Teneriffa im Winter: Was dich von Dezember bis Februar erwartet

Teneriffa im Winter bietet milde Temperaturen, weniger Trubel als im Sommer und einen vollen Veranstaltungskalender. Aber es ist nicht das tropische Sonnenparadies, das manche Reiseprospekte versprechen. Dieser Ratgeber liefert eine ehrliche, detaillierte Übersicht über das Winterwetter auf Teneriffa von Dezember bis Februar – plus Tipps zu Unterkunft, Aktivitäten und cleverer Reiseplanung.

Der schneebedeckte Teide ragt über einen weitläufigen grünen Kiefernwald und Wolken auf Teneriffa – ein eindrucksvolles Bild der dramatischen Winterlandschaft der Insel.

Kurzfassung

  • Die Tageshöchstwerte liegen im Winter an der Küste bei 20–22 °C, abends kühlt es auf etwa 15–16 °C ab – eine leichte Jacke sollte also im Gepäck sein.
  • Der Süden (Costa Adeje, Los Cristianos) ist im Winter zuverlässig wärmer und trockener als der Norden (Puerto de la Cruz).
  • Das Wetter auf Teneriffa im Dezember ist am regenreichsten im Jahr, doch der Regen fällt meist in kurzen Schauern, vor allem im Norden. Falls du beim Reisedatum flexibel bist, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber zur besten Reisezeit für Teneriffa.
  • Die Wassertemperaturen sinken auf etwa 18–19 °C – mit Neoprenanzug kein Problem, zum entspannten Baden aber eher frisch.
  • Im Winter lockt der Teneriffa-Karneval (Februar/März) als eines der größten Straßenfeste Europas, dazu gibt es ideale Bedingungen zum Wandern und Sternegucken.

Winterwetter auf Teneriffa: Ein ehrlicher Überblick

Luftaufnahme des Strandes Las Teresitas mit goldenem Sand, vor Anker liegenden Booten und bunten Häusern am Hang in Teneriffa.
Photo Harald Pippert

Teneriffa liegt auf etwa demselben Breitengrad wie die Sahara – das sorgt für Winter, die nach europäischen Maßstäben wirklich mild sind. An der Küste erreichen die Temperaturen von Dezember bis Februar tagsüber 20 bis 22 °C, nachts sinken sie auf 15–16 °C. Im Schnitt gibt es rund 6–7 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich zu London oder Berlin im Januar ist das bemerkenswert. Verglichen mit Teneriffa im August ist es aber spürbar anders.

Entscheidend ist, wo auf der Insel du dich aufhältst. Teneriffa wird durch einen zentralen Gebirgszug geteilt, an dessen höchstem Punkt der Teide mit 3.715 Metern thront. Die Passatwinde treffen auf die Nordküste und entladen dort den Großteil ihrer Feuchtigkeit – der Süden bleibt dadurch deutlich trockener. In der Praxis bedeutet das: Puerto de la Cruz im Norden kommt auf rund 550 mm Jahresniederschlag, während Costa Adeje im Süden nur auf etwa 100–200 mm kommt. Dieser Unterschied ist im Winter am stärksten ausgeprägt; November und Dezember sind die regenreichsten Monate auf der ganzen Insel. Der Regen kommt meist in konzentrierten Schauern statt als grauer Dauernieseln – aber das sollte man wissen.

💡 Lokaler Tipp

Wer im Winter auf möglichst viel Sonne setzen möchte, sollte eine Unterkunft an der Süd- oder Südwestküste buchen: Costa Adeje, Los Cristianos oder Playa de las Américas. Der Norden ist grüner und atmosphärischer, aber dafür auch nasser im Winter.

In der Höhe ändert sich das Bild völlig. Der Gipfel des Teide und die Las-Cañadas-Caldera liegen im Winter oberhalb der Wolkenschicht und können Schnee, Frost und nächtliche Temperaturen weit unter null erleben. Wer den Teide-Nationalpark von Dezember bis Februar besuchen möchte, sollte vorher die aktuellen Bedingungen prüfen und sich für Bergwetter ausrüsten – nicht für einen Strandtag.

Monat für Monat: Dezember, Januar, Februar

Person in einem bunten, aufwendigen Kostüm und goldener Maske bei einem farbenfrohen Karnevalsumzug, mit historischen Gebäuden im Hintergrund.
Photo Heriberto Jahir Medina
  • Dezember Im Schnitt der regenreichste Monat, besonders im Norden. Tageshöchstwerte an der Küste um 21 °C. In Santa Cruz und La Laguna gibt es Weihnachtsmärkte. Rund um Weihnachten und Silvester füllt sich die Insel, die Preise steigen in dieser Zeit sprunghaft an. Wer über die Feiertage reist, sollte frühzeitig buchen.
  • Januar Nach dem Weihnachtstrubel ist es ruhiger und oft günstiger als im Dezember. Tageshöchstwerte um 20–21 °C. Die Regenmenge geht leicht zurück. Die Wassertemperatur erreicht mit rund 18–19 °C ihren Tiefpunkt. Ausgezeichneter Monat für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten ohne sommerliche Hitze.
  • Februar Die Temperaturen steigen langsam an, im Schnitt auf etwa 22 °C bei rund 7 Sonnenstunden täglich. Im Februar explodiert Santa Cruz mit dem Teneriffa-Karneval, der Hunderttausende Besucher anzieht. Unterkünfte sind während der Karnevalstage oft Wochen im Voraus ausgebucht. Abseits des Karnevals ist Februar einer der günstigsten Monate auf der Insel.

⚠️ Besser meiden

Der Karneval von Santa Cruz de Tenerife findet meist im Februar oder Anfang März statt (die genauen Daten wechseln jedes Jahr). Am Hauptwochenende können sich die Hotelpreise in Santa Cruz verdreifachen. Wer dabei sein möchte, sollte 2–3 Monate im Voraus buchen. Wer den Trubel meiden möchte, sollte an diesem Wochenende die Südostküste komplett meiden.

Süd oder Nord: Welcher Teil Teneriffas lohnt sich im Winter?

Landschaftsansicht eines Strandes im Süden von Teneriffa mit Sandküste, Hotelresorts, Palmen und kargen Bergen im Hintergrund.
Photo Atlantic Ambience

Das ist die wichtigste Entscheidung für eine Winterreise. Der Süden, mit Costa Adeje und Los Cristianos als Zentren, ist ganz auf Resourttourismus ausgerichtet. Sonniger, trockener, mit den schönsten Sandstränden der Insel. Kulturell ist hier aber weniger los – die Landschaft besteht eher aus Bebauung als aus Natur.

Der Norden, mit Puerto de la Cruz und der UNESCO-Welterbestadt La Laguna, bietet ein viel authentischeres Bild des kanarischen Lebens – Architektur, Küche, Alltagskultur. Das historische Freibad Lago Martiánez und der Jardín Botánico sind ideale Optionen für verregnete Tage. Dafür muss man mehr Bewölkung und gelegentliche Regentage einkalkulieren.

Wer im Winter in erster Linie Wärme und Strand möchte, liegt im Süden richtig. Wer Kultur, Wandern und das echte Inselleben sucht, sollte sich den Norden und die Unterschiede zwischen Norden und Süden Teneriffas genauer ansehen, bevor er bucht.

Was tun auf Teneriffa im Winter?

Ein Wanderweg unter hohen, bemosten Bäumen in einem üppigen, grünen Lorbeerwald im Landschaftspark Anaga auf Teneriffa.
Photo Liisbet Luup

Der Winter ist tatsächlich eine der besten Jahreszeiten für Aktivitäten, die im Sommer unter der Hitze leiden. Wanderwege, die im August zur Qual werden, sind im Januar angenehm begehbar. Der Anaga-Naturpark im Nordosten bietet uralten Lorbeerwald und dramatische Küstenkämme bei kühl-angenehmen Temperaturen. Die Masca-Schlucht im Teno-Massiv ist ein weiteres Highlight – mit atemberaubenden Ausblicken auf die Gigantes-Klippen und deutlich weniger Besucherandrang als im Hochsommer.

Wal- und Delfinbeobachtung ist das ganze Jahr über vor der Südwestküste möglich, und der Winter gilt als zuverlässige Saison für Sichtungen. Im Kanal zwischen Teneriffa und La Gomera leben ganzjährig Kurzflossen-Grindwale. Alle Infos zu Anbietern und Buchung findest du in unserem Ratgeber zum Walbeobachtung auf Teneriffa.

Sternegucken ist im Winter besonders lohnend, vor allem vom Teide-Plateau aus, das an klaren Nächten oberhalb der Wolkenschicht liegt. Das Teide-Observatorium bietet öffentliche Führungen an, und ohne den sommerlichen Massentourismus ist der Winter die ruhigere, stimmungsvollere Jahreszeit für einen Besuch. Mehr dazu im Teneriffa-Sternenbeobachtungs-Leitfaden.

  • Wandern in Anaga und Teno: kühlere Temperaturen machen die Trails deutlich angenehmer als im Sommer
  • Teide-Nationalpark: Schnee am Gipfel ist möglich und verleiht der Mondlandschaft eine surreale Note
  • Wal- und Delfinbeobachtung: ganzjährig von Los Cristianos aus möglich
  • Teneriffa-Karneval (Februar): eines der größten Straßenfeste Europas, Mittelpunkt ist Santa Cruz
  • La Laguna und La Orotava: Kolonialarchitektur und lokale Märkte ohne Sommertouristen
  • Natürliche Schwimmbecken: die Felsbecken in Garachico und Punta del Hidalgo sind im Winter nutzbar – für alle, die mit 19 °C warmem Wasser klarkommen
  • Sternegucken am Teide: klare Winterhimmel oberhalb der Wolkeninversionsschicht

Baden und Strände im Winter: Realistische Erwartungen

Menschen, die auf einer Promenade mit Blick auf einen Strand auf Teneriffa spazieren, mit Wintersonne, Schwimmern im Meer und Hotels in der Ferne.
Photo Daria Agafonova

Die Wassertemperaturen liegen im Winter bei etwa 18–19 °C und erreichen ihren Tiefpunkt im Januar und Februar. Für Besucher aus Nordeuropa ist das noch gut badefreundlich. Wer karibische Wärme erwartet, wird sich kalt vorkommen. Der atlantische Wellengang nimmt im Winter zu, was einige exponierte Strände – besonders an der Nordküste – für das Gelegenheitsbaden weniger geeignet macht.

Die Strände der Südküste halten sich im Winter besser, mit geschützten Buchten und ruhigerem Wasser. Playa del Duque in Costa Adeje und die Playa de las Vistas bei Los Cristianos sind auch in den kühleren Monaten beliebt. Wer natürliche Meerwasserbecken sucht, die vor dem Wellengang geschützt sind, sollte einen Abstecher zu den natürliche Pools von Garachico einplanen.

✨ Profi-Tipp

Im Winter ist Nebensaison für die Wasserparks – einige Attraktionen reduzieren im Januar ihre Öffnungszeiten oder schließen zur Wartung. Wer im Januar oder Anfang Februar reist, sollte den aktuellen Öffnungsplan des Siam Parks direkt vor dem Besuch prüfen.

Praktische Tipps für Teneriffa im Winter

Ein Binter-Turboprop-Flugzeug an einem Flughafengate mit Bodenpersonal und Hügeln im Hintergrund, typisch für Regionalreisen auf den Kanarischen Inseln
Photo Atlantic Ambience

Die meisten internationalen Flüge landen am Flughafen Teneriffa Süd (TFS), der im trockenen Süden der Insel liegt – rund 60–65 km von Santa Cruz entfernt. TITSA-Busse verbinden den TFS mit den wichtigsten Urlaubsregionen und mit Santa Cruz. Wer im Süden übernachtet, ist per Taxi oder Bus schnell am Ziel. Wer in den Norden möchte, sollte die Fahrtzeit einplanen: Von TFS nach Puerto de la Cruz dauert es je nach Verkehr rund 75–90 Minuten.

Das öffentliche Busnetz von Teneriffa (TITSA) ist gut ausgebaut, aber für flexible Touren durch verschiedene Regionen im Winter lohnt sich ein Mietwagen. Die Straßen sind in gutem Zustand, die Insel ist kompakt genug für einen Tagesausflug, und Parkplätze an den Küstenorten sind im Winter deutlich leichter zu finden als im Sommer. Den vollständigen Leitfaden zur Fortbewegung auf Teneriffa mit Buslinien, Kosten und Logistik findest du in unserem Ratgeber.

  • Lagen einpacken: Eine leichte Jacke oder ein Fleece ist abends, bei Bergausflügen und in klimatisierten Restaurants unverzichtbar
  • Weihnachts- und Silvesterreisen früh buchen: Die Preise steigen im Zeitraum 23. Dezember bis 2. Januar stark an
  • Karnevalsunterkunft: Wer den Teneriffa-Karneval im Februar erleben möchte, sollte mindestens 6–8 Wochen im Voraus buchen
  • Währung: Im gesamten kanarischen Archipel gilt der Euro; Kartenzahlung ist weit verbreitet
  • Steckdosen: Typ C und F (europäischer Zweirundstecker); britische Reisende benötigen einen Adapter
  • Notruf: 112 verbindet mit Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr
  • Sprache: Spanisch ist Amtssprache, in Touristengebieten wird aber auch Englisch und Deutsch weitgehend verstanden

Wer abwägt, ob eine Winterreise im Vergleich zu anderen Jahreszeiten lohnt, findet in unserem Ratgeber darüber, ob sich Teneriffa lohnt einen breiteren Blick über alle Jahreszeiten hinweg.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf Teneriffa im Dezember?

Dezember ist im Durchschnitt der regenreichste Monat auf Teneriffa, besonders im Norden der Insel. Die Tagestemperaturen an der Küste erreichen rund 21 °C, abends kühlt es auf etwa 15–16 °C ab. Die Südküste (Costa Adeje, Los Cristianos) bleibt deutlich trockener als der Norden. Kurze Regenschauer sind häufiger als anhaltend graue Tage, aber auf etwas nasses Wetter sollte man sich im Dezember einstellen.

Ist es auf Teneriffa im Winter warm genug zum Baden?

Die Wassertemperaturen liegen von Dezember bis Februar bei etwa 18–19 °C – kühl, aber für regelmäßige Schwimmer durchaus machbar. Die Strände der Südküste und geschützte Naturbecken sind die praktischsten Optionen für ein Bad im Winter. Wer wärmeres Mittelmeer- oder Karibikwasser gewohnt ist, wird es frisch finden. Wasserparks wie der Siam Park können im Winter reduzierte Öffnungszeiten haben – vorher nachschauen lohnt sich.

Wann findet der Teneriffa-Karneval statt und wie voll wird es?

Der Teneriffa-Karneval (Carnaval de Santa Cruz de Tenerife) findet im Februar oder Anfang März statt, die genauen Termine variieren jedes Jahr. Er gilt als einer der größten Karnevalsveranstaltungen Europas. An den Hauptwochenenden strömen riesige Menschenmassen nach Santa Cruz, und Unterkünfte auf der gesamten Insel sind weit im Voraus ausgebucht. Wer teilnehmen möchte, sollte mindestens 6–8 Wochen im Voraus planen und buchen.

Ist der Norden oder der Süden Teneriffas im Winter besser?

Der Süden (Costa Adeje, Los Cristianos, Playa de las Américas) ist die bessere Wahl, wenn trockenes, sonniges Wetter und Strand im Vordergrund stehen. Er bekommt deutlich weniger Regen als der Norden und bleibt wärmer. Der Norden (Puerto de la Cruz, La Laguna, Anaga) hat mehr kulturelle Tiefe und grünere Landschaften, aber mehr Bewölkung und gelegentliche Regentage im Winter.

Kann man den Teide im Winter besuchen?

Ja, aber die Bedingungen unterscheiden sich stark vom Sommer. Der Teide-Gipfel (3.715 m) kann von Dezember bis Februar verschneit sein, und am Kraterrand können die Temperaturen weit unter null sinken. Die Seilbahn kann bei starkem Wind oder Eisglätte den Betrieb einstellen. Vor einem Winterbesuch unbedingt den aktuellen Zugangsstatus auf der Website des Teide-Nationalparks prüfen und warme, winddichte Kleidung einpacken.

Zugehöriges Reiseziel:tenerife

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