Berlin WelcomeCard: Lohnt sie sich wirklich?
Die Berlin WelcomeCard verspricht unbegrenzten ÖPNV und Rabatte bei 170+ Attraktionen. Aber sie rechnet sich nur für bestimmte Reisende. Dieser Guide erklärt beide Versionen, die echte Ersparnis und wer die Karte besser weglässt.

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Kurzfassung
- Die Berlin WelcomeCard gibt es in mehreren Varianten: Die Classic-Version kombiniert ÖPNV-Nutzung mit Rabatten, während die All-Inclusive-Version freien Eintritt zu 25+ Attraktionen und eine Hop-on-Hop-off-Bustour bündelt – aber keinen öffentlichen Nahverkehr enthält.
- Sie spart nur dann Geld, wenn du sowohl den Nahverkehr als auch einen großen Teil der enthaltenen Rabatte oder Freikarten tatsächlich nutzt.
- Die ABC-Zonenversion deckt den Flughafen BER und Potsdam ab – praktisch, wenn du einen Tagesausflug nach Potsdam planst oder direkt vom Flughafen anreist.
- Kinder unter 6 Jahren fahren bei der BVG kostenlos – für Eltern hat die Karte also von Haus aus einen Familienvorteil.
- Wenn du nur den Nahverkehr brauchst und keine Rabatte nutzen wirst, ist das Deutschlandticket oder ein reguläres BVG-Wochenticket möglicherweise günstiger.
Was ist die Berlin WelcomeCard?

Die Berlin WelcomeCard ist der offizielle Touristenpass der Stadt, herausgegeben von visitBerlin in Kooperation mit BVG und S-Bahn Berlin. Sie kombiniert die unbegrenzte Nutzung des Berliner ÖPNV mit Rabatten bei einer Vielzahl von Partnerattraktionen. Separate Varianten wie die All-Inclusive-Version bieten freien Eintritt, enthalten aber keinen Nahverkehr.
Die Karte gilt für alle U-Bahn-, S-Bahn-, Tram-, Bus- und die meisten öffentlichen Fährverbindungen innerhalb der gewählten Zone. Zone AB deckt praktisch ganz Zentral-Berlin ab. Zone ABC erstreckt sich auf Außenbezirke, Spandau, den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und Potsdam. Wer über BER einreist oder einen Ausflug nach Potsdam plant, bekommt für den kleinen Aufpreis die ABC-Zone klar empfohlen.
ℹ️ Gut zu wissen
Papier-WelcomeCards müssen vor der ersten Nutzung durch Eintragen oder Abstempeln des Startdatums entwertet werden. Nicht entwertete Tickets können nach BVG-Regeln zu einem Bußgeld vor Ort führen. Digitale Versionen, die über die offizielle App gekauft werden, aktivieren sich automatisch.
Classic vs. All Inclusive: Die zwei Versionen im Vergleich
Die Classic Berlin WelcomeCard bietet unbegrenzten Nahverkehr plus bis zu 50 % Rabatt bei über 170 Partnerstandorten – darunter große Museen, Bootstouren, Sightseeing-Busse, ausgewählte Restaurants und Geschäfte. Die Rabatte variieren je nach Partner, und nicht jede Attraktion auf der Liste bietet eine wirklich spürbare Ersparnis. 25 % Rabatt auf ein 14-Euro-Museumsticket spart dir 3,50 Euro. Das ist nicht nichts – aber kein Gamechanger, es sei denn, du stapelst mehrere Besuche pro Tag.
Die All-Inclusive-Version ist ein grundlegend anderes Angebot. Sie bündelt freien Eintritt zu 25+ großen Attraktionen – darunter einige der meistbesuchten kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten Berlins – sowie eine eintägige Hop-on-Hop-off-Bustour, enthält aber keinen ÖPNV. Wer Berlin zum ersten Mal besucht und die großen Highlights abhaken möchte, kann mit der All-Inclusive-Version wirklich sparen – aber nur, wenn du auch tatsächlich das meiste davon nutzt. Wer für All Inclusive zahlt und dann zwei Tage in kostenfreien Parks und auf Märkten verbringt, verschwendet sein Geld.
- Classic WelcomeCard Unbegrenzter Nahverkehr (AB oder ABC) + 25–50 % Rabatt bei 170+ Partnern. Am besten für Wiederholungsbesucher, die genau wissen, was sie sehen wollen, und die wertvollsten Rabatte gezielt nutzen können.
- All Inclusive WelcomeCard Unbegrenzter Nahverkehr + freier Eintritt zu 25+ Highlights + 1-tägige Hop-on-Hop-off-Bustour. Am besten für Erstbesucher, die möglichst viel sehen wollen, ohne großartig planen zu müssen.
⚠️ Besser meiden
Die Classic-Karte gewährt Rabatte – keinen freien Eintritt. Das ist das häufigste Missverständnis rund um die WelcomeCard. Wer wirklich kostenlosen Museumseintritt möchte, braucht die All-Inclusive-Version – oder besucht Museen an bestimmten freien Eintrittstagen, die viele Berliner Museen anbieten.
Preise und Laufzeiten
Beide Versionen werden in Laufzeiten von 48 Stunden bis 6 Tagen angeboten, jeweils in den Zonen AB und ABC. Als Richtwert liegt eine 48-Stunden-Classic-Karte Zone AB bei etwa 28,50 Euro, längere Laufzeiten steigen auf rund 52 Euro für 6 Tage – die offiziellen Preise werden jedoch regelmäßig aktualisiert und sollten vor dem Kauf auf berlin-welcomecard.de geprüft werden. Die All-Inclusive-Version ist deutlich teurer; Kinder-All-Inclusive-Pässe starten bei vergleichbaren Laufzeiten merklich über 51 Euro. Die ABC-Preise liegen in beiden Versionen etwas höher als AB.
Um zu beurteilen, ob sich der Pass lohnt, solltest du vorher kurz rechnen. Addiere die regulären Eintrittspreise der Attraktionen, die du besuchen möchtest, und ziehe dann die Rabatte oder Freikarten der Karte ab. Addiere dazu deine voraussichtlichen Fahrtkosten über dieselbe Anzahl an Tagen. Ist die Summe höher als der Kartenpreis, lohnt sich der Kauf. Wenn nicht, nimm lieber ein reguläres BVG-Tages- oder Wochenticket und bezahle Eintritte einzeln.
✨ Profi-Tipp
Das Deutschlandticket (aktuell 58 Euro/Monat) ermöglicht unbegrenzte Fahrten im gesamten lokalen und regionalen ÖPNV in Deutschland – inklusive des vollständigen BVG-Netzes in Berlin. Wer eine Woche oder länger in Berlin ist, fährt damit beim Nahverkehr möglicherweise günstiger als mit der WelcomeCard. Rabatte für Attraktionen sind nicht enthalten, aber für reine Fahrtkosten ist das Deutschlandticket kaum zu schlagen.
Wo kaufen und worauf achten?
Am sichersten kaufst du direkt über die offizielle Berlin-WelcomeCard-Website oder bei visitBerlin. Physische Karten gibt es außerdem an den Berliner Tourist-Informationen, an BVG- und S-Bahn-Schaltern und -Automaten, am Flughafen Berlin Brandenburg, in größeren Hotels und bei den Touristeninformationen in Potsdam. Welcome Center an wichtigen Standorten – darunter das Brandenburger Tor, der Berliner Hauptbahnhof und das Humboldt Forum – sind in der Regel täglich von etwa 9–10 Uhr bis 18–19 Uhr geöffnet, an Feiertagen können die Zeiten abweichen.
Vermeide Drittanbieter auf allgemeinen Marktplätzen, sofern du nicht sicher bist, dass der Verkäufer autorisiert ist. Es gibt keinen Preisvorteil beim Kauf über inoffizielle Kanäle – und eine gefälschte oder bereits aktivierte Karte ist sofort verlorenes Geld. Auf der offiziellen Website gibt es gelegentlich Sonderpreise in der Nebensaison, das lohnt sich zu checken.
- Kaufe die Karte am besten online im Voraus, um Warteschlangen an den Tourist-Informationen zu vermeiden – besonders im Sommer (Juni–August), wenn die zentralen Welcome Center stark frequentiert sind.
- Die ABC-Version lohnt sich nur, wenn du über BER einfliegst und kein separates Flughafentransferticket hast, oder wenn du mindestens einen Ausflug nach Potsdam planst.
- Einige Partnerrabatte erfordern die Vorlage einer physischen Karte – wer digital kauft, sollte sicherstellen, dass das Handy bei Ankunft an den Attraktionen aufgeladen ist.
- Schau dir die vollständige Partnerliste auf berlin-welcomecard.de vor dem Kauf an – das Rabattangebot ändert sich zwischen den Saisons.
Für wen lohnt sich die WelcomeCard wirklich?

Erstbesucher, die 3–5 Tage in Berlin verbringen und mehrere kostenpflichtige Attraktionen besuchen möchten, sind die stärksten Kandidaten für die All-Inclusive-Version. Wenn dein Programm das Pergamonmuseum, das Jüdische Museum Berlin, den Berliner Fernsehturm und einen Hop-on-Hop-off-Bustag umfasst, summieren sich die Einzelticketpreise schnell. Ein All-Inclusive-Pass, der mehrere dieser Attraktionen abdeckt, kann sich schon an einem einzigen intensiven Sightseeing-Tag amortisieren.
Familien mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren profitieren gut, da Kinderkarten im All-Inclusive-Preismodell enthalten sind und der Transport für unter 6-Jährige bei der BVG sowieso kostenlos ist. Budgetreisende mit engem Zeitplan sollten skeptischer sein: viele der besten Erlebnisse Berlins sind kostenlos viele der besten Berlin-Erlebnisse kosten nichts, und Geld für einen Pass auszugeben, dessen enthaltene Attraktionen man gar nicht nutzt, ist kontraproduktiv.
Wiederholungsbesucher oder Reisende, die lieber Zeit in Kiezen, auf Märkten und in Parks verbringen als an großen Touristenattraktionen, sollten die WelcomeCard ganz weglassen. Ein reguläres BVG-Mehrtagesticket reicht für sie völlig aus. Wenn dein Berlin-Trip auf einen einzigen Bezirk ausgerichtet ist, bedenke außerdem: Berliner Verkehrsnetz das Berliner Nahverkehrsnetz ist so weitläufig, dass du Mitte, Prenzlauer Berg oder Kreuzberg größtenteils zu Fuß erkunden kannst, ohne die U-Bahn zu benutzen.
Saisonale Überlegungen und praktisches Timing

Die WelcomeCard ist das ganze Jahr über erhältlich, aber ihr praktischer Wert schwankt je nach Saison. Im Sommer (Juni–August) ist das vollständige Partnerprogramm aktiv, Bootstouren auf dem Wasser laufen, und du bekommst das Maximum aus einer 5- oder 6-Tages-Karte heraus. Im Winter reduzieren einige Outdoor-Partner ihre Öffnungszeiten oder schließen ganz, was den effektiven Rabattpool verkleinert. Dennoch hat der Winter seine eigenen Reize: Berlins Weihnachtsmärkte Berlins Weihnachtsmärkte sind eine wichtige saisonale Attraktion, und einige Partnerveranstaltungsorte bieten über die WelcomeCard spezielle Winterrabatte an.
Starte deine Karte an dem Tag, an dem du am meisten Sightseeing planst – nicht unbedingt am Anreisetag. Wer spät abends landet, sollte die Karte erst ab dem zweiten Tag aktivieren: So bekommst du zwei volle Sightseeing-Tage statt einem halben und einem ganzen. Bei der All-Inclusive-Version nutzt du den Hop-on-Hop-off-Bus am besten an einem klaren Tag mit guter Sicht – in Berlin ist das im Frühjahr (April–Mai) zuverlässiger als im Herbst oder Winter.
Häufige Fragen
Beinhaltet die Berlin WelcomeCard freien Museumseintritt?
Nur die All-Inclusive-Version beinhaltet freien Eintritt zu 25+ Attraktionen. Die Classic WelcomeCard gewährt Rabatte von 25–50 % bei 170+ Partnern, aber keinen freien Eintritt. Das ist der häufigste Verwechslungspunkt beim Vergleich der beiden Versionen.
Kann ich mit der Berlin WelcomeCard vom Flughafen BER in die Innenstadt fahren?
Ja, aber nur wenn du die ABC-Zonenversion kaufst. Zone AB deckt den Flughafen BER nicht ab. Die ABC-Zone kostet etwas mehr und schließt Potsdam ein – wer also per Flugzeug anreist und einen Potsdam-Ausflug plant, sollte eindeutig zur ABC-Version greifen.
Lohnt sich die Berlin WelcomeCard für einen 2-tägigen Aufenthalt?
Bei einer 48-Stunden-Karte ist die Rechnung knapp. Du müsstest den ÖPNV mehrmals täglich nutzen und mindestens zwei oder drei kostenpflichtige Attraktionen mit spürbaren Rabatten besuchen. Wenn dein 2-Tage-Programm hauptsächlich aus Spaziergängen und kostenlosen Sehenswürdigkeiten besteht, ist ein reguläres Tagesticket oder ein 48-Stunden-BVG-Ticket wahrscheinlich günstiger.
Brauchen Kinder eine eigene Berlin WelcomeCard?
Kinder unter 6 Jahren fahren bei der BVG grundsätzlich kostenlos – für sie ist keine Karte nötig. Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren können bis zu drei Kinder kostenlos mit jedem erwachsenen WelcomeCard-Inhaber reisen. Separate Kinder-WelcomeCards sind für bestimmte Varianten wie All Inclusive erhältlich und gewähren denselben freien Eintritt bei Partnerattraktionen.
Ist das Deutschlandticket eine bessere Alternative zur Berlin WelcomeCard?
Rein für den Nahverkehr schlägt das Deutschlandticket (aktuell 58 Euro/Monat) die WelcomeCard im Preis ab einem Aufenthalt von fünf oder mehr Tagen. Es enthält jedoch weder Rabatte noch freien Eintritt für Attraktionen. Wer eine Woche in Berlin ist, den ÖPNV intensiv nutzen möchte und Eintritte lieber einzeln bezahlt, fährt mit dem Deutschlandticket besser.