El Caletón Naturpools: Garachicos vulkanische Schwimmbecken
El Caletón ist eine Reihe kostenloser natürlicher Lavabecken an der Uferpromenade von Garachico, die entstanden, als ein Vulkanausbruch 1706 die Küstenlinie der Stadt neu formte. Eingebettet in eine der fotogensten historischen Uferpromenaden Teneriffas, bieten die Pools ruhiges Schwimmen im Atlantik – fernab jedes Resortstrands.
Fakten im Überblick
- Lage
- Avenida Tomé Cano, 38450 Garachico, Nordteneriffa
- Anfahrt
- TITSA-Buslinien verbinden Garachico mit Puerto de la Cruz und Santa Cruz; von der Bushaltestelle im Stadtzentrum sind die Pools zu Fuß schnell erreichbar. Mit dem Auto hast du auf der Küstenstraße TF-42 mehr Flexibilität.
- Zeitbedarf
- 1–3 Stunden zum Schwimmen und Erkunden; mehr Zeit einplanen, wenn du das historische Zentrum von Garachico mit einbeziehst
- Kosten
- Kostenlos. Kein Eintritt, keine Tickets.
- Am besten für
- Familien mit Kindern, geschichtsbewusste Schwimmer, Besucher der Altstadt von Garachico

Was El Caletón wirklich ist
Die Piscinas Naturales El Caletón sind keine angelegte Badeanlage. Es handelt sich um eine Ansammlung miteinander verbundener Felsbecken und Buchten, die in eine breite Lavaplattform entlang der Küste von Garachico eingeschnitten sind. Die Becken variieren in Tiefe und Charakter: Manche sind flach genug, dass Kleinkinder darin waten können, andere tief genug zum Schwimmen für Erwachsene. Salzwasser strömt durch Spalten im Vulkangestein kontinuierlich ein und erneuert das Wasser auf natürliche Weise – ganz ohne Filtersystem.
Die Lavaoberfläche ist dunkel, rau und wärmt sich an sonnigen Nachmittagen spürbar auf. Sandstrände gibt es hier nicht. Stattdessen bekommst du ein ursprüngliches, elementares Badeerlebnis an einer Küste, die wirklich uralt wirkt – und geologisch gesehen ist sie das tatsächlich, zumindest relativ.
ℹ️ Gut zu wissen
Der Eintritt ist frei, es gibt keine Absperrungen. In den Sommermonaten sind tagsüber Rettungsschwimmer vor Ort. Bei rauem Seegang oder hohem Wellengang werden Absperrungen am Eingang aufgestellt und der Zugang aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Prüfe die Bedingungen immer, bevor du ins Wasser gehst.
Die Geschichte hinter den Pools: 1706 und der Vulkanausbruch, der Garachico neu formte
Die Lavaplattform, die heute El Caletón bildet, existierte vor Mai 1706 nicht. In jenem Monat brach der Vulkan Trevejo (auch als Arenas Negras bekannt) aus und schickte Lavaströme zur Küste, die einen erheblichen Teil von Garachico begruben – einschließlich des Hafens. Garachico war damals die wohlhabendste Hafenstadt an Teneriffas Nordküste und ein wichtiger Knotenpunkt im Atlantikhandel zwischen Europa und Amerika. Der Ausbruch beendete diese Ära faktisch.
Dort, wo die Lava auf den Atlantik traf, kühlte sie ab und erstarrte zu der unregelmäßigen Plattform, die heute noch zu sehen ist. Vertiefungen im Lavagestein bildeten natürliche Becken, die sich mit Meerwasser füllten und so die Pools entstehen ließen. Was für die Stadt wirtschaftlich eine Katastrophe war, hinterließ ein außergewöhnliches Stück Küstengeologie, das drei Jahrhunderte später Besucher aus ganz Teneriffa und darüber hinaus anzieht.
Dieser vulkanische Ursprung verbindet El Caletón mit der größeren Geschichte Teneriffas als Vulkaninsel. Dieselben Kräfte, die die Pools schufen, formten auch das dramatische Innere der Insel, darunter den Teide und die Lavatunnel der Cueva del Viento. El Caletón ist schlicht der Punkt, wo diese vulkanische Geschichte das Meer erreichte.
Das Erlebnis: Wie ein Besuch aussieht und sich anfühlt
Wenn du El Caletón vom Hauptplatz Garachicos aus ansteuerst, gehst du durch den unteren Teil der Altstadt, und das Castillo de San Miguel taucht zu deiner Linken auf. Direkt darunter öffnen sich die Pools – eine breite, dunkle Lavaplattform mit türkisfarbenem und grünem Wasser in unregelmäßigen Vertiefungen. An ruhigen Tagen bewegt sich die Oberfläche der größeren Becken kaum. An etwas raueren Tagen schwappen kleine Wellen über die Kanten der Lavaplattform, schicken weißen Schaum über das Gestein und erfüllen die Luft mit einem gleichmäßigen tiefen Rauschen.
Der Geruch hier ist pures Salz und Meeresalgen – besonders intensiv in der Nähe der unteren Becken bei Ebbe. Der Untergrund ist uneben und stellenweise rutschig, wo Algen auf untergetauchten Oberflächen wachsen; Wasserschuhe oder griffige Sandalen lohnen sich also. Das Gestein selbst hält bei trockenem, vollem Sonnenschein die Wärme spürbar, sodass es angenehm ist, sich zwischen den Schwimmeinheiten zu setzen – auch an Tagen, die nicht besonders heiß sind.
Die Pools ziehen ein bunt gemischtes Publikum an. Einheimische Familien mit Kindern belegen die flacheren Bereiche, besonders im Sommer. Ältere Besucher suchen sich die breiteren, flachen Lavaabschnitte zum Sonnenbaden. Und dann gibt es noch jene, die einfach vom Mittagessen in der Innenstadt herübergeschlendert sind, sich mit einem Buch hingesetzt haben – und länger geblieben sind, als sie geplant hatten.
💡 Lokaler Tipp
Wasserschuhe machen hier wirklich einen Unterschied. Die Lavaoberfläche ist uneben und manche Poolränder sind rutschig. Flip-Flops funktionieren schlechter als Schuhe, mit denen du auch schwimmen kannst.
Tageszeit: Wie sich Licht und Besucherandrang verändern
Frühe Besuche vor 9 Uhr bieten die Pools in ihrer ruhigsten Form. Die Lavaplattform ist leer oder fast leer, und das Licht zu dieser Stunde ist weich und streifend – es betont die Textur des Gesteins und die Farbe des Wassers auf eine Art, die das flache Mittagslicht einfach nicht schafft. Die Wassertemperatur ist dieselbe wie am Vorabend, und der Atlantik bleibt auf diesem Breitengrad das ganze Jahr über relativ mild – je nach Saison typischerweise zwischen etwa 19 °C und 24 °C.
Ab dem späten Vormittag füllen sich die Pools, mit Hochbetrieb zwischen 11 und 14 Uhr im Sommer. Einheimische kommen oft nach dem Mittagessen, was den Hauptandrang nach spanischem Zeitgefühl weiter in den Nachmittag verschiebt. Gegen 17 Uhr an einem Sommertag ist an den Pools noch einiges los, aber das Licht wird für Fotos wieder besser – und die Küstenhügel westlich von Garachico werfen bereits etwas Schatten.
Im Winter hat El Caletón keine festen Schließzeiten, da es sich um ein öffentliches Freibad im Freien handelt. Allerdings sind die Seebedingungen weniger verlässlich, und rauer Wellengang ist häufig. An ruhigen Wintertagen können die Pools bemerkenswert friedvoll sein, und das Wasser ist für alle, die mit kühleren Temperaturen umgehen können, noch schwimmbar. Die umliegende Stadt ist ebenfalls ruhiger – das verändert den Charakter des Besuchs spürbar.
Fotografieren: Was funktioniert und was nicht
Die Pools lassen sich am besten von oben fotografieren – vom Rand des Gehwegs an der Avenida Tomé Cano oder vom erhöhten Felsgelände nahe der Burg. Der Kontrast zwischen der schwarzen Lava, dem blaugrünen Wasser und dem weißen Atlantikschaum im Hintergrund verleiht fast jedem ordentlichen Foto eine starke grafische Wirkung. Mittagssonne bleicht die Farben aus und wirft harte Schatten in die Beckenmulden. Das beste Licht gibt es in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang oder in den neunzig Minuten vor Sonnenuntergang.
Ein Weitwinkelobjektiv – oder das Äquivalent am Smartphone – erfasst die gesamte Ausdehnung der Lavaplattform und den Ozean dahinter. Für Aufnahmen auf Poolniveau lohnt sich eine wasserdichte Hülle oder eine Actionkamera, denn das Wasser ist dem Fels gefährlich nah – selbst an ruhigen Tagen.
⚠️ Besser meiden
Halte Kameras und Handys von Poolrändern fern. Auch wenn der Ozean ruhig wirkt, können gelegentlich größere Wellen ohne Vorwarnung über die äußere Lavaplattform schwappen. Was unbeaufsichtigt auf einem niedrigen Vorsprung liegt, ist gefährdet.
El Caletón im Kontext Garachicos: Vor oder nach dem Schwimmen
El Caletón liegt am Rand einer der am besten erhaltenen historischen Städte an Teneriffas Nordküste. Garachicos historisches Zentrum beherbergt das Castillo de San Miguel aus dem 16. Jahrhundert, mehrere Kirchen und gepflegte Kolonialbauten rund um einen zentralen Platz. Die Stadt vor dem Schwimmen zu erkunden ist ein sinnvoller Plan: Die Gassen sind morgens angenehm kühl, und die Cafés rund um die Plaza de la Libertad öffnen früh.
Garachico liegt an der Nordküste Teneriffas, ungefähr gleich weit entfernt von Puerto de la Cruz im Osten und der Halbinsel Teno im Westen. Der Ort lohnt sich auf jeder ernsthaften Tour durch den Norden der Insel. Wenn du eine ausgedehntere Reise durch die Region planst, hilft ein Vergleich zwischen Nord- und Südteneriffa, die Erwartungen richtig einzustellen: Der Norden ist kühler, grüner und deutlich weniger auf Resourttourismus ausgerichtet als die Südküste.
Wer die Pools mit einer größeren Fahrtroute kombiniert: Die Straße Richtung Westen zur Punta de Teno bietet einige der dramatischsten Küstenlandschaften der Insel, und das Dorf Masca ist über die Inlandstraße durch das Teno-Massiv erreichbar.
Praktische Infos und Barrierefreiheit
Direkt an der Lavaplattform gibt es keine Umkleidekabinen, obwohl im angrenzenden Bereich möglicherweise Einrichtungen vorhanden sind – am besten vor Ort nachfragen. Die Pools liegen in einem öffentlichen Freigelände ohne Absperrungen, Schließfächer oder formelle Infrastruktur, abgesehen von den Rettungsschwimmern im Sommer. Bring alles mit, was du brauchst: Wasser, Sonnencreme, Essen, wenn du länger bleiben möchtest. Am Pool gibt es keine Verkäufer, aber Bars und Restaurants in der Innenstadt sind nur wenige Gehminuten entfernt.
Die Barrierefreiheit für Besucher mit eingeschränkter Mobilität ist begrenzt. Die flacheren, höher gelegenen Abschnitte der Lavaplattform sind von der Straße aus zu Fuß erreichbar, aber der Weg hinunter zu den Pools führt über unebenes Felsgelände und Stufen. Rollstuhlfahrer und Menschen mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen finden die Aussichtsbereiche zugänglicher als die Pools selbst. Die Tourismusseite der Gemeinde beschreibt das Gelände als mit konditionierten Zonen und Treppen ausgestattet – das gibt einen guten Eindruck von der vorhandenen Infrastruktur.
Für Familien, die mit Kindern nach Teneriffa fahren, sind die flachen Zonen von El Caletón eine der praktischsten natürlichen Bademöglichkeiten auf der Insel – besonders im Vergleich zu offenen Stränden mit Wellengang. Insgesamt sind Teneriffas Naturpools eines der unterschätzten Highlights der Insel – und El Caletón gehört zu den zugänglichsten Beispielen.
Insider-Tipps
- Komm vor 9 Uhr morgens, um die gesamte Lavaplatform für dich allein zu haben. Die Pools wirken im frühen Morgenlicht am stimmungsvollsten, und die Stadt hinter dir ist noch still.
- Prüfe die Seebedingungen vom Aussichtspunkt an der Avenida Tomé Cano, bevor du zur Poolebene hinuntergehst. Wenn die äußere Lavaplattform regelmäßig von Wellen überspült wird, sind die Pools wahrscheinlich gesperrt oder zumindest unangenehm zu nutzen – auch wenn sie nicht offiziell geschlossen sind.
- Kombiniere El Caletón mit einem Besuch des direkt angrenzenden Castillo de San Miguel. Der Eintritt ist günstig, und von der oberen Terrasse hast du den besten Überblick über den gesamten Poolkomplex.
- In Garachico gibt es keine großen Supermärkte in Strandnähe. Kauf Wasser und Snacks in einem kleinen Laden in der Stadt, bevor du zu den Pools gehst – besonders wenn du über Mittag bleiben möchtest.
- Die Pools sehen von der Straße oben besser aus als von innen. Nimm dir ein paar Minuten am Geländer, bevor du hinuntergehst – der Blick auf die schwarze Lavaplatform und die grünen Becken vor dem offenen Atlantik ist das Bild, das die meisten Besucher mitnehmen.
Für wen ist El Caletón Naturpools (Garachico) geeignet?
- Familien mit Kleinkindern, die ruhiges, sicheres Schwimmen abseits von Wellen und Menschenmassen suchen
- Geschichtsinteressierte Reisende, die ein Naturphänomen direkt mit einem dokumentierten historischen Ereignis verbinden möchten
- Fotografen, die die Nordküste Teneriffas erkunden und nach kontrastreichen Vulkanlandschaften suchen
- Tagesausflügler aus Puerto de la Cruz, die einen vollständigen halben Tag mit einer Altstadt und einem Badestopp verbinden wollen
- Besucher, die kostenlose, unkommerzialisierte Naturattraktionen dem Resortbetrieb vorziehen
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Weitere Highlights in Garachico:
- Garachico Altstadt
Die Altstadt von Garachico ist einer der bemerkenswertesten Stadtkerne im Norden Teneriffas: eine kompakte Hafenstadt aus dem 16. Jahrhundert, die 1706 einen Vulkanausbruch nur teilweise überstand und seitdem sorgfältig erhalten geblieben ist. Der Zugang zu Straßen und Plätzen ist kostenlos, und ein gemächlicher Rundgang dauert zwei bis drei Stunden.