Insel Brač: Dalmatiens größte Insel im Überblick
Brač ist die größte Insel Dalmatiens mit einer Fläche von rund 395–396 km² und dem Vidova Gora als höchstem Punkt aller Adriainseln auf etwa 778 Metern. Mit der Fähre von Split in knapp einer Stunde erreichbar, bietet sie Strand, Landschaft und Steindorf-Atmosphäre – ohne das Gedränge, das auf Hvar wartet.
Fakten im Überblick
- Lage
- Adria, Gespanschaft Split-Dalmatien, Kroatien. Vom Festland Split durch den Brač-Kanal getrennt (5–13 km breit).
- Anfahrt
- Auto-/Passagierfähre vom Hafen Split nach Supetar (ca. 50 Min.). Bol ist in der Saison auch per Katamaran von Split erreichbar. Buchung über Jadrolinija oder Ferryhopper.
- Zeitbedarf
- Mindestens ein ganzer Tag. Wer mehr als eine Gegend sehen möchte, sollte übernachten.
- Kosten
- Fährticket erforderlich (aktuelle Preise bei Jadrolinija prüfen). Die Insel selbst lässt sich kostenlos erkunden. Parken, Strände und Aktivitäten variieren.
- Am besten für
- Strandtage, Wanderungen, Fotografie, Tagesausflüge von Split, entspanntes Küstenreisen

Was Brač wirklich ist – und warum es mehr als ein Strandausflug ist
Brač ist die größte Insel Dalmatiens und die drittgrößte der gesamten Adria – rund 40 Kilometer von Ost nach West und bis zu 13 Kilometer breit. Mit etwa 395 km² lässt sie die meisten anderen Inseln der Region weit hinter sich, doch ihre rund 13.800 Einwohner verteilen sich auf mehr als 20 Ortschaften, sodass das Innere erstaunlich ruhig geblieben ist.
Die meisten Besucher kommen wegen des Zlatni Rat – jener fotogenen Kiesbank bei Bol an der Südküste, die auf gefühlt jedem kroatischen Tourismusprospekt auftaucht. Der Strand ist tatsächlich sehenswert. Aber Brač auf einen einzigen Strand zu reduzieren wäre so, als würde man Split nur wegen der Riva besuchen. Die Insel blickt auf eine lebendige Steinbruchgeschichte zurück – ihr Stein soll angeblich sogar im Weißen Haus verbaut worden sein –, ihr Gipfel überragt jeden anderen Berg der Adria-Inseln, und im Landesinneren gibt es Dörfer, die der Tourismus kaum verändert hat.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Brač-Stein ('kamen iz Brača') ist ein feinkörniger weißer Kalkstein, der seit Jahrhunderten auf der Insel abgebaut wird. Er wurde nicht nur für Diokletians Palast in Split verwendet, sondern soll angeblich auch beim Bau des Weißen Hauses zum Einsatz gekommen sein – wofür es allerdings keine gesicherten historischen Belege gibt. Die Steinbrüche bei Pučišća sind bis heute in Betrieb.
Brač ist außerdem eine gute Basis für alle, die Splits Altstadt im Hochsommer zu laut finden. Die Fähren fahren regelmäßig vom Haupthafen Split, die Überfahrt dauert unter einer Stunde, und Unterkünfte in Supetar oder Bol gibt es für jedes Budget. Wer seine Zeit in der Region insgesamt planen möchte, findet im 3-Tage-Reiseplan für Split einen praktischen Rahmen, um Inselzeit und Stadtbesichtigung sinnvoll zu kombinieren.
Anreise nach Brač: Fähren, Routen und Zeitplanung
Die Hauptverbindung ist die Jadrolinija-Autofähre vom Hafen Split nach Supetar, dem Verwaltungszentrum an der Nordküste. Die Überfahrt dauert etwa 50 Minuten und wird das ganze Jahr über mehrmals täglich angeboten – im Sommer deutlich häufiger. Das ist die bequemste Option, wenn du ein Fahrzeug mitnehmen oder einfach flexibel bei den Abfahrtszeiten sein möchtest.
In der Sommersaison verbindet ein schnellerer Katamaran Split mit Bol an der Südküste nahe dem Zlatni Rat. Die Fahrzeit ist kürzer, aber prüf die aktuellen Fahrpläne – diese Verbindung fährt nicht ganzjährig, und die Zeiten ändern sich je nach Saison. Brač hat auch einen eigenen Flughafen bei Bol, der saisonale Charter- und einige Inlandsflüge abwickelt, aber die meisten unabhängigen Reisenden kommen per Schiff.
💡 Lokaler Tipp
Im Juli und August solltest du deine Fähre frühzeitig buchen oder deutlich vor Abfahrt am Hafen Split sein. Die Warteschlange für die Autofähre füllt sich an Sommerwochenenden und Feiertagen schnell. Zu Fuß ist das Einsteigen kaum ein Problem, aber auch Radfahrer sollten mehr Zeit einplanen.
Wer Brač mit einer größeren Inselstrategie verbinden möchte, findet im Guide zum Insel-Hopping von Split praktische Tipps, wie man mehrere Inseln besucht, ohne ständig durch die Stadt zurückzufahren.
Tickets & Führungen
Ausgewählte Angebote unseres Buchungspartners. Die Preise sind Richtwerte; Verfügbarkeit und endgültiger Preis werden bei der Buchung bestätigt.
Golden Horn and Brac Island private boat tour
Ab 1.850 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungBlue Cave and Hvar 5 islands tour from Split
Ab 145 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungKrka national park tour from Split
Ab 27 €Sofortige BestätigungKostenlose StornierungAll-inclusive Blue Lagoon tour from Split with three islands visit
Ab 68 €Sofortige BestätigungKostenlose Stornierung
Supetar: Mehr als nur ein Fährhafen
Die meisten steigen in Supetar von der Fähre und mieten sofort ein Auto oder nehmen den Bus nach Bol. Das ist verständlich – aber die Stadt selbst verdient mindestens einen kurzen Spaziergang. Supetars Uferpromenade ist überschaubar und unaufgeregt: ein kleiner Hafen, ein bescheidener Strand auf beiden Seiten und ein Friedhof auf dem westlichen Vorgebirge, der zu den beeindruckendsten in ganz Dalmatien gehört.
Das Mausoleum der Familie Petrinović auf dem Friedhof wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Bildhauer Ivan Rendić entworfen und ist ein atemberaubendes Stück neugotischer Steinmetzkunst zwischen Zypressen. Es bekommt nur einen Bruchteil der Besucher, die durch Splits Altstadt strömen – und genau das macht es so lohnenswert. Der Stein ist der lokale Brač-Kalkstein, der sich in seiner Textur deutlich von Festlandbauten unterscheidet und im direkten Sonnenlicht fast zu leuchten scheint.
Supetar hat etwas mehr als 3.200 Einwohner und ist damit eine der größeren Ortschaften auf der Insel. Am Morgen, bevor die Tagesausflügler ankommen, hat die Stadt den ganz normalen Rhythmus einer dalmatinischen Arbeitsgemeinschaft: Fischer sortieren Netze am Hafen, aus einer Bäckerei in der Hauptstraße strömt Brotduft, ältere Bewohner sitzen draußen beim Kaffee und der Zeitung.
Zlatni Rat: Was die Fotos dir nicht zeigen
Der Zlatni Rat (Goldene Landzunge) ist ein Strand bei Bol an der Südküste der Insel. Er erstreckt sich etwa 500 Meter in die Adria und verändert je nach Strömungen und saisonalen Windrichtungen leicht seine Form – das ist es, was Luftaufnahmen so spektakulär macht. Vor Ort ist es ein Kiesstrand, an der Spitze schmal und in der Hochsaison stark besucht. Die besten Strände bei Split vergleicht ihn mit anderen Stränden der Region, falls du Alternativen abwägst.
Hinter dem Strand liegt ein Kiefernwald, der echten Schatten spendet – ein echter Pluspunkt im Juli und August, wenn Steine und Kies die Hitze intensiv speichern. Das Wasser ist klar und an der Spitze flach genug für Kinder, obwohl die Strömungen rund um die Landzunge stärker sein können, als es aussieht. Der Maestral-Wind, der über die Südküste weht, macht das hier zu einem der besseren Windsurfreviere der Adria – und Bol hat entsprechend Verleihangebote und Unterricht.
⚠️ Besser meiden
Im August ist der Zlatni Rat stark überfüllt. An klaren Tagen steht man bereits am Vormittag Schulter an Schulter. Wer vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr kommt, erlebt den Strand ganz anders. Für Fotografen ist das spätnachmittägliche Licht ohnehin besser – und die Massen lichten sich, sobald die Tagesausflügler abreisen.
Bol selbst, der nächste Ort, ist eines der gepflegteren Reiseziele auf der Insel. Es gibt gute Restaurants, ein kleines Dominikanerkloster mit einer Kunstsammlung und eine Uferpromenade, die abends als gesellschaftlicher Mittelpunkt dient. Wenn Supetar wie ein dalmatinischer Arbeitsort wirkt, der auch Tourismus hat, dann fühlt sich Bol wie ein Touristenziel an, das irgendwo darunter noch eine Stadt hat.
Vidova Gora: Der höchste Gipfel aller Adria-Inseln
Mit rund 778 Metern ist die Vidova Gora der höchste Punkt aller Adria-Inseln. Diese Zahl klingt bescheiden – bis man oben steht und nach Süden auf das offene Meer und Hvar blickt, nach Osten zur Halbinsel Pelješac und nach Westen zurück zur Küste Splits. An klaren Tagen reicht die Sicht bis Vis, etwa 60 Kilometer vor der Küste.
Der Gipfel ist per Straße erreichbar (eine schmale Bergstraße von Bol aus, mit einem Standardfahrzeug fahrbar, aber langsam) oder zu Fuß über markierte Wanderwege, die von Bol durch Buschwald und offenen Kalkstein aufsteigen. Die Wanderung von Bol beträgt etwa 12 Kilometer hin und zurück mit rund 700 Höhenmetern – die meisten brauchen drei bis vier Stunden. Der Weg ist gut markiert, aber felsig und im oberen Abschnitt ohne Schatten: früh starten und mehr Wasser mitnehmen als du denkst, dass du brauchst.
Am Gipfel gibt es eine kleine Konoba, die saisonal und unregelmäßig öffnet. Eine schlichte Kirche und eine Steinterrasse als Aussichtspunkt gehören ebenfalls dazu. Das Licht ist am frühen Morgen oder späten Nachmittag am besten. Wer das mit einem aktiven Gesamtprogramm verbinden möchte, für den ist der Marjan-Hügel in Split eine ruhigere, aber direkt von der Stadt aus zugängliche Wanderoption.
Dörfer im Landesinneren und die Steinkultur von Brač
Das Innere der Insel besteht größtenteils aus Macchie, Trockensteinmauern und verlassenen Terrassen – dazwischen eine Handvoll Dörfer, die seit dem Mittelalter bestehen. Škrip ist die älteste Siedlung auf der Insel, mit einem kleinen Museum in einem Schlossturm aus dem 16. Jahrhundert und noch sichtbaren römischen Befestigungsmauern. Die Hanglage macht sofort klar, warum die frühen Bewohner Sicherheit vor Küstenzugang gestellt haben.
Pučišća ist architektonisch das bedeutendste Dorf auf der Insel. Fast alles hier ist aus lokalem Kalkstein gebaut, und die Steinmetzschule (Klesarska Škola) ist seit 1909 ununterbrochen in Betrieb und bildet Schüler in den traditionellen Techniken zum Bearbeiten und Veredeln von Brač-Stein aus. Beim Durchstreifen des Dorfes passiert man Werkstätten, aus denen das Geräusch von Werkzeug auf Stein zu hören ist und vor denen Schülerarbeiten ausgestellt sind.
Diese Dörfer bekommen weit weniger Besucher als Bol oder Supetar, und außerhalb von Juli und August haben viele Restaurants und Läden eingeschränkte Öffnungszeiten. Bring Essen und Wasser mit, wenn du ins Landesinnere aufbrichst – besonders wenn du mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs bist. Die Straßen sind eng, kurvenreich und nicht immer gut beschildert.
Praktisches: Saison, Fortbewegung und wer die Insel überspringen sollte
Brač ist von Ende Mai bis Juni und im September am besten. Juli und August bieten das beste Badewetter und die häufigsten Fähren, aber auch die höchsten Preise, vollsten Strände und größte Hitze. Außerhalb bewaldeter Bereiche gibt es auf der Insel kaum Schatten, und an einem Mittag im Sommer am Zlatni Rat in der prallen Sonne geht es ohne Hut und Sonnencreme wirklich nicht.
Die Insel ohne Auto oder Roller zu erkunden ist möglich, aber langsam. Busse verbinden Supetar mit Bol und einigen anderen Ortschaften, aber die Fahrpläne sind begrenzt – besonders außerhalb der Hochsaison. Wer in Supetar oder Bol ein Auto oder einen Roller mietet, hat freien Zugang zur ganzen Insel, was für einen Tagesausflug mit wenig Zeit die praktischste Option ist.
Barrierefreier Zugang ist außerhalb der Hauptorte kaum vorhanden. Der Zlatni Rat ist durchgehend ein Kiesstrand ohne befestigten, flachen Zugang zum Wasser. Supetars Uferpromenade ist weitgehend eben und gut begehbar. Vidova Gora und die Dörfer im Landesinneren sind unwegsam und uneben. Wer hauptsächlich ans Meer möchte und auf barrierefreie Zugänge angewiesen ist, findet näher an Split bessere Optionen – zum Beispiel den Strand Žnjan auf dem Splitska Festland.
Brač ist nicht die richtige Wahl, wenn du nur wenige Stunden in Split hast, Fähren nicht magst oder mit kleinen Kindern reist, die verlässliche Schlafenszeiten und Wickelmöglichkeiten brauchen. Der Fährfahrplan beansprucht den größten Teil des Tages, und die Insel belohnt langsames Reisen – nicht schnelles Abhaken.
Insider-Tipps
- Die letzte Nachmittagsfähre zurück nach Split ist immer am vollsten. Zu Fuß kommst du problemlos an Bord. Mit dem Auto solltest du entweder früher aufbrechen oder im Juli und August im Voraus buchen.
- Pučišća lässt sich außerhalb der Hochsaison viel besser genießen. An ruhigen Morgen erlaubt die Steinmetzschule manchmal Besuchern, beim Unterricht zuzuschauen, und im Hafen ist es so still, dass man nur das Wasser und gelegentliches Werkzeuggeräusch hört. Ruf vorher an, wenn dir das wichtig ist.
- Zlatni Rat zeigt nach Süden und bekommt am Nachmittag den Maestral-Wind aus dem Westen. Windsurfer wissen das – deshalb lohnt sich ein Blick auf die Windvorhersage, bevor du fährst. Morgens ist der Strand besser zum Schwimmen, ab dem frühen Nachmittag eher was für Zuschauer und Windsurfer.
- Zur Vidova Gora gibt es eine Straße, sodass du die Gipfelaussicht mit einer kurzen Wanderung verbinden kannst: Einfach bis zu einem Zwischenpunkt fahren und den letzten Abschnitt zu Fuß gehen. Im Sommerhitze ist das ein sinnvoller Plan, denn ein kompletter Aufstieg von Bol aus ist ab Mitte Vormittag anstrengend.
- Wer gut und günstig essen möchte, schaut am besten weg vom Bols Uferpromenade. Die kleinen Konobas in Dörfern wie Nerežišća und Dol kochen traditionell, zu Preisen für Einheimische – und die Portionen stimmen entsprechend.
Für wen ist Insel Brač geeignet?
- Tagesausflügler aus Split, die mehr wollen als einen Stadtrand-Strand
- Wanderer und aktive Reisende, die den Vidova Gora oder Küstenpfade ansteuern
- Fotografen, die Landschaft und Küstenlicht suchen
- Reisende, die eine ruhigere, weniger überlaufene Alternative zu Hvar suchen
- Alle, die sich für traditionelle Steinarchitektur und dalmatinische Handwerksgeschichte interessieren
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Kombiniere deinen Besuch mit:
- Archäologisches Museum Split
Das 1820 gegründete Archäologische Museum Split (Arheološki muzej Split) gilt als das älteste Museumsinstitut Kroatiens. Mit rund 150.000 Exponaten aus der Vorgeschichte bis ins Mittelalter ist es die vollständigste Sammlung zur antiken Dalmatiens Geschichte überhaupt. Schon der Arkadengarten allein, gesäumt von römischen Sarkophagen und Steininschriften, ist den Eintrittspreis wert.
- Blaue Grotte (Biševo)
Die Blaue Grotte, auf Kroatisch Modra špilja, ist eine überflutete Meereshöhle auf der Insel Biševo, deren Inneres in einem unwirklichen Blau leuchtet, wenn Sonnenlicht durch eine untergetauchte Öffnung einfällt. Nur per kleinem Boot erreichbar, liegt sie etwa 50 km südwestlich von Split und zieht Besucher von der gesamten dalmatinischen Küste an. Der Lichteffekt ist real – aber Timing, Wetter und Menschenmassen entscheiden darüber, ob das Erlebnis magisch oder gehetzt wirkt.
- Cetina-Schlucht
Die Cetina-Schlucht schneidet sich durch den Kalksteinkarst südöstlich von Split und bietet senkrechte Felswände, den 49 Meter hohen Gubavica-Wasserfall und eine der schönsten Rafting-Strecken Dalmatiens. Ob du auf dem smaragdgrünen Wasser kajakst, die Schluchtwege entlangwanderst oder einfach neben den historischen Mühlen der Radmanove Mlinice zu Mittag isst – der Kontrast zum Strandtrubel von Split könnte kaum größer sein.
- Insel Hvar
Die Insel Hvar erstreckt sich über rund 68 Kilometer entlang der dalmatinischen Küste und verbindet 2.400 Jahre Geschichte mit einigen der klarsten Gewässer Kroatiens – geformt von einer Landschaft, die noch heute die Handschrift antiker griechischer Landaufteilung trägt. Mit der Fähre von Split aus ist sie in etwa zwei Stunden erreichbar, was sie zum idealen Tagesausflug oder Kurzaufenthalt macht.