teamLab Tokyo: Planets vs Borderless — Welches lohnt sich?
Tokyo hat zwei große teamLab-Museen, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Dieser Guide erklärt die echten Unterschiede zwischen teamLab Planets in Toyosu und teamLab Borderless in den Azabudai Hills – mit praktischen Tipps zu Tickets, Timing und welches Erlebnis wirklich die Zeit wert ist.

Kurzfassung
- Tokyo hat zwei separate teamLab-Standorte: Planets in Toyosu und Borderless in den Azabudai Hills. Beide bieten völlig unterschiedliche Erlebnisse mit verschiedenen Eintrittspreisen und Lagen.
- Planets ist ein kompakter, körperlich-immersiver Rundgang mit Wasserbecken und barfüßigen Abschnitten. Borderless ist ein weitläufiges Labyrinth aus mehr als 50 miteinander verbundenen Projektionskunstwerken.
- Erwachsenentickets kosten rund ¥3.600 für Planets und ¥3.800–¥4.800 für Borderless. Beide nutzen zeitgebundene Eintrittsfenster und können Wochen im Voraus ausverkauft sein – besonders in Tokyos Reisehochsaison. Schau dir die besten Reisezeiten für Tokyo für Infos zum Besucherandrang an.
- Das alte Odaiba Borderless ist dauerhaft geschlossen. Falls du noch nach diesem Standort gebucht hast, ändere deine Pläne: Das aktuelle Borderless befindet sich in den Azabudai Hills in Minato-ku.
- Wenn du nur Zeit für eines hast, ist Planets die bessere Wahl für Erstbesucher, die etwas Intensives und Kurzes suchen (ca. 60–90 Minuten). Borderless belohnt alle, die zwei bis drei Stunden ohne feste Route erkunden möchten.
Zwei Museen, zwei völlig verschiedene Erlebnisse

teamLab ist ein in Tokyo ansässiges Kunstkollektiv, das digitale Installationen in einem Maßstab erschafft, den die meisten Museen nicht annähernd erreichen. Die Verwirrung rund um ihre Tokioter Standorte ist verständlich: Beide tragen den Namen teamLab, beide arbeiten mit Projektion und Sensortechnik, und beide erfordern Vorabtickets. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten.
teamLab Planets TOKYO liegt im Stadtviertel Toyosu in Koto-ku, einem Ufergebiet östlich von Zentraltokyo. teamLab Borderless TOKYO eröffnete Anfang 2024 in den Azabudai Hills neu – einem brandneuen Stadtentwicklungsprojekt in Minato-ku. Die beiden Standorte liegen etwa 8 km voneinander entfernt, und keiner liegt in der Nähe des anderen. Beide an einem Tag zu kombinieren ist möglich, aber anstrengend.
Planets ist bewusst kompakt gehalten. Die Ausstellung führt Besucher durch eine überschaubare Anzahl großer Räume, von denen mehrere das Durchwaten eines flachen Wasserbeckens oder das Bewegen durch dichte hängende Materialien beinhalten. Einen Großteil des Weges läufst du barfuß. Der gesamte Rundgang dauert je nach Verweildauer rund 60 bis 90 Minuten. Borderless ist das genaue Gegenteil: ein nichtlineares Labyrinth aus mehr als 50 miteinander verbundenen Kunstwerken, die sich über eine große unterirdische Fläche erstrecken. Es gibt keinen festen Weg, Kunstwerke verändern sich ständig, und du kannst leicht zwei bis drei Stunden verbringen, ohne alles gesehen zu haben.
⚠️ Besser meiden
Das ursprüngliche teamLab Borderless in Odaiba hat 2024 dauerhaft geschlossen. Das aktuelle Borderless befindet sich in den Azabudai Hills Garden Plaza B, 1-2-4 Azabudai, Minato-ku. Überprüfe deine Buchungsbestätigung – manche Drittanbieter-Seiten verweisen noch immer auf die alte Odaiba-Adresse.
teamLab Planets: Was dich erwartet

Planets ist das körperlich intensivere der beiden Erlebnisse. Vor dem Eintritt ziehen Besucher Schuhe und Socken aus und verstauen Taschen in Schließfächern. Der erste große Raum führt durch ein flaches Wasserbecken von etwa Knöcheltiefe, während sich Lichtmuster über die Oberfläche bewegen. Mehrere Räume nutzen bodentiefe Spiegelflächen und Projektion, um verwirrende Unendlichkeitseffekte zu erzeugen. Eine Installation füllt den Raum mit schwebenden Blüten, die auf deine Bewegungen reagieren. Ein weiterer Raum aus Pflanzen und Wasser fühlt sich eher wie ein Garten an als wie eine Galerie.
Da Planets von Grund auf auf körperliche Immersion ausgelegt ist, ist es nicht für jeden geeignet. Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten die Barrierefreiheitsinformationen vor der Buchung direkt beim Veranstalter erfragen. Wer sensorische Reize oder enge Räume nicht mag, könnte manche Räume als unangenehm empfinden. Für die meisten Besucher rechtfertigt jedoch allein der Wasserraum den Besuch. Er lässt sich hervorragend fotografieren, weshalb dieser Standort an Wochenenden viele Besucher anzieht.
- Adresse 6-1-16 Toyosu, Koto-ku, Tokyo
- Nächste Station Shin-Toyosu (Yurikamome-Linie), ca. 3 Minuten zu Fuß
- Typische Öffnungszeiten Ca. 8:30–22:00 Uhr, letzter Einlass ungefähr 1 Stunde vor Schließung. Offiziellen Kalender vor der Buchung prüfen.
- Ticketpreis Erwachsene Ca. ¥3.600. Buchung über teamlabplanets.dmm.com oder autorisierte Wiederverkäufer.
- Kleidungshinweis Trag Kleidung, die du nicht scheust nass zu machen. Lange Röcke und Kleider werden nicht empfohlen. Wasserfeste Shorts können vor Ort ausgeliehen werden.
- Besuchsdauer Die meisten Besucher verbringen 60–90 Minuten.
💡 Lokaler Tipp
Wenn dich Menschenmassen stören, komm an einem Wochentag zur Öffnungszeit. Planets ist ein relativ kleiner Raum, und die Wasserräume fühlen sich bei halber Auslastung ganz anders an als bei vollem Betrieb. Abendliche Zeitfenster nach 18:00 Uhr an Wochentagen sind ebenfalls deutlich ruhiger als Wochenendnachmittage.
teamLab Borderless: Was dich erwartet
Das Borderless in den Azabudai Hills ist ein größeres und konzeptuell ambitionierteres Erlebnis als Planets. Der Grundgedanke: Kunstwerke sind nicht in separaten Räumen eingeschlossen – sie fließen über Grenzen hinaus, wandern zwischen Räumen und reagieren aufeinander und auf die Besucher. Wenn du durch einen Korridor gehst, kann es sein, dass eine Installation aus einem Raum in den Flur hineingedriftet ist. teamLab Borderless belohnt Umherstreifen mehr als das Folgen einer Karte.
Der neue Standort in den Azabudai Hills ist spürbar ausgefeilter als das ursprüngliche Odaiba-Museum – mit einem besseren Grundriss und einer stärkeren Verzahnung der Kunstwerke untereinander. Das Museum umfasst auch eine Forest-of-Resonating-Lamps-Installation sowie einen eigenen Bereich namens Athletics Forest, der körperlicher und interaktiver ist. Ein Café ist ebenfalls vor Ort. Die meisten Besucher verbringen zwei bis drei Stunden, wobei sich problemlos noch mehr Zeit füllen lässt, wenn man zu Lieblingsräumen zurückkehrt.
- Adresse Azabudai Hills Garden Plaza B, B1F, 1-2-4 Azabudai, Minato-ku, Tokyo
- Nächste Station Roppongi-Itchome (Nanboku-Linie) oder Kamiyacho (Hibiya-Linie), beide unter 10 Minuten zu Fuß
- Typische Öffnungszeiten Ca. 10:00–21:00 Uhr, letzter Einlass 20:00 Uhr. In der Regel am 1. und 3. Dienstag eines Monats geschlossen – offiziellen Kalender immer vorab prüfen.
- Ticketpreis Erwachsene Ca. ¥3.800–¥4.800 (dynamische Preisgestaltung nach Datum). Für Studierende und Kinder gibt es günstigere Tarife.
- Besuchsdauer Typisch sind 2–3 Stunden. Das nichtlineare Layout lädt dazu ein, durch Räume zurückzukehren.
✨ Profi-Tipp
Borderless nutzt dynamische Preisgestaltung: Tickets an Spitzenterminen (Golden Week, Obon, Schulferien, Wochenenden während der Kirschblüte) sind deutlich teurer als an normalen Wochentagen. Wer flexibel ist, kann mit einem Buchungstermin Dienstag bis Donnerstag Ende Januar oder Ende November ¥800–¥1.000 pro Person gegenüber den Spitzenpreisen am Wochenende sparen.
Tickets, Buchung und der Mythos vom spontanen Einlass
Beide Standorte nutzen zeitgebundene Eintrittskarten. Das ist nicht verhandelbar. Beim Kauf wählst du Datum und Zeitfenster – das Ticket ist an diesen Slot gebunden. Keiner der Standorte garantiert Einlass für Spontanbesucher, und an vollen Wochenenden können beide bereits zwei bis vier Wochen im Voraus ausgebucht sein. Es bringt nichts, früh aufzutauchen und auf Stornierungen zu hoffen.
Für Planets ist der primäre Buchungskanal teamlabplanets.dmm.com. Autorisierte Wiederverkäufer wie Klook bieten Tickets ebenfalls an. Für Borderless buchst du am besten direkt über die offizielle teamLab-Website oder Klook. Drittanbieter verlangen manchmal einen Aufpreis von ¥200–¥500 pro Ticket – das kann es wert sein, wenn du damit bei Problemen einen garantierten englischsprachigen Support bekommst.
Da die Preise bei Borderless dynamisch sind, lohnt sich eine frühe Buchung, um günstigere Tarife zu erwischen. Beide Standorte akzeptieren gängige Kreditkarten und viele IC-Karten an der Kasse für Extras – das Eintrittticket selbst muss jedoch vorab online gekauft werden. Wenn du Tokyo mit einem straffen Zeitplan besuchst, solltest du die Ticketbuchung als Teil deiner ersten Reiseplanung behandeln und nicht als nachträglichen Gedanken. Für die allgemeine Reiseplanung findest du im 3-Tage-Reiseplan für Tokyo einen Beispieltagesplan, der einen teamLab-Besuch einschließt, ohne den Tag zu überladen.
Welches solltest du wirklich besuchen?
Wenn du nur einen Slot hast, hängt die Entscheidung davon ab, was für ein Erlebnis du dir wünschst. Planets ist kürzer, körperlich intensiver und liefert eine Handvoll wirklich atemberaubender Momente in einem kompakten Paket. Es ist die bessere Wahl für alle, die ein intensives, sinnliches Erlebnis wollen, ohne dafür einen ganzen Nachmittag einzuplanen. Es funktioniert auch besser mit Kindern, die damit zurechtkommen, Schuhe auszuziehen und durch Wasser zu laufen – wobei die sensorische Intensität mancher Räume jüngere Kinder überfordern kann.
Borderless ist die bessere Wahl, wenn du Vielfalt statt Intensität bevorzugst, gern ohne feste Route umherwanderst und das volle Spektrum dessen sehen möchtest, was teamLab leisten kann. Es liegt zudem in den Azabudai Hills – einem wirklich interessanten Viertel, in dem man vor oder nach dem Besuch Zeit verbringen kann. Das Areal selbst bietet gute Restaurants und ist ein kurzer Fußmarsch von Roppongi entfernt, das starke Optionen für Abendessen und weitere Erkundungen bietet.
Wenn Budget und Zeit es zulassen, lohnt sich der Besuch beider Standorte – am besten an getrennten Tagen statt hintereinander. Die emotionale Kapazität für immersive digitale Kunst ist real: Die meisten Menschen fühlen sich nach einem Besuch gesättigt. Wenn du ohnehin planst, Tokyos Uferviertel zu erkunden, ergibt es geografisch Sinn, Planets mit einem Toyosu-Vormittag zu kombinieren. Wenn du Zeit in Roppongi und Minato-ku verbringst, passt Borderless gut in diesen Tag.
- Nimm Planets, wenn: du ein körperlich-intensives Erlebnis willst, 60–90 Minuten Zeit hast, mit älteren Kindern reist oder ein knapperes Budget hast.
- Nimm Borderless, wenn: du einen ganzen Nachmittag in einer Kunstumgebung verbringen möchtest, nichtlineares Erkunden magst oder den Besuch mit Roppongis anderen Kulturangeboten kombinieren willst.
- Besuche beide, wenn: du eine Woche oder länger in Tokyo bist und strategisch planst – je ein Besuch pro Viertel an verschiedenen Tagen.
Anreise und praktische Hinweise

Planets in Toyosu ist gut über die Yurikamome-Linie ab Shimbashi Station erreichbar (ca. 30 Minuten) oder über die Tatsumi Station an der Rinkai-Linie. Toyosu liegt auch in der Nähe des Toyosu-Fischmarkts, sodass ein früher Marktbesuch kombiniert mit einem späten Vormittag bei Planets eine beliebte Kombination ist. Beachte, dass für die Thunfisch-Auktion eine separate Losregistrierung im Voraus notwendig ist.
Borderless in den Azabudai Hills ist über mehrere U-Bahn-Linien erreichbar. Roppongi-Itchome an der Nanboku-Linie ist der nächstgelegene Ausgang. Kamiyacho an der Hibiya-Linie ist etwas weiter entfernt, eignet sich aber gut, wenn du aus Zentraltokyo kommst. Die Azabudai Hills sind ein weitläufiger Komplex – plane fünf bis zehn Minuten ein, um vom Stationsausgang zum Museumseingang zu gelangen. Einen umfassenderen Überblick über Tokyos Nahverkehr gibt dir der Guide zur Fortbewegung in Tokyo – er erklärt IC-Karten-Einrichtung, Linienübergänge und häufige Navigationsfehler.
ℹ️ Gut zu wissen
Beide Standorte haben Schließfächer für Taschen und Wertsachen. Bei Planets ist die Nutzung der Schließfächer für die meisten größeren Taschen vor dem Betreten der Wasserabschnitte Pflicht. Bei Borderless sind Schließfächer vorhanden, aber optional. Stative und Selfie-Sticks sind in beiden Museen nicht erlaubt. Fotografieren mit dem Smartphone ist generell in beiden Häusern gestattet.
Tokyos Szene für digitale Kunst geht weit über teamLab hinaus. Wer Erlebnisse vergleichen möchte: Das Mori Art Museum in Roppongi und das 21_21 Design Sight in Minato bieten beide anspruchsvolle Design- und Medienkunstprogramme – in der Regel zu günstigeren Preisen und ohne Voranmeldung.
Häufige Fragen
Ist teamLab Planets oder Borderless besser für Erstbesucher in Tokyo?
Planets ist in der Regel die bessere Wahl für einen Erstbesuch, wenn du in kurzer Zeit ein eindrucksvolles Erlebnis haben möchtest. Die Wasserräume sind einzigartig in Tokyo. Borderless belohnt Wiederholungsbesucher oder alle, die mehr Zeit haben – aber sein Ausmaß beeindruckt auch Erstbesucher, die einen ganzen Nachmittag in einer Kunstumgebung verbringen möchten.
Muss ich teamLab-Tickets im Voraus buchen?
Ja. Sowohl Planets als auch Borderless nutzen zeitgebundene Eintrittskarten und können Wochen im Voraus ausgebucht sein – besonders an Wochenenden, Feiertagen und in der Frühlings- und Herbsthochsaison. Spontaner Einlass ist nicht garantiert und an vollen Tagen in der Regel nicht möglich. Buche über die offiziellen teamLab-Websites oder autorisierte Wiederverkäufer wie Klook.
Ist das alte teamLab Borderless in Odaiba noch geöffnet?
Nein. Das ursprüngliche Odaiba Borderless hat 2024 dauerhaft geschlossen. Das aktuelle teamLab Borderless TOKYO befindet sich in den Azabudai Hills Garden Plaza B, 1-2-4 Azabudai, Minato-ku. Überprüfe die Adresse auf deinem Ticket immer vor der Anreise.
Kann ich teamLab Planets und Borderless an einem Tag besuchen?
Technisch ja, aber es ist nicht ideal. Die Standorte liegen etwa 8 km auseinander, und jeder Besuch ist mental und körperlich anstrengend. Die meisten Menschen finden, dass ein teamLab-Erlebnis pro Tag genug ist. Wenn du beide kombinierst, besuche Planets am Morgen (es öffnet früher, ca. 8:30 Uhr) und Borderless am späten Nachmittag.
Was soll ich bei teamLab Planets anziehen?
Vermeide lange Röcke, Kleider oder weite Hosen. In mehreren Räumen läufst du durch flaches Wasser (etwa Knöchelhöhe) – trag also Kleidung, die du nicht scheust, unterhalb des Knies nass zu machen. Wasserfeste Shorts können vor Ort ausgeliehen werden. Alle Besucher laufen einen Großteil der Ausstellung barfuß, Schuhe und Socken werden am Eingang in Schließfächern verstaut.