Ist Athen sicher? Der ehrliche Reiseführer zu Betrug, Sicherheit & klugen Tipps
Athen ist für Touristen im Allgemeinen eine sichere Stadt, aber Taschendiebstahl, Taxibetrug und einige Stadtviertel sind es wert, sie vor der Anreise zu kennen. Dieser Leitfaden behandelt die echten Risiken, die übertriebenen und wie du Ärger vermeidest.

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Kurzfassung
- Athen ist nach europäischen Maßstäben sicher für Touristen. Gewaltkriminalität gegen Besucher ist selten.
- Taschendiebstahl ist das Hauptrisiko – vor allem rund um die Akropolis, in Monastiraki, Plaka und in der Metro.
- Taxibetrug am Flughafen und falsche Einladungen von angeblich „freundlichen Einheimischen" in Bars sind die zwei häufigsten Touristenfallen. Tipps zum Transport findest du im Artikel Fortbewegung in Athen.
- Der Omonia-Platz und Metaxourgeio erfordern nachts besondere Vorsicht, aber die meisten zentralen Touristenviertel sind auch nach Einbruch der Dunkelheit in Ordnung.
- Notrufnummern: 112 (EU-weit), 100 (Polizei), 171 (Touristenpolizei, nur Athen).
Das ehrliche Sicherheitsbild: Was die Statistiken wirklich zeigen

Ist Athen sicher? Die kurze Antwort lautet: ja, für die meisten Besucher, die meiste Zeit. Athen ist eine europäische Großstadt mit rund 3,6 Millionen Einwohnern, und das Kriminalitätsprofil ähnelt eher dem von Rom oder Barcelona als dem einer Stadt, um die man sich wirklich Sorgen machen müsste. Australiens Smartraveller stuft Griechenland als „normale Vorsichtsmaßnahmen erforderlich" ein, und auch Kanadas Reisewarnung klingt ähnlich. Das Hauptrisiko für Touristen ist Kleinkriminalität, keine Gewalt. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil er bestimmt, wie du dich vorbereitest.
Der Ruf der Stadt, gefährlich zu sein, ist zum Teil Einbildung. Athen hat in vielen Stadtvierteln auffällig viel Graffiti – auch in gehobenen Gegenden wie Kolonaki und Exarchia. Erstbesucher interpretieren das visuelle Durcheinander manchmal als Warnsignal. Ist es aber nicht. Graffiti in Athen hat so gut wie keinen Zusammenhang mit der Sicherheit für Touristen. Was tatsächlich damit zusammenhängt, ist die Menschendichte: Je mehr Touristen an einem Ort sind, desto höher das Risiko für Taschendiebstahl. Das ist Athen auf den Punkt gebracht.
ℹ️ Gut zu wissen
Notrufnummern in Athen: 112 (EU-weit, funktioniert auf Englisch), 100 (griechische Polizei), 166 (Krankenwagen), 199 (Feuerwehr). Die 112 ist besonders praktisch, da die Mitarbeiter Englisch sprechen und speziell für besucherspezifische Probleme geschult sind – auch für Betrugsanzeigen und Diebstahlsmeldungen für Versicherungsansprüche.
Wo du aufpassen solltest: Stadtteile und Situationen
Das zentrale Touristengebiet – bestehend aus Plaka, Monastiraki, Syntagma, Thisio und Kolonaki – ist tagsüber und abends bei normaler städtischer Aufmerksamkeit grundsätzlich sicher. Diese Gebiete sind gut beleuchtet, stark frequentiert und werden von der Polizei patrouilliert. Die Risiken sind hier konzentriert, nicht allgegenwärtig.
- Monastiraki und Plaka (tagsüber) Hohes Taschendiebstahlrisiko bei Menschenansammlungen rund um den Flohmarkt, den Platz und auf dem Fußweg zur Akropolis. Taschen schließen und vor den Körper nehmen.
- Athener Metro (alle Linien, besonders Linie 1) Diebstahl in öffentlichen Verkehrsmitteln ist das am häufigsten gemeldete Vergehen gegen Touristen. Besonders aufpassen an belebten Stationen wie Monastiraki, Omonia und Syntagma – vor allem zu Stoßzeiten.
- Omonia-Platz und Metaxourgeio In diesen Gegenden ist mehr auf der Straße los – darunter Drogenkonsum und Obdachlosigkeit. Tagsüber ist es in der Regel in Ordnung, durchzugehen. Nachts hier nicht länger aufhalten, besonders in den Nebenstraßen nördlich und westlich von Omonia.
- Exarchia Dieses Viertel hat einen Ruf, der durch seine Geschichte aus Protesten und anarchistischer Politik geprägt wurde. Es ist ruhiger als sein Ruf vermuten lässt, aber politische Demonstrationen kommen vor – manchmal mit Polizeieinsatz. Lokale Nachrichten checken, wenn du in der Nähe übernachtest.
- Rund um die Akropolis und große archäologische Stätten Der Weg zur Akropolis und die umliegenden Bereiche sind stark besucht – genau dort passieren die meisten Taschendiebstähle. Handys in die Tasche stecken, nicht in der Hand tragen.
⚠️ Besser meiden
Nachts ist besondere Vorsicht rund um Omonia und in den Straßen geboten, die in Richtung Metaxourgeio und Kolonos im Nordwesten führen. Wer spät nachts aus Psyrri oder Gazi zurückkommt, sollte lieber ein Taxi oder eine Ride-Hailing-App nutzen, statt durch den Omonia-Platz zu laufen.
Betrug gegen Touristen in Athen: Kenn die Maschen, bevor sie dich finden
In Athen gibt es eine Handvoll Betrugsmaschen, die Jahr für Jahr auftauchen. Keine davon ist besonders raffiniert, aber sie funktionieren, weil Touristen müde, orientierungslos oder zu höflich sind, um sich schnell zu entziehen. Wer die Tricks kennt, ist fast vollständig geschützt.
- Die Einladung des „freundlichen Einheimischen" in eine Bar Ein gut gekleideter Fremder (oft auf Alleinreisende oder Paare abzielend) kommt ins Gespräch und lädt dich in „eine tolle Bar hier um die Ecke" ein. Das Lokal berechnet horrende Preise, und dein neuer Freund ist verschwunden, sobald die Rechnung kommt. Die Zeche kann in die Hunderte von Euro gehen. Ungebetene Bar- oder Restauranteinladungen von Fremden auf der Straße ablehnen – besonders rund um Monastiraki und Syntagma.
- Unlizenzierte Taxis am Flughafen Der Flughafen Athen (IATA-Code: ATH) liegt in Spata, rund 30–35 km vom Stadtzentrum entfernt. Lizenzierte Taxis sind gelb und müssen das Taxameter oder den offiziellen Festpreis für Flughafenfahrten verwenden. Männer, die dich in der Ankunftshalle ansprechen und Fahrten anbieten, sind keine lizenzierten Taxifahrer. Die offizielle Taxischlange vor der Ankunft nutzen oder vorab über die Beat-App buchen.
- Das „vergessene" Taxameter Manche Fahrer starten die Fahrt, ohne das Taxameter einzuschalten, und verlangen dann einen erfundenen Preis. Immer prüfen, ob das Taxameter läuft, bevor das Auto losfährt. Behauptet ein Fahrer, das Taxameter sei kaputt, aussteigen.
- Vergiftete Getränke von Fremden Kanadische und andere offizielle Reisewarnungen warnen ausdrücklich davor, Essen, Getränke, Kaugummi oder Zigaretten von Fremden anzunehmen. Betäubungsmittel zum Zweck von Raub und Überfall kommen zwar selten vor, wurden aber gemeldet. Das gilt vor allem, wenn man nachts allein angesprochen wird.
- Überteuerte Restaurants in der Nähe großer Sehenswürdigkeiten Restaurants direkt am Eingang der Akropolis, an den Parthenon-Aussichtspunkten und am Monastiraki-Platz verlangen deutlich mehr und liefern deutlich weniger als Lokale 100–200 Meter weiter weg. Rechtlich gesehen ist das kein Betrug, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt schlicht nicht. Eine oder zwei Straßen von jeder großen Sehenswürdigkeit entfernen, bevor man sich hinsetzt.
- Das „Geschenk" – Rose oder Armband Jemand drückt dir eine Blume, ein Armband oder einen kleinen Gegenstand als „Geschenk" in die Hand – und fordert dann aggressiv Geld. Wenn du es nicht willst, nimm es nicht an. Hast du es bereits angenommen, einfach zurückgeben und weitergehen, ohne dich auf weitere Diskussionen einzulassen.
Sicher unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Athener Metro ist effizient und erreicht die meisten Touristenziele direkt. Linie 3 (Blau) verbindet die Gegend um das Akropolis-Museum und Monastiraki in etwa 40 Minuten mit dem Flughafen. Linie 1 (Grün) verläuft von Piräus über Omonia bis Kifisia – sie ist älter und voller. Taschendiebstahl ist auf allen Linien dokumentiert, konzentriert sich aber auf Stoßzeiten und Fahrten mit Gepäck.
Ein paar Gewohnheiten, die wirklich helfen: Tasche in der Metro vor dem Körper tragen, nicht auf dem Rücken. Wenn möglich, in überfüllten Waggons das Handy wegstecken. Wenn jemand mehrfach gegen dich stößt oder eine kleine Gruppe dich umzingelt, ist das der Ablenkungsmoment. Zurücktreten, Taschen prüfen, in einen anderen Teil des Waggons wechseln.
Der Expressbus X95 fährt rund um die Uhr zwischen dem Flughafen und dem Syntagma-Platz, die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr etwa 60 Minuten. Er ist deutlich günstiger als ein Taxi und völlig sicher – Gepäck sollte man aber genauso im Blick behalten wie in jedem anderen Stadtbus. Der X96 verbindet den Flughafen mit dem Hafen Piräus, praktisch für alle, die eine Fähre zu den Inseln nehmen.
✨ Profi-Tipp
In Athen lieber die Beat-App für Taxis nutzen, statt eines auf der Straße zu winken. Die App registriert Fahrt, Fahreridentität und Preis im Voraus – das eliminiert die meisten gängigen Taxibetrugsszenarien. Außerdem meidest du damit die nicht lizenzierten Fahrer, die Touristen an Verkehrsknotenpunkten ansprechen. Am besten vor der Anreise herunterladen.
Praktische Sicherheitstipps für den Alltag als Tourist
Das meiste, was Athen sicher navigierbar macht, läuft auf ein paar konsequente Gewohnheiten hinaus. Wenn du einen Athen-Tagesausflug mit Akropolis, Antiker Agora und Monastiraki planst, bewegst du dich durch die Zonen mit dem höchsten Taschendiebstahlrisiko. Das ist kein Grund, sie zu meiden – nur ein Grund, deine Tasche schon im Hotel richtig zu organisieren.
- Immer nur eine Kreditkarte dabei haben. Eine zweite Karte und den Reisepass im Hotelsafe lassen.
- Eine Umhängetasche mit Reißverschluss verwenden – in belebten Gegenden vorne tragen.
- Reisepass fotografieren und eine digitale Kopie in der Cloud speichern, bevor die Reise losgeht.
- Bei Besuchen in Kirchen, Klöstern und religiösen Stätten angemessen kleiden. Schultern und Knie sollten bedeckt sein.
- Im Sommer (Juni bis September) immer Wasser dabeihaben. Die Hitze in Athen übersteigt im Juli und August regelmäßig 35 °C, Hitzewellen über 40 °C kommen vor. Dehydration ist bei Outdoor-Besichtigungen ein echtes Risiko.
- Das Leitungswasser in Athen ist offiziell trinkbar – das spart Geld und reduziert Plastikmüll im Vergleich zum ständigen Kauf von Flaschen.
- Beim Essen: Restaurants wählen, bei denen man die gedruckte Speisekarte mit Preisen sehen kann, bevor man sich setzt. Das schützt nicht nur vor Betrug – es ist auch der schnellste Weg zu besserem Essen zu besseren Preisen.
- Trinkgeld ist in Griechenland nicht verpflichtend. Taxifahrten aufrunden und in Restaurants rund 5–10 % geben ist üblich, aber nicht obligatorisch.
Kleidungsvorschriften an religiösen Stätten gelten in der ganzen Stadt. Das gilt genauso, wenn du Tagesausflüge von Athen aus zu Klöstern wie Daphni oder zu Tempeln weiter draußen unternimmst. Am besten ein leichtes Tuch oder Shirt einpacken, das Schultern schnell bedecken kann.
Sicherheit in Athen für verschiedene Reisetypen

Alleinreisende – auch Frauen – kommen in Athen mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen gut zurecht. In den zentralen Touristenvierteln ist genug los, sodass nächtliche Spaziergänge zwischen Bars oder Restaurants in Gegenden wie Psyrri oder Gazi grundsätzlich unbedenklich sind. Die gleiche Regel gilt wie überall: auf das eigene Bauchgefühl hören und im Zweifelsfall ein Taxi nehmen.
Familien mit Kindern werden Athen sehr unkompliziert finden. Griechen sind kulturell sehr kinderfreundlich, und spätes Abendessen ist hier ganz normal. Wer mit Kindern reist, sollte den eigenen Athen-mit-Kindern-Guide für praktische Infos rund um die großen Sehenswürdigkeiten lesen. Das wichtigste kinderspezifische Thema ist die Sommerhitze an Freiluft-Ausgrabungsstätten. Sonnencreme, Hüte und Wasser sind bei jedem Besuch der Akropolis oder antiker Stätten zwischen 10 und 16 Uhr im Hochsommer unverzichtbar.
LGBTQ+-Reisende: Athen hat eine aktive und sichtbare LGBTQ+-Szene, besonders in Gazi und Teilen von Monastiraki. Öffentliche Zuneigungsbekundungen können außerhalb der weltoffensten Viertel gelegentlich Aufmerksamkeit erregen, aber gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Griechenland nicht strafbar, und Athen veranstaltet jährlich eine Pride. Dieselbe Aufmerksamkeit walten lassen wie in jeder anderen südeuropäischen Stadt.
Häufige Fragen
Ist Athen nachts sicher?
In den wichtigsten zentralen Vierteln ja. Gegenden wie Plaka, Monastiraki, Psyrri, Koukaki, Kolonaki und Gazi bleiben bis in den frühen Morgen belebt und sind verhältnismäßig sicher. Den Omonia-Platz, Metaxourgeio und die Straßen nördlich von Monastiraki spät nachts meiden. Im Zweifelsfall lieber ein Taxi nehmen oder die Beat-App nutzen, statt nach Mitternacht unbekannte Routen zu laufen.
Was sind die häufigsten Betrugsmaschen in Athen?
Am zuverlässigsten gemeldet werden: die Einladung des „freundlichen Einheimischen" in eine Bar (endet mit horrenden Rechnungen), unlizenzierte Taxis am Flughafen Athen, Taxifahrer ohne laufendes Taxameter sowie Fremde, die Geschenke oder Getränke anbieten. Mit ein wenig Vorwissen lässt sich das alles vermeiden. Lizenzierte gelbe Taxis mit laufendem Taxameter nutzen, per App buchen und alle ungebetenen sozialen Einladungen von Fremden auf der Straße ablehnen.
Ist Athen sicher für Alleinreisende Frauen?
Im Allgemeinen ja, mit den üblichen städtischen Vorsichtsmaßnahmen. Die zentralen Touristenbereiche sind gut bevölkert und ausreichend beleuchtet. Verbale Belästigungen (Anmachen) kommen wie in vielen Mittelmeer-Städten vor, sind aber nicht aggressiv oder systematisch. Schlecht beleuchtete Seitenstraßen spät nachts meiden, die allgemeine Notrufnummer 112 im Handy speichern und für spätnächtliche Rückwege zum Unterkünft Taxis oder Ride-Hailing-Apps nutzen.
Wie komme ich sicher vom Flughafen Athen in die Stadt?
Drei zuverlässige Optionen: Die Metro Linie 3 (Blaue Linie) braucht etwa 40 Minuten bis zum Syntagma-Platz und ist sicher und gut ausgeschildert; der Expressbus X95 fährt rund um die Uhr nach Syntagma und benötigt 40–60 Minuten; offizielle lizenzierte gelbe Taxis an der Schlange vor der Ankunftshalle haben staatlich regulierte Festpreise für die Flughafenroute. Niemals Mitfahrangebote von Männern annehmen, die einen im Terminal ansprechen. Über die Beat-App buchen, wenn man den Preis vorher bestätigt haben möchte.
Welche Viertel in Athen sollten Touristen meiden?
Tagsüber muss man kein Viertel grundsätzlich meiden. Nachts extra vorsichtig sein am Omonia-Platz, in Metaxourgeio und in den Straßen nordwestlich des Zentralmarkts. Diese Gegenden haben sichtbar mehr soziale Probleme (Drogenkonsum, Obdachlosigkeit) als das Touristenzentrum. Die meisten Besucher kommen ihnen gar nicht erst nahe, da sie nicht auf typischen Besichtigungsrouten liegen. Exarchia ist etwas rauer, tagsüber aber kein gefährliches Ziel.