architektonischen Details der Stadt aus der Distanz heranholt.
Für Aufnahmen mit der Donau im Vordergrund am besten auf der Ostseite der Plattform positionieren, damit der Fluss diagonal durchs Bild läuft. Die Donauinsel und die abwechselnd grün-blauen Wasserarme ergeben ein ungewöhnliches Luftbild, das eindeutig Wien zeigt – kein generisches Stadtpanorama.
ℹ️ Gut zu wissen
Das rotierende Restaurant und Café drehen sich langsam genug, um in Ruhe zu fotografieren, ohne Verwacklungen befürchten zu müssen. Wer beim Abendessen sowohl den Sonnenuntergang als auch die beleuchtete Nachtstadt einfangen möchte, sollte etwa 90 Minuten vor Sonnenuntergang im Restaurant ankommen.
Für wen der Donauturm vielleicht nicht das Richtige ist
Der Donauturm ist nicht für jeden Besucher die erste Wahl. Wer Wien nur kurz besucht und sich auf die imperiale Innenstadt konzentriert, für den bedeutet der Turm eine 20-minütige U-Bahn-Fahrt aus dem historischen Zentrum heraus – in ein Viertel, das für Erstbesucher sonst wenig bietet. Der Ausblick ist wirklich außergewöhnlich, aber Wien belohnt auch die Erkundung auf Straßenniveau auf eine Weise, die keine Aussichtsplattform ersetzen kann.
Wer ausgeprägte Höhenangst hat oder mit schnellen, engen Aufzügen Schwierigkeiten hat, sollte bedenken, dass die Auffahrt zügig und die Plattformhöhe beträchtlich ist. Und wer in erster Linie Wiens kulturelles und kaiserliches Erbe erleben möchte, ist die Zeit möglicherweise besser im Oberen Belvedere oder im Kunsthistorischen Museum aufgehoben. Der Donauturm lohnt sich vor allem für alle, die Wiens Geografie mit eigenen Augen begreifen wollen – oder die Dinner mit echter Aussicht suchen.
Insider-Tipps
- Kauf das Fastlane-Ticket vorab online – das spart Geld und die Warteschlange. An vollen Sommerwochenenden kann es vor Ort auch außerhalb der Stoßzeiten 20–30 Minuten dauern.
- Die Turmrutsche ist ein echtes Highlight: eine 65 Meter lange geschlossene Rutsche, die dich von knapp unterhalb der Aussichtsplattform in wenigen Sekunden nach unten befördert. Sie ist separat buchbar und vor allem bei Familien beliebt, aber auch Erwachsene nutzen sie gerne. Letzte Abfahrt um 21:00 Uhr – also nicht auf das Ende deines Besuchs verschieben.
- An einem klaren Wintertag ist das Alpenpanorama im Süden deutlich schärfer als an dunstigen Sommertagen. Außerdem ist weniger los, und die Aussichtsplattform ist nicht so überfüllt – allerdings solltest du dich auf Kälte und Wind gefasst machen.
- Der Donaupark rund um den Turm hat einen kleinen Rosengarten und mehrere Skulpturen aus der Gartenschau von 1964, die seit sechs Jahrzehnten dort stehen. Ein 15-minütiger Spaziergang vor oder nach dem Aufstieg lohnt sich.
- Kombiniere den Donauturm mit einem Ausflug zur Alten Donau, dem alten Altarm nördlich der U1-Station. Das ergibt einen halben Tag, der dir eine völlig andere Seite Wiens zeigt als das touristisch geprägte Stadtzentrum.
Für wen ist Donauturm geeignet?
- Fotografen, die ein klares, uneingeschränktes 360-Grad-Panorama suchen
- Familien mit Kindern, die die Turmrutsche und den Donaupark genießen werden
- Besucher mit mehr Zeit, die Wiens Geografie jenseits der historischen Innenstadt verstehen wollen
- Architekturbegeisterte, die sich für den österreichischen Modernismus und die zeitgenössische Skyline von Donau City interessieren
- Paare, die ein Abendessen mit echter Höhenperspektive suchen – besonders beim Sonnenuntergang
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Donauinsel & Donaucity:
- Alte Donau
Die Alte Donau ist ein ehemaliger Donauarm, der heute als Freizeitsee im 22. Bezirk Wiens dient. Ganzjährig kostenlos zugänglich, zieht er bis zu 1,2 Millionen Besucher pro Jahr an – zum Schwimmen, Rudern, Radfahren und für gemütliche Stunden in Gartenrestaurants. Hier verbringen Wiener Familien ihren Sommer, keine Reisegruppen.
- Donauinsel
Die 21 Kilometer lange Donauinsel ist Wiens größtes kostenloses Freizeitgelände. Ursprünglich als Hochwasserschutz gebaut, haben die Wiener sie längst als ihren eigenen Stadtstrand beansprucht – von Frühling bis Herbst zieht sie Schwimmer, Radfahrer und Festivalbesucher in Scharen an.