Das Strandgebiet Paradise und Super Paradise erstreckt sich entlang eines beeindruckenden Abschnitts der Südküste von Mykonos und zieht Besucher an, die tagsüber organisierte Sonnenliegen und nachts eine der intensivsten Beachclub-Atmosphären der Ägäis suchen. Diese beiden Strände verkörpern das, was viele Menschen im Kopf haben, wenn sie an Mykonos von seiner ungezügelsten Seite denken.
An der Südküste von Mykonos, etwa 5 bis 6 Kilometer von Mykonos Town entfernt, haben Paradise und Super Paradise einen Ruf erlangt, der weit über Griechenland hinausreicht. Sie sind das spirituelle Zuhause der Beachclub-Szene der Insel: laut, organisiert, wunderschön – und definitiv nicht für jeden.
Orientierung
Das Strandgebiet Paradise und Super Paradise liegt an der Südküste von Mykonos, eingebettet in eine Reihe nach Süden ausgerichteter Buchten, die an den meisten Sommertagen ruhiges, klares Wasser bieten. Wer eine gedachte Linie von Mykonos Town nach Südosten zieht, kommt erst durch Ornos, dann Platis Gialos, dann Paraga – und erreicht schließlich den Paradise Beach. Super Paradise liegt noch weiter südöstlich, von Paradise durch ein felsiges Vorgebirge getrennt, das man zu Fuß überqueren oder per Wassertaxi umgehen kann.
Das Gebiet liegt fast direkt südlich des Internationalen Flughafens Mykonos (JMK), der Luftlinie rund 4 Kilometer entfernt ist. Die Nähe zum Flughafen ist ein praktischer Anhaltspunkt: Wer landet und vom Terminal nach Süden blickt, schaut im Grunde genommen auf diese Küste. Von Mykonos Town (Chora) beträgt die Straßenentfernung zum Paradise Beach etwa 5 bis 6 Kilometer über die südliche Hauptstraße via Platis Gialos. Super Paradise ist über eine separate, schmalere Straße erreichbar, die vor Paradise abzweigt und in die eigene Bucht hinunterführt.
Weiter östlich entlang derselben Küste setzen die Strände Agrari und Elia Beach die Südküstenkette fort. Elia ist der längste Strand der Insel und deutlich ruhiger – ein guter Referenzpunkt: Je weiter man von Paradise nach Osten geht, desto entspannter wird es. Westlich von Paradise bietet Platis Gialos eine familienfreundlichere Alternative mit eigenen organisierten Liegenbereichen.
ℹ️ Gut zu wissen
Paradise und Super Paradise gehören zur Gemeinde Mykonos und teilen die Postleitzahl der Insel (84600). Sie funktionieren als eigenständiges Gebiet mit eigenen Unterkünften, Gastronomie und Nachtleben – sind aber weder Dorf noch Ortschaft im klassischen Sinne.
Charakter & Atmosphäre
Wer vor 10 Uhr am Paradise Beach ankommt, erlebt etwas überraschend Ruhiges: Liegenaufseher, die Kissen zurechtlegen, der Meeresgeruch noch unberührt von Sonnencreme und Cocktails, und eine schmale Sandsichel, die im frühen Licht wirklich wunderschön wirkt. Das Wasser hat ein tiefes ägäisches Blaugrün, und die umliegenden Hügel geben der Bucht etwas Geschlossenes, fast Amphitheater-Artiges. Für etwa zwei Stunden am Morgen ist das ein Ort, den man in Stille genießen kann.
Bis Mittag ist die Verwandlung in vollem Gange. Musikanlagen drehen auf, die Liegen füllen sich Schulter an Schulter, und die ersten Drinks werden bestellt. Mitte Nachmittag im Hochsommer – Juli und August – läuft der Paradise Beach auf vollen Touren: mehrere Bars mit überlappenden Soundsystemen, Kellner, die durch Reihen vollbesetzter Liegen navigieren, und ein Publikum, das jung, international und ganz eindeutig im Urlaub ist. Die Atmosphäre ist nicht aggressiv, aber sie lässt keine Verschnaufpause. Gespräche führt man mit erhobener Stimme.
Super Paradise folgt einem ähnlichen Tagesrhythmus, hat aber einen etwas anderen Charakter. Der Strand selbst ist kürzer, die Bucht enger, und der zentral gelegene Super Paradise Beach Club hat sich historisch am gehobeneren Ende des Partystrands-Spektrums positioniert. Das Publikum war hier traditionell gemischt – der Strand hat eine langjährige Verbindung zur LGBTQ+-Szene von Mykonos, zieht aber auch ein breites internationales Publikum an. Die Stimmung ist poliert statt chaotisch, teilt aber dieselbe Grundenergie mit dem Nachbar: Musik, Sonne und organisierter Hedonismus.
Nach Einbruch der Dunkelheit wandeln sich beide Strände erneut. Vor allem Paradise veranstaltet Nachtevents, die weit nach Mitternacht laufen – die Beachclubs wechseln vom Nachmittagsbetrieb in den Vollclub-Modus. Der Lärm trägt sich in der stillen Sommerluft leicht weit. Wer in der Gegend übernachtet und früh schlafen möchte: Das erfordert Ohrstöpsel und ein Zimmer auf der strandabgewandten Seite. Das ist kein versteckter Hinweis im Kleingedruckten – das ist die grundlegende Realität von Unterkünften hier.
⚠️ Besser meiden
Die Hochsaison am Paradise Beach (Ende Juni bis August) kann für alle, die nicht gezielt darauf aus sind, überwältigend sein. Liegen sind früh ausgebucht, die Zufahrtsstraße wird zur Staufalle, und die Musik hört nicht vor sehr spät auf. Wer Mykonos-Strände ohne die volle Partyintensität will, ist in Elia, Panormos oder Agios Sostis besser aufgehoben.
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten
Die Hauptaktivität an beiden Stränden ist das organisierte Beachclub-Erlebnis selbst: eine Liege und einen Sonnenschirm mieten, im außergewöhnlich klaren Wasser schwimmen und den Tag in unterschiedlich intensiver Auseinandersetzung mit dem Geschehen verbringen. Der Paradise Beach Komplex ist seit Jahrzehnten einer der Ankerpunkte der Strandparty-Kultur auf Mykonos, und der Super Paradise Beach hat ähnlich viel Gewicht in der Identität der Insel. Selbst wenn keiner von beiden deinem bevorzugten Strandtyp entspricht – sie auf vollen Touren zu erleben ist sein eigenes Spektakel.
Das Schwimmen ist an beiden Orten wirklich gut. Die nach Süden ausgerichteten Buchten sind vor dem vorherrschenden Meltemi-Wind geschützt, der von Norden und Nordwesten weht und die west- und nordexponierten Strände der Insel aufwühlen kann. Das Wasser bei Paradise und Super Paradise ist an den meisten Sommertagen ruhiger und klarer – ein echter Vorteil, wenn der Meltemi auffrischt und andere Teile der Insel fürs Schwimmen weniger attraktiv werden.
An den organisierten Stränden dieses Abschnitts sind Wassersportangebote verfügbar: Jetski, Stand-up-Paddeln und Bananenboot-Fahrten gehören zum Standard-Sommerangebot. Das felsige Vorgebirge zwischen Paradise und Super Paradise lohnt die Kletterpartie für den Ausblick auf beide Buchten – besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht flach aufs Wasser fällt und die Hügel golden werden.
Tagesnutzung der organisierten Sonnenliegen im Paradise Beach Club oder Super Paradise Beach Club (im Juli und August unbedingt vorher buchen)
Schwimmen in den ruhigen, nach Süden ausgerichteten Buchten
Wassersport: Jetski, Stand-up-Paddeln und Bananenboot
Klippenweg zwischen den Buchten von Paradise und Super Paradise
Nachmittags- und Abendveranstaltungen in den Beachclubs mit Live-DJ-Sets
Wassertaxis verbinden die Strände der Südküste miteinander
Wer ein vollständiges Bild der Strände von Mykonos möchte, findet in einem Überblick über die besten Strände auf Mykonos Paradise und Super Paradise im Vergleich mit ruhigeren Alternativen wie Agios Sostis und Panormos.
Essen & Trinken
Das Essen und Trinken in Paradise und Super Paradise dreht sich fast ausschließlich um das Beachclub-Modell. Die Bars der Clubs servieren den ganzen Tag über Cocktails, Shots, Bier und Softdrinks, und leichte Speisen – vor allem Snacks, Sandwiches und Gegrilltes – sind direkt bei den Clubs erhältlich. Die Preise liegen klar am oberen Ende des Mykonos-Niveaus, das ohnehin höher ist als auf dem griechischen Festland. Ein Cocktail kostet hier deutlich mehr als in einer Taverne in Mykonos Town.
Es gibt einige Tavernen und Restaurants in der Nähe des Paradise Beach, vor allem an der Zufahrtsstraße zum Strand. Diese bieten traditionelle griechische Küche zu etwas moderateren Preisen als die Beachclubs selbst: gegrillten Fisch, Salate, Moussaka und die übliche Auswahl zykladischer Gerichte. Es lohnt sich, sie zu suchen, wenn man eine richtige Mahlzeit möchte, statt nur an der Liege zu snacken.
Das Essensangebot im weiteren Südküstenbereich – einschließlich Platis Gialos und Ornos – ist erheblich vielfältiger. Wer in der Nähe von Paradise übernachtet und ein richtiges Abendessen ohne Beachclub-Preise möchte, ist mit einem Taxi oder Wassertaxi nach Platis Gialos gut bedient: Die Fahrt dauert etwa zehn Minuten und eröffnet mehr Möglichkeiten. Einen vollständigen Überblick über die Inselküche bietet der Mykonos-Foodguide mit lokalen Spezialitäten wie Kopanisti-Käse, Loukoumades und frischen Meeresfrüchten.
💡 Lokaler Tipp
Wer einen vollen Tag im Beachclub plant: Viele Clubs bieten Pakete an, die Liegemiete und ein Mindestbudget für Essen und Trinken kombinieren. Online im Voraus zu buchen ist in der Hochsaison nicht nur günstiger, sondern auch zuverlässiger als einfach aufzutauchen.
Anreise & Fortbewegung
Auf Mykonos gibt es weder Bahn noch U-Bahn: Paradise und Super Paradise erreicht man per Bus, Taxi, eigenem Fahrzeug, Roller oder Wassertaxi. Jede Option hat ihre eigenen Abwägungen zwischen Kosten, Komfort und Flexibilität.
Das öffentliche Busnetz auf Mykonos betreibt Saisonlinien von zwei Hauptbahnhöfen in Mykonos Town: dem Busbahnhof Fabrika (nahe der Südseite der Stadt) und der Haltestelle am Alten Hafen. Busse zu den Südküstenstränden – einschließlich Paradise – fahren im Sommer regelmäßig vom Busbahnhof Fabrika auf dem Fabrika-Platz ab. Die Fahrt dauert je nach Verkehr und Haltestellen etwa 20 bis 30 Minuten. Wichtig: Super Paradise wird nicht von derselben Buslinie wie Paradise bedient. Man geht entweder den felsigen Pfad zwischen den beiden Buchten oder nimmt ein separates Taxi. Einen umfassenderen Überblick über die Fortbewegung auf der Insel gibt der Guide zur Fortbewegung auf Mykonos.
Wassertaxis verkehren saisonal entlang der Südküste und verbinden Platis Gialos, Paraga, Paradise, Super Paradise, Agrari und Elia. Das ist oft die praktischste Art, zwischen den Stränden zu wechseln, sobald man einmal an der Südküste angekommen ist – und man umgeht damit die enge Straße nach Super Paradise vollständig. In der Hochsaison fahren die Boote tagsüber häufig, und die Preise sind pro Strecke festgelegt.
Taxis von Mykonos Town zum Paradise Beach kosten mehr als der Bus und unterliegen den üblichen Taxipreisen der Insel, die in der Hochsaison steigen. Die Straße nach Super Paradise ist eng und kurvenreich, und das Parken in der Nähe beider Strände ist im Hochsommer knapp. Ein gemieteter Roller oder ein ATV bietet maximale Flexibilität beim Erkunden der Südküste im eigenen Tempo – aber Vorsicht: Die Abfahrt nach Super Paradise erfordert wirklich aufmerksames Fahren.
Bus: Vom Busbahnhof Fabrika in Mykonos Town zum Paradise Beach, Saisonbetrieb, ca. 20–30 Minuten
Wassertaxi: Verbindet Platis Gialos, Paradise, Super Paradise und Elia entlang der Südküste
Taxi: Verfügbar ab Mykonos Town und vom Flughafen (ca. 3–4 km vom JMK nach Chora, dann weiter südlich)
Roller- oder ATV-Verleih: Beste Option für flexible Touren zwischen den Südküstenstränden
Zu Fuß: Felsiger Pfad verbindet die Buchten von Paradise und Super Paradise (10–15 Minuten, festes Schuhwerk erforderlich)
Unterkunft
Das Unterkunftsangebot im Bereich Paradise und Super Paradise ist begrenzt im Vergleich zu Mykonos Town oder dem Streifen Ornos–Platis Gialos. Was es gibt, lässt sich grob in zwei Kategorien einteilen: kleine Hotels und Pensionen an der Straße, die zum Paradise Beach hinunterführt, sowie einige gehobene Unterkünfte mit direktem Strandzugang oder Hanglage mit Blick über die Buchten. Große All-inclusive-Resorts gibt es nicht, aber Boutique-Hotels und Studios sind vorhanden.
Direkt in der Paradise-Gegend zu übernachten macht Sinn, wenn das Hauptziel Beachclub-Zugang ist und man lieber zum Wasser laufen als täglich Transport organisieren möchte. Der Nachteil: Man hört die Musik, ist weit von den Restaurants und dem Nachtleben in Mykonos Town entfernt und braucht einen Plan, um an andere Ecken der Insel zu kommen. Wer seine Zeit zwischen Stränden und Stadt aufteilen möchte, fährt mit einer Unterkunft in Ornos oder Platis Gialos und täglichen Wassertaxi-Fahrten nach Paradise praktischer.
Wer auf der Suche nach Luxus ist: Einige der exklusivsten Unterkünfte auf Mykonos liegen anderswo auf der Insel und bieten bessere Aussichten und mehr Privatsphäre, als die Partystrand-Zone der Südküste es kann. Der Mykonos-Luxusguide und der umfassendere Unterkunftsguide für Mykonos geben einen vollständigen Überblick über die Unterkunftsbereiche der Insel.
⚠️ Besser meiden
Wer leicht schläft oder mit Kindern reist: Unterkünfte in Hörweite des Paradise Beach sind in der Hochsaison wirklich ungeeignet. Die Beachclubs sind bis sehr spät geöffnet, und in ruhigen Sommernächten trägt sich der Sound weit. Suche gezielt nach Bewertungen, die ruhige Nächte ausdrücklich bestätigen – wenn dir das wichtig ist.
Praktische Tipps & Was du vorher wissen solltest
Der Meltemi-Wind, der Mykonos im Juli und August dominiert, weht aus Norden und Nordwesten. Da Paradise und Super Paradise nach Süden ausgerichtet sind, gehören sie zu den zuverlässig ruhigsten Stränden der Insel, wenn der Meltemi stark bläst – ein echter praktischer Vorteil. An windigen Tagen, wenn die nordexponierten Strände unruhig werden, konzentrieren sich die Strandbesucher auf diesem Abschnitt der Südküste noch stärker als ohnehin schon.
Das Leitungswasser auf Mykonos ist – wie auf weiten Teilen der Kykladen – knapp. Die Insel setzt teilweise auf Meerwasserentsalzung, und auch wenn die lokalen Empfehlungen variieren, ist Trinkwasser aus Flaschen Standard. Beide Strände haben Verkäufer mit Wasserflaschen, aber zu Beachclub-Preisen zahlt man klar für das Captive-Audience-Prinzip: Wasser selbst mitzubringen ist günstiger.
Es lohnt sich, den größeren Kontext – ob Mykonos überhaupt zum eigenen Reisestil passt – zu durchdenken, bevor man sich für dieses Gebiet entscheidet. Eine ehrliche Antwort auf diese Frage gibt dieser Guide zur Frage, ob sich Mykonos lohnt. Wer speziell das Nachtleben im Blick hat, erfährt im Mykonos-Nachtleben-Guide, wie die Beachclub-Szene bei Paradise in die nächtliche Geografie der Insel eingebettet ist.
Die Währung ist der Euro (EUR). In allen Beachclubs und den meisten Unterkünften dieser Gegend wird Englisch gesprochen. Der Notruf in Griechenland ist 112. Die Landesvorwahl ist +30. Die Insel liegt in der Osteuropäischen Zeitzone (UTC+2 im Winter, UTC+3 in der Sommerzeit).
Kurzfassung
Paradise und Super Paradise sind Mykonos' definitive Partystrände: organisiert, laut und bewusst auf das Beachclub-Erlebnis ausgerichtet – nicht auf ruhige Entspannung.
Ideal für: Reisende, die gezielt die Beachclub-Szene suchen, jüngeres Publikum, LGBTQ+-Reisende (besonders Super Paradise), und alle, deren Mykonos-Bild aus Tagespartys und Sonne besteht.
Weniger geeignet für: Familien mit kleinen Kindern, Leichtschläfer, Budgetreisende (Preise sind hoch) oder alle, die ein traditionelles griechisches Stranderlebnis suchen.
Die südliche Ausrichtung sorgt für ruhigeres Wasser als an vielen anderen Stränden der Insel – auch wenn der Meltemi weht, was diese Strände an windigen Tagen zur praktischen Wahl macht.
Die Anreise ist einfach: per Bus vom Fabrika-Platz in Mykonos Town oder per Saisonal-Wassertaxi ab Platis Gialos. Super Paradise erreicht man am besten per Wassertaxi statt über die enge Straße.
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